Aliaste
Gast
obwohl meine letzte Beziehung, um die es geht, nun schon über 1 Jahr her ist, bin ich etwas nachdenklich geworden und überlege noch immer, wie es zum Bruch kam.
Kurz zum Thema, meine beiden letzten Beziehungen gingen an ähnlichen Dingen zu Bruch.
Vorletzte Beziehung:
Ich lebte bereits allein, meine damalige Freundin war 6 Jahre jünger als ich, lebte in einer Wohnung der Eltern, zwar allein aber trotzdem in direkter Anbindung bei den Eltern. Die spielte Handball, ziemlich exzessiv, jedes Wochenende Freitag und Samstag ein Spiel. Wir wohnten ca 70km einfache Fahrt von einander entfernt. Ich war damals beruflich recht flexibel, sie war aufgrund der Tatsache, dass ihre Eltern sie ständig kontrollierten, so gut wie immer bei mir. Leider selten, da sie am WE ständig unterwegs war mit ihrem Sport. Ich hatte dann die Nase voll und es gab auch viel Streit aufgrund dieser Sache, dass ich meine Wochenenden immer alleine verbringen durfte, und sie dann lediglich unter der Woche abends vorbei kam um hier gefühlt lediglich zu übernachten. Kurze Zeit nach der Trennung kam es zur eigentlichen Aussprache, aber da hatte sie schon plötzlich und für mich unerwartet einen neuen Freund, zu dem sie dann sofort zog. Nun. da warf sie mir dann vor, ich hätte ihr nie angeboten, dass sie zu mir ziehe oder wir uns zusammen eine Wohnung suchen, sie habe dort - aus der recht überkontrollierten Situation mit ihren Eltern so oder so heraus gewollt, das hätte ich nicht erkannt - gefragt hat sie auch nie. Ok - das ist jetzt kalter Kaffee, ist lange her.
Letzte Beziehung.
Lernte ich dann knapp 1 Jahr später kennen. Wir kamen zusammen. Leider hatte meine letzte Freundin keinen Führerschein und wohnte noch zu hause. Das lief darauf hinaus, dass wir uns immer am WE sahen, ich sie also Freitag direkt nach der Arbeit abholte, was damals super ging, ich hatte fast freie Zeiteinteilung, Freitags nur den halben Tag, sie studierte (sie studiert heute noch). Sonntag brachte ich sie wieder heim. Man kommt mit öff. Verkehrsmitteln kaum zu mir, ich wohne recht abgelegen. Das habe ich jedes Wochenende so gehandhabt. Irgendwann haben wir den Kompromiss gefahren, dass sie immerhin zum Bahnhof fährt und ich sie nur dort abhole, was 1/3 des Fahrtweges entsprach.
Das Thema mach doch mal den Führerschein, hol dir dann ein billiges Auto, war immer Diskussion, sie habe kein Geld dafür. Gut, aber sie ist viel gereist (ohne mich), denn dafür hatte ich wiederum kein Geld, weltweit on Tour gewesen. Wieso sie das Geld nicht für einen Führerschein u. Auto ausgibt, war immer meine Frage. Antwort darauf war ständig: Das sind ja dann laufende Fixkosten und die Reisen sind immer einmalig. Nungut. Ich hatte dann beruflich die Möglichkeit mich zu verändern. War nun Freitags auch bis 18 Uhr im Büro und unter der Woche wurde es oft spät. So musste ich meinen Haushalt usw am WE erledigen. Zeitgleich habe ich auch gemerkt, dass es nicht mehr funktionieren kann, dass sie ständig von mir abgeholt und gebracht wird, mir war das auch recht stressig, da ich einfach auch ausgelaugt war. Sie war noch im Studium, das sich auch verzögerte. Es gab so gut wie nur noch Streit, da ich häufig am WE platt war und auch keine Energie mehr hatte, ständig herum zu fahren, irgendwie nervte mich das extrem, da ich kein Ende darin sah. Sie wohnte zu dem Zeitpunkt immernoch daheim mit 29 Jahren und hatte weder Führerschein noch Auto noch irgendwie den Plan da was dran zu ändern, war aber im Ausland viel unterwegs.
Wir trennten uns. Interessanterweise hielten wir noch ab und an Kontakt per Facebook, vor kurzem schrieb sie über den Messenger und warf mir vor, ich sei einfach zu bequem gewesen, und sei aus meiner Comfort Zone nie raus gekommen, das hat mich sauer gemacht, da ich das komplett anders sehe. Ich arbeite, alles musste ich erledigen, einkaufen, wir waren ja immer bei mir in der Wohnung, sie hat nur ein kleines Zimmer bei den Eltern, wo ich innerhalb von 4 Jahren nicht einmal war, sie hat kein festes Einkommen, keinen Führerschein, kein Auto, war beruflich desillusioniert, da sie irgendwann plötzlich mittendrinnen den Studiengang meinte wechseln zu müssen, wodurch es sich ins unübersehbare hinaus zögerte, für mich einfach alles chaotisch.
Nun lerne ich zufällig wieder eine Frau kenne, mit der ich mich gut verstehe, die etwas weiter weg wohnt und wieder keinen Führerschein hat und keinen Wagen.
Jetzt erkenne ich irgendwie Muster, also gerate ich immer an diesen abhängigen Typ Frau, der irgendwie sehr von mir und meiner Mobilität abhängig ist und auf mich angewiesen ist, ich weiß es nicht. Bin ich tatsächlich zu bequem, zu faul, oder hat mein Ex einfach eine andere Sicht der Dinge.