Beziehung gescheitert?

hannes

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Hallo zusammen,

es scheint, als w├Ąre ich nur einer von vielen, trotzdem hier meine Geschichte, einfach weil es gut tut, sie zu erz├Ąhlen...

Ich habe SIE damals in der Schule kennengelernt. Nach dem Abitur bin ich f├╝r mein Studium in eine andere Stadt gezogen als sie f├╝r ihre Ausbildung.

Die Fernbeziehuing ist uns nie leicht gefallen. Jeder, der mal studiert hat, wei├č, dass Semesterferien nicht automatisch frei hei├čt, aber wir haben uns fast jedes Wochenende gesehen. Inzwischen hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen und arbeitet seit einem Jahr im Schichtdienst - was in einer Fernbeziehung definitiv noch mehr Probleme mit sich bringt.

Trotz allem waren wir beide sehr gl├╝cklich - es passte einfach alles. Wir haben sehr viel Spa├č gehabt, konnten ├╝ber wirklich alles reden usw.

Allerdings hatte sie mehrmals "Zweifelphasen", in denen sie nicht wusste, ob das Wir wirklich richtig ist. Die Phasen traten nur ein paar mal auf und hielten nicht lange an - und blieben fast immer ohne Auswirkungen. Fast, weil sie vor einem Jahr einen Seitensprung hatte. Das hat mich damals sehr verletzt, nicht zuletzt, weil wir zusammen unser erstes Mal hatten und uns geschworen hatten, nie jemand anderen haben zu wollen. Aber zusammen haben wir auch das gemeistert. Es hat gedauert, aber letztlich konnte ich ihr verzeihen.

Zur Zeit stehe ich kurz vor meinen Abschlusspr├╝fungen und habe ziemliche Pr├╝fungsangst (gehabt). Als ich ihr letzte Woche ank├╝ndigte, schon am Donnerstag zu ihr kommen zu wollen, um mich ein wenig tr├Âsten zu lassen schlug sie einen Kompromiss vor, dass ich doch bitte erst abends kommen solle. Ich habe mich zwar gewundert, seit wann wir da Kompromisse brauchen, und ihr das auch gesagt, aber habe mich daran gehalten und mich nachmittags in den Zug gesetzt, um dann abends bei ihr zu sein.

Eine Stunde vor meiner geplanten Ankunft rief sie mich an, tat ├╝berrascht, dass ich schon unterwegs war und bat mich, wieder nach Hause zu fahren. Das hat mich nat├╝rlich ziemlich hart getroffen, aber ich bin zumindest am n├Ąchsten Halt ausgestiegen. Dort habe ich sie dann noch einmal angerufen und letztlich nach einigem Nachhaken und "Nicht-glauben-wollen", dass sie nur mit ihren Kolleginnen ├╝ber den Weihnachtsmarkt l├Ąuft (und ich deshalb nicht in ihre Wohung darf) erfahren, dass sie einen gemeinsamen Bekannten zu Besuch hat. Unter Tr├Ąnen habe ich ihr das Versprechen abgenommen, sie am n├Âchsten Tag zwecks Aussprache besuchen zu d├╝rfen und bin nach Hause gefahren.
Ich denke es d├╝rfte klar sein, wie mies ich mich schon da gef├╝hlt habe - eine Woche vor einer sehr wichtigen Pr├╝fung erfahre ich, dass meine Freundin hinter meinem R├╝cken Dates hat...

Am n├Ąchsten Tag hat sie mir unter Tr├Ąnen gebeichtet, dass sie das alles nicht versteht, sie w├╝sste nicht, ob sie mich noch liebt, und vor allem k├Ânnte sie nicht mehr mit diesen Zweifelphasen leben. Wir haben sehr lange dar├╝ber geredet, aber letztlich bin ich als ex-Freund wieder nach Hause gefahren.

Zwar hat sie mir alle meine Sachen aus ihrer Wohnung mitgegeben, aber z.B. wollte sie gemeinsame Bilder als Erinnerung behalten. Ich habe das Wochenende noch bei ihr im Bett ├╝bernachtet, eng aneinandergekuschelt, aber ohne K├╝ssen oder so etwas...
Der Abschied war f├╝r uns beide sehr schmerzhaft - sie wei├č. dass ich sie zur├╝ck will, aber sie wei├č nicht, was sie eigentlich m├Âchte. Deshalb hatte ich ihr das Versprechen abgenommen, dass dieser Bekannte sie nicht direkt besucht, sondern sie sich erst einmal alleine Gedanken macht. Und vor allem, dass sie nicht mit ihm schl├Ąft, bevor sie sich endg├╝ltig sicher ist. Au├čerdem hat sie versprochen, sich regelm├Ą├čig zu melden.

Zwar hat sie sich in den letzten Tagen hin und wieder gemeldet und mir auch gesagt, dass sie sich nicht sicher ist, aber ihr "Neuer" war schon am Sonntag kurz nach dem ich gegangen war bei ihr. Geschlafen hat sie auch mit ihm.

Am n├Ąchsten Tag hatte sie deshalb ein ziemlich schlechtes Gewissen, rief mich an und erkl├Ąrte, sie k├Ânne halt nicht alleine sein - auch, wenn sie nicht w├╝sste, ob die Trennung richtig war.

Ich glaube ihr, das sie diese Situation sehr belastet, aber ich wei├č, dass es mir dabei noch viel schlechter geht. Ich kann an nichts anderes denken als an sie. Dass sie mit IHM all das macht, was ich gerne mit ihr gemacht h├Ątte: Weihnachtsmarkt, Shoppen, S., Kuscheln, ... Diese Gedanken machen mich verr├╝ckt. Ich wei├č, dass sie nicht sicher ist, und mache mir deshalb immer noch Hoffnungen - auch, wenn ich gar nicht wei├č, ob ich das verlorene Vertrauen in sie jemals wieder aufbauen k├Ânnte... Wenn wir telefonieren, ist diese Vetrautheit wieder da, und wir sind BEIDE sehr traurig. Aber ich habe das Gef├╝hl, dass sie danach wieder zu IHM gehen kann, w├Ąhrend ich hier am Schreibtisch sitze und nicht lernen kann, weil ich immer nur an sie denke. Dabei w├Ąre es so wichtig zu lernen, die Pr├╝fung ist morgen, und ich habe seit einer Woche kaum etwas getan... Das schlimmste ist, dass mich diese Pr├╝fungs gar nicht mehr st├Ârt - dann falle ich halt durch, noch schlimmer kann es doch gar nicht mehr kommen.

Ich wei├č, dass ich es falsch angehe - ich sollte die Pr├╝fung als Chance sehen, der ganzen Welt ( und vor allem mit selbst) zu zeigen, dass ich auch ohne sie zurecht kommen kann. Und danach sollte ich ein neues Leben ohne sie planen - Silvester ist ja eigentlich kein schlechter Zeitpunkt daf├╝r... Aber ich kann nicht ohne sie. Dieses Gef├╝hl, diese Leere frisst mich auf! Und ihre Beteuerungen, f├╝r mich da sein zu wollen, mir helfen wollen, helfen mir leider auch nicht - sie verst├Ąrken nur das Gef├╝hl, dass die Trennung falsch war.

Ich bin so traurig!

18.12.2008 12:56 • #1


Jette


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Zitat:
- dann falle ich halt durch, noch schlimmer kann es doch gar nicht mehr kommen.


och schlimmer geht immer....

Hannes, ich weiss das ist schwer jetzt in soner Krise die Nerven zu behalten, aber du solltest es f├╝r Dich und deine Zukunft versuchen, das Hirn jetzt nicht ganz auszuschalten,
setze Priorit├Ąten.

Deine (EX) Freundin ist erstmal zweitrangig und  deine Traurigkeit  wird auch vorbeigehn.
Ihr wart noch recht jung als ihr euch kennenlerntet und sich so fr├╝h schon festzulegen geht selten gut.
Oft erscheinen uns Dinge und Gegebenheiten falsch, weil wir sie nicht SO haben wollen, weil sie nicht in unsere Pl├Ąne passen.... ::)
Aber wir sind nicht alleine auf der Welt und zu einer Beziehung geh├Âren mindenstens zwei Personen die diese auch wollen. Und man kann sich nicht ├╝ber die W├╝nsche von andern hinwegsetzen oder von ihnen verlangen, sich unterzuordnen. Liebe ist ein Gef├╝hl das auch die ┬áFreiheit des andern selbst zu entscheiden beinhaltet, und einem andern Versprechen abzupressen, ist nicht der g├╝nstigste Weg seine Liebe zu zeigen, bzw hat auch nichts mit Liebe zutun.

Vieleicht habt ihr ja irgendwann mal die M├Âglichkeit Freunde zu werden, denn mehr kann sie dir ┬áim Moment nicht bieten.
Alles andere W├╝rde Dich verwirren und du brauchst einen Klaren Kopf f├╝r dich.

Versuch die Feiertage jetzt schon mit Leute zu planen, die Dich auch ein bischen ablenken k├Ânnen.

viel Gl├╝ck Dir!

lg Jette



19.12.2008 11:09 • #2



Beziehung gescheitert?

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SoeinMist2008


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Hey Hannes,
ich kann deine Gef├╝hle total verstehen, da ich dieses Hin und Her zur Gen├╝ge kenne. Meine "richige" Trennung ist auch erst seit einer Woche vollzogen. Auch wir haben lange "rumgeeiert"

Meine Erfahrung sagt mir, dass es nichts bringt, darauf zu warten, dass der Andere, der sich seiner Gef├╝hle ja angeblich nicht sicher ist, wieder zu einem zur├╝ckkommt. Zumal, wenn da noch ein Neuer ist, kannst du es vergessen. Das w├╝rde dir auch ewig im Kopf h├Ąngen bleiben und du w├╝rdest misstrauisch und eifers├╝chtig sein.

Auch mir geht es schlecht, aber ich habe mich jetzt entschlossen, durchzuhalten, werde mich nicht mehr melden und nicht ans Telefon gehen, falls er anruft. Das solltest du auch tun, den Kopf wieder anheben und dein Leben allein in die Hand nehmen.

Liebe Gr├╝├če von Maja

19.12.2008 19:38 • #3


Manina


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Hallo Hannes,

ich schliesse mich Jette an.
Versau dir deine Zukunft nicht.

Sie hat sich verliebt, das kann jedem immer und ├╝berall passieren und das ├Ąndert die Gef├╝hle und das ganze bisherige Leben. Ihr f├Ąllt es schwer sich zu trennen, denn sie mag dich, weiss dich zu sch├Ątzen, aber das reicht nicht f├╝r eine Beziehung. Sie will dich nicht leiden sehen und versucht dich zu tr├Âsten, sie sieht dich leiden und kann nicht helfen. Sei dir sicher, dass sie genauso darunter leidet, aber sie kommt nicht zur├╝ck.

Versuche zu akzeptieren. Lebe deine Trauer. St├╝rz dich in deine Arbeit, dein Studium. ich hoffe, du hast die Pr├╝fungen doch noch bew├Ąltigt.
Neue Aufgaben warten auf dich.
Du wirst noch lange traurig sein, aber eines Tages....

Sei lieb gegr├╝sst
manina

30.12.2008 20:45 • #4




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