Namika
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Zitat von whynot60:Jedenfalls bin ich nicht der Meinung, daß Süchtige die schlimmsten Wesen unter der Sonne wären, sondern üblicherweise sind es gerade oft die sensibelsten, die es trifft. Im Grunde ist es der Versuch, ein tiefsitzendes Problem zu kompensieren oder auch Umstände, mit denen sie nicht zurechtkommen (was eben auch an der Sensibilität bzw. der Häufung der Belastungen liegen kann (nicht umsonst sind z. B. Ärzte stärker suchtgefährdet)).
@whynot60 auch wenn du mich nicht direkt angesprochen hast möchte ich deine Antwort trotzdem kurz kommentieren:
Nein er war sicher nicht das schlimmste Wesen unter der Sonne...ganz im Gegenteil, er war die Liebe meines Lebens. Er konnte so einfühlsam, so liebevoll und wunderbar sein, wie nie jemand davor zu mir gewesen ist.
Zitat:Beim Ex der TE scheint es so zu sein, daß er ganz andere Probleme hat, die er eben durch ein Suchtverhalten kompensiert. Eine starke Selbstunsicherheit, wie mir scheint, die ihn überall "Konkurrenten" sehen läßt, denen er sich nicht gewachsen fühlt. Vielleicht (oder sogar wahrscheinlich) fühlt er sich auch dem Leben insgesamt nicht gewachsen.
Jedenfalls steckt hier mit Sicherheit mehr dahinter als "lediglich" eine "Sucht", so daß es auch nicht viel helfen würde, bekäme er diese "Sucht" in den Griff.
Natürlich hat er andere Probleme versucht mit seiner Sucht zu kompensieren. . Ich möchte nicht näher auf die Hintergründe eingehen, dass fällt einfach in seine Privatsphäre, die ich nicht in einem öffentlichen Forum preisgeben will, aber soviel ist sicher: Er hat nie RICHTIGE Liebe erfahren, es stand nie jemand richtig auf seiner Seite, aber es wollte auch nie jemand wirklich seine Probleme lösen... ICH habe ihn richtig geliebt, stand immer zu ihm und habe ihm begreiflich machen wollen, dass Probleme da sind um sie zu lösen und nicht um davor wegzulaufen. Er sagte selbst mehrmals, er hatte nie jemanden wie mich an seiner Seite gehabt, der nicht weglief, nicht verdrängte, nicht verurteilte und ihn so liebte wie er war (und da wusste ich von den Dr.. ja noch gar nichts) Aber er wählte immer den einfachsten Weg: Rückzug, Kopf in den Sand und alles ausblenden was Unangenehm ist...diese Verdrängung und das Ausblenden gelingt unter Einnahme dieser Substanzen natürlich noch besser...denn dadurch fühlt man sich stark, hat mehr Selbstvertrauen, kann schneller Denken etc.
Zitat von Samsonite:Vielleicht (oder sogar wahrscheinlich) fühlt er sich auch dem Leben insgesamt nicht gewachsen.
Jedenfalls steckt hier mit Sicherheit mehr dahinter als "lediglich" eine "Sucht", so daß es auch nicht viel helfen würde, bekäme er diese "Sucht" in den Griff.
Wo ich mich allerdings anschließe, ist, daß es unter diesen Umständen nicht möglich ist, eine Beziehung zu führen. Das wäre es aber auch nicht, wenn man sich die "Sucht" einmal wegdenken würde.
Auch darüber habe ich mir in den letzten Tagen viele Gedanken gemacht...! Bisher bin ich mit meinen Überlegungen soweit gekommen, dass auch ohne die Suchtproblematik, die am Ende noch hinzukam, die Beziehung nicht von Dauer gewesen wäre. Er kam mit meiner Liebe, meiner Art Probleme und Meinungsverschiedenheiten zu klären und mit meinem geordneten Leben nicht klar.
Meine Art von Liebe kannte er nicht, von jemandem aufgefangen zu werden, eine Frau die mehr geben kann, als sie verlangt.
Ich ging alle Probleme objektiv und sachlich an. Schrie nie, behielt einen kühlen Kopf...mit mir gab es kein Drama. Die Dramen inszenierte immer nur er, weil er nichts anderes kannte/kennt. Auch meine Art zu Leben, war ihm fremd. Bei mir ist es sauber und ordentlich, immer was zu Essen im Haus, Wäsche gewaschen und gebüglet. Bei ihm sah es aus wie sau, er bekam es nicht geregelt einkaufen zu gehen, zu putzen, Wäsche zu waschen...
Das ist natürlich alles nur ein kleiner Ausschnitt und ich will ihn nicht schlecht machen, dass hat er nicht verdient. Fakt ist und bleibt er hat tief sitzende Probleme und kennt nur den Weg des geringsten Widerstandes. Er verdrängt lieber, als Lösungen zu suchen, er nimmt lieber sein Zeug und vergisst für ein paar Stunden die böse Welt... und am Ende wurde ihm bewusst, dass ich es nicht dulden werde, dass er Dr... nimmt, sondern von ihm verlange andere Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln... Damit konnte er nicht umgehen, dass passte nicht in sein Denken. Ich weiß, das er mich aufrichtig geliebt hat, aber ich weiß auch, dass ich ihm nun zu unbequem wurde, weil ich wollte das er aus diesem "Leben" ausbricht, sich und dieses Leben ändert...aber dafür war seine Liebe zu mir nicht stark genung oder er ist grundsätzlich nicht stark genug dafür.
Auch wenn er mir fehlt, ich ihn noch immer liebe und vermisse, auf Dauer wäre keine langfristige Beziehung möglich gewesen, aus vielerlei Gründen, aber im Speziellen allein dadurch nicht, dass er die Absolution seiner Dr..sucht von mir wollte, die er nicht bekam.
Vielleicht sind meine Gedanken noch etwas wirr, dass bitte ich zu entschuldigen...viele Dinge sind mir selbst nicht ganz klar. Aber ich versuche mich auch ein wenig aus dieser Gedankenspirale zu ziehen, denn Fakt ist und bleibt: Ich liebte ihn sehr...mehr als jeden Mann zuvor....aber es gibt einen Menschen den ich mehr liebe : MICH Er hätte mich kaputt gemacht, mit seinen Verhaltensweisen, seiner Flucht, seiner Sucht. Das konnte und wollte ich nicht.