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Partnerschaft auflösen ?
Der Zehn-Punkte-Test,
...eine Diagnose die Klarheit verschafft!
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1. Geringe Einsatzbereitschaft
Ob ein Partner mit "hohem Einsatz" spielt, erkennt man daran, wie selbstverständlich er davon ausgeht, dass die Beziehung von Dauer ist. Spricht er dagegen häufig von Trennung, trifft er ohne Absprache Entscheidungen, welche die gemeinsame Zukunft gefährden könnten (zum Beispiel Stellenwechsel), denkt er nie für den anderen mit, dann ist sein Einsatz gering.
Einsatzbereit sind Partner auch dann, wenn sie ihre Versprechen halten, und zwar grosse wie kleine. Das über Jahre hinweg gegebene und nie eingelöste Versprechen "Ich werde weniger arbeiten und mich mehr um die Kinder kümmern", verrät mangelnden Einsatz; das kleine, gehaltene Versprechen "Ich rufe dich an, wenn es spät wird", zeigt hohe Einsatzbereitschaft.
2. Illoyalität
Illoyal verhält sich,
-wer wiederholt untreu ist. Ein einmaliger Seitensprung kann verziehen werden, aber permanente Untreue entzieht einer Beziehung ihre Basis;
-wer die Beziehung nicht an erste Stelle setzt. Wer als Partner sich den Wünschen und Bedürfnissen des anderen verweigert, mit dem Hinweis, der Beruf gehe nun mal vor, wer alles für die Kinder tut, für den Partner aber keine Zeit findet, wer die Bedürfnisse der eigenen Eltern oder ehemaliger Ehepartner wichtiger nimmt als die Bedürfnisse des Lebensgefährten, der setzt falsche Prioritäten;
-wer nicht bereit ist, sich mit dem anderen "gegen den Rest der Welt" zu verbünden. Ein loyaler Partner redet nicht bei Dritten schlecht über den anderen, und er ist auch bedingungslos bereit, sich auf dessen Seite zu stellen. "Wenn wir das Gefühl haben, die Welt hat sich gegen uns verschworen, wenn wir uns von pedantischen Vorgesetzten, aufdringlicher Verwandtschaft, Sticheleien guter Freunde oder den unschmeichelhaften Ansichten der eigenen Familie unter Druck gesetzt fühlen, wollen wir, dass der Partner Partei ergreift - uns zwar unsere. Auch dann, wenn wir im Unrecht sind".
Verhält sich einer der Partner konsequent illoyal, dann zerstört er die Vertrauensbasis, ohne die eine Beziehung nicht lebensfähig ist.
3. Verunsicherung und Einengung
Fühlen Sie sich mit dem Partner frei und sicher? Können Sie Ihre Meinung vertreten, ohne dass er Sie runtermacht? Können Sie Ihren Ärger zeigen, oder haben Sie Angst vor der Reaktion Ihres Partners? Ist es ein Problem, wenn Sie sich allein mit Freunden treffen oder Ihren Hobbys nachgehen wollen?
Wenn der Partner schmollt, schnell beleidigt ist, wütend wird, mit Gegenständen wirft oder Dinge beschädigt, wenn Sie sich nicht nach seinen Wünschen verhalten, dann ist Ihre Partnerschaft alles andere als ein sicherer Ort.
4. Respektlosigkeit
Respektlosigkeit in Partnerschaften hat viele Gesichter. Da gibt es Menschen, die glauben, sie müssten den Lebenspartner erst mal erziehen. Was dessen Vater und Mutter vermeintlich versäumt haben, wollen sie nun in der Beziehung nachholen. Sie decken den anderen mit Verhaltensmassregeln und -vorschlägen ein ("Rede nicht so viel auf der Party"), treffen für ihn Entscheidungen ("Habe dich zum Fitnesstraining angemeldet, du bist zu dick") oder zwingen ihn zu seinem eigenen Glück ("Du solltest eine Therapie machen"). Andere geben dem Lebensgefährten zu verstehen, dass sie an seiner Intelligenz zweifeln ("Das verstehst du nicht"), an seinen Fähigkeiten ("Lass' mich das machen, du bist zu langsam") oder an seinem Geschmack ("Wie du nur diese Musik hören kannst").
Wie auch immer die Respektlosigkeit sich äussert, das Ergebnis ist das gleiche: Der respektlos Behandelte fühlt sich gedemütigt. Das Gefühl der Demütigung aber "ist ein wichtiger Schlüssel zu der Erkenntnis, dass die Fähigkeit Ihres Partners, Sie zu dominieren, Ihre Beziehung zu schlecht macht, um zu bleiben".
5. Verlorene Achtung
Kann man einen Menschen achten, der häufig betrunken ist und dann nicht mehr weiss, was er tut? Kann man Achtung vor einem Menschen haben, der seine Impulse nicht kontrollieren kann, beim kleinsten Problem ausrastet, jähzornig ist?
Kann man einen Menschen respektieren, der nicht erwachsen wird, ständig über seine Verhältnisse lebt und sich weigert, die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen?
Auf Dauer gelingt das wohl kaum. Wer die Achtung vor dem Partner verloren hat, wird sie nur schwer wieder finden. Ohne gegenseitige Achtung aber hat eine Beziehung wahrscheinlich keine Zukunft.
6. "Einsame" Entscheidungen und geheime Pläne
Manchmal bewegt sich einer der Partner bereits aus der Partnerschaft weg, ohne sich dessen bewusst zu sein. Indizien dafür sind Entscheidungen und Pläne, in die er den anderen nicht miteinbezieht. Die nicht mit dem Partner besprochene Überlegung, eine Stelle in einem anderen Ort anzunehmen und zwischen Arbeitsplatz und Familie zu pendeln, die allein getroffene Entscheidung, sich einem Verein anzuschliessen, sich umschulen zu lassen oder eine Reise anzutreten - all das können Zeichen dafür sein, dass der Partner sich bereits gegen die Beziehung entschieden hat. "Wenn es so aussieht, als würde man die Beziehung verlassen und sich auch so verhält, dann verlässt man sie".
7. Gravierende Unterschiede in der Lebensplanung
Wenn Sie ein eher häuslicher Typ sind, Ihr Partner dagegen ein Kneipenhocker, dann kann das zu ständigen Konflikten und Reibereien führen. Eine Gefährdung für die Beziehung muss das aber noch lange nicht sein. Kompromisse sind möglich. Anders verhält es sich, wenn die Partner in gravierenden Lebensfragen grundlegend uneins sind: Wünscht sich zum Beispiel der eine Kinder, während der andere lieber kinderlos bleiben möchte, dann stellt diese unterschiedliche Lebensplanung eine grosse Gefahr für die Beziehung dar. Auch wenn der Mann die Vorstellung hat, seine Frau müsse auf ihre berufliche Entwicklung verzichten, sobald Kinder da sind, und sie diese Ansicht nicht teilt, kann dieser Konflikt ein Zeichen dafür sein, dass unvereinbare Lebensstilvorstellungen aufeinanderprallen.
Wenn keine Hoffnung besteht, mit dem jetzigen Partner wichtige Lebensziele zu verwirklichen, dann ist eine Trennung langfristig die glücklichere Entscheidung.
8. Fehlende Gemeinsamkeit
Die Sorge um gemeinsame Kinder ist damit nicht gemeint. Vielmehr geht es darum, ob Sie und Ihr Partner noch irgendwelche Interessen gemeinsam haben, wie zum Beispiel zusammen Tennis spielen, sich mit Freunden treffen, gemeinsam kochen, über Politik diskutieren... Wenn es nichts mehr gibt, was das Paar - ohne äusseren Zwang - gemeinsam unternimmt, wenn auf gar keinem Gebiet mehr ein Austausch stattfindet, dann steht die Prognose für die Beziehung schlecht. Umgekehrt gilt: "Wenn es nur eine einzige Aktivität gibt, abgesehen von den Kindern, die Sie und Ihr Partner gerne zusammen unternehmen und auf die Sie sich freuen, ...besteht die Chance , dass Sie die Probleme in Ihrer Beziehung überwinden".
9. Mangel an Humor
"Gemeinsam lachen schwächt die Schwächen", schreiben Marion Weber und Richard Lawall in ihrem Buch "Glücksfall Liebe", in dem sie die Merkmale glücklicher Langzeitbeziehungen untersuchen. "Paare, die miteinander lachen können, nehmen vielen Problemen die Spitze." Wenn das Lachen und der Humor aus Ihrer Beziehung verschwunden sind, dann ist das ein weiteres Alarmzeichen.
10. Körperliche Distanzierung
Wenn Partner sich nicht mehr berühren wollen oder einer der Partner Widerwillen empfindet, sobald ihm der andere zu nahe kommt, dann "ist es Zeit, sich aus der Beziehung zu lösen". Der Beziehung fehlt die "Körperliebe", welche zwischen Partnern von eminenter Wichtigkeit ist. "Körperliebe bedeutet, gern Arm in Arm zu gehen, zu kuscheln, sich einander körperlich anzuvertrauen. Körperliebe geht auch über den Geruchssinn; langjährige Paare können sich auch dann noch riechen, wenn sie sich mal nicht ausstehen können." Wer den Partner nicht mehr riechen kann, wer Abscheu und Widerwillen empfindet, wenn er oder sie körperliche Nähe sucht, muss dies als Zeichen werten, dass die Beziehung nicht mehr stabil ist.
Quintessenz
Treffen mehrere dieser Punkte auf eine Beziehung zu, dann ist ernsthaft Gefahr in Verzug, eine Trennung möglicherweise unvermeidlich. Doch ehe man diese schwerwiegende Entscheidung trifft, sollte man sich auf jeden Fall die Frage stellen: "Was habe ich, was haben wir bislang unternommen, um die Beziehung zu retten? Was habe ich unternommen, damit ich bleiben kann?" Ich halte es für wichtig, dass Paare nicht auseinandergehen, ehe sie sich um die Rettung der Partnerschaft ernsthaft bemüht haben. Wenn eine Beziehung in Schwierigkeiten ist, dann heisst das noch lange nicht, dass eine Trennung unvermeidlich ist. Die Frage sei vielmehr: Sind die Partner bereit, der Beziehung eine Chance zu geben und sinnvolle Lösungen für ihre Probleme auszuarbeiten? Diese Motivation, ist der wichtigste Anhaltspunkt dafür, ob eine Beziehung Zukunft hat.
Selbst wenn die nötige Motivation vorhanden ist, gelingt es betroffenen Paaren meist nicht, sinnvolle Lösungen aus eigener Kraft zu finden. Letzte Hoffnung setzen sie dann in therapeutische Hilfe.
Die hohe Akzeptanz der Paartherapie in der Bevölkerung ist erstaunlich, denn nach neuesten Erkenntnissen sind ihre Erfolge eher bescheiden.
Die Psychologie räumt ein, dass die Vergleichbarkeit verschiedener Therapien methodisch schwierig und Therapieerfolg schwer messbar ist. Doch diese Einwände gelten auch für die Einzeltherapie - und die schneidet in Wirkungsstudien deutlich erfolgreicher ab als die Paartherapie. In immerhin 80 Prozent aller Fälle bewirkt Einzeltherapie nach sechs Monaten deutliche Verbesserungen!
Möglicherweise liegt der mangelnde Erfolg der Paartherapien an ihrem Therapieziel. Die meisten arbeiten daran, das Verhalten des Paares zu verändern: Die Kommunikation soll verbessert werden, das Paar soll "Verträge" abschliessen, Lösungen gemeinsam erarbeiten. Dennoch bleibt das Problem, dass viele Paare (oder eines der Beteiligten) nicht bereit sind, ihr Verhalten grundlegend zu verändern und daran die Therapie scheitert