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Beziehungspause oder Hinhalten?

Jacky1

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Hallo ihr Lieben!
Ich bin heute zum ersten Mal hier und bin wirklich sehr verzweifelt. Mein Freund und ich führten jetzt acht Jahre eine wirklich schöne Beziehung ohne dem anderen seine Freiheiten (Hobbys etc.) zu nehmen. Alles war geprägt von einem harmonischen und liebevollen Umgang, Streit gab es so gut wie nie. Leider blieb irgendwann der S. auf der Strecke und alles fuhr sich ein, wurde jedoch nie weniger liebevoll. Nun hat mir mein Liebster vor ca. 3,5 Wochen einen Tag nach einem Streit gesagt, dass er überlegt sich zu trennen. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen und wir haben unter Tränen darüber gesprochen. Er ist 19 Jahre älter als ich und geht bald in Pension. Er hat gesagt, dass er noch so viele Dinge erleben will, die er mit mir nicht machen kann. Er will länger reisen oder im Ausland sich aufhalten während des Winters. Ich bin natürlich hier arbeitsmäßig gebunden. Er will ungebunden sein und weiterziehen. Und er liebt mich nicht mehr! Es habe sich einfach so entwickelt und durch mein egoistisches Verhalten sei seine Liebe gewichen.
Aber dann kam die Krönung! Er kann sich nicht trennen. Er könne es auch nicht erklären, aber es hält ihn etwas davon ab und er will unsere Beziehung nicht einfach wegschmeißen. Er hat sich dann Zeit erbeten, um sich über alles klar zu werden. Ich war dann mehrer Tage von der Arbeit weg. Danach haben wir nochmals richtig gut geredet. Vielleicht das erste Mal in unserer Beziehung so gut. Dabei ist viel auf den Tisch gekommen und er war sehr ehrlich zu mir. Trotzdem blieb er dabei, dass er sich eine vorrübergehende Unterkunft suchen würde. Er sagte dann, dass wenn ich das nicht wolle oder eine sofortige Entscheidung wolle, er sich gegen mich entscheiden würde.
Da ich ihn über alles liebe, habe ich ihm gesagt, dass ich ihm diese Zeit gebe. Es hat dann noch eine Woche gedauert, bis er ausgezogen ist. Und diese Zeit war nicht gut für uns. Viele Tränen meinerseits, wieder Diskussionen und viel zu viel Gerede über die Situation. Als er dann weg ist war er glaube ich heilfroh. Was ich natürlich gut verstehen kann.
Leider arbeiten wir auch noch zusammen, sodass ich ihm nicht wirklich aus dem Weg gehen kann. Und das ist schrecklich! Den einen Tag schreibt er SMS mit Herzküsschen und fragt warum ich ihm am Telefon zum Abschied keinen Kuss gebe und am nächsten Tag ist er eiskalt und sagt mir, dass es ihm sehr gut gehe (mit einem Blick der sagte "es tut mir echt leid, aber es geht mir gut ohne Dich"). Daraufhin habe ich ihm gesagt, warum er es denn dann nicht endlich aussprechen würde, was er will. Daraufhin kam dann :"Dann hätte ich es ja auch schon vor einer Woche tun können...und jetzt hör auf mit dem Nachpieken."
Ich weiß ja, dass er Recht hat. Und er will Abstand und ich verhalte mich wie ein Trottel. Ich renne ihm hinterher, gehe in sein Büro und suche immer wieder den Kontakt.
Was soll ich denn bloß machen?
Ich habe einfach Angst, dass er mich hinhält, weil er zu feige ist es zu beenden. Er sagt auch immer, dass ich es auch beenden kann, wenn ich mit der Situation nicht mehr klar komme. Aber den Gefallen werde ich ihm nicht tun! Seit gestern haben wir keinen Kontakt mehr und er ist erstmal von der Arbeit aus verreist.
Was soll ich tun? Wie soll ich mich verhalten? Meint ihr er kann sich wieder für mich entscheiden, obwohl er gesagt hat er liebt mich nicht mehr?
Vielen Dank und liebe verzweifelte Grüße

22.02.2017 15:21 • #1


Drops07

Drops07


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Zitat von Jacky1:
Er ist 19 Jahre älter als ich und geht bald in Pension.


Generell sagt man ja, das Alter spielt im Grunde keine Rolle, in solchen Situationen macht sich dies dann jedoch schon bemerkbar. Das Dein Freund sich seinen Ruhestand nicht daheim vorm TV vorstellt und noch etwas erleben möchte, ist nachvollziehbar, ebenso das Du eben Beruflich noch einen Weg zu meistern hast und in dem Sinne nicht gemeinsam mit ihm nun genießen kannst, das Arbeitsleben hinter Euch zu lassen.

Ob dies nun bei ihm der Ausschlaggebende Punkt ist oder wirklich die Liebe seinerseits erloschen ist, dies findet ihr eben nur heraus, wenn ihr auf Abstand geht. Um dem ganzen eben nicht den Beigeschmack des hinhaltens beizugeben, wäre es mitunter Sinnvoll, diese Pause Zeitlich zu begrenzen, klare Absprachen für die Pause zu treffen und im Anschluss eine Entscheidung zu treffen, wenngleich diese dann auch Schmerzlich sein kann.

22.02.2017 15:30 • x 1 #2



Beziehungspause oder Hinhalten?

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Frank-Michael

Frank-Michael


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Hallo Jacky,

Du schreibst:

Zitat von Jacky1:
Trotzdem blieb er dabei, dass er sich eine vorrübergehende Unterkunft suchen würde. Er sagte dann, dass wenn ich das nicht wolle oder eine sofortige Entscheidung wolle, er sich gegen mich entscheiden würde.


Auch wenn es hart klingt, solltest Du ihn da beim Wort nehmen. Jemand, der so deutlich seine Einstellung formuliert, meint es auch ernst.

Dann schreibst Du:

Zitat von Jacky1:
Ich habe einfach Angst, dass er mich hinhält, weil er zu feige ist es zu beenden.


Für mich sieht es nicht so aus, als ob er Dich hinhalten will. Vermutlich braucht er wirklich Zeit, sich über seine Gefühle zu Dir klar zu werden. Das zeigt meiner Meinung nach auch dieser Satz von ihm, als Du ihn gefragt hast, warum er es nicht endlich ausspricht, was er wollen würde:

Zitat von Jacky1:
"Dann hätte ich es ja auch schon vor einer Woche tun können...


Aus meiner Sicht treibst Du ihn weiter weg von Dir, wenn Du ihm jetzt nicht den Freiraum gibst, sich zu entscheiden. Es ist hart und traurig, gar keine Frage! Aber wenn es überhaupt noch für euch weitergehen soll, musst Du jetzt etwas die Fassung behalten und versuchen, Dir nicht von Deinen Emotionen alles diktieren zu lassen.
Ob er Dich noch liebt? Vielleicht nicht, vielleicht schon. Ich denke, er wird es bald definitiv wissen und es Dir mitteilen.
Du hast tatsächlich nur die Wahl abzuwarten, was er macht, oder selbst die Sache zu beenden.
Jemanden dazu zu bewegen, einen zu lieben, ist leider unmöglich. Entweder er tut es, oder aber eben nicht.

Versuche stark zu sein und Dich nicht allzusehr gehen zu lassen. Selbstbeherrschung und Kontrolle helfen mir jedenfalls immer ganz gut in solchen Lebenssituationen, um nicht den Kopf zu verlieren.

Liebe Grüße,
Frank-Michael

22.02.2017 15:37 • x 1 #3


Drops07

Drops07


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Mir fallen da noch 2 Sachen auf:

Zitat von Jacky1:
Leider blieb irgendwann der S. auf der Strecke


S. ist Motor jeder Paarbeziehung, klar sagen viele "S. ist nicht das wichtigste", kann man sehen wie man möchte, ich denke S. ist der Spiegel einer Beziehung.

Zitat von Jacky1:
Da ich ihn über alles liebe


Wenn dieser Satz den Tatsachen entspricht, dann möchtest Du doch sicher, dass er seinen Ruhestand so richtig schön und Glücklich verlebt, oder? Evtl. habt ihr Euch mit diesem doch sehr wichtigen Thema viel zu wenig auseinander gesetzt in der Vergangenheit.

Zitat:
und durch mein egoistisches Verhalten


Oder hast Du in dem Punkt andere Ansprüche gestellt, wie eben die Zeit nach dem Arbeitsleben ausschauen soll? Was genau meint er, mit Deinem Egoistischen Verhalten?

22.02.2017 15:51 • #4


Jacky1


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Hallo!
Erstmal vielen Dank für euer Interesse und eure ehrlichen Antworten.
@frank-michael:
Du bestätigst auch meine Vermutung, dass er mich nicht hinhält. Er war bis jetzt so ehrlich, warum sollte er das tun? Schwierig ist es nur für mich zu begreifen, warum er die Zeit benötigt...wenn man definitiv keine Gefühle mehr für den Partner hat ist das meiner Meinung nach ein Sicherheitsnetz, weil man Angst hat das Falsche zu tun. Und Abstand bringt keine Gefühle wieder, sondern erst die Nähe danach, wenn überhaupt. Ich habe natürlich Angst, dass er sich durch den Abstand noch weiter von mir entfernt. Ich habe mir jetzt eine Kontaktsperre auferlegt und seit gestern kommt auch von ihm nichts mehr. Finde so eine Sperre nur eigenartig, wenn man sich eine räumliche Trennung und Zeit erbittet. Oder sehe ich das falsch?

@drops07:
Ich weiß, dass S. sehr wichtig ist. Aber auch ich habe das alles schleifen lassen. Das typische Bild: Man kommt abends nach Hause, isst was, schaut TV und wird müde....mehr muss ich dazu nicht sagen oder?
Ich habe seine Wünsche für den Ruhestand immer belächelt, weil das für mich noch so weit weg war. Und ich habe ihm mal knallhart gesagt, dass ich kein Mensch für eine Fernbeziehung bin.
Ja ich sage nicht, dass ich keine Fehler gemacht habe. Was dann auch meinen Egoismus betrifft. Ich habe vieles für selbstverständlich gehalten und oft das durchgesetzt, was ich wollte, ohne Rücksicht oder Gespräche. Ich habe ihn so oft nicht ernst genommen und das war nicht richtig. Die Erkenntnis kommt doch meist erst, wenn es zu spät ist.


Und seine Angst ist auch, dass wir bei einem erneuten Versuch nach 2 Jahren wieder an der gleichen Stelle stehen und er dann den Absprung nicht mehr schafft. Es dann quasi für seine Träume zu spät sei. Er ist ein totaler Kopfmensch und ich habe im Moment den Eindruck, dass er sich ausschließlich davon leiten lässt. Leider!
Liebe Grüße

22.02.2017 17:44 • #5


Drops07

Drops07


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Zitat von Jacky1:
wenn man definitiv keine Gefühle mehr für den Partner hat ist das meiner Meinung nach ein Sicherheitsnetz


Betrachte Gefühle nicht als Linear, Gefühle verändern sich, mal weniger stark, ab und an auch eben stärker. Nach 8 Jahren wird er auch Gefühle noch haben, evtl. derzeit nicht so intensive, da diese sich jedoch ja auch ändern können, möchte er diese eben überprüfen, inwieweit diese eben wirklich zu sehr abgeflaut sind oder ob andere Umstände da Einfluss genommen haben.

Zitat von Jacky1:
Und Abstand bringt keine Gefühle wieder,


Aber Abstand kann helfen, etwas genauer in sich rein zu horchen, sich mit gewissen Dingen auseinander zu setzen und eben auch mal zur Ruhe kommen ist ein Thema, beäuge das ganze erst einmal nicht zu sehr Kritisch.

Zitat von Jacky1:
Ich habe natürlich Angst, dass er sich durch den Abstand noch weiter von mir entfernt.


Hängt ja davon ab, wie man dieses umsetzen tut. Habe vorhin schon einmal geschrieben, Definiert eben diese "Auszeit" auch, wenn dies so sehr im unklaren liegt, entsteht nur Unsicherheit. Totale Kontaktsperre halte ich in einem solchen Fall auch nicht für Sinnvoll, besser wäre es noch einen leichten Draht zueinander zu haben. (Nen paar Tage ohne den anderen solltet ihr dennoch auch mal aushalten können)


Zitat von Jacky1:
Man kommt abends nach Hause, isst was, schaut TV und wird müde....mehr muss ich dazu nicht sagen oder?


Eingeschliffener Alltag, sollte man ab und an auch durchbrechen, TV kann man mal abschalten, Essen kann man mal Auswärts und Dess. können vom müde werden abhalten Oder um es mal ganz einfach auszudrücken, man möchte doch noch Leben, dieses muss man dann auch etwas gestalten.

Zitat von Jacky1:
dass ich kein Mensch für eine Fernbeziehung bin.


Ist im Grunde ja auch ok, nur lässt diese Aussage auch keine Lösung erkennen, welche dann beide Glücklich macht bei anstehender geänderter Situation.

Zitat von Jacky1:
Und seine Angst ist auch, dass wir bei einem erneuten Versuch nach 2 Jahren wieder an der gleichen Stelle stehen


Nachvollziehbar wenn man 8 Jahre im selben Trott gelebt hat, sprich jetzt müsstet ihr Aktiv werden, Positive Veränderungen schaffen, Neue Ziele setzen usw., Sand in Kopf stecken hilft nun auch nicht....

22.02.2017 18:03 • x 1 #6


Jacky1


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Danke Drops07...
Ja Gefühle hat er sicherlich noch für mich...aber zur Zeit keine "Liebesgefühle".
Und Du hast vollkommen Recht, dass ich selbst erstmal zur Ruhe kommen muss und den Abstand nicht zu kritisch betrachten soll. Aber seine ganzen Aussagen in ihrer Gesamtheit klingen so endgültig...als ob er schon ganz genau weiß wohin die Reise für ihn geht. Aus diesem Grund fällt es mir im Moment so schwer zu verstehen, warum er noch diesen Abstand braucht.
Ich habe in den vergangenen Wochen so viel nachgedacht und alles gedreht und gewendet. Auch mich und meine Fehler. Und ich bin wirklich bereit daran zu arbeiten. An der ganzen Beziehung, also auch am langweiligen Alltag. Alles das, was Du vorschlägst würde ich gerne tun. Aber dazu muss es ja erstmal kommen. Dazu muss er ja bereit dazu sein sich überhaupt wieder auf mich einzulassen. Auch wenn die großen Gefühle brauchen um (wenn überhaupt) wieder zu wachsen. Er ist jetzt seit 1,5 Wochen ausgezogen. Natürlich ist das nicht genug, um irgendeine Aussage zu treffen. Aber dass es ihm nach seiner Aussage so gut dabei geht lässt meine Hoffnung einfach schwinden.
Aber vermutlich muss die Endsituation die für ihn ja bestimmt unerträglich wurde auch erstmal verarbeitet werden, um klar zu sehen. Und dass er bestimmt vorerst froh ist weg zu sein liegt auch auf der Hand.
Trotzdem alles andere als leicht. Vor allem fühle ich mich so hilflos.
Wie soll ich mich denn verhalten, wenn ich ihn im Büro sehe? Distanziert? Freundlich und selbstbewusst? Auf alle Fälle nicht mehr über uns sprechen...soweit bin ich auch schon.
Vielen Dank für Deine Mühe....

22.02.2017 21:18 • #7


Frank-Michael

Frank-Michael


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Hi Jacky,

Zitat von Jacky1:
Wie soll ich mich denn verhalten, wenn ich ihn im Büro sehe? Distanziert? Freundlich und selbstbewusst? Auf alle Fälle nicht mehr über uns sprechen...soweit bin ich auch schon.


Wenn Du mich fragst, klingt "freundlich und selbstbewusst" nach einem guten Plan! Sei Dir Deines Wertes bewusst und strahle das auch aus. Es macht Dich definitiv attraktiver als wenn Du die traurige Bettlerin bist.
Das kostet Kraft, gar keine Frage. Aber es erhöht auch Deine Anziehungskraft.

Lieben Gruß,
Frank-Michael

23.02.2017 09:57 • #8


Drops07

Drops07


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Zitat von Jacky1:
Ja Gefühle hat er sicherlich noch für mich...aber zur Zeit keine "Liebesgefühle".


Dies ist zu star betrachtet, wenn er äußert, er liebe Dich nicht mehr, spiegelt dies seine momentane Gefühlswelt. Dir Ursachen für abnehmende Gefühle können vielfältig sein, heisst jedoch nicht das die komplette Liebe erloschen ist, mitunter sind diese Gefühle eben überlagert durch andere Einflüsse und wenn man das mal so zusammen zählt bei Euch kommt der Alltagstrott, sein bevorstehendes Ende des Arbeitslebens, Eure Diskussionen, Dein striktes ausschließen einer Fernbeziehung usw. zusammen und dies ist schon einiges.

Zitat von Jacky1:
Aber seine ganzen Aussagen in ihrer Gesamtheit klingen so endgültig


Dies wird er mitunter derzeit auch so empfinden, wie dies dann in ein paar Wochen oder Monaten ausschaut bleibt abzuwarten. Ich vermute er macht sich eben über seinen Ruhestand derzeit viel Gedanken, wenn man den Aspekt Eures Alltagstrottes dazu zählt, kommt er mitunter zu dem Entschluss, sein Lebensabschluss so nicht verbringen zu wollen. Selbst wenn da Liebe vorhanden ist, trennen sich seine und Deine Vorstellungen von dieser Zeit massiv, Du meintest Du hättest das eher belächelt und nicht ernst genommen, dies gilt es nun zu überdenken.

Zitat von Jacky1:
als ob er schon ganz genau weiß wohin die Reise für ihn geht.


Wenn er dies wüsste, dann würde er dies durchziehen, gerade wenn er eher ein Kopfmensch ist. Mitunter ist er innerlich selber zerrissen, auf der einen Seite Du mit dem Leben wie es bisher geführt wurde, auf der anderen Seite eben seine baldige neue Situation in welcher er quasi aus dem alten Leben ausbrechen möchte, noch etwas erleben möchte, es sich schön gestalten und nicht eben essen, TV und Bett schlafen. Seine Arbeit hat da sicher bisher eben einen Großteil ausgeglichen, dies fällt aber bald weg.

Zitat von Jacky1:
Dazu muss er ja bereit dazu sein sich überhaupt wieder auf mich einzulassen.


Es ist der erste Schritt, wenn Du über Misstände nachdenken tust, Dir bewusst wirst was nicht mehr so Optimal gewesen und bei solchen Krisen folgen dann meist Worte von Einsicht, Versprechen usw. aber es ist eine ganz andere Hausnummer dies dann umzusetzen und ich meine dies könnt ihr jetzt nicht ausdiskutieren, meiner Meinung solltest Du Dir klar werden, was willst Du (damit meine ich nicht ihn, sondern Deine Erwartung an Dein Leben, wie Du dieses führen möchtest), wie möchtest Du dies dann umsetzen und was kannst Du für Dich verändern um eben aus diesem Arbeit, TV, Bett raus zu kommen, es ist also nicht die Frage ob er sich auf Dich einlässt, sondern ob ihr gemeinsam einen Weg findet Eure Leben neu zu gestalten.

Zitat von Jacky1:
Er ist jetzt seit 1,5 Wochen ausgezogen. Natürlich ist das nicht genug, um irgendeine Aussage zu treffen. Aber dass es ihm nach seiner Aussage so gut dabei geht lässt meine Hoffnung einfach schwinden.


Die Aussage das es ihm gut geht ist doch verständlich, er ist aus dem Trott welchen ihr hattet raus, die Diskussionen über die Situation sind beendet, er hat ein neues Umfeld, erst mal alles Neu und Spannend, daher geht es ihm gut und glaube mir, das dauert eine Weile dann kommt meist der Nackenschlag, habe ich selber erlebt. Daher brauchst Du jetzt Geduld, nutze diese Zeit um Dich wieder in die Spur zu bekommen, gestalte Dein Leben neu, geh essen mit Freundinnen, geh ins Kino usw., dies wird Dir gut tun und erzeugt eine Positive Ausstrahlung welche ihm nicht verborgen bleiben wird, diese gar evtl. vermisst hat die letzte Zeit.

Zitat von Jacky1:
Trotzdem alles andere als leicht. Vor allem fühle ich mich so hilflos.


Niemand sagt das es einfach wäre, Hilflos bist Du jedoch nicht, dieses Gefühl erzeugst Du Dir selber mit Deinen Gedanken, Du kannst viel tun, Du kannst viel bewegen, nutze Deine Zeit jetzt um gewisse Dinge umzusetzen, Dein Leben zu leben und nicht das Schema F jeden Tag abzuarbeiten.

Zitat von Jacky1:
Wie soll ich mich denn verhalten, wenn ich ihn im Büro sehe? Distanziert? Freundlich und selbstbewusst?


Das beste wäre wenn Du Dich natürlich verhalten tust, denn aufgesetztes ist leicht durchschaubar und wirkt meist unattraktiv. Sei nett und höfflich mit einer freundlichen Distanz, immer im Kopf behalten, Arbeit ist Arbeit, Privat ist Privat, dies sollte man nicht vermischen und Eure Probleme gehören sowieso nicht an den Arbeitsplatz, das ist Euer Privatleben.

23.02.2017 12:07 • x 1 #9


Jacky1


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Vielen Dank Drops07 für Deine umfangreichen und objektiven Antworten. Du hast mir damit sehr geholfen und ich versuche mich jetzt mal auf mich zu konzentrieren. Leider steht wieder das Wochenende vor der Tür und das wird wieder schrecklich leer. Obwohl ich mir natürlich viel vorgenommen habe.
Ich habe ihm kurz nach seinem Auszug einen Brief geschrieben, allerdings keine Heul-Ich will Dich zurück-Brief. Sondern einen sehr objektiven unsere Gefühle beschreibenden Brief mit Dingen, die ich bereit bin zu ändern und "Fehler", die ich an mir sehe und auch wieder gut machen will.
Ich habe auch erwähnt, dass ich bereit bin seine Träume und wünsche zu unterstützen...auch wenn das heißt, dass er dann eine zeitlang nicht bei mir sein wird. Der Brief war wirklich schön geschrieben...meiner Mutter hatte ich ihn vorher gezeigt und sie musste weinen. Ich habe darin alles gesagt....dass ich bereit bin neu anzufangen....mit allem wenn und aber was dazu gehört.
Er hatte ihn dann am letzten Wochenende gelesen und danach irgendwann auf der Arbeit relativ emotionslos gesagt, dass in dem Brief ja nichts Neues stehen würde, das wüsste er ja alles schon.
Es war einfach noch zu früh für solch einen Brief. So wie Du schreibst, er genießt jetzt erstmal den Abstand und muss zur Ruhe kommen. Leider ist Geduld nicht meine Stärke!
Gestern hat er sich gemeldet und wünschte mir einen schönen Tag. Ich hatte erstmal nicht reagiert. Zwei Stunden später fragte er, wann ich denn am Freitag nicht zuhause sei, er bräuchte ein paar Dinge. Ich habe dann auch freundlich geantwortet und es gingen so ein paar sms hin und her....aber belanglos. Ich wollte den Kontakt dann beenden und schrieb, dass es schön war ihn zu hören und dass ich ihm ein schönes Wochenende wünsche. Daraufhin kam von ihm zurück dass es ja seine "Pflicht" gewesen sei sich zu melden. Da bin ich natürlich angesprungen und habe gesagt, dass das hier kein MUSS oder Pflichtprogramm werden soll. Da war er gleich wieder angenervt, dass ich seinen "Witz" anscheinend nicht verstanden hatte. Er schrieb dann, dass er meinte, dass ich ja zuvor gesagt hatte, dass ich nur reagiere, wenn er sich meldet...das sei seine "Pflicht". Ich fand das nicht lustig, aber es trieb die Konversation natürlich wieder in eine negative Richtung. Ich habe dann nicht mehr geantwortet und seitdem wieder kein Bild kein Ton. Wir können scheints im Moment nicht normal miteinander umgehen. Ich lasse mich immer wieder zu solchen Dingen hinreißen und damit stoße ich ihn wieder weg. Anstatt dass ich mich freue, dass er sich gemeldet hat.
Liebe traurige Grüße

24.02.2017 08:10 • #10


Drops07

Drops07


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Zitat von Jacky1:
Leider steht wieder das Wochenende vor der Tür und das wird wieder schrecklich leer.


Dann gilt es, dieses zu füllen. Auch wenn es schwer fällt, werde Aktiv am Wochenende.

Zitat von Jacky1:
Er hatte ihn dann am letzten Wochenende gelesen und danach irgendwann auf der Arbeit relativ emotionslos gesagt, dass in dem Brief ja nichts Neues stehen würde, das wüsste er ja alles schon.


Solcher Brief, in welchem Deine ganzen Emotionen stecken, Deine ganzen Gedanken, den kann er derzeit nicht verstehen, da er diese Kummerphase ja nicht durchlebt. Ihr steht Emotional auf komplett anderen Stufen, ihr könnt Euch derzeit einfach nicht verstehen, daher machen solche Briefe, gleich wie Herzrührend diese auch sein mögen, einfach keinen Sinn. Dich verletzt es, wenn ihn dieser kalt lässt, er versteht es nicht, wenn bei Dir dann Kullertränchen kommen.

Zitat von Jacky1:
die ich bereit bin zu ändern und "Fehler", die ich an mir sehe und auch wieder gut machen will.


Erstens, bei Trennungsphasen kommen immer Dinge welche man ändern möchte, alles einsieht usw. dabei musst Du jedoch verstehen, das bei ihm der Prozess schon so weit vorangeschritten ist, dass er diese Worte als das sieht was real vorhanden ist, nämlich nur Worte, die Realität hat er die letzten Wochen/Monate im Kopf und diese sind für ihn greifbarer als all Deine Beteuerungen und zweitens kann man Fehler nicht in dem Sinne gut machen, sondern nur aus diesen lernen und in Zukunft besser damit umgehen,

Man muss sich solche ganze Situation auch mal etwas anders vorstellen, wo ihr Euch kennen gelernt habt, da gab es ja auch keine Diskussionen, keine Briefe mit eingestehen von Fehlern, kein Traurig sein....da habt ihr zueinander gefunden, wenn man also wieder zueinander finden möchte, dann benötigt dies genau diese Positive Energie, daher ist jeglicher Kummer und jegliches Kämpfen verständlich, jedoch eben nicht das, welches eben dazu führt das der Partner sich einem wieder zuwendet.

Zitat von Jacky1:
Da bin ich natürlich angesprungen


Eben Eure unterschiedlichen Emotionalen Sichtweisen derzeit, jeder von Euch interpretiert den anderen nach seinen Emotionalen Stand, da dieser nicht gleich ist, kommt es zu solchen Situationen. Versuche solche Dinge auszuhalten, eben nicht darauf anzuspringen, beiß besser ins Kopfkissen, ihr verhädert Euch da ansonsten unnötig. Betrachte diesen Abstand nicht, das er sich klar werden muss, sondern das Du Dich fängst, den Kummer hinter Dir lässt und dem Leben und der Situation Positiver entgegen treten tust.

Zitat von Jacky1:
Ich habe auch erwähnt, dass ich bereit bin seine Träume und wünsche zu unterstützen...auch wenn das heißt, dass er dann eine zeitlang nicht bei mir sein wird.


Dies ist Widersprüchlich, Deine Aussage Du möchtest keine Fernbeziehung (welches wohl eben in Dir verankert ist) und jetzt eben der Dreh, dies nun doch zu befürworten. Klingt nicht überzeugt und einzigst der Verlust wird Dich dazu bewegt haben, diesen Standpunkt einzunehmen. Was ihr benötigt, ist ein gemeinsamer Traum, gemeinsame Wünsche. Diese erreichst Du jedoch nicht, wenn Du gegen Deine Überzeugung Dich auf etwas einlässt, welches nicht mal Ansatzweise ein Traum von Dir ist.

24.02.2017 11:48 • x 1 #11


Jacky1


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Ich habe heute den ersten Tag geschafft nicht zu weinen und auf der Arbeit mal wieder zu lachen. Er war ja heute nicht da. Dann musste ich nachmittags nochmal ins Büro und bin dann etwas unvorbereitet auf ihn getroffen. Ich war freundlich, aber eher desinteressiert, habe meine Sachen gemacht und ihm dann zum Abschied ein schönes Wochenende gewünscht. Dann bin ich gegangen. Und es war das erste Mal ok für mich. Dann dauerte es nicht lange und er schrieb, dass er jetzt kurz in dem Restaurant etwas essen würde, wo wir eigentlich immer hinwollten und dass er mir einen schönen Feierabend wünscht. Ich habe nur zurückgeschrieben, dass ich ihm das auch wünsche.
Ich bin stolz auf mich!
Ich hoffe das bleibt auch so...und es geht weiter bergauf und nicht wieder bergab.
Eure Zeilen haben mir wirklich sehr geholfen! Es waren so toll objektive Einschätzungen ohne dieses typische "ach der kommt doch eh nicht wieder". Ich hätte nie gedacht, dass man so liebe Menschen findet, die fremden Leuten mit ihren Ratschlägen so helfen. Vielen Dank bis jetzt...und ich berichte weiter....
Liebe Grüße

24.02.2017 19:20 • #12


Drops07

Drops07


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Es wird ab und an auch noch mal Bergab gehen, dies ist normal, solang Du jedoch nicht zu sehr abrutschen tust ist doch alles im Lot. Schön das Du den Tag heute gut überstanden hast. Deine kleinen Erfolge werden Dich motivieren für die nächste Zeit

24.02.2017 20:02 • #13



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