Erst einmal vielen Dank für eure Antworten!
Zitat:Ich denke es könnte sein, dass du depressiv bist. Die Antriebslosigkeit und Mutlosigkeit sprechen dafür. Und es wäre ja auch kein Wunder nach allem was du mitgemacht hast. Das Gute ist, dass du einen Neuanfang machen willst, dass du raus willst aus dem selbstzerstörerischen Kreislauf. Vielleicht könntest du eine Therapie machen? Es könnte dir helfen, mit jemandem zu reden, der dir praktische Tipps geben kann.
Ích habe gerade einen Depressionstest gemacht und es kam maximal eine Depression mittelgradiger Symptomatik heraus. Ich kann mich mit den Fragen dort auch nicht wirklich identifizieren, ich schätze mich selbst nicht als depressiv ein, dazu ist meine Person / mein Gemüt momentan nicht negativ genug. Mir fehlt einfach mehr Leben in meinem Alltag, um mich von der zerbrochenen Beziehung abzulenken. Auf mich allein gestellt komme ich direkt ins Grübeln. Aber manchmal geht es mir allein auch prächtig, es ist einfach seltsam, wie schwankend meine Gefühle sind. Vor einer Therapie habe ich Hemmungen, ich wüsste schon nicht, wie ich nach einem passenden Therapeuten suchen sollte. Ich war bereits einmal bei der Caritas wegen der Sucht, das war auch das einzige Mal. Ich fühlte mich danach einfach seltsam.
Zitat:Das Wichtigste ist aber dass du dich selbst liebst, da hast du recht. Also, denk nicht an ihn und warum und wieso, denk an dich und an Dinge die dich glücklich machen. Was machst du gerne? Was für Leute magst du? machst du Sport oder so? Musik? Es gibt sicherlich auch in deiner Nähe Gleichgesinnte?
Ich mag keinen Sport, mache aber Musik. Jedoch mit bereits bekannten Menschen. Leider habe ich aufgrund meines klein gewordenen Selbstbewusstseins Hemmungen, auf fremde Leute zuzugehen. Ich war früher einfach anders, positiver.
Zitat:die fehlende Selbstliebe und Selbstachtung hattest Du schon vor der Beziehung sonst hättest Du es in der Beziehung anders gemacht und Dich nicht untergeordnet. Wahrscheinlich bist Du so erzogen worden und/oder hast es von Deinen Eltern so vorgelebt bekommen und daher als richtig angenommen. Das nennt man Konditionierung, d.h. Prägung seit frühester Kindheit durch die Familie. Vermutlich hat man Dir beigebracht sich selbst nicht so wichtig zu nehmen sondern auch immer das Wohl der anderen in den Vordergrung zu stellen.
Dem muss ich widersprechen. Ich war vor der Beziehung ganz anders, was mir meine Freundin auch einige Male bestätigt hat. Ich hatte Lebensfreude, habe mehr gelacht, bin schnell und offen auf fremde Menschen zugegangen. Mittlerweile traue ich mich nicht mal, auf Anzeigen zu antworten, die in unserer Stadtzeitung veröffentlicht werden von Leuten, die neue Bekanntschaften suchen. Die Beziehung war anfangs schön, aber je weniger Liebe ich bekam, je mehr mein Äußeres kritisiert wurde, desteo mehr fing ich an mich selbst weniger zu lieben und wertzuschätzen, und ihn auf ein Podest zu stellen. Ich lechzte ja nach Liebe, und ich bewunderte ihn für seine Disziplin, zB beim Sport. Das war auf jeden Fall vorher nicht so. Vorher kann ich ehrlich sagen, ich war glücklich.
Zitat:Kontaktiere alte Freunde, wenn man ihnen erklärt was los war, das man Fehler gemacht hat ohne es zu merken, wird man schnell wieder aufgenommen. VHS Kurse, Ausstellungen, Konzerte. Interessen verbinden Menschen und erleichtern die Kontaktaufnahme. Über eines musst Du Dir klar werden: neue Menschen und ein neues bereicherndes Leben kommen weder bei Dir noch bei den Eltern durch die gute Stube gewackelt um Dich zu holen. Du musst schon hinaus in die Welt gehen.
die alten Freunde kontaktiere ich nicht, weil man sich nicht umsonst auseinander gelebt hat. Zudem habe ich die bereits kontaktiert, aber von denen kommt nichts. Die momentanen Freunde bzw. Bekannte haben entweder Familie und deswegen weniger Zeit (ich laufe denen nicht ewig hinterher), oder Verabredungen kommen einfach nicht zustande. Ich habe Freunde, denen ich schon mehrmals geschrieben habe, und man sich einigte, sich bald zu treffen. Passiert ist dann trotzdem nichts. Es ist nicht so, dass ich in Bezug auf die Freunde nichts tue. Aber Neue zu finden finde ich für mich persönlich momentan schier unmöglich. Dazu kommt, dass ich zB mit dem Großteil der Studenten aus meiner Stadt absolut nichts anfangen kann. Ich bin berufstätig, aber die meisten, die zB eine Anzeige aufsetzen, sind Studenten. Ich habe mich schon mal mit Studenten getroffen (2 Jahre her) und ich habe keine Lust, mich immer nur über das Studium zu unterhalten. Die Erfahrung habe ich zumindest gemacht.
Zitat:1. Ich WOLLTE mit ihm abschließen. Ich hab mir bewusst gemacht, dass es mit uns vorbei ist und eine Trennung kann nur durch KOntaktabbruch vollzogen werden.
Das wird es sein, vielleicht will ich nicht mit ihm abschließen, obwohl ich eigentlich genau weiß, dass es mit uns nie klappen würde, wenn sich nichts ändern würde. Aber momentan bin ich einfach nur wütend und enttäuscht, dass er nicht mehr getan hat und irgendwie alles an mir hängen blieb. Ich habe die Beziehung ernst genommen und habe deswegen so gelitten, und tue ich immer noch.
Zitat:Die Kernaussage von ihm ist nämlich, dass wir das Leben haben, das wir uns selbst erschaffen haben. Wir sind was wir denken und wir bekommen was wir wollen - im POsitiven wie im Negativen.
Auch das weiß ich ja. Ich will positiv werden, und dadurch auch positives zurück bekommen. Ich finde nur den Weg dahin so steinig, und diese Steine lege ich mir selbst in den Weg, muss ich mir ja wiirklich eingestehen. Welche Gedanken an den Ex muss ich denn haben? Muss ich mir einreden, dass er auf mich schei., ich ihm egal bin? Kann ich ja nicht, der Depp ist ja so nett, und sagt mir, dass ich ihm wichtig bin und hat für alle Fehler, die er getan hat, eine triftige Begrüdung. Ich hab nicht wirklich eine Chance ihn zu hassen, obwohl ich das wahrscheinlich echt lieber wollen würde.
Zitat:Und was deinen Ex betrifft: Kontaktsperre, sonst kommst du niemals über ihn hinweg. Du musst ihn wirklich ziehen lassen - eine Freundschaft geht vielleich tspäter irgendwann aber nicht, wenn du noch romantische Gefühle für ihn hast.
Romantische gefühle habe ich nicht, nicht mehr. Ich bin halt in meinem Stolz verletzt. Ich habe ihm immer das Gefühl gegeben, dass ich ihn liebe, er hat es gespürt. Ich kann es bis heute nicht verstehen, wie schwer es jemand fallen kann, dem Partner das ebenfalls zu zeigen. Und natürlich macht es mich ebenfalls wütend, dass sie das vielleicht jetzt von ihm bekannt, das, was ich haben wollte. Aber ich versuche mir das nicht mehr so rosa zu malen. Vermutlich geht auch diese Beziehung mal vorbei, oder driftet in Routine ab. Aber vielleicht ziehen sie auch zusammen, heiraten, bekommen Kinder (wogegen er eigentlich immer eine Abneigung hatte)...ich hoffe, dass es mir, wenn es so weit sein sollte, egal sein wird. Sonst würde ich wahrscheinlich die 1. Trauerphase erneut durchmachen, denn das hätte ich ja gern alles gewollt.
Ich weiß nicht, wie ich den Kontakt abbrechen soll. Dafür wird er eine Erklärung verlangen und ich muss meine Schwäche eingestehen. Dabei will ich doch gerade das nicht, der Ex soll doch nicht wissen, dass man noch unter der Trennung leidet. Ich sehe ihn nämlich sowieso im Juli wieder (ebenfalls seine Neue), und bis dahin wird er mich vieleicht 5,6x anschreiben. Und im Juli sind wir dann bereits 1 Jahr getrennt, dann noch Schwäche einzugestehen, finde ich irgendwie beschämend...ich will mich nicht bloßstellen
LG an euch und vielen Dank nochmal.
Izzy84