Sydney2016
Gast
In den letzten Monaten habe ich hier Forum still mitgelesen und es war auch tröstlich zu erfahren, dass meine Situation leider kein Einzelfall ist.
Mit meiner Frau (44) bin ich (45) jetzt seit 24 Jahren zusammen (14 verheiratet) und wir haben zwei liebenswerte Kinder (10J und 12J alt). In unserer Ehe lief es leider die letzten Jahre nicht wirklich gut. Bei Streit haben wir uns eher angeschwiegen und nach einiger Zeit wurde der Streit stillschweigend beigelegt und es ging "normal" weiter . Dabei waren wir beide immer unglücklicher und unzufriedener. Ich habe mit Sicherheit viele Fehler gemacht, dass ist mir heute klar.
Meine Frau hat sich dann im letzten Sommer auf eine Affäre mit einem gemeinsamen - ebenfalls verheirateten - jüngeren Bekannten eingelassen. Nach zwei Monaten habe ich es dann herausgefunden. Sie war in den ersten Tagen sehr ehrlich und wir haben viel geredet. Ich wollte keine Trennung. Sie versprach die Affäre zu beenden und die Ehe zu retten. Auch wenn Sie nie gesagt hat, dass es Ihr Leid tut, schöpfte ich Hoffnung. Die Ehe des Bekannten ging in die Brüche (er lebt seitdem in Trennung).
So merkwürdig es klingt. Diesen Zeitpunkt habe ich als Erlösung und als Aufbruch erfahren. Ich war fast ein wenig froh darum. Ich war hochmotiviert und habe in den darauffolgenden Wochen viel an den von meiner Frau genannten Problemen gearbeitet und mein Verhalten geändert und versucht Fehler wieder gut zu machen. In dieser Phase gab es viele Spaziergänge und viel Kuscheln, allerdings ließ meine Frau keinen S. zu.
Leider stellte ich fest, dass meine Frau wie blockiert war. Immer misstrauischer musste ich dann erkennen, dass die Affäre nach wenigen Wochen heimlich weitergegangen war und die beiden sich wieder regelmäßig getroffen hatten. Nach der erneuten Offenlegung gab es wieder Gespräche (diesmal nicht mehr ganz so offen) und wieder das Versprechen die Affäre zu beenden. Die nachfolgende Zeit waren trotz aller Bemühungen allerdings durch Rückschritt gekennzeichnet. Gespräche wurden immer mehr durch meine Frau abgeblockt.
In der Folgezeit hat Sie sich weiter zurückgezogen (kein Kuschel, keine Gespräche, keine gemeinsamen Spaziergänge mehr). Obwohl Sie mir an den Kopf geworfen hat, dass zu viel kaputtgegangen wäre und sie für mich nichts mehr empfinden könnte, ging der Alltag normal weiter und wir planten sogar einen gemeinsamen Familienurlaub. Eine Trennung sprach Sie nicht aus.
Erneut deuteten viele Punkte darauf hin, dass die Affäre wieder angelaufen war. Seit zwei Wochen habe ich nun Gewissheit: sie trifft sich wieder mehrmals die Woche mit dem AM und viel S. ist auch im Spiel. Mittlerweile gehe ich davon aus, dass meine Frau hochgradig verliebt ist und anscheinend nicht davon loskommt und wohl auch nicht loskommen will. Ich befürchte, dass dieser Zustand für sie immer emotionaler wird. Ich habe aber auch den Eindruck, dass Sie sich aktuell nicht unbedingt trennen will. Keine Ahnung, ob Sie mit diesem Zustand glücklich ist, eher nicht.
Diesmal habe ich sie noch nicht darauf angesprochen. Ich habe für mich festgestellt, dass ich sie trotz allem weiterhin liebe und ich möchte Sie zurückgewinnen. Ich möchte diese Ehe retten. Ich habe jetzt aber die Befürchtung, dass wenn ich die Affäre erneut anspreche, erreiche ich genau das Gegenteil.
Ich bin verzweifelt und ratlos. Was soll ich jetzt tun? Wie soll ich mich verhalten? Soll ich sie zum dritten Mal zur Rede stellen (was aber wahrscheinlich nichts bringen wird und eigentlich Trennung bedeutet) oder soll ich abwarten, ob sich die Affäre von allein verläuft ?
Hat jemand schon mal was ähnliches durchgemacht?
Vielen Dank schon mal für das Lesen und vorab für die Antworten.
LG