Liebe pepitta,
all das was du geschrieben hast, hat mich doch sehr an mich selbst vor 2 Jahren erinnert.
Zitat: Wie auch immer...er liebt ( das weiß ich) und er leidet ( weiß ich auch) findet aber keinen Weg zurück. Ich finde keinen Weg loszulassen. Warum muss man losslassen wenn man überzeugt ist, das wir zusammenpassen und das wir uns lieben?? Ich will das wir beide glücklich sind, nicht das wir uns quälen
Ja genauso war es, die berühmten 2 Königskinder, die sich unendlich lieben, und doch nie zusammenfinden.
Ich habe damals lange
sehr lange nicht losgelassen, zumal er auch immer wieder nach einigem Abstand den Kontakt suchte. Ich war überzeugt, meine Liebe könne alles bewirken, inklusive eines Wunders.
Ich wusste er liebt mich und leidet, genau wie du....und trotzdem blieben wir trotz mehrerer Anläufe nicht zusammen.
Zunächst habe ich die Schuld bei mir gesucht..ICH war ja zu intensiv, zu emotional etc....und deswegen rannte er imnmer weg (sagte er).
Heute weiss ich, dass es NICHT meine Baustelle war, und NICHT meine Aufgabe ihn zu retten und dass nicht mal doppelt soviel Liebe irgendetwas hätte verändern können.
Weisst du, ER muss Liebe und Nähe zulassen können, ER muss sich den Problemen stellen, ER muss sein Denken, sein Empfinden, sein Innerstes verändern, es hat nichts mit dir zu tun. Egal was du tust, du wirst ihn niemals an dich binden können, ER muss es wollen, aus tiefstem Herzen und mit aller Konsequenz.
Du kannst seine Probleme nicht für ihn lösen, und was er nicht annehmen will (aus Angst / Feigheit vor dem was es an Verbindlichkeit und Durchhaltevermögen von ihm fordert), das wird er auch nie annehmen.
Es ist immer einfach sich mit Ängsten herauszureden, das Schwierige ist, sich diesen Ängsten zu stellen, sich selbst zu reflektieren und DANN etwas zu verändern.
Nichts ist leichter als zu sagen: Ich hab nie gelernt was Liebe ist / bedeutet.........oder......Dieses oder jenes Trauma (aus Kindheit, vorherigen Beziehungen etc) ist für meine Ängste verantwortlich.
Jeder Mensch ist erwachsen genug und trägt Verantwortung für sein eigenes Handeln, nur wenn ER es WIRKLICH WILL, kann es ihm u.U. möglich sein, seine Ängste zu überwinden.
Pepitta, DU hast gar keine Karten in diesem Spiel, du bist nur aussenstehender Zuschauer bei diesem Drama, und du solltest dich davor hüten aus Mit-Leid für sein Leiden dabei draufzugehen.
Jazz und Micha haben es sehr deutlich gemacht, und dein Wunsch nach anderen Lösungsmöglichkeiten als loszulassen ist mir nur allzu verständlich. ABER...diese anderen Möglichkeiten gibt es nicht!!!
Du musst dich davor schützen, dass er dich mit in den Abgrund reisst, zieh klare konsequente Grenzen (ich habs nicht getan und monatelang die Hölle erlebt) und denk immer daran: es gibt Millionen Männer da draussen, die eine solche intensive Liebe und Nähe suchen und auch zulassen und erwidern können!!!
Ich weiss, dass du glaubst nie wieder SO zu lieben. Wahrscheinlich ist es auch so, denn jede Liebe ist anders, aber darum nicht schlechter!
Möchtest du nicht auch, dass deine Liebe dankbar angenommen wird, ohne Angst und Zweifel?
Und möchtest du nicht all das in gleichem Maße zurück bekommen, was du geben kannst und zu geben bereit bist?
Und überleg mal, was wäre, wenn du ihn zurück bekämest? Würde dir nicht ständig die Angst im Nacken sitzen, er könnte wieder vor zuviel Nähe und Liebe flüchten?
Wie weit willst du dich mit deinen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen von Liebe und Beziehung zurücknehmen?
Bis die alte Pepitta verschwunden ist und du nur noch nach dem lebst was er zulassen kann??
Ich weiss, dass du all das nicht hören magst, und vielleicht musst du (wie ich) erst ganz unten ankommen um zu begreifen, dass DU diesen Menschen trotz all deiner Liebe niemals ändern wirst. Das kann nur er allein, niemand sonst.
Ich wünsche dir alles Gute
Thilde