xavia
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ich bin heute zum ersten mal hier in diesem forum, aus den selben gründen wie die meisten von euch wahrscheinlich auch. ich komme mit meinem schmerzen über den (bevorstehenden?) verlust des menschen, der mir am wichtigsten ist, nicht klar.
zum ersten mal habe ich so eine tiefe liebe zu einem mann verspürt. nun sterbe ich fast an diesem schmerz, den diese liebe mit sich bringt.
obwohl wir eine fernbeziehung lebten, war unsere verbundenheit sehr groß. natürlich brachte die distanz auch viele probleme mit sich. aber irgendwie haben wir es geschafft die distanz zu überbrücken. um unserer beziehung eine perspetive zu geben, habe ich mich in der stadt, in der er wohnt und noch studiert, beworben. trotz schlechter chancen auf dem arbeitsmarkt, sah es für mich ganz gut aus. doch kurz vor einem aussichtsreichen vorstellungsgespräch, gestand er einen "fehltritt". eine welt brach für mich zusammen. er meinte, dass er mit der verantwortung nicht mehr klar gekommen isst, und dass unsere beziehung so "schwer" war. ich muß dazu sagen, dass seine jüngere schwester vor ca. einem jahr gestorben ist und er viel von seiner trauer in sich hinein "gefressen" hat. zudem war ich auch sehr angespannt wegen meiner bewerbungen und der permanenten hoffnung, dass es doch bald klappen müßte. ich habe mein leben in "meiner" stadt ziemlich vernachlässigt. aber es war so schwer alles unter einen hut zu bekommen und so viel energie aufzuwenden.
wir haben uns noch zwei wochen dahin geschleppt, bis er meinte er brauche abstand und er nicht wüßte, ob es so weitergeht. er schreibt gerade seine diplomarbeit und will nach dem abschlus ins ausland. ein weiterer grund, der gegen unsere beziehung sprechen würde.
ich dachte ich sterbe in dieser zeit des "schweigens", dachte mein herz wird herausgerissen. er schrieb mir einen brief, ich schrieb zurück. wir teilten uns unsere ängste und gefühle mit. bald meldete er sich! ich spürte seine innere zerissenheit. er sagte nach dem tod seiner schwester hätte er das gefühl ausbrechen zu müssen, auch aus unserer beziehung, und dass es ihm so leid täte, dass er mich damit so verletzt. er kam mir sehr durcheinander vor, begann philosophie-bücher zu lesen und sein ganzes können inkl. diplomarbeit in frage zu stellen. ich meine, dass ich ihn während unseres telefonats etwas beruhigen konnte und sagte, dass er all diese problme nicht heute lösen muß und dass er auch wegen uns heute keine entscheidung treffen muß.
vielleicht hat das den druck, der auf ihm lastet etwas gemindert. er sagte auch noch, dass er es erstaunlich findet, dass ich das alles mitmache. ich erwiderte, dass ich es aus liebe tue.
ja, aber es tut so weh! aber ich ertrage es, weil ich noch hoffnung habe, weil ich noch keinen mann so sehr geliebt habe. ich weiß nur nicht, ob wir überhaupt noch eine chance habe, oder ob er schon mit uns abgeschlossen hat. ich weiß nicht, wie ich mich richtig verhalten soll. momentan bin ich ganz zurückgezogen, warte dass er auch mich zukommt. dann denke ich mir wieder, vielleicht ist es besser in die offensive zu gehen, zu kämpfen. aber damit könnte ich ihn wieder verschrecken.
ach, nun habe ich mir meinen kummer von der seele geschrieben, obwohl ich eigentlich arbeiten sollte. aber wie soll ich arbeiten, wenn in meinem kopf chaos existiert?
ich bin so verzweifelt! warum tut liebe nur so weh??
xania