Zitat von Haeschen: Eine Blase,.... der gleichen Sicht, der gleichen Vorstellung von Richtig oder Falsch, abweichende Meinungen werden attackiert,.... in der die Mehrheit am lautesten schreit.
Das ist ja schon ein altes Problem der Menschheit, man weiß nicht, mehr ein philosophisches, mehr ein psychologisches, mehr ein soziologisches.
Kierkegaard etwa hat seinerzeit (im 19. Jhdt.) so ungefähr gesagt: "Je mehr Menschen an eine Sache glauben, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie falsch liegen. Wer Recht hat, steht meistens allein." (Das ist übrigens die Gegenthese zu Leschs gewagtem Dogma: Der Schwarm ist immer intelligenter als der Einzelne. (Die Geschichte zeigt es ...))
So ist das halt mit dem unerschütterlichen Herdentier. Kaum jemand möchte, dass ihm die soziale Kuscheldecke weggezogen wird. Und wenn dann im nachtdunklen Hain wieder ein paar Irrlichter aufflackern, dann kommen die schwirren Geister fast in ihrer Gesamtheit auch schon angewatet und sinken schnellgläubig anbetend nieder.
Meinungen hat so gut wie jeder, Ahnung nur wenige.
Selbst jene, die vielleicht einen kritischen Geist entwickelt haben, machen häufig den Fehler, zwar aus der Mainstream-Blase hinauszuspringen oder sich ihr grundsätzlich fernzuhalten, aber dann in irgendeine sektenartige Widerstands-Blase hineinzuspringen und halt auf einem anderen Irr- und Glaubensweg unterwegs zu sein, mit nicht weniger Fanatismus als die Modegläubigen.
Nichts glauben, sich nichts und niemandem anschließen, alles fortwährend kritisch hinterfragen (auch sich selber), selbstständig denken - das sollte endlich einmal zum Durchbruch kommen. Nur ist gerade das ja vollkommen ungewollt. Denn dann wäre es auch nicht mehr möglich, jeden Schwachsinn, jede lächerliche Kapriole, jede Verpeilung in der Masse zu etablieren, ja sie dafür vielleicht auch noch zu begeistern.
Wenn man sich heute diese Boderline- und Narzissmus- und toxisch- usw.-Schwemme ansieht, dann könnte man darauf wetten, dass all dies in 100 Jahren das ist, worüber gestaunt und gelacht wird. So wie die Heutigen über die Psychologie von vor 100 oder 200 Jahren nur staunen und lachen können.
Welche Phantastereien etwa die Vorstellung von "Hysterie" hervorgebracht hat, klingt ja wie direkt aus dem Irrenhaus übermittelt. (Etwa: Die Gebärmutter wandere im Leib umher, drücke dann auf die oberen Organe, produziere weißen Schleim, der ins Hirn wandere und dort dann diesen hysterischen Schaden anrichte; und um sie sozusagen wieder zur Besinnung und an den rechten Platz zu bringen, helfen Sex oder notfalls kalte Spülungen ... ; oder ein gewisser Indianerstamm, mir fällt der Name gerade nicht ein, produzierte die Legende, das weibliche Geschlecht sei (auch wieder) haltlos umhergewandert, bis irgendein göttlicher Eingriff es mittels der Kli. an der rechten Stelle festgenagelt hätte ...

)
Man kann sagen, was man will: Aber die menschliche Geschichte ist und bleibt eine Geschichte des vollkommenen Irrsinns.
Würde es nicht bisweilen bitter ernst werden, man könnte sich sein Leben lang vor Lachen krümmen.
Ich vermute, dieses Wesen hat sich seine Krone der Schöpfung verkehrt herum aufgesetzt und bohrt sich damit unverdrossen durch alle Unterirdischheiten, die man sich auch nur vorstellen kann.
Zitat von Haeschen: Sehr sinnvoll , das zZt satte Grün lädt zu jeder Stunde zum Beobachten ein, vernünftiges Wahrnehmen von Sachverhalten und dementsprechendes Handeln, wer lehrt es besser?
Ja, eine bessere Lehrmeisterin als die Natur habe zumindest ich nie gefunden.
Ich bin sozusagen aus erkenntnistheoretischer Notwehr blöd geblieben.
