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Erfahrungen mit Borderline?

illuminate

hallo,

hat hier vielleicht jemand bereits erfahrungen mit dem krankheitsbild borderline, speziell des impulsiven typus'?
leb(t?)e mit einem menschen zusammen, dem diese diagnose bereits gestellt wurde und glaube, daran kaputt zu gehen. er trennte sich vor ein paar tagen. wie gehabt aufgrund von kleinigkeiten, die in einem riesigen unfairen streit ausarteten. nehme an, dass diese trennung bald wieder aufgehoben wird und möchte mich nun entscheiden.

28.05.2013 10:22 • #1


goldmädchen


Hi ja ich und mein Mann haben beide borderline,was möchtest du da genau wissen?
LG

28.05.2013 10:42 • #2


illuminate


hallo goldmädchen,

wie kommt ihr damit klar? ich spreche hier ausdrücklich eben nicht vom borderline-typ der emotional-instabilen persönlichkeit, sondern vom impulsiven. da gibt es einige wichtige unterschiede. viele fassen das aber wohl doch unter dem begriff "borderline" zusammen. deshalb die überschrift.

seid ihr in ärztlicher behandlung?
ich weiß nicht, wie ich mit ihm klar kommen soll und OB es überhaupt einen sinn hat. ist es denn normal, nach einem wunderbaren tag mit ihm, von einem kurzen treffen mit einem freund zu ihm zu kommen und eiskalt gesagt zu bekommen, man könne jetzt nach hause fahren, weil ihm mein blick nicht passte?

28.05.2013 10:49 • #3


Sorele


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Hi!

Der impulsive Typus fällt unter den klinischen Code F60.3, heißt, es handelt sich um eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung.

Dazu gehört, dass folgende Kriterien erfüllt sein müssen:

1. Deutliche Tendenz unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln;

2. Deutliche Tendenz zu Streitereien und Konflikten mit anderen, vor allem dann, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden;

3. Neigung zu Ausbrüchen von Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Verhaltens;

4. Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden;

5. Unbeständige und unberechenbare Stimmung und mindesten 2 der folgenden Kriterien müssen für die Diagnose "Borderline Typus" vorliegen;

und

1. Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und "inneren Präferenzen" ( einschließlich s.ueller);

2. Neigung sich in intensive aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen;

3. Übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden;

4. Wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung.

5. Anhaltende Gefühle von Leere.


Dies sind die Fakten!

Zitat von illuminate:
ist es denn normal, nach einem wunderbaren tag mit ihm, von einem kurzen treffen mit einem freund zu ihm zu kommen und eiskalt gesagt zu bekommen, man könne jetzt nach hause fahren, weil ihm mein blick nicht passte?

Naja, was ist schon normal, nur kommt mir diese Art bekannt vor und möchte ich sie jetzt insofern bejahen, als dass meine Tochter (ebenfalls diese Erkrankung) ebenso agiert.

Selbstverständlich habe ich als Mutter einen anderen Bezug zu meiner Tochter als jetzt du zu deinem Freund und würde ich meine Tochter in keiner ihrer Lebenslagen "fallen" lassen, nur bin ich der Meinung und meine Erfahrung hat gezeigt, dass es Wirkung zeigte, dass man Menschen mit dieser Erkrankung in keinster Weise anders behandeln sollte, als andere.

Auch wenn es im gegebenen Moment nicht sackt, so werden sie sich "im lichten Moment" daran zurückerinnern, wie es war, als sie die Konsequenzen gespürt haben.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es ein langwieriger Lernprozess ist und viel Geduld und Spucke verlangt.

Unsere Familie konnte über Jahre eine gewisse Einigung treffen, mit der wir ALLE zufrieden sind.
So darf sich meine Tochter z.B. auch im emotional "schwachen" Zustand zurückziehen, ohne dass ihr irgendjemand böse ist.

Begleitend dazu muss ich allerdings erwähnen, dass wir bereits Ansätze dahingehend bemerkten, als unsere Tochter gerade mal 2-3 Jahre alt war und wir auch sofort reagierten ...... .

Wie sich dies nun auf dich auswirken kann, ob du diese Geduld und dieses Verständnis aufbringen kannst und vor allem, diese Disbalanz aushalten kannst, kannst nur du dir selbst beantworten bzw. austesten.

Ich wünsch dir alles Liebe

28.05.2013 11:21 • #4


illuminate


danke für die antwort, sorele!

ihm wurde eine impulskontrollstörung und eben f60.30 diagnostiziert.
die ambulante therapie lässt auf sich warten. habe auch die vermutung, dass er diese entweder gar nicht angehen wird oder mittendrin abbrechen.

ich habe nur noch sehr wenig kraft und werde in schlechten momenten derart runtergemacht, beleidigt, beschimpft, eben auch schon ein paarmal geschlagen, was es mir sehr schwer macht, kraft zu sammeln und ihm helfen zu WOLLEN. ich habe noch oft das bedürfnis, zu ihm zu wollen, glaube aber inzwischen daran, dass es eher die angst vor dem allein sein ist.
las in den letzten tagen viel zu dieser erkrankung. kann sagen, dass er aus einer mücke, die ich produziere, zehn elefanten macht und ich dann aber (vermutlich falsch) auf mein recht plädiere.
tue mich sehr schwer im umgang mit dieser krankheit, die eben "miststück" und "*beep*" doch nicht ganz entschuldigen kann. wir gehen dinge an und planen und er wirft aufgrund eines streits, der nicht notwendig ist, alles hin. ich kann da nur noch ganz schwer beharrlich sein und an genesung glauben und möchte nicht um liebe betteln.
erfahre oft genug diese art von abwertung. er sagt, er wolle mich nicht. kommt aber tage später wieder an und behauptet das gegenteil und ist ganz lieb und handzahm. dann bauen sich bei mir wieder hoffnungen aus, die er jäh zerstört. dieses "zurückziehen" oder einmal tief durchatmen, bevor gehandelt wird, beherrscht er nicht. ich kann das inzwischen auch nur sehr schwer, weil ich immer wieder einen eiskalten abbruch erfahre und nichts klären kann. das macht mich verrückt!

28.05.2013 11:35 • #5


NochGast


Hallo,

falls das Thema bei dir noch aktuell sein sollte:

so ein Hin- und Her in der Beziehung, Streit vom Zaun brechen, mal verbindlich, dann wieder nicht, viele Lügen, leere Versprechungen und dergleichen kenne auch ich. Das hält kein Mensch auf Dauer aus und ist am Ende wahrscheinlich selbst behandlungsbedürftig.
Eine Therapie mag ja gut und schön für den Betreffenden sein, beseitig die Erkrankung aber nicht.
Ob mein Liebling auch einer war/ist, kann ich nicht mal mit Gewißheit sagen, vieles aber war schon sehr schräg und traurig sowieso

23.11.2013 01:18 • #6


gast hier333


Hallo !

ich bin eine Ex vom Boderliner. Er hat es Anfangs gut +berdeckt, und immer wieder geschauspielert, so dass ich (und Ärzte) erst spät dahinter gekommen sind.

Insbes., was noch gast geschrieben hat, aber auch alle anderen hier, habe ich vom X erleben müssen.

Habe die Beziehung vor kurzem beendet, als Wrack.

Neulich habe ich nachts Talkradio Domian gehört, da sagte der Domian: "Borderliner ziehen ihren Partner mit in den Abgrund".

Ein kurzer, aber völlig zutreffender Satz.

Bei meinem X war es derart schlimm, dass er nicht mal die Einsicht hatte, krank zu sein. Dann gibts sowieso NULL Chance.

23.11.2013 13:05 • #7


Sarah4


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Ich vermute, das ich einen Bordi mag, mehr als mag. Bei mir selbst treffen diese Kriterien nicht zu, wurden nicht bei mir gefunden und ich hasse es zu diskutieren und gehe solch einem Trara aus dem Weg, höchstens, wenns mal nicht umumgängig ist und impulsive Handlungen finden sich bei mir selten. Ich hab ein Jahr lang überlegt, ob ich ins Fitness Studio mich anmelden soll oder nicht.

Ich muss sagen, Borderliner ziehen mich magisch an! Ich bin ein ziemlich gefühlsbetonter Mensch und ahne ziemlich schnell, wenn es "meinem" Bordi nicht gut geht, wenn der sein Eis rauslässt und wann es Zeit ist, ihn mit sich alleine zu lassen.

Selbstschädigende Handlungen haben gestern ein guter Freund und ich sofort "technisch" abgesichert!, weil die machen sich seltsamerweise bei mir bemerkbar, ich spiegel wohl seine Verletztungen wieder?! Es sind bei mir jetzt am Arm nur zwei "Nähte" zu sehen.

Wo manche denken, das ich Borderline habe, ist wenn ich eifersüchtig bin, dann kann ich ziemlich gut "fädeln" und wohl so ums Eck denken, wenn ein echter Borderliner und das bekümmert mich mittlerweile etwas, wobei ich bei "meinem" Süssen weit unter seiner Fädelkunst liege.

23.11.2013 13:13 • #8


Trenga


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Ja Borderliner Beziehungen können wirklich schwer sein. Vor allem die Trennung ist sehr sehr sehr schmerzhaft, da es zum einen meist eine sehr intensive Beziehung und man nun in der Trennung so derart abegstoßen wird, dass man selbst die Welt nicht mehr versteht.

23.11.2013 14:36 • #9


Mond


Hallo,
ich hatte ebenfalls eine Beziehung zu einem Borderliner und kann alle nur warnen, sich auf eine Beziehung mit einem solchen einzulassen, vor allem dann, wenn er nicht therapiert wurde.
Ein Borderliner hat eine enorme Anziehungskraft, der man sich nicht entziehen kann.
Er ist kein "Otto-Normal-Verbraucher". Meistens fühlen sich gerade die angesprochen, die ebenfalls sehr gefühlsbetont sind und glauben, einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Doch Achtung! Diese Persönlichkeitsstörung ist gleichzeitig auch eine Beziehungsstörung! Sie ist eine leidvollsten Krankheiten überhaupt. Sie ist schwer zu therapieren!
Der Partner steht dieser Krankheit oft hilflos gegenüber. Man hat oft keine Ahnung, wie man mit diesem Menschen umgehen soll und hat das Gefühl, alles falsch zu machen.
Es sind die Diskussionen um Kleinigkeiten, die Widersprüche, das Leugnen...und vieles mehr.
Und wenn für den Borderliner die Beziehung gescheitert ist, beendet er sie auf eiskalte Art und Weise. Wie man sich als Verlassene dann fühlt, ist einem Borderliner völlig egal!

24.11.2013 11:46 • x 1 #10


Sarah4


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Ich glaub ich habe letztens jemanden sehr gekränkt. Ich meinte zu ihm "Ein Wassermann mit ner langweiligen Prinzessin" Ich hab ihm da was ziemlich übel genommen. In Norwegen ist bei Borderlinern der Bauch oder der Rücken das Hauptangriffsziel, egal ob Frau schlank oder Dick ist, manchmal kann ich nicht mal Bus fahren, ohne von Leuten Warnungen zu bekommen, das schon wieder eine gewisse Persönlichkeit unterwegs ist, der wohl Borderliner glaubt riechen zu können.

Heute jedenfalls war keine Ersatzprinzessin zu sehen, die er immer noch dazu braucht!

Eiskaltes Schluss machen hat vielleicht auch eine Vorgeschichte.

26.11.2013 00:17 • #11


mike786


Hi @ all- auch ich hatte eine Beziehung zu einem Menschen der unter borderline "leidet".

Man sucht sich halt leider nicht immer aus in wen man sich verliebt- und egal wie schwer die Beziehung auch sein mag man wünscht und erhofft sich eine schöne Beziehung.
Bei mir hat es beinahe 12 Jahre gedauert- wir hatten viele Höhe, aber noch mehr Tiefen- irgendwann kommt einfach der Pkt. wo man sich entscheiden muss zwischen "will ich das noch", oder "ich rette mich und mein leben".

Mehr kann man eigentlich nicht sagen.

LG,
Mike

26.11.2013 10:42 • #12


Moskau


Hallo Ihr Lieben,

ich oute mich jetzt mal: ich habe zwar eine Borderlinestörung, allerdings sagen meine Freunde ich wäre sehr sanftmütig u. sehr weich, habe jahrelang Psychotherapie gemacht.
Ich selbst kann kaum mit den Hardcorebordis umgehen, bin aber selbst auch manchmal etwas impulsiv, habe aber gelernt, Affekte zu regulieren.
Ich habe aber auch liebe Borderliner kennengelernt, der aggressivere Typus wäre mir auch zuviel.Sorry, ist ein schweres Krankheitsbild mit hohem Leidensdruck u. für Partner schwierig im Umgang.
Aber Borderliner sind nicht nur schrecklich.
Allerdings knüpfe ich immer sehr intensive Beziehungen, das ist zwar typisch Borderline, hat aber auch viele gute Seiten.

26.11.2013 19:23 • #13


Karina11


Der Borderliner lügt, täuscht, manipuliert, demütigt, verletzt, diskutiert stundenlang vor allem nachts. Das sind die Symptome, die einen Borderliner ausmachen!

03.12.2013 14:18 • #14


b0rdi


Hallo und willkommen im Forum.

Meine Ex hatte Borderline/manisch Depressiv und hatte genau die Symptome die Karina11 beschreibt.

Hier meine Geschichte...
https://www.trennungsschmerzen.de/burn-o ... 13212.html

Viele Grüße
b0rdi

04.12.2013 01:07 • #15




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