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Alltag einer Borderline Beziehung

Gast47

Hallo,

Ich schreibe heute weil ich mal wieder an einem Punkt stehe, an dem ich gerade der Verzweiflung nahe bin und nur Wut verspüre.

Ich bin nun zwei Jahre mit ihr zusammen ich Mitte 30, sie 30.

Gibt es denn noch andere Partner von Borderlinern hier, die auch einfach nur Erfahrungsaustausch suchen?

Sie ist gerade wieder in einer ganz schlimmen Phase und es zehrt mich wieder auf. Diese Anfeindungen, Schuldzuweisungen, alles falsch machen. Diese Distanzspielchen. Dieses Schuld bei mir suchen. Wem geh es genauso?

22.07.2017 08:13 • x 4 #1


Moonshine

Moonshine


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Ich persönlich nicht, aber ein sehr guter Freund!

Ganz verstehen werd ich's nie, sie zieht ihm immer ohne Grund runter, weiß aber schon im Vorhinein was sie nicht machen darf, damit sie nicht so ne Phase hat!
(Sie zieht uns Freunde auch schon mit rein, dadurch hab ich mich vollkommen von ihr distanziert)

Trotz Betrug, Verweigerung einer Therapie, usw. geht er immer wieder zurück!

Ich wünsch den beiden Glück, aber es ergibt keinen Sinn, solang sie keine Therapie beginnt!

22.07.2017 09:10 • x 1 #2


Gast47


Ja, das kenne ich nur zugut.

Er ist da leider auch nur ein Opfer. Man kann sich nicht gegen die Rückgewinnungsversuche wehren. Man kann es wirklich nicht. Man steckt im tiefen Liebeskummer und sie kann einem dann genau das geben was man braucht und dass in einer Überdosis. Einzige Möglichkeit ist unendliche Willensstärke oder der totale kontaktabbruch.

Willensstärke ist schwierig weil einen der Partner durch die Manipulationen klein hält. Man selbst ist ja schon ein seelisches Wrack durch die Beziehung, wo soll da die Stärke her kommen.

Wenn ich oft so wütend auf alles bin und mit selbst klar ist, dass mir die Beziehung nicht gut tut, kommt zu schnell wieder der Moment in dem ich merke dass ich ohne sie auch nicht kann.

Man liest ja auch nur schlimmes über borderline Beziehungen. Mich würde mal interessieren ob es jemanden gibt, der diesen Ritt ertragen kann.

22.07.2017 09:32 • x 3 #3


solonely


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Wer so etwas auf Dauer erträgt geht daran selbst kaputt.
Ich habe nach einer nur kurzen Beziehung mit einer Borderlinerin sehr lange gebraucht um wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen.
Es hilft nur vollständiger und konsequenter Kontaktabbruch

22.07.2017 09:43 • x 8 #4


Gast1605


Hallo,

Ich lebe auch seit einem Jahr mit meinem Partner zusammen. Es ist ein hartes Stück Arbeit. Verstehen können werden wir es nie, auch wenn wir es uns wünschen.

Ist Sie in Therapie?

Ganz wichtig ist: Reden, Reden, Reden und Reflektieren.

Auch wenn es banal klingt, sobald mein Freund mir sagt WAS und WIE er sich gerade fühlt ist Ihm schon ein wenig geholfen. Das ich dabei nicht immer nachvollziehen kann ist in Ordnung.

Ich muss dazu aber sagen, dass er sich allergrößte Mühe gibt und ganz stark an sich arbeitet,

24.07.2017 14:21 • x 1 #5


Finallyweak


Hallo Gast47, bist du noch da?!

Eigentlich könnte ich auch ein eigenes Thema eröffnen,aber vielleicht hilft hier dir und mir ein Austausch...denn nach nur einem Jahr "Beziehung" bin ich von super fröhlich,selbstbewusst und lustig,quirlig und gebend(liebend)-SO bin ich langsam in die Verbindung mit IHM gerutscht-
bei schlapp,ausgelaugt,verwirrt und traurig angelangt. Ich bin auch körperlich "krank"geworden,das ist oberstes Alarmsignal!

Es gab definitiv Momentaufnahmen/Momente,in denen ich ganz klar war und meine Wahrnehmung noch "intakt"...in denen ich diese Beziehung dringend beenden wollte.
Ich habe mich dann wieder "einwickeln"lassen und habe mit ihm weitergemacht,was mich aber im Endeffekt nur wieder weiter "geschwächt"hat und mir mein klares Selbstgefühl genommen hat.

Das irre ist,ich denke,er liebt mich(aus seiner Sicht,seiner emotionalen Wahrnehmung)wirklich...
Also er scheint Gefühle der Liebe und innigen Verbundenheit für mich zu empfinden.
Er kommuniziert seine Gefühle und seine Sicht der Dinge auch ganz oft und offen,euphorisch und
begeistert.Fast wie ein Kind,das zum ersten Mal einen "Abenteuer-Ausflug"macht (er:liebt)

Aber dann,sowas von aus dem Nichts,plötzlich,eiskalte Anfeindung und Kritik der eigenen Person oder einer Situation,die man nichtmal selber herbeigeführt hat(sondern ER).

Ich bin schon manchmal ganz versteift und innerlich verkrampft,weil ich auf "Habacht"bin,da ich schon Angst habe,wann die nächste "Verletztheit"seinerseits durch mich und mein Sosein/mein Handeln zu Tage tritt. So ist wirklich noch kein Mensch mit mir umgegangen bzw.noch niemals war ich oder mein Verhalten Gegenstand für solche verletzten "Angriffe"gegenüber meiner Person.

Er sagte mir mal ganz beiläufig...in irgendeinem Gespräch,dass er acht von zehn Kriterien erfülle bei der Borderline-Erkrankung....soso,dachte ich mir.

Anstatt ihn zu verlassen(und mich gesund abzugrenzen!) dachte ich mir,das schaffe ich schon...
Ich hatte/habe Mitgefühl(kein Mitleid!) und fühlte mich stark und selbstbewusst genug,diese "Attacken" abzuschmettern und diesen "Käse" bei ihm zu lassen bzw. ihm zu entlocken,was ihn warum so verletzt fühlen lässt.

Aber er versteht es,mich immer wieder unzulänglich zu fühlen bzw. muss man schon extrem stark und klar sein,solche Vorwürfe und "Eiskalt-Phasen" nicht persönlich zu nehmen.

Ich bin inzwischen kurz vor dem "Absprung" von ihm,aber ich bin noch nicht soweit,den Abschied für uns beide so weich und unspektakulär wie möglich hinzubekommen.

Er "erstickt"mich auch gleichzeitig mit seiner "Liebe"(er sagt oder schreibt es TÄGLICH!) und er drängt sich gekonnt in mein Leben auf eine -für mich-grenzüberschreitende Art und Weise.

Ich muss nun lernen,mich NOCH immenser und stärker abzugrenzen bzw.wohl ganz abzusetzen von ihm,da ich mich nur noch gehetzt und unwohl und klein/schwach fühle.

Als ich noch die Power und den Mut hatte,die Sache mit ihm zu beenden...da habe ichs leider nicht geschafft.
Also ich sage dir,ich WILL so eine Liebesbeziehung nicht führem,da sie meine Essenz schwächt und ankratzt....und das ist doch dann keine Liebe bzw.keine "gesunde"Liebe.

Ich werde in absehbarer Zeit den Absprung wagen/versuchen,da ich ja sonst mein Leben gar nicht mehr geregelt bekomme. Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus.Es ging mir prima und ich sah auch viel besser aus und hatte Ausstrahlung und Lebensfreude und sooo viel Liebe in mir.
Nun überwiegen Angst,Verdruss und Zweifel in mir. Was mich selbst angeht und was ihn angeht.

Und das fiese daran ist,dass mich noch nie zuvor ein Mann so sehr umworben und gelobt und "in den Himmel gehoben"hat am Anfang der Beziehung. Das war sehr schön,kam mir aber(wenn ich so recht überdenke) von Anfang an so super extrem und auf der Überholspur vor.Gut,er war wohl über beide Ohren verliebt in mich und ich war-angeblich,für ihn war das sicher so-seine absolute Traumfrau etc. Perfekt,grossartig etc. Mit solchen Attributen kann/konnte ich eigentlich gar nichts anfangen,da ich selber gar nicht den Anspruch habe ´,grossartig oder perfekt zu sein.

Inzwischen ist wohl von meiner "Grossartigkeit" und "Perfektheit"nicht mehr viel übrig....
Er ist wegen ganz unbewusst von mir getanen Dinge zutiefst verletzt und ungnädig und "bestraft"mich dann mit Ablehnung oder ist wie eine "aufgescheuchte,überdrehte Diva",die mich nicht zur Ruhe kommen lässt,bis ich mich "richtig"verhalte oder entschuldigt habe.

Es gab wirklich Momente,in denen ich mit offenem Mund staunend vor ihm sass und gar nicht glauben konnte,dass er so abgeht wegen NICHTS bzw.echt harmloser(oder gar lustiger)Situationen.

Wie ein Kleinkind,dass seinen Willen nicht bekommt....oder so ähnlich.

Aber ich finde das alles inzwischen nur noch schräg und sehr unentspannt und mag mich diesem extremem Wechselbad der Gefühle nicht mehr aussetzen.
Da wird man ja ganz kirre und zerbrechlich innen. Und traurig und mutlos.

Ich kann ja mal weiter berichten..... Berichtest du auch noch etwas weiter?!
Würde mich freuen....LG,Finallyweak

25.07.2017 13:40 • x 13 #6


Kawasaki-Z1000

Kawasaki-Z1000


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Hallo Finallyweak

Oh mein Gott Du beschreibst meine Beziehung 1/1.
Ich war mit meinem Partner 4 Jahre zusammen und habe mich in der Zeit so dermaßen zum negativen verändert.
Ich bin am Ende, kann und möchte nicht mehr, denn wie Du schreibst sie machen einen kaputt.
Ich liebe ihn über alles und ich denke er mich auch zumindest zeigt er mir das, aber diese Störung macht alles kaputt.
Ich würde mich sehr gern weiter mit Dir austauschen.
Jemand der so etwas noch nicht erlebt hat versteht einen eh nicht.

Lieber Gast 47

Dir rate ich beende die Beziehung bevor es zu spät ist.
Auf Dauer wird sie Dich zerstören und alles was Dich ausmacht.

Lg Kawa

25.07.2017 19:15 • x 6 #7


Equiva


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Ich schließe mich dem Thema mal an

Bin auch in der Situation.. Wobei ich auch mal was positives beitragen möchte:
Ich habe jetzt in der Beziehung gelernt: Ruhe bewahren.
Ich war bzw. bin ein sehr impulsiver Mensch, kann schnell an die Decke gehen (Komme aber genau so schnell wieder runter).
Aber durch das ganze Reden habe ich mir selbst beigebracht sachlich zu bleiben und nicht auf Provokationen einzugehen.

Die ganzen Schattenseite solch einer Beziehung muss ich ja glaube ich nicht aufzählen...

26.07.2017 07:58 • x 2 #8


Amy_Farah_Fowle.


Zitat:
Sie ist gerade wieder in einer ganz schlimmen Phase und es zehrt mich wieder auf. Diese Anfeindungen, Schuldzuweisungen, alles falsch machen. Diese Distanzspielchen. Dieses Schuld bei mir suchen. Wem geh es genauso?


Ganz offen raus: Ging bei mir damals knappe 6 Monate - dann bin ich gegangen.
Ich hatte (und habe immer noch) genug mit meinem eigenen Müll zu tun und habe schließlich verstanden, dass eine solche Beziehung nur toxisch ist - vor allem, wenn die andere Seite nicht im Geringsten bereit ist, irgendwas zu ändern und sich helfen zulassen. So hart das klingt: Denk an Dich selbst und triff die richtige Entscheidung.

28.07.2017 05:36 • x 5 #9


Brighteyes

Brighteyes


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Hallo an Alle hier,
mich beschäftigt das Thema Borderline ebenso - weshalb sich Menschen so derart irrational verhalten können - weshalb ich selbst mich irrational verhalten habe - indem ich bis zur Erschöpfung an meinem Partner festgehalten habe.
Ich habe vor einigen Monaten nach vier Jahren on/off - inzwischen völlig erschöpft und verzweifelt unsere Beziehung beenden müssen, da ich nirgends Hilfe finden konnte.
In der Therapie, die - ICH - mittlerweile brauche, kann ich Vieles reflektieren.
Mein Ex -Partner hat keine Diagnose - es wurden lediglich Psychopharmaka verordnet, die er nie genommen hat - auch eine Therapie hat er nach seinem eigenen Empfinden nicht gebraucht...
Ich finde trotzallem, was man als Partner mit einem Menschen, der eine Persönlichkeitsstörung hat, erlebt,- wir dringend von den Schuldzuweisungen weggehen müssen - hin zu einem Verstehen.
Ich meine nicht tolerieren - aber verstehen.
Tatsächlich ist es so, dass ein Mensch mit diesen Problemen in den meisten Fällen unter der fehlenden Liebe leidet - einfach nur, weil er vielleicht keine besonders liebevollen Bezugspersonen in der Kindheit hatte- oder sogar schwerwiegende Übergriffe erdulden musste.
Das Verhalten eines" Borderliners" ähnelt in vielen Teilen dem eines Kindes, das sein Recht einfordert.
Auch ein Kind wird versuchen, mit verschiedenen, ihm zur Verfügung stehenden Verhaltensweisen sein Recht einzufordern. Befindet sich das Kind in der Trotzphase wird es nicht so einfach hinnehmen, dass seine Bedürfnisse nicht erfüllt werden und Alles versuchen, dies trotzdem zu erreichen.
Gelingt es dennoch nicht, wird es sich vielleicht traurig zurückziehen - vielleicht auch lautstark protestieren.
Diese Frustration ist für ein Kind nur schwer aushaltbar - das muss erst erlernt werden.
Wird dieser Entwicklungsschritt nicht bewältigt, kommt es zu schwerwiegenden Störungen im Verhalten.
Gerade die Entwicklung der Ich - Funktionen ist jedoch von entscheidender Bedeutung für das Gelingen zwischenmenschlicher Beziehungen.
Im Grunde ist es absurd- in Wahrheit braucht Einen so ein Mensch sosehr - er will umsorgt werden wie ein Kind von seiner Mutter umsorgt werden will. Aber auf der Erwachsenenebene - also mit Allem was zu einer Partnerschaft eben so dazugehört und ohne die nötige Wertschätzung dem Partner gegenüber.
Wie geht man mit einem erwachsenen Menschen um, der sich völlig verloren fühlt, wenn er allein sein muss, dem ständig langweilig ist, der immerzu die Bestätigung braucht, auch wirklich geliebt zu werden (weil er es nämlich nicht wirklich wahrnehmen kann)?
Wie geht man mit einem Menschen um, der sich selbst und andere immer wieder in Gefahr bringt, der sich vielleicht selbst verletzt, der den Partner, von dem er völlige Hingabe erwartet - beleidigt und ihm mit Abwertung begegnet, wenn er nicht bekommt, was er haben möchte?
Wie geht man mit einem Menschen um, der nur bedingt über die Möglichkeit zur Verarbeitung der eigenen Emotionen verfügt - der nicht in der Lage scheint, die eigenen Gefühle auch nur annähernd kontrollieren zu können?
Wenn die Sensibilität gegenüber Stress und Angst bereits in der Schwangerschaft dauerhaft erhöht ist - kann das allein schon zur Schädigung der Hirnentwicklung führen .
Die Entwicklung der Hirnstrukturen, die es einem Menschen ermöglichen, die eigene Erregung zu kontrollieren - sich selbst zu beruhigen, ist beeinträchtigt, wenn ein Baby die ersten Monate seines Lebens Stress ausgesetzt ist. Und Stress ist für ein Baby bereits, wenn eine verlässliche Bezugsperson fehlt, die ihm hilft, die eigenen emotionalen Erfahrungen zu verarbeiten indem er einfühlsam und zugewandt auf das Kind eingeht.
Wie geht man mit einem Menschen um, der diese überlebenswichtigen Dinge nicht erlernen konnte?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht am besten mit Liebe und Verständnis?
Ein gewöhnlicher Mensch -hat doch schon mit ganz alltäglichen Beziehungsschwierigkeiten seine liebe Not! Wie sollte man also mit einem Menschen der an einer Persönlichkeitsstörung leidet - klarkommen?
Ich denke, man müsste zumindest sehr realistisch sein - und einsehen, dass man in einer Partnerschaft leben wird, die nicht nach einer bestimmten Vorstellung verlaufen wird.
Was erwartet sich ein gesunder Erwachsener von einer Partnerschaft?
E schadet nicht, sich das bewusst zu machen - und ich bin der Meinung, in einer Beziehung zu einem Menschen, der an einer Borderline Störung leidet - muss man da gewaltige Abstriche machen.
Wenn man glaubt, dass man das kann - dann sollte man um seinen Partner kämpfen. Aber als Voraussetzung sehe ich - sollte man sich wirklich ausführlich über diese Störung informieren!
Schwierig wird es, sollte der Partner mit Borderline Störung auch noch eine narzisstische Störung aufweisen.
Viele Menschen tun sich schon schwer mit einem Egoisten an ihrer Seite.
So, das waren erstmal einige Gedanken zu diesem Thema von mir - ich hoffe, ihr könnt etwas damit anfangen und würde mich über eure Erfahrungen gerne austauschen.

21.08.2017 18:54 • x 14 #10


Cattleya2014


Hallo,
Ich bin seit fast 6 Jahren mit meinem Mann zusammen, fast 4 davon verheiratet.
Er ist Borderliner und hat noch eine bipolare Persönlichkeitsstörung. Außerdem ist er so wie es aussieht Alk..
Langsam kann ich seine Stimmungsschwankungen nicht mehr ertragen. In einem Moment ist er der liebste Mann der Welt, im nächsten bin ich sozusagen an allem Schuld.
Er hat mir inzwischen 9 mal den Ring vor die Füsse geworfen. immer wieder habe ich ihm verziehen. er hat mich in unserer Beziehung 2 mal betrogen. aber es geht langsam nicht mehr.
Wir haben 2 kleine Kinder und mir geht die Kraft aus. es ist so verdammt nervenaufreibend.
Was soll ich tun?

01.09.2017 12:57 • x 2 #11


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Hallo an alle, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Schade, dass hier offensichtlich keiner mehr schreibt und alles anscheinend irgendwie auslief ....
Ich frage mich schon ein bisschen woran das liegt.

Allerdings...!

Wer eine Beziehung hinter sich hat, die von ständigen Auf´s und Ab´s , von einem Fordern, dass man selbst kaum bemerkt, von den guten Zeiten, die man unbedingt aufrecht erhalten möchte und schon darauf wartet, auch wenn man hofft, dass es DIESMAL nicht wieder kommt, kann sich auch gut vorstellen, dass plötzlich das hier schreiben gar nicht mehr so wichtig ist.

Wir alle wollen Harmonie und ankommen, und natürlich gibt es da auch mal schwerere Zeiten, aber das, was man da erlebt, hat leider nicht wirklich etwas mit dem normalen etwas schwereren Zeiten zu tun.

Plötzlich ist die Beziehung falsch.
Plötzlich man selbst falsch und natürlich schuld.
Plötzlich hat man einen Menschen vor sich, der einen nicht einmal mehr wahrnimmt oder eher so wie eine Lampe, die, wenn sie aber dann plötzlich spricht, ganz sicher unglaublich schlecht ist und natürlich auch schuld.
Explosionen begegnen einem, von einem der liebsten Menschen überhaut und wenn man danach fragt, warum der andere denn gerade so extrem reagiert (Auslöser völlig unbekannt), ist man ja selbst der, der ja so extrem reagieren würde.

Eine Entspannung der Situation, habe ich immer nur dann erlebt, wenn nach der Explosion der Zusammenbruch folgte und sie weinend in meinen Armen lag.

Zwei tage später hieß es dann allerdings "Wenn du mit mir nicht klar kommst, brauchst wohl du ne Therapie - jeder hat mal nen schlechten Tag"......

Naja, ich lasse es mal dabei und hoffe hier schaut noch jemand rein.

Ich bin seit einiger Zeit getrennt und sie sprang plötzlich quick fidel durch die Gegend, nachdem sie Monate lang eine Depression hatte.
Ich hab mich sehr ausgiebig mir dem Thema beschäftigt....leider hat sie nie etwas unternommen und so gibt es bis jetzt keine Diagnose, aber es spricht wirklich fast alles dafür und ich denke, dass irgendwann die Diagnose kommen wird.

14.09.2017 17:51 • x 4 #12


OneDay

OneDay


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Ich war 2 Jahre mit einer diagnostizierten Borderlinerin zusammen. Das erste Jahr verlief noch relativ ruhig, Idealisierung usw. Das letzte Jahr war wesentlich schwieriger, sie hatte ihre Ausbrüche nicht mehr unter Kontrolle, dazu kam Alk und Tablettenkonsum (Opiate) welchen ich schon hart an der Grenze zu SVV sah, aber die Klappe hielt um sie nicht zusätzlich zu provozieren. Vor zwei Wochen dann der endgültige Bruch, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemanden so hasserfüllt erlebt. Ich habe jedweden Kontakt abgebrochen, zumal ich auch zuvor schon überlegte, dass mir diese Beziehung nicht gut tut.

14.09.2017 18:16 • x 2 #13


Zweizelgänger

Zweizelgänger


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Hi OneDay,

und wie geht es dir inzwischen?

Ich habe das Gefühl, ich sollte es lieber lassen, sehr schnell gehabt.

Sie schränkte alles ein, was bei ihr zuhause ablief.
Alles war klaren Strukturen unterworfen und man musste sich gefälligst daran halten.

Ich Idiot dachte mir da noch "Naja sie hat halt ihre Eigenheiten und hat so ihre kleinen Spinnerrein" .
Tja, dass das alle zusammengehört habe ich nicht kapiert.

Ich denke noch immer jeden Tag an sie, obwohl die Trennung schon wirklich lange her ist.
Am Anfang war es besonders schlimm, weil ja alles eine Struktur hatte und diese waren so in mir drin, dass abspülen schon ein Trigger für mich war.

Liebe Grüße dir ;o)

14.09.2017 18:26 • x 1 #14


Kayleena


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Ich bin weiblich und habe (hatte?) eine Freundin seit über 20 Jahren die so tickt.

Klar, wenn die Person das gleiche Geschlecht hat und nur eine Freundin ist hat man mehr Distanz. Ich hatte auch Distanz in dem Sinne, dass ich wusste wie ich mit ihr umzugehen habe. Zum Beispiel unendlich Standhaft bleiben und unendlich konsequent. Dreht sie einem Worte im Mund um, habe ich sie wieder zurückgedreht. Wie eine kaputte Schallplatte. Treffen beendet. Konsequenzen ausgesprochen und befolgt. Freundschaft monatelang auf Eis gelegt. Ein weiterer Fehler, zackig vorbei. Tschüss Fräulein.

Es kann lustig und aufregend mit diesen Leuten sein. Man schreit sich auf der Straße an. Sie Pöbeln, beleidigen, versetzen Grenzen und haben einen unfassbaren Humor und einzigartige Einzigartigkeiten. Man lacht sich kaputt. Solche Rampensäue, meine Herren. So viel Liebe, so viel Hass schlägt einem um die Ohren. Es bläst einen regelrecht weg.

Aber ich wollte irgendwann nicht mehr. Ich habe sie einmal aus Verzweiflung wie eine asoziale am Hauptbahnhof verprügelt weil sie mich so unfassbar aus der Haut hat fahren lassen. Mit gesunden Menschen passiert mir so etwas nicht. Gesunde Menschen legen sich einem am Hauptbahnhof dann auch nicht auf den Boden zu meinen Füßen und betteln mich an um sich zu entschuldigen.

Lustig ja. Spannend ja. Ob ich Kraft dazu habe? Fragt mich das mal nach über 20 Jahren. Ich will sie nie wieder sehen. So sehr ich sie lieb habe. Das muss ich mir nicht geben. Dafür liebe ich mich selbst zu sehr. Für mich persönlich sind nur noch ausgeglichene Personen interessant.

14.09.2017 18:32 • x 1 #15




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