Zitat von Scheol: Mir sind hier aus dem Forum drei Fälle bekannt wo die Diagnose von BPS auf K-PTBS geändert wurde. Man hat diese Frauen jahrelang falsch therapiert und falsche Medikamente gegeben
@Scheol und @all:
Da ich einer der wenigen bin, der eine kPTBS und Borderline verwechselt haben, da bei Erkrankungen ja zu nahezu 80% deckungsgleich sind, habe ich mir mal die Mühe gemacht und die Unterschiede herausgearbeitet. Vielleicht hilft das ja auch anderen Usern hier.
Natürlich bin ich an Input auch von anderen interessiert, da ja hier die Experten unter sich sind (oder gute Quellen, die die Unterschiede herausarbeiten)
Ich weiß, dass die Literatur sich bzgl der Symptome nicht immer einig ist. So sieht nicht jeder die innere Leere bei einer KPTBS.
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)-Intrusionen (Flashbacks etc)
-Vermeidungsstrategien
-Übererregung (psychische Sensibilität)
Komplexe posttraumatische belastungsstörung (
kPTBS)(insbesondere nach sex. Missbrauch)
-Desinteresse, Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit
-Abgehobenheit
-Verzerte Wahrnehmung
-Gedächnisverlust von wesentlichen Teilen des Ereignisses
-Andauernde und übertrieben negative Überzeugungen oder Erwartungen über sich selbst, andere oder die Welt
-Anhaltende verzerrte Gedanken über die Ursache oder Folgen des Traumas, was dazu führt, sich selbst oder anderen die Schuld zu geben.
-Andauernder negativer emotionaler Zustand
-Deutlich vermindertes Interesse oder Teilnahme an bedeutenden Aktivitäten
-Gefühl der Loslösung oder Entfremdung von anderen, anders zu sein als andere, nicht verstanden zu werden, nicht zu wissen wer man ist, gestörte Selbst- und Emotionswahrnehmung
-Andauernde Unfähigkeit, positive Emotionen zu erleben (z. B. Glück, Zufriedenheit, liebevolle Gefühle)
-Rücksichtsloses oder selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken
-Konzentrationsprobleme
-Schlafstörungen
-Verstärkte Schreckreaktion
-Übertriebene Wachsamkeit in Bezug auf mögliche Gefahren (Hypervigilanz)
-Übertriebene Reaktion auf laute Geräusche
-Gefühl von Leere, Hoffnungslosigkeit und Unzulänglichkeit führen
- Andauerndes Gefühl von Nervosität oder Bedrohung ohne Ursache
-Sozialer Rückzug
- Leichte Erregbarkeit (Reizbarkeit) in zwischen menschlichen Situationen, impulsiver Umgang in Konfliktsituationen, keine Kontrolle von Wutausbrüchen (gestörte Affektregulation) schlechtes Gefühl für eigene Grenzen, Spannungszustände
- Kein Vertrauen in andere Menschen
- Geringes Selbstwertgefühl, keine Selbstliebe, Gefühl von Minderwertigkeit, Unterlegenheit, Scham, Schuld oder Versagen
- Störung der Sexualität
- Beziehungs-/Bindungsprobleme
- Somatisierungsstörungen
- Neigung selbst wieder in die Opferrolle zu geraten
- Neigung andere zum Opfer zu machen
- Bewusstseinsveränderungen
- Dissoziationen (Subtyp der PTBS)
war, spricht auch dafür.
Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS)- Selbstverletzendes Verhalten, Suizidgedanken
- Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe und Angst vor dem Verlassenwerden
- Instabile und intensive Beziehungen, Bindungsprobleme, Unrealistische Beziehungswünsche
- Idealisierung und Abwertung
- Gefühl der Leere, Langeweile und Einsamkeit
- Paranoide Gedanken oder dissoziative Symptome
- Unangemessene und heftige Wut sowie Probleme, diese zu kontrollieren (Impulsivität)
- geringes Selbstwertgefühl, Schuld, Scham, Angst und Selbstverachtung
- Sensibel und überfordert
- Schwierigkeiten Gefühle zu zeigen
- Romanzensucht
- Dramasucht
- keine Ich-Identität und damit Spiegelung der Gefühle auf den Partner, Streben nach symbiotischer Verschmelzung mit dem Partner, alle Interessen und Wünsche des Partners werden übernommen
-Schuldumkehr. Alle Probleme werden auf den Partner abgewälzt
- Promiskuität
Folgeerkrankungen/BegleiterscheinungenDepressionen
Angst- und Panikattacken