Zweites Kapitel: Streit
Streitkultur sollte in einer Beziehung normalerweise funktionieren und kann man gemeinsam lernen.
Leider wird in solchen Beziehungen irgendwann alles total seltsam verschoben und man denkt irgendwann irre zu werden oder dass die eigene Wahrnehmung nicht stimmt.
Zumindest ging es mir so.
Zitat von Pascal90:Ich persönlich denke liebe kann alles schaffen.
Tja das glaubte ich leider auch immer, nur da wurde ich leider eines Besseren belehrt.
In diesem Fall ist, glaube ich, sogar das Gegenteil der Fall, da zu viel Liebe hier offensichtlich Angst macht.
Eine abgeschlossene Symbiose führt auch in der Regel anscheinend zur Trennung. Hab ich auch noch nicht ganz verstanden...
Meine Ex meinte auch nach dem Ende zu unserer damals noch gemeinsamen Freundin, ich hätte sie zu sehr geliebt und sie mich nie, aber der Sechs war gut.
Also so ziehmlich das Gegenteil von dem was sie mir erzählt hat (außer natülich das mit dem Sechs

)
Zitat von Plentysweet:Wenn eine Beziehung scheitert, sind immer beide daran beteiligt. Da beisst keine Maus nen Faden ab.
Zitat von Plentysweet:Warum löst man sich nicht rechtzeitig, warum greift der Selbstschutz nicht? Helfersyndrom? Verzweiflung? Wieso ist das so?
So, das versuche ich mal so zu erklären, dass a) ich inzwischen nichtmehr glaube, dass immer beide schuld sind, kannst dich ja auf den Kopf stellen... und b) siehe Part One, man die verdrehte Entwicklung kaum mitbekommt, da man zu involviert ist und das schleichend und eben in Phasen passiert.
Zum Streit :
Zitat von Pascal90:Na Anteile hatte ich schon.Bin am Anfang voll auf die Streiterei eingegangen bis ich auch lauter wurde.Dann ihr gesagt ich will meine Freundin nicht anschreien und gehe dann lieber aus dem Raum. Sie machte aber weiter.Musste ja meine Wut spüren.Ganz schwer da ruhe zu bewahren.
Jop.Anteile benennen wollte sie auch nicht.
Tja, wenn man solche Streits kennt, wundert man sich da nicht.
Ist es deshalb dein "Anteil" ?
Ich glaube man kann jeden in den Wahnsinn treiben und auch jeden so provozieren bis er explodiert.
Da spielt eben die leider falsch eingesetzte Empathie eine große Rolle. Dein Gegenüber spürt deine Schwachstellen und schleudert sie dir ungebremst ins Gesicht, so wie man das selbst nie tun würde, da man den anderen nicht in seinem tiefsten Tiefen verletzen möchte.
Da steckt meiner Meinung nach der erste entscheidende Punkt.
Es ist eigentlich das erste Anzeichen von Co-Abhängigkeit. Man schützt seinen Gegenüber vor zu extremen Verletzungen obwohl er selbst keinerlei Rücksicht nimmt.
Zitat von Tom79:Bei mir hieß es immer nur es gibt keine Schuld und in der opferrolle hat sie sich sowieso immer gesehen... einmal wechselten schreien, heulen, Nähe suchen im minutentakt
Zitat von maenneken:Es geht nur um Schuld, Schuld, Schuld.
Selbst gebetsmühlenartiges vortragen, das es Schuld für mich in meinem Wortschatz nicht gibt, sondern nur Verantwortung und ein Gut Teil dieser bei Ihr liegt, wird nicht wahrgenommen. Dann lieber die passic/aggressive Schiene
Zitat von Pascal90:wenn sie was falsch gemacht hat und der Streit kam waren wir beide auf einmal dran schuld.Sie entschuldigte sich nur wenn sie es wollte.So Sachen wenn sie sagte sie hasst mich.Dann kam sie gelegentlich an und war traurig. Sie wollte das nicht.
So... und warum war sie dann traurig...?
Wegen ihres Verhaltens?
Weil sie dich verletzt hat?
Oder weil sie Angst hatte verlassen zu werden, alleine zu sein?
Zitat von Pascal90:lachen.

Ich frag mich zwischendurch warum ich jemanden wieder in die Arme schließen will der mich weg gestoßen hat.Warum man sich nach Menschen sehnt die einen verletzen.
Weil nichts zusammenpasst.
Zitat von maenneken:Wenn wir diagnostiziert Partner haben, suchen wir immer noch bei uns, ändern Umgangsweisen und ändern wieder, hinterfragen uns. Irgendwann kommt es einem echt zu den Ohren raus, da jedwede Strategie entweder nicht oder nur zeitweilig funktioniert.
Nicht !
Würde ich sagen. Vielleicht mit Therapie.
Das ist übrigens ein typisches Verhalten von Partnern und im Grunde schaufelt man sich damit sein eigenes Grab.
Anpassen ist ja eigentlich auch zu viel, Kompromisse sind ok, aber das beinhaltet eben auch, dass beide aufeinander zugehen und nicht, dass einer alles tut.
Nur durch diese emotionale Brutalität und dem benutzen von tiefen Verletzungen wird man dann in eine Situation betrieben, die man selbst erstmal nicht versteht.
Ich hab oft zu meiner Ex gesagt, dass sie ein emotionaler Terrorist ist. Eigene Bedürfnisse, die übrigens unstillbare sind, werden mit allen Mitteln durchgesetzt, ohne Rücksicht auf Verluste.
Das realisieren kommt dann erst wieder mit der Angst, hat aber leider mit dem Partner nichts zu tun.
Zitat von zebra2020:Und auch Gefühle sind bei BL oft nur Momentgefühle. Während ich mein Liebesgefühl für eine Person als Grundgefühl immer spüre, sinkt und steigt das beim BL. Je nachdem auch wie sich der gesunde Partner vehält.
Zitat von zebra2020:Sie schrieb mir oft, wenn sie auf dem Weg zu mir war während der Fernbeziehung, dass sie sich schon richtig auf mich freut. An kam sie dann mit einem Trauergesicht. Von Freude nix zu merken.
Genau so erlebt.
Ich glaube das ist leider dieses Ding, dass sich diese Menschen eine gewisse perfekte Welt bauen, die sofort bei der Konfrontation mit der Realität zusammenbricht. Vermutlich spielt da auch sofort die Nähe-Distanz-Problematik eine Rolle.
Zitat von Pascal90:nicht.Habe einen wirklich rührenden Brief nach Trennung geschrieben. Alle denen ich diesen Brief gezeigt habe hatten Tränen in den Augen. Was kam von ihr.Nichts.Sie wollen es nicht merken.
Zitat von Pascal90:Originaler Wortlaut nachdem ich sagte mir geht es nicht gut."Ich bin schon länger nicht mehr glücklich "
Sie hat es sicher gemerkt.
Ist wie bei all dem Anderen auch, aber zuviel Liebe ist gefährlich.
Das andere ist diese seltsame Egozentrik.
Es geht ununterbrochen um Selbstschutz, da ist dann auch kein Rankommen mehr. Völlig zu und auch Liebe dringt irgendwie nicht durch.
Zitat von zebra2020:Generell musste täglich sehr viel über sie, ihre Arbeit, irgendwelche (Pseudo-)Probleme gesprochen werden. Sie warf mir irgendwann vor, ich sei immer so lösungsorientiert und sie wolle (in Rücksprache mit ihrer besten Freundin btw) Probleme bewundern. Ist wirklich kein Scherz!
Ich hatte oft Gespräche die ungefähr so liefen: "ich hab dann das gesagt und sie dann das, dann hab ich wieder das gesagt, sie dann das und ich dann das, dann sie so und ich so und dann hat sie wieder das gesagt und ich dann so, sie dann so und ich so und überhaupt finde ich das so, wenn sie das so sagt und ich dann so, dann ist das doch so und sie wieder so.........."
So konnte das Stunden gehen oder sie überlegte über Stunden vorher schon wie ein Gespräch ablaufen könnte "ok dann sag ich das, dann sagt er das und ich das, dann er so und ich halt das....."
Ganz ehrlich, wenn es so in einem Kopf aussieht, muss man sich doch nicht wundern.
Manchmal ging das Tage so.
Zitat von zebra2020:Und ich fühle mich im Nachhinein was die Beziehung angeht irgendwie verarscht. Denn ich habe Dinge immer offen angesprochen u sie hat es immer wieder geschafft, mir meine Wahrnehmung auszureden u bestenfalls: sich selbst, schlimmstenfalls: mir etwas vorzuspielen. Nicht zu unterschätzen auch: das schauspielerische Talent, Manipulation(sversuche)....
Ja das sind wirklich Schauspieltalente, ohne es böse zu meinen.
Kurz vor Ende sagte ich ihr das sogar, irgendwie hatte ich fast das Gefühl, als hätte sie sich durchschaut gefühlt.
Zitat von zebra2020:Na ich war selbst kurz davor mich von ihr zu trennen, als sie plötzlich Schluss machte.
Auch ich war kurz davor, aber ich hätte immer Versuch (bzw habe ich auch) ein Gespräch zu führen.
Das schlimme und verletztende war eigentlich, dass sie nie ein Wort gesagt hatte und danach eigentlich Mein Leben mit jemand anderen fortgeführt hat.
Ich wusste gar nicht das sowas geht, aber sie hatte, wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, eigentlich gar keine echten Interessen und hau einfach meine mitgenommen. Sehr seltsam und ihr letzter Coup. Sie hat mit ihrem nächsten ca drei Monate später, den Urlaub gemacht über den ich mit ihr bereits gesprochen habe, hat sich das Fahrrad gekauft, was sie bei mir nie wollte, ich aber gerne Ausflüge mit ihr gemacht hatte und ist sogar in die Ortschaft gezogen wo ich hinwollte, weil ich da aufgewachsen bin. Völlig irre eigentlich.
Zitat von Plentysweet:Man könnte das Ganze jetzt positiv drehen und sagen:
BL führen Dich zu Dir selber. Zu Deinem eigenen vernachlässigten inneren Kern/Kind.
Man könnte es als lehrreiche Erfahrung seiner Defizite sehen: An BL ern wacht man auf und merkt man kann/sollte nicht so weiter machen. Sie sind so krass, damit Du aufwachst. Also jetzt überspitzt gesehen und ins Positive gedreht.
Ich hab mein inneres Kind eigentlich nie vernachlässigt, sondern wollte, als ich feststellte, dass es ihr nicht gut ging, genau das näher bringen.
Genauso wie ein Auge für die Schönheit der Welt, etwas Leichtigkeit und eine positive Grundstimmung.
Keine Chance.
Ich muss sagen, dass ich wirklich keine Ahnung habe für was das gut war.
Eigentlich hat es jede Hoffnung, alle Träume und den Glauben an das Gute zerstört.
Ich bin schon froh, wenn ich wieder an dem Punkt bin, wo ich vor ihr war.
Dafür kenne ich mich jetzt etwas mit Persönlichkeitsstörungen aus und erkenne das hoffentlich rechtzeitig, aber sicher ist das nicht.
Und überhaupt, muss man sich mit sowas eigentlich auskennen....?