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Brich mein Herz

Animo-ody

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zersprungen und zerbrochen
ungezählte Male
schwebt und schlägt mein Herz
frei und voller Liebe

aus 'Notizen' 1 Juni 2017


wenn ich Dir weh tu, dann schreis mir ins Gesicht
versteck es nicht
ich will Dich halten und heilen
und Dich nimmermehr verlieren.
ich werd Dir weh tun mit meiner Liebe, und mit meiner Dummheit.
aber bitte verlass mich nicht, denn ich brauche Deine Liebe, um Dich zu erfüllen
ich will ich sein für Dich
ich will Dich in mir haben und sein in Dir

aus 'Nachricht konnte nicht zugestellt werden. Empfänger unbekannt' heute


und wieder diese Bar, oder immer noch? Leute kommen, Leute gehen.
Gelächter, Schreien, Weinen, Gespräche.
Manche scheinen hier zu wohnen. Andere treten im Plural auf. Traurige Gestalten auf Barhockern, stets ein Glas B. vor sich, halbleer. Sprechen mit sich selbst und andere fallen ihnen ins Wort.
Diejenigen um die es geht, kommen gar nicht erst, leider. Manche eilen aus dem Regen herein. Außer Atem kippen sie an der Theke einen Korn und sind schneller wieder weg als sie kamen. Natürlich auch hier der Bettler, der von Tisch zu Tisch zieht, seiner selbst so überdrüssig, dass er jedem ins Glas spuckt, der ihn nicht auf eine Runde einlädt.
Draußen regnet es immer noch. im reflektierten Licht der Scheibe, die das dunkle Außen vom schummrigen Innen trennt, erkenne ich mich selbst. Trinkend, wartend, heiser.
Wo ist eigentlich die Band hin, seit wann schweigt die Musik?
Eine Fee, die auch schon hoffnungsvollere Tage gesehen hat, legt mir die Rechnung auf den Tisch und verschwindet im Schweigen. ich lege alles, was ich in meinen Taschen finden kann daneben und tauche wieder ein in die Nacht da draußen.

aus 'Notizen' heute


würde mich gerne an Dich kuscheln, meinen Kopf in Deinen Schoss legen und ein wenig schlafen.
mal kurz ausruhen, in der Gewissheit, dass Du da bist und bleibst.
geht aber nicht. muss arbeiten.
Außerdem bist Du nicht da, wie könntest Du bleiben?
könntest Du kommen?
Kommst Du bitte?
Nein?
Dann alles Gute, Dir, und alles Liebe

aus 'Nachricht konnte nicht zugestellt werden. Empfänger unbekannt' 9 November 2018


eines Tages werd ich gehen. ich werde gehen und niemand wird mich halten. und ich werde gehen, weil mich niemand hält.
wenn alles getan ist, und alles geschrieben. wenn alles Licht verstrahlt ist.
Dann werde ich mich auf einen hübschen netten Berg setzen und Nein sagen. und die Sonne wird über den Fels streichen und über mein Gesicht, und ich werd Nein sagen. und vielleicht wird Buddha vorbei kommen, aber ich werd Nein sagen. Vielleicht kommen auch Aphrodite oder Athene. Aber ich werde Nein sagen. Vielleicht kommt Jesus, aber auch dem werd ich Nein sagen. Vielleicht kommt auch Darth Vader oder Adam Kadmon, die prima causa oder sonstwer. ich werd Nein sagen.
Irgendwann wird Gott kommen, da bin ich mir sicher. und ich werd aufstehen und ihm ins Gesicht spucken. und dann werd ich mich wieder hinsetzen und NEIN sagen.
und ganz zum Schluss wird der Tod kommen. der Tod kommt immer als letzter und aus purem Trotz werde ich Nein sagen. und der Tod wird sagen: Doch!
und ich werde schweigen
.

aus 'aussichtslose Verhandlungen mit Gott und dem Leben' 1977-2018 ff

01.12.2018 00:02 • x 5 #1


_Tara_

_Tara_


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Von wem sind diese literarischen Ergüsse? Von Dir, @Animo-ody ? Die sind wirklich gut! Gefällt mir! Vor allem "'aussichtslose Verhandlungen mit Gott und dem Leben' 1977-2018 ff".

01.12.2018 06:32 • #2


Mitleser1234


Schön. Sehr.
Von dir?

01.12.2018 06:46 • #3


herzsonne


Das ist so berührend, so schön und echt, so voller Blut.
Du lässt mich mit Deinem Augen sehen- unschätzbar

Danke
Schön, dass Du da bist

01.12.2018 15:32 • #4


_Tara_

_Tara_


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Schade, dass Du nicht darauf geantwortet hast, ob das Geschriebene von Dir ist.
Hätte mich interessiert.

03.12.2018 08:25 • #5


Animo-ody


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es ist von mir.
es ist natürlich von mir.
die Frage, ob das von mir ist, erscheint mir so fernliegend, wie die Frage, ob das mein Gesicht ist, dass ich da im Spiegel sehe.
obwohl das vielleicht die beste Frage ist, die man seinem Spiegelbild stellen könnte.

Diese Worte sind ein Spiegel meiner Gefühle. Und ich brauche sie, um mich selbst zu sehen. von außen sozusagen.
es freut mich natürlich, wenn sie auch anderen gefallen, aber im Grunde ist das therapeutisches Schreiben. ich bringe zum Ausdruck, was da in mir ist. und dadurch, dass ich es in Worten vor mir sehe, dass ich es auch lesen kann, dadurch kann ich auch Distanz schaffen.
ich bin nicht meine Gefühle. ich habe diese Gefühle, und sie gehören zu mir, und das hat Gründe und Folgen, aber darin...
Oje... ich versuche schon wieder mich begreifbar zu machen...
mein Prof an der Kunsthochschule hätte dazu gesagt:
Dir gehts schlechter als mir? Glaub ich nicht!

03.12.2018 18:19 • x 2 #6


Mitleser1234


Warum möchtest du dich von außen sehen?

03.12.2018 19:34 • #7


Animo-ody


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das ist eine gute Frage.
um einer gewissen Objektivität näher zu kommen?
um Identifikationen zu lösen?
dem Du wohnt das Ich inne.
vielleicht aber auch nur, weil ich zu wenig Du erfahre, um mich selbst darin erfahren zu können?
Text als Selbstgespräch?
ich fürchte, so eindeutig lässt sich die Frage nicht beantworten...

und ich fürchte, Dein Standardpasswort könnte 'start123' lauten, Mitleser1234.
gibt es einen Grund für Deine Frage?

03.12.2018 20:11 • #8




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