Zitat von Wogenglätter: Jetzt schreibt sie mir sie macht bald Homeoffice und ich soll ab da immer Kinder zur Schule bringen. Also sie schaufelt sich frei, und ich darf, ne MUß noch mehr übernehmen. Das wurde nicht gefragt, verordnet.
Natürlich macht das von der Koordination natürlich Sinn.
Wenn ich das nicht tu soll ich gleich ausziehen...
Also, so eine Drohung geht natürlich gar nicht. Und sowas darf in einer Ehe auch nicht zum normalen Umgangston gehören. Also schon mal eine gute erste Gelegenheit, eine Grenze zu ziehen, und im besten Fall gleichzeitig ins Gespräch zu kommen.
Deine Überlegungen sind:
a) Kuschen, was dich, wie du selber erkennst, in eine blöde Situation bringt, und den letzten Rest Selbstachtung killt
b) auf Konfrontation gehen, selber mit Auszug drohen, was nach deiner Einschätzung dazu führen könnte, dass sich die Situation so hochschaukelt, dass ihr schneller als ihr schauen könnt "aus versehen" getrennt seid, mit allen Konsequenzen.
Klingt beides nicht besonders erstrebenswert, oder?
Es gibt aber jetzt auch noch ein paar andere Möglichkeiten:
c) hat @aequum genannt: die Drohung einfach ignorieren, und die Aufgabe trotzdem nicht übernehmen. Ist schon mal deutlich weniger eskalierend, ich würde die Drohung trotzdem ansprechen wollen.
d) du zeigst Verständnis, und kriegst gleichzeitig etwas über ihren Standpunkt raus, wenn du antwortest mit: "Hola! Das ist dir so wichtig, dass du sogar die Ehe dafür wegschmeißen wollen würdest? Warum ist dir das so wichtig?" Und dann erst mal ZUHÖREN. ME geht es ohnehin erst mal um gegenseitiges Verständnis, Standpunkte erarbeiten und vertreten kommt erst später. Es passieren manchmal erstaunliche Dinge, wenn man wirklich Bereitschaft zum Zuhören signalisiert.
e) du gehst direkt auf die Drohung ein, aber mit Ich-Botschaften: "wenn du mir das androhst, werde ich wütend, weil mir die Ehe sehr wichtig ist und ich will, dass wir gemeinsam Lösungen erarbeiten." oder was auch immer für dich stimmt. Ist etwas eskalierender, aber möglicherweise brauchst du das gerade auch, damit du dich weiterhin im Spiegel anschauen kannst.
Bestimmt gibt es noch ein dutzend andere Möglichkeiten, wenn du aus deinem gewohnten Reiz-Reaktions-Schema rausgehst. Jedenfalls wäre das nochmal eine wichtige Gelegenheit, eure Kommunikation genauer unter die Lupe zu nehmen.
Zitat von Wogenglätter: Gefühlt wirkt es so, als ob ich zu allen Änderungen bereit/offen wäre. Ich zur Not sogar das 10 jahre lang renovierte Haus aufgeben würde. Meine Frau aber jetzt ihr Hobby als Mindestbedingung stellt. Das fühlt sich sehr ....blöde an .
Du, die erste Arbeit, die du leisten musst, ist jetzt erst mal innere Arbeit.
Du bist in die gleiche Falle getappt, wie so viele von uns, du nimmst das "Wir" wichtiger als das "Ich". Aber ohne ein autonomes, halbwegs zufriedenes "Ich" und "Du" kann es auch kein erfüllendes "Wir" geben.
Kämpfe erst mal um deine innere Unabhängigkeit. Sie darf sich dafür einsetzen, ihr Hobby machen zu können. Daran ist nix verkehrt.
Was sind denn deine Bedingungen? Welche Ressourcen brauchst du mindestens für dich, welche kannst du für das Wir bereitstellen? Und diese Ressourcen, die du für dich selber brauchst, die darfst, ja musst, du dir nehmen. Solange du dafür ein schlechtes Gewissen hast, wirst du ihr vorwerfen, wenn sie es für sich tut.