@Haeschen
Zitat:Du hattest Ende letzten Jahres, schon wohl auch davor bemerkt, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt und es sich dabei nicht um Petitessen handelt.
Und genau so war es eben
nicht.
Ich habe gemerkt, dass mit
ihm etwas nicht stimmt. Ich habe das zu keinem Zeitpunkt auf
uns bezogen. Denn zwischenmenschlich, im Alltag, in seinem Verhalten war zwischen uns alles unverändert. Bis ungefähr drei Wochen bevor er mit der Sprache rausgerückt ist.
Dann hieß es, er hätte sich fremdverliebt. Ich glaube, ich habe ganz am Anfang geschrieben, dass ich vor gut drei Jahren auch jemand anziehend fand, ich das aber überhaupt nicht weiter verfolgt habe oder wollte. Deswegen hatte ich auch Verständnis dafür, dass man sich nach so langer Zeit mal von jemand anderem angesprochen fühlt. Die Frage ist nur: Wie geht man damit um?
Wenn du dann glaubst der Mann, den du als dein Leben bezeichnen würdest und den du liebst, ist ehrlich zu dir und er sagt dir dann auch, dass du aber die Frau an seiner Seite bleiben sollst und er dich liebt, wieso sollte man da zweifeln?!
Also
ich habe in dem Moment
nicht gezweifelt.
Alles andere danach kam scheibchenweise, es dämmerte mir immer mehr. Ab da gab es dann auch keine Intimität mehr, da Misstrauen und Streit angesagt waren. Aber da war es dann auch schon zu spät. Heute bin ich natürlich um Einiges schlauer. Aber damals habe ich ja weder an ihm, noch an uns oder sonst etwas gezweifelt. Auch der Kontakt mit der Anderen war anfangs ja nicht heimlich, ich saß oft einen Raum weiter, mir wurde davon erzählt oder ich habe im Vorbeigehen mal Hallo gesagt. Das Ganze fing also total unbedenklich an. Ich hatte all die Jahre Vertrauen, dass ja nie mißbraucht wurde. Das macht das Ganze am Ende ja so gemein, weil genau das so erschüttert wurde.
@EineMitleserin
Zitat:Liebe Te, du musst nicht über jedes Stöckchen springen, das man dir reicht. Wer 3 Jahre unfruchtbar ist, hat Verhütung schneller nicht mehr auf dem Schirm.
Das stimmt. Natürlich gab es keine Garantie, dass es wirklich nie klappen wird. Aber man hatte sich mit dem Gedanken schon abgefunden. Und in der Situation Anfang des Jahres gab es den Gedanken daran garnicht. Vielleicht auch, weil ja noch das Vertrauen da war, dass wir das überstehen und zusammen alt werden wie geplant.
Zitat:Btw, ich war sehr sehr jung schwanger. Mich nannten die Alten an der Supermarktkasse "Sozialschmarotzer" obwohl ich meine Ausbildung machte, nicht aufstockte und lieber hungerte um über die Runden zu kommen.
Tja, Vorurteile, da kann sich wohl keiner von frei sprechen. Auch hier kommts wieder darauf an, was man daraus macht und wie man anderen damit gegenüber tritt.
Naja, ich schätze, manche Leute werden sich da nie vom "Gegenteil" überzeugen lassen und Tatsachen ignorieren, damit sie ihre vorgefertigte Meinung behalten können. Muss ich wohl mit Leben.
Die Menschen, die mich kennen wissen, dass ich viel zu verantwortungsbewusst bin, um aus Verzweiflung und Berechnung jemanden ein Kind andrehen zu wollen. Und mich selbst zur Alleinerziehenden zu machen. Ich finde das macht unheimlich Druck. Aber ich bin nicht die Erste und/oder die Letzte, die das wohl hinkriegen wird.
Den einzigen Egoismus, den man mir vielleicht vorhalten kann, ist, dass ich es wage mich zu freuen, dass es jetzt so ist wie es ist. Dass sich dieser Wunsch für mich doch noch erfüllt, trotz des Alters und der Umstände.
😊 Das heißt aber nicht, dass es mir nicht das Herz bricht, dass dieses Kind vielleicht am Ende einen miesen Vater haben wird.
Ich hatte mir das ja nunmal anders vorgestellt.
So, und nun ab in die Sonne! Machts euch schön!