Zitat von BernhardQXY: Heißt Dich einer einen Esel, so lache ihn aus- heißen Dich viele einen Esel, so suche Dir eine Wiese.
Trefflich, danke für den guten Spruch, den kannte ich noch nicht.
Schade, dass du, Sumisu, auf wesentliche Punkte, die dir hier geraten wurden, kaum eingehst.
Stattdessen wieder eine lange Litanei dessen, was du von deiner Frau erwartest, aber halt nicht bekommst. Inklusive deiner Erwartungshaltung, dass sie auch noch deine fehlende Fähigkeit/Bereitschaft, dich um deine Anziehungskraft zu kümmern (NICHT die optische, wohlgemerkt) kompensieren soll, indem sie dich wie durch ein Wunder plötzlich nicht mehr als Pantoffelhelden, sondern als richtigen Kerl wahrnehmen soll, dem frau mit authentischer Begeisterung und nicht so nebenbei einen flöten möchte. Ja wie denn, wenn du dich ihr völlig unreflektiert - trotz wirklich zahlreicher, sehr deutlicher Erklärungen von den Usern hier - auf eine Weise präsentierst, die dich als Versorger und irgendwo noch lieb gehabter Ehetrottel, aber eben nicht als ihr Mann und Partner für sie wahrnehmbar macht?
Zitat von Sumisu: Kann ich alles tun ... aber will ich das denn? Antwort: nichts davon! Ich möchte eine Frau, die hinter mir steht, die an meiner Seite ist wenn ich sie brauche und die mich versteht und auf mich eingeht und vor allem: sieht, dass ich da bin.
Also quasi die Kollegin, ja? Bzw. das, was du in ihr zu sehen glaubst.
Zitat von Sumisu: 1 Woche hat sie sich wirklich bemüht - dann alles wie vorher. Ich finde da keinen Zugang, keine Erklärung.
Du hast hier aber schon einige verschiedene und auch gute Erklärungsansätze für die Frage bekommen, warum deine Frau sich nicht um dich bemüht. Um den Zugang dazu zu bekommen, müsstest du halt auch mal dein eigenes Beta-Verhalten in der Beziehung unter die Lupe nehmen. Und dich, wie bereits mehrfach von mir empfohlen, mit den entsprechenden Dynamiken befassen. Das Internet ist voll davon. Google einfach Schlagworte wie Betaisierung, Anziehung etc.
Den toughen Geschäftsmann magst du wohl spielen können, und ich glaube auch dass dich das viel Kraft kostet, aber ehrlich gesagt wirkt das auf mich ziemlich aufgesetzt und du kommst für mein Empfinden sehr wenig authentisch "dominant" rüber. Ich bezweifle ernsthaft, dass du
wirklich und vor allem auf eine souveräne, sie überzeugende Art gegenüber deiner Frau dafür sorgen könntest, dass dein Kind im eigenen Bett schläft und dass du abends von häuslicher Ruhe und einer für dich ansprechbaren Partnerin empfangen wirst.
Deren Defizite mal unbenommen - wie sie dich hat hängen lassen mit deinem Trauerfall ist unter aller Würde, das allein wäre für mich wohl schon ein Trennungsgrund. Aber an ihr kannst du nix ändern. Nur an dir selbst, an deinen eigenen Einstellungen und Verhaltensweisen, kannst du schrauben. Deshalb bringt es dir auch nichts, hier weiter immer nur auf deinen enttäuschten Erwartungen ihr gegenüber, und wie du an ihrer Stelle handeln würdest, herumzureiten.
Übrigens, deine Vorstellung, du würdest an ihrer Stelle anders handeln: wenn du dich da mal nicht irrst. Wenn es umgekehrt wäre und du würdest deine Frau für selbstverständlich halten, sie in ihren Bedürfnissen nicht allzu ernst nehmen und sie kaum noch anziehend finden, würdest du nämlich genau NICHT von selbst auf die Idee kommen, dich mehr um sie zu bemühen. Auch nicht, wenn sie immer mal wieder mit ihren Bedürfnissen und ihrer Erwartungshaltung an dich angewanzt kommt, über deine fehlende Hingabe nörgelt und ihre (folgenlose) Enttäuschung darüber, dass du dich nicht bemühst, zum Ausdruck bringt. Solang jemand nämlich nur jammert, muss ein anderer nicht aktiv werden, sondern nur die Phasen des Gejammers überbrücken. Diesen Effekt hat euer emotionales Ungleichgewicht. Fehlender Respekt und fehlende Anziehung sind, wenn sie erstmal so richtig flöten gegangen sind, leider nur sehr, sehr schwierig (wenn überhaupt) wieder herzustellen. Und erfordern eben genau das, wozu DU offensichtlich nicht bereit bist: Hinterfragen und vor allem, Veränderung der eigenen Anteile am Geschehen.
Was deine Kollegin angeht und deine Betonung, wie wichtig ihr Beistand für dich war: sie sieht in dir den Machertypen, aber ich habe dich ja bereits davor gewarnt, dass du in ein paar Jahren mit ihr in eine ähnliche Dynamik geraten wirst, wenn du nicht an deinen eigenen Mustern arbeitest. Anziehung, Respekt und wertschätzender Umgang mit dem anderen sind keine Selbstläufer, sondern muss man sich tatsächlich auch (und gerade!) in langjährigen Beziehungen immer wieder verdienen, bzw. erhalten. Solange du nicht bereit bist, deine Anteile unter die Lupe zu nehmen und an deiner Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten, wirst du auch mit dieser Frau keine langfristig erfüllende Beziehung führen können. Es stehen die Zeichen ja jetzt schon auf Kurs "klassische Affäre" des ach so unglücklichen Mannes mit schrecklicher Ehefrau. Deine Kollegin tut mir auch ein wenig leid, denn es ist zu fürchten dass sie bereit wäre darauf einzusteigen weil sie dich als Macher und nicht als Laberer einschätzt und genau wie du das zwischen euch viel zu ernst nimmt, aber gut, jeder muss seine Erfahrungen selbst machen.