eagelchen
Gast
Genau so empfinde ich auch. Ich bin frisch verlassene AF. An einem Punkt, an dem die Ehe so gut wie beendet war, haben die beiden beschlossen, es noch einmal mit einander zu probieren.
Wir hatten fast drei Jahre eine Affäre. Anfang des Jahres hat er ihr zumindest eine Halbwahrheit über mich erzählt. Er wollte sich nie für entweder oder entscheiden. Er hat eine offene Ehe angestrebt. Die Begeisterung hielt sich bei ihr in Grenzen. Sie hat nie die ganze Wahrheit gehört. Er hat nie zugegeben, dass wir schon lange mit einander schlafen. Auch hat er mir zu Beginn der Affäre versprochen, dass er mich in die Ehe integrieren will. Nur deshalb habe ich mich Anfangs darauf eingelassen. Ich wollte nie nur Affäre sein. Aber ich war und bin der Meinung,dass es viele Beziehungsmodelle gibt.
Als sie mich komplett abgelehnt hat, haben wir die Affäre weiter geführt und immer wieder den Versprechungen geglaubt.
Nun hat er es beendet,weil sie ihm die Pistole auf die Brust gesetzt hat,weil es um Angst geht,weil die wirtschaftliche Abhängigkeit doch schwerer wiegt als die Liebe.
Nun bin ich die Verlassene und stelle mir die Frage immer und immer wieder, ob sie die Wahrheit wissen sollte. Fakt ist,sie hat es geahnt und wenn sie es wirklich hätte wissen wollen, hätte sie mich fragen können. Er weigert sich,ihr trotz ihrer immer wieder kehrenden Fragen,ihr reinen Wein einzuschenken. Warum? Um sie nicht zu verletzen? Wohl eher aus Angst,für sein Handeln verantwortlich gemacht zu werden.
Ich bin tatsächlich der Meinung, sie sollte die Wahrheit wissen. Weil er sie trotz ihrer Intuition belogen hat. Immer und immer wieder. Und sie mir auch leid tut,weil sie am Ende vermutlich auch geglaubt hat,sie ist paranoid und kann ihrer eigenen Intuition nicht mehr trauen.
Aber...ich kann das nicht tun. Und will es auch nicht. Das ist nicht meine Aufgabe. Ich bin der festen Überzeugung,dass die Wahrheit ohnehin seinen Weg ans Licht findet und dass man mir ohnehin nur Genugtuung unterstellen würde.
Trotz meines Schmerzes, der mich überwältigt, bereue ich nicht, diese Liebe gelebt zu haben. Ich war auf dem Olymp der Liebe und habe geliebt,wie noch nie in meinem Leben. Vielleicht ist das der Preis dafür.
Ich bleibe bei mir. Ich bleibe in der Liebe. Ich will nicht aus Schmerz reagieren.
Das bin ich nicht und es ändert auch nichts. Ich kann ihn auch damit nicht für mich gewinnen. Wenn er nicht aus freien Stücken den Weg zu mir findet, will ich ihn auch nicht.
Ich kann jeden von uns verstehen. Ich kann auch ihn verstehen. Das macht es nicht einfacher. Aber ich kann nicht nur in Schwarz und Weiß denken.
Ich würde jeder AP raten, bei sich zu bleiben. Das ist schwer. Es ist ein Kampf. Aber am Ende kann jeder sagen, ich bin noch ich. Und ich nehme diese Liebe mit.
Und weiß für mich, dass diese Ehepartner, die dann trotz einer solchen Affäre zusammenbleiben, am Ende nur sich selbst belügen und eine Lüge leben. Mir kann keine Frau erzählen, dass sie eine Affäre nicht spürt.Denn auch er liebt tief. Und das verändert den Menschen.
Und ich weiß um seine Liebe. Das war keine Lüge. Und mit seiner Entscheidung muss auch er damit leben, nie wieder das zu haben,was er gehen ließ. Und sie muss mit der immer währenden Frage leben,was da war.
Ist das nicht Strafe genug? Wozu brauch ich ds Genugtuung.
Wer andere ausgrenzt, grenzt sich selber ein.
Wer andere schwach macht,glaubt nicht stark zu sein.
Ich mach mein Herz weit und lass Leben hinein.
Weil ich glaube, gut genug zu sein.
Julia Engelmann
Ich bin voller Schmerz und Trauer. Ich werde ihn immer lieben und versuche, ihm seinen Schritt zu verzeihen. Nur so habe ich überhaupt eine Chance, noch einmal so zu lieben.
Es hinterlässt tiefe Narben
