kartoffelklos
Gast
Zur Vorgeschichte: Mein Mann ist während 12jähriger Ehe, mehrmals Fremd gegangen. Die letzte Affäre habe ich selbst aufgedeckt (Bauchgefühl)...und nach einigen Wochen dann auch die anderen 3.
Eine "Ahnung" hatte ich bei allen 4en. Aber anders als bei der letzten, habe ich damals nicht auf mein Bauchgefühl gehört. Vielleicht wollte ich es auch nicht...Ich weiß das heute nicht mehr so.
Es folgte jedenfalls Eheberatung über einen längeren Zeitraum hinweg. Das tat uns beiden gut. Phasenweise hätte ich nicht gedacht, dass ich den Vertrauensbruch, die Lügen... jemals überwinde und es schaffe, zu verzeihen; aber er war ehrlich. Wirklich ehrlich. Zudem aufmerksam und gab sich Mühe.
Bisher habe ich nicht bereut, ihm diese Chance gegeben zu haben. Ich weiß, er bereut aufrichtig und arbeitet an sich. Es hat sich wirklich viel verändert. Wir kommunizieren...Seit der letzten Affäre wahrscheinlich das allererste Mal.
Nun zur Gegenwart:
Heute ist er zum ersten Mal seit dieser Zeit über Nacht weg. Er hat mich gefragt und ich habe nach einigem Zögern zugestimmt. Er hat so lange darauf verzichtet (Paintball) und es war ihm so wichtig, dass ich nicht anders konnte, als zuzustimmen. Mit seinen Freunden und Arbeitskollegen ist er also heute dort. In den Abendstunden werden Frauen am Lagerfeuer auftauchen und die Stimmung anheizen. Im Prinzip habe ich damit kein Problem. Diese Frauen werden attraktiv sein (das bin ich auch), aber eben auch nicht sein Typ - weil sie käuflich sind und sich anbieten.
Was ich damit sagen will: Wenn ich in jemandem "Gefahr" sehen würde, dann wären dies Menschen aus seinem näheren Umfeld (Arbeitskolleginnen und dergleichen).
Ein Mulmiges Gefühl habe ich trotzdem. Ich brauche mich zwar nicht verstecken, aber ich bin gesundheitlich im Moment nicht auf dem Damm. Seit dem Auffliegen der Affäre(n) habe ich zwar wieder zugenommen und bin nicht ganz zufrieden mit meiner Figur, aber mein Gesamtbild stimmt. (Müsste halt alles etwas straffer bzw trainierter sein...Einige Frauen wissen bestimmt, was ich meine *gg* ).
Warum ich das alles schreibe, weiß ich selbst nicht so genau. Es beschäftigt mich, aber ich kann nicht wirklich Zusammenhänge finden...
Gestern erfuhr ich überraschend von einer meiner engen Freundinnen ein paar Details von einer der Affären. Sie hat mit ihr seit kurzem beruflich zu tun und so kam es zu einer kurzen Aussprache zwischen den beiden. (Die Affäre hatte Angst vor meiner Freundin, weil sie eng mit mir befreundet ist und befürchtete Konsequenzen - was natürlich völliger Unsinn ist, weil meine Freundin das gut trennen kann.)
Ich weiß, dass mein Mann zum Affärenzeitpunkt kein Unschuldslamm war. Ich weiß, dass er vor ihr über unser Familien/Intim/Partnerschaftliches Leben gelogen hat, um zu punkten und gut da zu stehen. Darüber war ich mir schon immer (direkt nach Auffliegen) bewusst (Meine Freundin allerdings nicht
Mein Mann und ich haben gestern noch miteinander darüber gesprochen. Weil es unvermeidbar war. Ich will ihn nicht mit Fehlern aus der Vergangenheit konfrontieren, aber die Sache hat mich dermaßen beschäftigt, dass ich ziemlich "merkwürdig" war und er das wohl gespürt haben muss.
Meine Freundin meint, ihre Arbeitskollegin (die Außenbeziehung) sei sehr nett und ich solle doch mal mit ihr reden. Sie sei nicht gut auf meinen Mann zu sprechen, weil sich seine Darstellung unseres Zusammenlebens hinterher als Lüge heraus gestellt haben und sie glaubt, ich wisse das nicht.
Ich will mich aber mit dieser Frau nicht treffen. Ich will auch nicht mit ihr reden. Denn auch, wenn sie mir gegenüber nie eine Verantwortung oder eine Beziehung geführt hatte, so kann ich ihr nicht verzeihen, sich mit meinem Mann eingelassen zu haben.
Sie dagegen, scheint ein Gespräch zu erwarten. Sie hat mir ausrichten lassen, sie stelle keine Gefahr mehr dar. Tss. Ich weiß, dass sie keine Gefahr mehr darstellt und auch nie wirklich eine war. Und trotzdem verspüre ich nicht das Bedürfnis, auch nur ein einziges Wort mit ihr zu wechseln. Ich bin wütend auf sie - genauso wütend, wie ich es damals auf meinen Mann war. Zum Fremdgehen braucht es immer zwei. Insofern trägt sie für mich ebensoviel Verantwortung, wie mein Mann. (Ist ungeschickt formuliert, aber vielleicht kanns einer nachvollziehen bzw besser zum Ausdruck bringen)
Kann diese Gedanken jemand nachvollziehen? Könnt ihr mich mal beruhigen?
Ich glaube von mir wirklich, dass ich tolerant bin und mich gut in andere hineinversetzen kann. Dennoch habe ich nicht die Größe, ihr zu verzeihen. Geschweigedenn auch nur ein einziges Wort mit ihr zu wechseln.
Irgendwie kommt heute alles wieder ganz frisch hoch. Obwohl ich dachte, das bereits überwunden zu haben...
Nachdenkliche Gefühls-Chaos-Grüße
kk