Bei mir ist es auch noch frisch.
Ich habe jedoch u.A, hier im Forum vieles über die verschiedenen Perspektiven, Motivationen, Emotionen, Gründe etc. der einzelnen Individuen gelernt.
Heisst, ich habe aufgehört gezielt nach Ähnlichkeiten mit meiner Geschichte (die ja durchaus immer wieder vorhanden sind) zu suchen, die mir Bestätigung für meine Opferrolle und mein Selbstmitleid liefern.
So nach dem Motto: Ha! Wusst ichs doch! Alle gleich! Immer wieder dasselbe!
Das bringt mich überhaupt nicht weiter, sondern lässt mich in meiner Scheuklappenhaltung verharren. Eine Weiterentwicklung ist so meiner Meinung nach nicht möglich.
Der böse Betrüger, die egoistische Geliebte, die einfältige Ehefrau (ersetzte bitte nach Lust und Laune die Adjektive) gibt es für mich nicht (mehr?).
Es gibt Menschen mit Ihren Geschichten. Und deshalb freue ich mich über jeden, der es wagt, sich dem eigenen Dilemma so offen und ehrlich zu stellen und differenziert damit umzugehen.
Pauschalbewertungen und Verurteilungen füttern zwar die ureigenste Bewertung der Situation, tragen aber nicht zur konstruktiven Bearbeitung des eigenen Schmerzes bei, sondern zur Untermauerung und Zementierung desselbigen. Macht im weiteren Heilungsverlauf einen Perspektivenwechsel schwieriger.
Meint HoneySky.
Edit: @räubertochter...genau das! Danke!
