Hallo up and away,
ich habe keinen Rat für Dich aber ich will Dir mitteilen, welchen Eindruck Deine Beiträge auf mich gemacht haben.
Vielleicht ist etwas dran und gibt Dir einen Denkanstoß, vielleicht auch nicht...
Du scheinst ein sehr nachdenklicher Mensch zu sein- vielleicht sogar generell etwas melancholisch oder sogar depressiv? Fast bei jedem Deiner Worte entsteht bei mir das Bild eines Menschen, der Dinge selten aus einem inneren Antrieb heraus tut, sondern dem alles irgendwo Kampf und Anstrengung ist- so auch Deine Bemühungen, etwas für diese Beziehung zu tun. Es wirkt so bemüht und so wenig aus einem "inneren Fluss" kommend und ich kann mir vorstellen, dass sich alles furchtbar schwer anfühlt, wenn man alles mit einer riesigen Anstrengung tun muss. Es liest sich fast so, als sei "Beziehungsarbeit" Leistungsdruck für Dich.
Manchmal kann das auch vorkommen aber es sollte nicht grundsätzlich so sein. Ich habe das Bild eines Mannes vor Augen, der sprichwörtlich an der Wand steht und aus dieser Bedrängnis heraus versucht, alles richtig, es allen Recht zu machen.
Zitat:Aber ich bin ein Kämpfer und ich denke ich habe auch gekämpft.
Zitat: Ich habe so vieles verbessern können und so vieles richtig gemacht und immer noch richtiger gemacht und hat es dennoch nicht gereicht!
Zitat: Ich war wie ein Hamster im Rad, wollte alles richtig machen, hab ein Haus gebaut, mir den Ar... aufgerissen, hab versucht der kleinen Familie etwas zu bieten. Das war einfach zuviel. Je mehr ich gemacht habe desto habe ich mich emotional entfernt...
spontan fällt mir dazu ein: vielleicht solltest Du weniger darauf achten, alles richtig zu machen, sondern viel mehr Deinem Gefühl Raum geben. Was bringt es einem, wenn man perfekt funktioniert aber den Kontakt zu sich und seinen Nächsten verliert?
Zitat:Und wie schon mehrfach gesagt: Ich habe wirklich um "Alles" gekämpft
Ich lese bei Dir immer wieder "Kämpfen", kämpfen...Oder auch "arbeiten"
Zitat:und jedesmal, wie schon geschrieben konnte ich sie davon überzeugen dass ich weiter an mir arbeiten werde
Warum bedeutet Beziehung einen solchen Kampf für Dich?
Die Nähe entsteht ja nicht durch das Funktionieren und alles recht und richtig machen. Ganz im Gegenteil. Du verlierst Dich im Funktionieren und entfernst Dich dadurch von Anderen- genau das, was Du durch Deine Bemühungen zu verhindern suchst.
Zitat:ich denke sie wünscht sich einfach nur Sicherheit (die ich versucht habe mit aller Macht zu geben)
Eine Beziehung beeutet natürlich auch Anstrengungen, Bemühungen aber mein Eindruck ist, dass Deine Energien vom Kraftakt Beziehung möglich zu machen verschlungen werden und dann kaum noch Energie dafür bleibt, die Dinge ganz natürlich einfach mal geschehen zu lassen.
Zu Lieben ist doch kein existentieller Kampf um Leben und Tod.
Zitat:Ihr werdet jetzt sagen: "Du findest wieder jemanden der noch besser zu dir passt". Wenn ich nun aber sicher weiß dass das eigentlich PERFEKT war, wie soll das dann noch getoppt werden?
Diesen Gedanken hat wahrscheinlich jeder einmal, der sehr geliebt hat, auch ich.
Zum einen ist es ja so, dass wir uns ständig weiter entwickeln. Vor 10 Jahren wäre sie vielleicht nicht Deine Traumfrau gewesen und in 10 Jahren brauchst Du vielleicht ein anderes Gegenüber. Es wird Dich möglicherweise etwas ganz anderes berühren.
Das heißt, JETZT gerade kann diese Frau vielleicht nicht getoppt werden aber das wird nicht unbedingt so bleiben.
Zum anderen- so blöd oder spirituell das klingen mag- das Leben ist wie ein Fluss. Wir treffen einen Menschen, der uns in der Tiefe berührt, verbringen eine intensive Zeit...und verlieren ihn wieder. Dass das wahnsinnig schmerzhaft ist, ist keine Frage. Dennoch sollte man es ersteinmal lernen zu akzeptieren und nicht sofort wieder das nächste große Glück erwarten. Die Liebe ist etwas Besonderes, ein Geschenk, aber nicht etwas, was wir permanent erleben und festnageln können.
Ich persönlich habe gelernt, nicht nur die gemeinsam gelebte Liebe als Geschenk wahrzunehmen, sondern auch die Erfahrungen, die ich aus einer großen Liebe mitnehmen konnte. Ich habe mich durch die Liebe selbst besser kennengelernt, habe wundervolle Erlebnisse gehabt und mich weiter entwickelt. Das wird mich nicht genommen wenn die Beziehung endet. Und ja, schöner wäre es natürlich wenn es weiter ginge...Das mag alles abstrakt oder unglaubwürdig klingen aber ich habe es so empfunden.
Ich denke, Du hast nicht nur Liebeskummer...Du hast Dich (in dieser Beziehung?) selbst verloren und das ist wirklich ein schrecklicher Zustand.
Zitat:WAS genau gefehlt hat?
Da steckt schon wieder so ein Leistungsgedanke dahinter(?)
Liebe bedeutet doch nicht zu kämpfen, etwas zu leisten und noch mehr zu leisten, sondern sich aufeinander einzulassen. Vielleicht machst Du genau das Falsche: Du hälst fest, versuchst jede Deiner Regungen zu kontrollieren um ja keinen Fehler zu machen und müsstest Dich vielleicht einfach nur mal fallen lassen. Loslassen...
?
Und was ihren Part betrifft-
Zitat:Vielleicht wollte Sie mich wirklich immer in ein Wunschbild drücken was ich schlussendlich nicht erfüllen konnte.
finde ich es sehr bedenklich, in welchem Ausmaß sie Dich (in so kurzer Zeit) verändern wollte. Okay, kleine Kompromisse, Veränderungen...aber was ich hier lese, empfinde ich als unangenehm. Da würde auch ich unter (Leistungs)druck stehen.
Leonie
Zitat:Ständig wirst du kritisierst, musst dich bis zum Anschlag verbiegen und nimmst dabei alle Schuld noch auf dich?
Ja, so wirkt es auch auf mich...