Zitat von Flusenhuhn:2 x die Woche Hundeschule, Tanzkurs, Französischkurs, Therapie und Vollzeitarbeit. Das hat mich schon gut ausgelastet.
Wow. Das ist hart. Was sagt dein Therapeut dazu? Man kann es lobenswert finden, denn du 'tust' was, anstelle dich hängen zu lassen. Aber ist jede dieser Taten eine gute Tat? Oder ist eine Aktionismus überhaupt eine gute Tat?
Ich kann nur von mir ausgehen.
Eine Flucht in die 'Tat' oder den Aktionismus, um sich selbst oder anderen vorzugaukeln, was man nun alles für sich tut und wozu man sich wert ist, ist dann zum scheitern verurteilt, wenn sie eben nicht autenthisch ist. Wenn sie nur gewollt, aber nicht gekonnt ist. Oder nur gewollt ist, um den anderen einen vermeinten Willen zu zeigen, oder um anderen zu zeigen, dass man selbst quasi unverwundbar aus einer gescheiterten Liebesbeziehung hinausgeht.
Wunden müssen heilen. Und ein Heilungprozess dauert je nach Persönlichkeit und Seelenlage sehr lange bis eher kurz.
Ich tendiere dazu, den vermeinten Weicheiern auf diesem Gebiet einen Zeitbonus zu geben und eine doppelte Ration an Pflastern. Die Superstabilen und schnell Rehabilitierenden müssen sich nicht entschuldigen, wenn sie schneller wieder zur Tagesordnung übergehen. Jeder ist anders. Alle haben ihr autenthisches Erleben. Keiner ist besser oder schlechter deswegen.
Eigentlich wollte ich nur sagen, dass mir ein Zuviel von Aktion nicht gut tut, sondern ich mich lieber zurückziehe. Bevor ich meine letzte Beziehung vor 7 Jahren ablegen konnte, habe ich ein halbes Jahr getrauert, weiter an ihn gedacht, ihn gedanklich in meine Entscheidungen irgendwie immer noch miteinbezogen... er war nie wirklich weg... irgendwann war dann alles gut. Sicher nicht plötzlich. Aber es fiel mir plötzlich auf, dass ich frei war. Ohne mich anzustrengen. Ich habe einfach getan, was mir gut tat und wozu ich mich in der Lage fühlte.