Willkommen im Club der Schmerzen

ChrisCJ

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Auch ich gehöre jetzt leider zum Club der Menschen deren Beziehung nach 8 Jahren in die Brüche ging. Seitdem gehe ich durch die Hölle der schlaflosen Nächte, der Fragen, Fragen und nochmals Fragen wie: wann hat er aufgehört mich zu lieben, hätte ich es verhindern können, ist es meine Schuld, ...

Vielleicht sollte ich mal von vorne beginnen. Wir hatten die letzten Monate wenig Zeit füreinander: mein Vater war anfang des Jahres an Krebs gestorben, die Untersuchung unseres Kindes, wird am 15.10.10 5 Jahre alt und ist autistisch, das wissen wir jetzt, Vorbereitung auf die autisten Schule und die Ferien bei meiner Mutter und meiner Schwester - statt Erholung war das 3 Wochen lang Streß pur ... das alles hat uns etwas auseinander gebracht. Nachdem wir aus den Ferien zurückkamen hat er sich intensiv mit Tagged befaßt - Freunde kennenlernen, Cafe, Aquarium. Nichts schlimmes, dachte ich. Er begann auch Zukunfspläne für uns zu machen ... ich dachte, daß, wenn unser Kind erstmal in der Schule ist, wir wieder mehr Zeit für uns hätten und unsere Liebe auffrischen könnten. Ich war soooo glücklich in diesen Wochen, so voller Hoffnung und, ich gebe es zu, hatte mich wieder in diesen Mann neu verliebt. Leider stellte ich im nachhinein fest, daß er schon zu dieser Zeit auf der Suche nach anderen Frauen war die er "beglücken" konnte. Mir brach das Herz und ich war soooo wütend, sooo enttäuscht. Habe es ihm spüren lassen aber er sagte nichts - kein Gespräch, keine Entschuldigung, NICHTS. Nach 1,5 Wochen habe ich dann ein anderes Haus für meinen Sohn und mich angefragt und als ich es ihm sagte, antwortete er nur "das habe ich mir schon gedacht". Seitdem Gleichgültigkeit. In mir war immer noch ein kleiner Funken Hoffnung, daß wir es vielleicht doch noch einmal miteinander versuchen könnten, aber der letzte Funken ist erloschen als er mir mitteilte, daß er es seinen Eltern gesagt hat.

Ich hoffe, daß der Schmerz schnell vorbei geht, daß die entlosen, quälenden Fragen aufhören - ich muß schließlich für meinen Sohn und mich eine neue Zukunft in diesem Land aufbauen das für mich wie ein Gefängnis ohne Hintertür ist, dessen Sprache ich nur zu 50% verstehe und spreche und wo ich selbst keine Freunde oder arbeit habe. So wie ich mich zur Zeit fühle, würde ich mich am liebsten irgendwo in die Ecke legen um zu sterben, aber das Leben geht weiter und für meinen Sohn muß ich jetzt stark sein selbst wenn ich daran zu Grunde gehe. Mein Mini hat es verdient glücklich zu sein  :)

08.10.2010 09:19 • #1


Melni


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Hallo und guten Morgen,
ich habe mich so eben in diesem Forum angemeldet und du warst mein erster Beitrag den ich gelesen habe. Mir geht es derzeit auch nicht besonders gut, sonst hätte ich mich hier nicht angemeldet. Dein Schmerz ist auch mein Schmerz und du hast recht, dass Leben geht weiter. Ich denke, eure Beziehung war schon länger nicht i. O. und das mit deinem Vater und Sohn war wahrscheinlich nur doch das Tüpfelchen was gefehlt hat. Ich sehe für mich meine Krise als Chance. Mich wieder neu zu finden, ganz neue Wege zu gehen, mit mir ins Reine zu kommen, trotz dem ganzen Schmerz. Ich kann nur aus Erfahrung sprechen und dir sagen, das Angst und Hass ein ganz schlechter Begleiter sind und wer ihn sät, der wird in ernten. Tu ihm nicht weh, nur damit es dir besser geht bei all deinem Schmerz. Ich weiss, das hört sich vielleicht jetzt blöd an, aber tu Gutes und vielleicht entdeckst du, wie du dich oder was in dir verändert. Vielleicht habt ihr noch eine Chance euch neu kennen zu lernen, denn aus jeder Krise entsteht etwas ganz Neues. Nimm die Gelegenheit positiv für die wahr, sonst verpasst du vielleicht etwas ganz tolles. Ich denke du kennst auch deine Fehler und hast auch bestimmt Anteil an dem wie es jetzt ist, aber es ist nie einer alleine Schuld und zieh dir auch bitte diesen Schuh nicht an. Manche Männer können aber auch nicht mit ihren Ehefrauen reden, weil die Situation es auch einfach nicht zulässt ein gutes Gespräch zu führen. Vielleicht tut euch auch einfach nur eine Pause gut um wieder zusammen zu finden, ich denke er muss das auch alles erst verarbeiten und deshalb auch das Gespräch mit seinen Eltern. Vielleicht muss er auch darüber reden wie es ihm geht. Und denk nicht soviel nach, Gedanken machen Gefühle. Ich wünschte mir auch manchmal ich wäre ein Tier, denn Tiere denken nicht, sie fühlen nur und auch nur eben in bestimmten Situation fühlen sie Freude oder Angst, aber sie denken nicht den ganzen Tag oder Nacht. Heute Nacht, war die erste, in der ich durchgescchlafen habe und jetzt lese ich deinen Bericht und fühle mit dir. Kauf dir ein schönes Buch ich könnte dir zwei empfehlen wenn du magst. Vielleicht interessiert es dich aber auch gar nicht und du "denkst", was ist denn das für eine Irre. Dann ist es auch nicht schlimm, nicht der Wind, sondern die Segel bestimmen den Kurs und du bist das Segel. Mit einem kleinen Spruch möchte ich mich jetzt von dir verabschieden. "Wandere der Sonne entgegen und du lässt den Schatten hinter dir". Tschüss

09.10.2010 09:43 • #2



Willkommen im Club der Schmerzen

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ChrisCJ


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Hallo Melni,

vielen Dank für deinen Beitrag und entschuldige, daß ich erst jetzt antworte. Solange ich keine eigene Wohnung habe lebe ich noch mit meinem Ex zusammen. Wir teilen uns noch ein Computer und da ich nicht will, daß er von dem hier etwas mitbekommt muß ich leider warten bis er mal nicht da ist um zu schreiben/Antworten. Andererseits macht es mich auch traurig, daß es dir genauso ergeht wie mir. Wünschte, daß niemand das Durchmachen muß. Hoffe, daß du es schnell hinter dir hast.

Du hast Recht wenn du sagst daß Angst und Haß nichts bringt, habe es auch mitlerweile eingesehen. Zur Zeit überwiegt bei mir Melancholie und Traurigkeit gegen die ich immer ankämpfen muß. Da meine Gefühle für meinen Ex noch immer sehr stark sind bin ich froh wenn er mich ignoriert ... dann muß ich nicht auf alles achten was ich sage und tue. Will, daß er seine Zukunft unbelastet plant. Was mich betrifft, ich habe unseren Sohn und meine Zukunft ist es ihn so glücklich wie möglich zu machen - seinen Vater werde ich ihm aber nie ersetzen können und daß will ich auch gar nicht. Hoffe, wenn er eine neue Beziehung hat, daß unser Sohn nicht allzu sehr darunter leidet. Was mich betrifft, ich bin ein Stehaufmännchen.

Hätte gerne eine Buchempfehlung von Dir bekommen. Da ich aber leider in den Niederlanden wohne, weiß ich nicht wie ich sie mir besorgen kann. Werde mal in meiner kleinen Büchersammlung nach was passendes suchen. Lenkt mich vielleicht von meinen Gedanken etwas ab, hoffe ich. Vielen Dank für den Tip.

11.10.2010 09:30 • #3


Melni


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Hei Chris,
ich sage auch immer, ich wünsche meinem Mann alles gute für seine Zukunft. Eigentlich aber wünschte ich, wir hätten eine gemeinsame Zukunft gehabt. Kann man so tolerant sein und das seinem Partner wirklich wünschen, mit all den Verletzungen die man in sich trägt? Am liebsten hätte man das ja, dass er zurück kommt, nur damit der Schmerz aufhört. Aber man hat jetzt die Chance bekommen das Leben mal aus einem anderen Blickwinkel zu bedrachten. Denk immer daran, dass du für dich die Person sein musst, um die du dich kümmern musst. Erfüll dir deine Wünsche und Sehnsüchte, du bist die wichtigste Person in deinem Leben. Als Buchtip hätte ich von Doris Wolf "Wenn der Partner geht" und von Arthur Lassen "Heute ist mein bester Tag". Google ein bißchen, denn die Bücher werden ja nicht nur nach Deutschland geliefert. Ich fühle mit dir und hoffe es geht dir bald besser, fühl dich gedrückt und bis dann vielleicht mal wieder.
LG

12.10.2010 14:26 • #4




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