für mich zählt der kleine Prinz zur Poesie und sie beleuchtet doch oft nur einen Aspekt des Erlebens und ist nicht immer absolut zu verstehen. Glaube nicht, dass Saint-Exupéry ernsthaft meinte, man sei für jeden Menschen ein Leben lang verantwortlich, wenn man ihn sich vertraut gemacht hat

Aber wenn man tief liebt, und sei es einen Freund, dann gehört dieses Gefühl doch dazu. Hätte Saint-Exupéry das aber noch weiter ausgeführt, erläutert, 1000 Nebenaspekte erwähnt, wär`s wohl eher eine psychologische Abhandlung, aber kein poetisches Büchlein mehr
Ich liebe z.B. dies hier von Hilde Domin: Nicht müde werden sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.
Damit wollte diese tatkräftige Frau gewiss nicht aussagen, dass man sein Leben lang dahocken und hoffen soll, egal wie aussichtslos alles ist
Der kleine Prinz war mein später Zugang zur Literatur. Habe als Kind und Teenie leider Bücher verabscheut und zu meinem Geburtstag gab`s ein Bücherschenkverbot

Mit 16 bekam ich dennoch ein Buch von einer mütterlichen Freundin. Ich erkannte dass es ein Buch ist natürlich trotz der Verpackung und gab es ihr zurück
Sie sagte etwas wie "Gib mir 3 Seiten" Machte ich sofort und kam an meinem Geburtstag nicht mehr zu meinen Gästen zurück, bis das Buch durch war
