Die Gefühlsachterbahn - wie war/ist es bei euch?

Grinsekatze

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Hallo zusammen,

ich habe ja bereits ausführlich über mein "Trennungsdrama" berichtet.

Mittlerweile hat mich der Alltag zurück und es läuft gut soweit. Ich denke, die erste "Schockphase" des Liebeskummers habe ich hinter mir.

Trotzdem ist es sehr belastend, die Hoch's und Tief's zu ertragen, die sich abwechseln, ineinander übergehen oder manchmal zeitgleich in mir wohnen.
Es gibt Momente, da kann ich mich an den warmen Sonnenstrahlen auf der Haut erfreuen und fühle mich besser um danach wieder in das große schwarze Loch zu fallen, dass sich unter mir auftut und mich gefühlt regelrecht in sich hinein zieht.

Ich versuche die Emotionen so gut es geht zuzulassen - weinen, schreien, lachen oder die totale Ruhe um mich. Manchmal ist es schwer, wenn sich der Hass durch mein Herz fressen will ihm den nötigen Platz zu geben, aber nicht zuzulassen, dass er sich ausbreitet und zu unüberlegten Aktionen führt.

Aber innerlich frisst mich diese Gefühlsachterbahn auf. Eigentlich ist er es doch gar nicht wert, auf der anderen Seite zerfrisst mich der Schmerz... Allein im Bett zu liegen, zu grübeln, wieder nur 4-5 Stunden Schlaf - manchmal kommt der Morgen mit Tränen, manchmal ohne... es ist so zermürbend...

Wie war, bzw. ist das bei euch? Wie geht ihr damit um?

Ich beginne mich langsam zu fragen, ob das irgendwann ein Ende hat, oder ob ich ihm ewig hinterherweinen werde...

28.02.2015 10:16 • #1


Marichen

Marichen

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Hallo Grinzekatze,
ich bin auch noch mitten dirn in diesem besch*** Gefühlschaos. Mich macht es fertig, immer so überrannt zu werden, wenn wieder die tiefste Trauer hochkommt.
Ich glaube, so müssen sich auch Dro. frühlen, die auf Entzug gehen. Weil genau das ist es. Wir haben unser geliebtes Leben mit all den Träumen von heut auf morgen verloren und konnten nichts daran ändern.
Ich versuche auch, so wie du, alle Gefühle ihren Lauf zu lassen. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung. Wenn es zu extrem wird, dann versuche ich mir was gutes zu tun. Zb die heiße Dusche, gute Musik, Sonnenschein. Um wieder runter zu kommen.
Aber es macht mich auch sehr müde, nicht zu wissen, wann es wieder ruhiger wird, in mir.
Ich hoffe, dass in einigen Wochen, die Wunden etwas weiter geheilt sind und der Scherbenhaufen kleiner geworden ist und ich wieder mein altes ich wiedergefunden habe. Nicht das, dass von unkontrollierten Gefühlsausbrüchen aus der Bahn geworfen wird.
Hallte durch!

28.02.2015 11:58 • #2


peppina

Hey!
ich habe das Gefühlschaos hinter mir, aber manchmal spielt sich das noch im Hintergund ab.

ich kann nur sagen, dass es besser wird.
ich lasse auch noch alle Gefühle zu, merke aber auch, dass diese Schwankungen immer weniger werden.
gestern hatte ich so einen komischen tag..
aber das gehört vielleicht zur Verarbeitung dazu..

28.02.2015 12:03 • #3


Kesey

Kesey

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Salut!

Als ich gerade eine Antwort schreiben wollte, lief plötzlich
im Radio. So fühlt es sich an, nach genau einem Jahr der Trennung. Unter der Woche ist es Dank der Arbeit immer besser auszuhalten. Aber an freien Tagen wie den Wochenenden, da kommt die Achterbahn immer wieder in Schwung, egal ob ich ein Ticket gekauft habe oder nicht. Aber ich die Fahrten werden sukzessive immer langsamer. Irgendwann wird sie stehen bleiben und bis dahin nehme ich jeden Tag wie er kommt....

Liebe Grüße an euch

Kesey

28.02.2015 12:05 • #4


peppina

@Kesey:
ich habe auch kein Ticket gekauft :-/
mist.. wenn schon mal was umsonst ist ..

28.02.2015 12:06 • #5


Kesey

Kesey

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Zitat von peppina:
@Kesey:
ich habe auch kein Ticket gekauft :-/
mist.. wenn schon mal was umsonst ist ..


Wenigstens ist es eine Achterbahn und kein Kettenkarussell - da wird mir immer speiübel schon beim Zuschauen

Für den heutigen Tag richte ich mich mal auf eine rasantere Fahrt im kostenlosen Gedankenexpress ein. Genau vor einem Jahr hatten wir unseren letzten gemeinsamen Samstag als Paar jipppiiiieeee
Und was macht man(n) dagegen: Genau! Wohnungsputz und Fußball gucken

28.02.2015 12:12 • #6


Grinsekatze


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Vielen Dank für eure schnellen Antworten.

Liebes Marichen: Ich kann das so gut nachvollziehen und fühlen wie besch.... es ist. Immer wenn man gerade glaubt, es geht wieder aufwärts schleicht sich diese Schwere von hinten an....

Ja, Entzug trifft es. Ich denke in den letzten beiden Tagen sehr oft an unsere schönen Momente, versuche etwas davon zu zehren... aber es tut eigentlich nur noch mehr weh zu wissen, dass dieser Mensch, die Wärme, die Geborgenheit für immer davon sind....

Dann fällt mir wieder ein, wie kühl er schon vor 2 Monaten und davor geworden ist - völlig belanglose Situationen, in denen ich mir damals gar keine Gedanken gemacht und es als "wird schon irgendeinen Grund haben" abgetan habe... Ich frage mich, ob ich hätte etwas ändern können, wenn ich damals schon gemerkt hätte, dass er sich entfernt, keine Gefühle mehr zeigt, mich eigentlich nur aus Mitleid getröstet und umarmt hat... Das einzige, was wahrscheinlich ehrlich war von seiner Seite war der S. .... schönen Dank auch...

Ich möchte so gern nach vorn sehen, dem neuen Mann in meinem Leben eine kleine Chance geben, zu mir durchzudringen - ich möchte das wirklich soooo gern - aber ich kann einfach nicht... Zu frisch die Wunden, zu präsent der Schmerz, jede Nacht in dem Bett, in dem er vor 2 Monaten noch neben mir lag - Händchen gehalten hat... Mir die Pizza von unten geholt hat um Mitternacht, weil ich Hunger hatte...

Ich würde dem neuen Menschen so gern die Chance geben, aber ich habe so wahnsinnig große Angst, spüre mein Herz nicht und kann kein Gefühl zulassen, aus Angst ihm oder mir wehzutun.... Es ist so furchtbar... so traurig.... Aber das einzige, was ich momentan spüre ist die Trauer und der Verlust des Menschen, den ich mal besser zu kennen glaubte als mich selbst, dem ich mein Leben geschenkt habe, mein Kind anvertraut habe, meinen eigenen Standard für ihn aufgegeben habe... Ich hätte für ihn weitergekämpft - ich wollte noch nicht aufhören, aber er hatte schon längst resigniert - alles Zeit- und Energieverschwendung... Hätte er doch einfach vor 2 Monaten schon ehrlich gesagt, dass die Gefühle weg sind... dann wäre ich jetzt wohl schon weiter....

Danke Peppina, für deine tröstenden Worte

28.02.2015 12:14 • #7


peppina

Wohnungsputz ist sehr befreiend!
Fussball tut da den Rest !
man muss die Feste feiern wie sie fallen

Kettenkarussell hatte ich in der Beziehung genug: noch eine Runde, noch eine Runde im Dilemma :-/

28.02.2015 12:15 • #8


peppina

Grinsekatze..

2 Monate sind noch keine lange Zeit..
gib dir selber noch etwas Zeit..

omG, nach 2 Monaten war ich noch nicht aus dem Bademantel raus und habe nur die Tage auf der Couch verbracht..

es wird alles besser..
und Schuldgefühle verschwinden auch.. die sind unnötig.. man hätte nichts tun können..

28.02.2015 12:17 • #9


Grinsekatze


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Liebe Peppina,

du hast völlig Recht, aber das Ende kam schleichend... Er will nicht mehr, hieß er wollte mich nur wachrütteln - wollte, dass ich so werde, wie er mich gern gehabt hätte. Habe ich für ein paar Tage so funktioniert, hatte er mich wieder lieb - wollte dass ich blieb - suchte nach Lösungen.

Dann war ich wieder ich - und er sagte wieder, er will nicht mehr. Dann wieder von vorn... Seit Oktober tue ich mir das an. Das Ende jetzt als wirklich endgültig zu akzeptieren ist durch das "An" und "Aus" sehr schwer....

28.02.2015 12:21 • #10


Tao-Tropfen

Ich bin wahrscheinlich erst am Anfang der Gefühlsachterbahn.... bin sein 10 Tagen getrennt.

Es ist so grausam! Man kann sich ablenken, einw Zeit lang, aber dann, plötzlich, kommen diese miesen Gefühle wieder durch. Da steht man an der Theke im Supermarkt und plötzlich kullern die Tränen. So geschehrn gestern abend bei mir. Dann ist es schwer die Tränen noch bis zum Auto zurückzuhalten.

Meine Taktik war eigentlich Ablenkung, aber nach 10 Tagen ist mein "Vorrat" an Freunden schon ausgeschöpft, die sich mein Gejanner und meine Launen anhören.

Tja, nun sitze ich doch alleine in unserer ehemals gemeinsamen Wohnung und heule mir die Augen aus.... alles was ich fühle, ist Verzweiflung, Einsamkeit, Ziellosigkeit,...

28.02.2015 12:22 • #11


Kesey

Kesey

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Zitat von Grinsekatze:
Ich möchte so gern nach vorn sehen, dem neuen Mann in meinem Leben eine kleine Chance geben, zu mir durchzudringen - ich möchte das wirklich soooo gern - aber ich kann einfach nicht...


Peppina hat Recht, Kätzle. Bei dir ist ja noch alles so frisch
Mir wird auch nach einem Jahr noch in der Tat richtig körperlich schlecht, wenn ich auch nur daran denke, dass ich eine andere Frau berühren müsste.....
Also mach dir keinen Druck!

@Pep: Gute Idee, dann seh ich den heutigen Tag mal als "Feiertag"

28.02.2015 12:25 • #12


peppina

@Tao-Tropfen:
Ich war 2 Monate auf dem Sofa. Ablenkung? ging gar nicht..

es kommt, wie es kommt.. alle Gefühle müssen durchlebt werden.. irgendwann wird es besser... auch wenn das die schlimmste Zeit meines Lebens war..

@Grinsekatze:
wir waren 2013 getrennt, und nun im Januar wieder..
das letzte Jahr war ständige Ungewissheit da, denn ich hatte nicht einmal den Eindruck, dass er sich wieder ganz auf mich eingelassen hat.

bei mir war es noch so, dass er auch in den guten Phasen nie nach Lösungen suchte, sondern eher darauf wartete, dass er mmir beweisen kann, dass es ja nicht klappt mit uns..
und auch jetzt: er lässt mich nich tlos, schreibt immer noch..
es ist sehr schwer.. aber irgendwie geht es mir trotzdem immer besser.

ich habe letztens eine Fahrrad-Tour gemacht. Als ich nach Hause zurück kam, fiel mmir erst auf, dass ich mich "normal" gefühlt hatte. ich habe das Fahrrad fahren genossen: die Natu anzusehen, die Vögel zu hören, nach der Strecke zu schauen.
das war alles so cool! die jahre vorher hatte ich iimmer hn im Hinterkopf. Auf der Fahrrad-Tour merkte ich erst, was Frei-sein bedeutet...
es war kein sich-ablenken, sondern einfach leben..

28.02.2015 12:28 • #13


Grinsekatze


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Das tut gut zu lesen

Ich wäre froh, wenn er sich mal melden würde...

Ich sitze ganz allein hier in dem Haus. Muss meinen und SEINEN Hund hüten, alles allein machen, einkaufen, Kind, arbeiten... Mein Auto wollte er reparieren - ist geht immer mehr kaputt - auf meine sachliche Anfrage keine Antwort...

Er hat sich einfach aus dem Staub gemacht und lässt mich völlig mit allem hängen, kommt nur ab und an ganz kurz um Sachen zu holen - kein Wort, kein nichts...

Ich stehe mit allen Problemen und Verpflichtungen allein da. Er sitzt bei seinen Eltern - wohlbehütet - und wartet darauf, dass ich endlich ausziehe, während ich hier allein sitze, und jeden Tag ums *beep* Überleben kämpfen muss - finanziell, und seelisch - für mein Kind durchhalten und stark sein muss - es ist so verletzend wie er mich so behandeln kann...

28.02.2015 12:33 • #14


Marichen

Marichen

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@ Grinzekatze,
lass dir Zeit (ja es ist ein furchtbares Wort). Lebe erstmal für dich. Du wirst wieder die Möglichkeit bekommen einen lieben Menschen an deiner Seite zu haben. Aber es soll doch unerwartet passieren, einfach so Bum.
Und wenn du die ganze Zeit darüber nachdenkst, verkramfst du. Ich kann dich so gut verstehen auch ich schiebe Torschusspanik. Aber ich weiß auch, dass ich noch nicht bereit bin jemanden wieder an mich heranzulassen. Auf der einen Seite, weil da immer noch der Platz meines Expartners ist und auf der anderen Seiet, weil kein Mann will eine traurende Partnerin.
Suche dir Sachen, die dir Energie geben können, wo du sagen kannst, "ja das bin ich und ich fühle mich und es fühlt sich verdammt gut an". Du wirst sehen, wie die Umwelt auf dich reagieren wird

@Kesey,
viel Spaß beim Fußball

@Tao-Tropfen,
nutze das Forum. Hier gibt es so viele Leute, die die selbe Trauer durchmachen, wie du. Fühle dich gedrückt

28.02.2015 12:34 • #15




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