Zitat von Elfe11:Ich muss dir, lieber @Kaffeetrinker, ehrlich sagen. Nicht einmal meine Ü80 Tante jammert, "die Tage ziehen vorbei und es passiert nichts mehr"! Himmel, du bist erst 41! Nicht einmal ich mit Ü50 habe so eine jämmerlich passive negative Lebenseinstellung! Du kannst jeden Tag neu gestalten! Also los, tue ...
Das sind halt so Floskeln. Die lesen sich gut, so "Tschaka - wir klatschen in die Hände" Motivationssprüche. Das ist ok, aber die Wahrheit ist eben, dass - wie ich schon schrieb - Vereinsaktivitäten, viele Freizeitaktivitäten, auch im Bereich Sport, Fitness und sogar einem Sprachkurs nicht wirklich dazu geführt haben, neue Kontakt zu knüpfen. Lassen wir mal das Partnerschaftliche außer Acht. Wie ich geschrieben habe, bin ich ja Freund davon, dort hinzugehen, wo man einfach gerne hingeht, und das ohne ständig auf der Pirsch zu sein.
Und dass ich diese Negativität nicht ausstrahle, beweist mir, dass ich schnell Anschluss finde. Das ist das Aber Anschluss in der Sache finden, ist das eine, das Andere ist, diese Leute "mitzunehmen". Beispiel: Man geht 2x die Woche zu Fußballtraining und hat hier gute Kontakte, aber mit den Leuten privat etwas zu unternehmen, fast unmöglich, da die Altersgenossen einfach in ihren Familienkreisen unterwegs sind, was ich gerade jetzt an den Feiertagen wieder merke. Die ziehen nicht mit einem Single gleichen Alters um die Häuser, wenn daheim die Familie mit dem Essen auf sie wartet. Und so kommt eines natürlich zum Anderen.
Ich habe bereits die Schritte unternommen, mir Vereine zu suchen, für meine Interessen, nicht etwa um gezielt eine Frau kennenzulernen. Aber ich merke, wie zäh sich das gestaltet, und das ist sicherlich eine Sache des Alters. Mit 30 sind viele noch mehr unterwegs als das eben mit 40 plus der Fall ist, möglicherweise nimmt das später wieder zu, aber auch hier habe ich wirklich keinerlei Kontakte zu 50plus. Da stellt sich dann auch die Frage, ob das wirklich passt von den Interessen her.
Dass man neue Wege gehen muss ist das eine, aber man kann auch nicht täglich neue Wege gehen, das ist inflationär und wirkt eher orientierungslos. Meiner Erfahrung nach muss man auch mal bei etwas bleiben.
Ich habe in meinem Kolleginnenkreis übrigens die interessante Erfahrung gemacht, dass es denen (Singles mit Ende 30) sehr ähnlich ergeht. Die sind allerdings noch (erfolglos) auf den Onlineportalen unterwegs und daten sich von Wochenende zu Wochenende durch, wobei sie kein einziges Date je zwei Mal sehen. Dass das "so" eher weniger zum Erfolg führt, ist jedem klar, außer ihnen selber. Allerdings glaube ich auch, wird das inzwischen eher als eine Art Hobby genutzt als wirklich als ernsthafte Möglichkeit des Kennenlernens. Ob die Männer das auch so sehen, weiß ich nicht. Jedenfalls bekomme ich immer mit, dass die sich gern noch mal treffen würden, meine Kolleginnen aber schon wieder verplant sind mit irgendetwas anderem. Ein Kennenlernen wird "so" natürlich schwer, wenn ich mich alle drei Wochen für eine Stunde mal sehen kann. Also in meinen Augen funktioniert das "so" nicht, aber die Freizeit von denjenigen ist natürlich gut gefüllt. Darauf angesprochen werde ich gern als "Spielverderber" bezeichnet, denn man könne ja immer noch der Liebe seines Lebens begegnen - klar. Die Wahrscheinlichkeit ist halt so gering, wie dass ich den Jackpot knacke, wenn ich fremde Menschen wie am Fließband "kennenlerne" und nahezu nie ein zweites Mal sehe, weil ich eher nach Haken suche - und irgendwie tun das viele in diesen Portalen. Und mal ehrlich - was ist schon perfekt.
Ich bleibe dabei, dass ich eher diese langweiligen Phasen "aushalten" muss, neue Wege (bedingt) gehe, aber nicht ständig und vor allem nicht täglich und vor allem nicht planlos und orientierungslos. Wenn ich lieber allein draußen joggen gehen möchte, würde ich das immer bevorzugen als mich irgend einer Partygesellschaft anzuschließen in der minimalen Hoffnung, vielleicht doch an genau diesem Abend die Frau der Träume kennenzulernen - nein danke. Jeden Grashalm nehme ich nicht mit. Ich habe in meiner Umgebung Singlefrauen, die machen das, die fliegen jeden Abend in Kneipen, Bars herum und am Wochenende sind sie auf Reisen, irgendwie immer auf der Suche. Für mich wirken diese Leute eher gehetzt, rastlos und chaotisch, was schon wieder langweilig wirkt, weil sie einfach nur "trendy" wirken möchten, tiefere Gespräche sind nicht möglich, ohne dass alle fünf Minuten das Handy gecheckt wird und man eigentlich auch nie Zeit hat, aus Sorge etwas zu verpassen - das ist scheinbar heute der Zeitgeist. Und natürlich.....bei vielen auch Nachholbedarf der Corona Lockdowns.