4

Die Liebe scheitert, weil die Gefühle ZU stark sind!

Brathering

8
1
Liebe Leser,

in all den Texten, die sich hier befinden, wird einem versichert, dass es vielen so geht mir. Der Hauptgrund für die meistens gescheiterten Beziehung hier sind, dass einer keine oder nicht mehr genug Gefühle für den Anderen hat.
Aber bei mir ist es so, dass Sie ZU starke Gefühle für mich hat!

Bitte lest hier meine Geschichte und ich hoffe ihr könnt das irgendwie einordnen und mir helfen.

Die kurze Vorgeschichte:

Wir sind beide 21. Wir kennen uns schon seid 13 Jahren und hatten in den letzten drei Jahren keinen Tag ohne Kontakt. Seid einem Monat studiere ich in Hamburg und Sie in Berlin. Wir wollten auf jeden Fall eine Fernbeziehung versuchen, doch wir hatten auch vor uns ein wenig von einander zu entwöhnen, um mehr den Kopf für das Studium zu haben. Das hat nicht funktioniert. Wir haben trotzdem jeden Tag telefoniert oder geskyped und meine Gefühle wurden wieder so stark, dass ich Sie sehr vermisst habe. Ich hatte war nur schelcht gelaunt, konnte an nichts anderes denken oder an etwas Freude haben, obwohl Hamburg eine so tolle Stadt ist. Endlich kam der Tag des Wiedersehens.

Mir war klar, dass ich aus diesem Vermissungstief herauskommen musste, um für mein Studium und die neue Situation in Hamburg einen klaren Kopf zu haben. Durch die schöne, intensive Zeit bei Ihr und einige befreiende Gespräche, war bei mir eine Blockade gelöst und ich war sehr zuversichtlich, dass ich nicht mehr denn Drang habe ständig anrufen zu müssen und wieder langsam ich selbst werde. Denn durch meine Klammerung hatte ich ihr wiederum viel Freiraum genommen, den Sie braucht in Ihrer neuen Situation, was für Ihre Gefühle für mich nicht gerade förderlich war.

Also verabredeten wir uns, vier Tage nach meiner Abreise wieder zu telefonieren, was für uns schon ein extrem großer Schritt war. Nach nur drei Tagen rief Sie mich weinend an und sagte wie sehr sie mich vermisse und an nichts mehr anderes Denke könne. Sie befand sich nun in dem Tief, welches ich gerade überwunden hatte.
Da in dieser Beziehung schon immer meine oberste Priorität war, dass es Ihr gut geht, haben wir dann ein nächstes treffen in vier Tagen verabredet. Obwohl wir am nächsten Tag nur kurz telefonisch absprechen wollten, welche Verbindungen ich nach Berlin nehme und kurz alles wietere organisatorische zu klären, haben wir trotzdem 2 Stunden telefoniert. Der nächste Abend viel mir dadurch wieder sehr schwer, Sie nicht anzurufen, doch ich habe durchgehalten.

Einen Tag später, sitze ich um 12:00 in der Uni und Sie ruft an. Ich drücke Sie weg und schreibe, dass es gerade nicht geht. Sie schreibt: "Bitte ruf mich an". Also verlasse ich die Vorlesung und rufe sie an.
Sie erzählt mir, dass Sie gestern umgekippt und ohnmächtig geworden sei, weil Sie mich so sehr vermisst. Ihre Dozentin glaubte, dass Sie schwanger Sei und Ihr erster Gedanke war: Falls das stimmt, ziehe ich nach Hamburg zu dir und wir gründen eine Familie und ich lasse alles andere hinter mir. Sie befand sich an diesem Zeitpunkt zuhause im Bett, obwohl Sie nur sehr wenige Fehlstunden haben darf. Ihr ging es also sehr schlecht.
Ich schlug ihr vor noch am gleichen Tag nach Berlin zu fahren und verprach ihr Sie nach der Vorlesung nochmals anzurufen. Ich ging verstört in den Hörsaal zurück.

10 Minuten später, eine SMS mit der Aussage, dass Sie den Kontakt nun KOMPLETT abbrechen möchte.

Ich verliess wieder die Vorlesung und versuchte Sie zu erreichen, doch Sie drückte mich mehrmals weg. Ich schrieb Ihr dass es sehr unfair ist das einfach per SMS lösen zu wollen und daraufhin nahm Sie ab.

Sie erklärte mir, dass es ein zu großes Zeichen für Sie war, dass Sie umgekippt sei. Sie wolle nicht so früh in ihrem Leben abhängig von mir sein und erst einmal ihr eigenes Leben in den Griff bekommen. Sie liebe mich sehr und sei sich sicher, dass wir wieder zusammen finden werden.

Obwohl es nur noch etwas mehr als 24 Stunden waren bis wir uns sahen und ich bereits alles gebucht hatte, gab es keine Möglichkeit Sie von Ihrer Entscheidung abzubringen. Seitdem habe ich nichts mehr von Ihr gehört.

Ich bin auch zu dem Schluss gekommen das ich es versuchen muss mich von ihr zu lösen. Ich kann diesen Trennungsschmerz nur ein Mal durchmachen und wenn es jetzt sein muss, dann muss es halt sein. Ich kann nicht wieder zurück. Ich muss Ihre Entscheidung akzeptieren, aber mit der Konsequenz, Sie für immer zu verlieren.

Aber wie kann ich diese Trennung akzeptieren und verarbeiten, wenn es nicht daran lag, dass einer keine Gefühle für den Anderen hat? (Zitat: Er/Sie ist gegangen, weil seine Gefühle nicht mehr ausgereicht haben. Dies ist eigentlich immer der Hauptgrund.)

Wie soll ich Sie verstehen, wenn es in meinen Augen der total falsche Weg ist?

Und die folgende Aussage lässt mich wirklich zweifeln, ob ich diese Trennung jemals verarbeiten kann:

Sie müssen das Gefühl haben, wirklich alles getan zu haben.

Ich weiss, dass ich durch Anrufe oder einen Brief es wieder in Ordnung bringen könnte, aber ich spüre, dass es an der Zeit ist loszulassen. Ich will Sie vergessen um wieder fröhlich sein.

Das wars! Eigentlich ist die ganze Sache noch viel komplizierter, facettenreicher und tiefschürrfender, doch ich will euch nicht mit einem ewig langen Text langweilen.

Dies ist meine Geschichte, vlt. wird Sie ja gehört. Die Geschichte von zwei Menschen, die an Ihrer Liebe scheiterten, weil die Liebe, die Kontrolle über Ihr Leben übernahm.

30.04.2014 16:03 • #1


Brathering


8
1
Bitte fühlt euch frei zu antworten. Ich bin über jeden Kommentar sehr froh!

30.04.2014 16:19 • #2


Nicki123


Es gibt doch drei Monate Semesterferien. Das ist eine sehr lange Zeit.
Da hättet ihr dann sehr lange für Euch.
Allerdings weiss ich nicht wie die Zeiten an den Hochschulen in Berlin und Hamburg sind.
Ich finde es schade!
Die Zwischenzeiten könnte man doch über emails, SMS, Tele überbrücken.
Das müsste man doch aushalten, wenn man da ernsthaft ran geht.
Ich glaube da fehlten auf ihrer Seite die Sicherheiten, was Deine Gefühle betrifft.
Sie hat Dir die dramatische Story erzählt und sich vlt. erhofft, Du würdest da anders reagieren.
Hast Du ihr gesagt, sie könnte zu Dir kommen, wenn ihre Befürchtungen zutreffen?
Hatte sie vlt. Angst, Du könntest es nicht genau so ernst nehmen wie Sie?

30.04.2014 16:30 • #3


Confetti


Hallo Brathering,

wie lange seid ihr denn zusammen gewesen?
Ich empfinde ihr Verhalten als recht selbstsüchtig auch wenn ich es nachvollziehen kann. Diese Erwartungshaltung, dass Du in jedem Moment verfügbar bist (Tel in Vorlesungszeit) käme für mich nicht in Frage. Wirkt sehr kindlich: Papa, bin hingefallen, nimm mich sofort in den Arm! Auch diese Geschichte mit dem Ohnmächtigwerden klingt ein wenig nach Inszenierung um mehr Aufmerksamkeit von Dir zu bekommen. Es ist völlig überzogen.
Und offenbar habt ihr ja beide eingesehen, dass ihr euch in dieser Liebe verliert. Sie ist anscheinend nur imstande, bei sich zu bleiben, wenn sie den Kontakt zu Dir "komplett" abbricht und Dir scheint es ähnlich zu gehen. Was dahinter steckt, kann niemand wissen, ich vermute zweierlei: entweder extreme Verlustängste und/oder frische Verliebtheit, die sich anfangs genau so anfühlen kann, wie ihr beide es erlebt habt. Ich kenne durchaus viele Menschen, die in der Verliebtheitsphase an nichts anderes mehr denken konnten. Mit der Zeit beruhigt es sich etwas durch Gewohnheit und Vertrauen aber diese Entwicklung habt ihr euch nun verboten. Vielleicht hätte sie ein gesundes Nähe-Distanz Verhalten Deinerseits auch als Verlassenwerden empfunden und hätte Dir die Hölle heiß gemacht.
Intensive Liebe drückt sich nicht unbedingt dadurch aus, dass man keine Sekunde ohne einander auskommt, dass man klammert etc. Reife Liebe kann sehr schön sein, vielleicht seit ihr beiden dazu noch zu jung? Ich habe gelernt, intensiv zu lieben aber ganz bei mir zu bleiben, mein Leben zu genießen, muss aber auch gestehen, dass es viele Jahre brauchte, bis ich dazu imstande war. Zuvor hatte auch ich symbiotische Beziehungen (bin 32.).
Sagt Dir das was?

30.04.2014 16:31 • x 1 #4


Brathering


8
1
Ich glaube nicht, dass sie denkt, dass es mir nicht ernst ist. Das Problem ist, dass ich vorher mehr Input in die Beziehung gegeben habe, als Sie, was das Gleichgewicht gestört hat. Als es dann enldich geschafft hatte das Gleichgewicht auszugleichen, hatte Sie die Befürchtung, dass ich mich komplett entwöhne. Das stimmt allerdings nicht ud hatte ich ihr auch gesagt. Dann ist ihr klar geworden, wie abhängig sie von mir ist und wie stark sie das auch körperlich beeinflusst und hatte daraufhin eine Kurzschlussreaktion.
Danke für deine Antwort, aber es hilft mir nicht den Gedanken zu festigen, dass wir es hinkriegen können. Ich will Sie vergessen und endlich wieder ein normales Leben führen.

30.04.2014 16:42 • #5


Brathering


8
1
Danke Confetti.
Das hilft mir schon eher.
Wir sind seid 3 Jahren zusammen und ich habe das Gefühl, dass dieses frisch verliebt sein, bei uns immernoch anhält. Es kann auch gut sein, dass es etwas mit starken Verlustängsten zu tun hat. Ich glaube allerdings nicht, dass ihre ohnmacht inszeniert war, dann hätte sie nicht kurz darauf den Kontakt abbrechen wollen.
Womit du vollkommmen recht hast und auch sehr treffend beschrieben ist, dass sie nur bei sich bleiben kann, wenn sie den Kontakt komplett abbricht. Das ist es was Sie will, um sich sicher zu sein, aber ich kann das nicht nochmal durchmachen, wenn sie sich entscheidet wieder zu kommen, was wahrscheinlich der fall sein wird. Ich hoffe ich finde wie du irgendwann die Liebe die zu mir passt.

30.04.2014 16:48 • #6


Ralf2


Lieber Brathering,
ich habe den Eindruck, dass vor der geschilderten Situation sehr sehr viel mehr geschehen ist, als du schreiben konntest.
Mit "Gefühlen" hat das überhaupt nichts zu tun. Das ist ein ungesundes Klammern, eine Art permanenter Macht, die so weit geht, dass die physische Anwesenheit gefordert wird.

Zitat:
Ich will Sie vergessen und endlich wieder ein normales Leben führen.


Dann lebe dein Leben an deinem Studienort. Sie kann ihres dann an ihrem Studienort auch zu leben lernen.
Richte eine Kontaktsperre ein und lass dich nicht länger terrorisieren.
Mit Liebe hat das nichts zu tun. Warum soll jemand in einer Vorlesung umkippen vor Liebe, wenn sie dich erst Tage davor gesehen hat. Dann das Theater mit der Schwangerschaft usw. Das ist alles nicht gesund.

Dass ihr jetzt an verschiedenen Orten wohnt, ist eine Umstellung, dafür erlebt ihr aber jeweils so viel Neues, seid eigentlich beide gut beschäftigt, dass es keinen Grund gibt, den anderen (in dem Fall dich) so dermaßen zu terrorisieren.

Geh deinen Weg.

30.04.2014 16:52 • x 1 #7


Brathering


8
1
Danke Ralf2,

sehr gut analysiert. Unsere Vorgeschichte ist sehr extrem und es gab ständig Probleme.

Aber ich empfinde es nicht als terrorisieren. Sie ist eine sehr sensible Person und wriklcih ehrlich. Ich weiss dass es man ihr keine bösen Absichten unterstellen kann. Sie hat einfach gemerkt wie stark sie von mir abhängig ist, als ich den Kontakt gelockert habe. Sie will die Kontaksperre ja, weil sie merkt, dass es ihr nicht gut tut.

30.04.2014 17:01 • #8


cirkel


Ja ihr seid wie die Kletten. Ihr klebt zu sehr aneinander. Das tut keinem von euch beiden gut. Es ist gut, dass ihr jetzt auseinander seid, um eigenständige, unabhängige Persönlichkeiten zu werden.

So kann das doch nicht gut gehen. Und es ist richtig, dass sie dich nicht respektiert hat, wenn sie dich aus der Vorlesung klingelt und noch zusätzlich per SMS Schluss macht. Das ist kindisch.

Damit ihr beide erwachsen werden könnt und fühlen könnt, dass ihr auch alleine leben könnt und etwas wert seit. ist es gut, dass ihr getrennt seid.

Ihr hattet oder habt die totale Abhängigkeit. Das hat nicht unbedingt etwas mit Liebe zu tun, sondern mit Suchtverhalten.

30.04.2014 17:10 • x 1 #9


Ralf2


Als Außenstehender empfinde ich es schon als Terror, wenn sich jemand so verhält wie du es beschrieben hast. Mit Sensibilität hat das nichts zu tun.

Nimm das Beenden der Beziehung an und (lebe wie ein 21jähriger junger Mann, der nun eine fremde Stadt erobert, neue Menschen kennenlernt, sein Studium anfängt.
Täglicher Dauerkontakt zu einem anderen Planeten ) ist da eher hinderlich.
Dass das vielleicht schwer fällt, liegt in der Natur der Sache, weil es einfach eine Umstellung ist.

30.04.2014 17:15 • x 1 #10


Brathering


8
1
Danke Cirkel,

du hast es auf den Punkt gebracht.

Aber ist so ein starkes Suchtverhalten nicht ein Indiz für wahre Liebe?

30.04.2014 17:22 • #11


cirkel


Nein, überhaupt nicht. Das hat was mit sehr starker Verlustangst zu tun.

Das rührt oft aus der Kindheit, wenn sich die Eltern nicht genügend gekümmert haben und nur gelobt würde, wenn Leistung erbracht würde. Da entwickelt sich das Selbstbewusstsein nicht so stark und man fühlt sich minderwertig.

Dann braucht man den anderen, der einen immer wieder bestätigen muss, das man selber etwas Wert ist.

Fällt der andere dann weg, ist man am Boden zerstört. Das kann zu richtigen Entzugserscheinungen führen, mit allen seinen Symptomem, wie Schüttelfrost, Schwächeanfälle usw.

30.04.2014 18:22 • #12


Alena-52


Zitat von Brathering:
Aber ist so ein starkes Suchtverhalten nicht ein Indiz für wahre Liebe?
hallo

hinter suchtverhalten steckt angst wegen einem mangelgefühl, wahre liebe läßt frei, sie unterstützt den anderen seine erfahrungen zu machen auch wenn es bedeutet, dass u.u. dadurch eine räumliche distanz entsteht.

ihr kennt euch von kindertagen an und ward wie du schreibst in den letzten 3 jahren rund um die uhr zusammen.

durch die trennung kam sie wahrscheinlich mit ihren bis dahin vielleicht unbewussten verlustängsten oder verlassenheitsgefühlen in kontakt und hat einen break vorgezogen anstatt jetzt die chance zu nutzen und lernen damit besser umzugehen.
auch du willst jetzt lieber loslassen als diesen trennungsschmerz nochmal zu erleben, vermeiden hilft nicht - konfrontation und selbstorganisation läßt reifen und heilen.

wenn du sie ihren weg gehen lassen willst wirst du wie wir alle emotional erstmal berg- und talfahrten erleben. höre auf deine intuition, sie kennt deinen weg und weiss was für dich am besten ist.

alles gute!

30.04.2014 18:40 • #13


Brathering


8
1
Das macht aber Mut.

Wir hatten beide eine sehr behütete Kindheit und sehr gute Elternhäuser, also daher kann es nicht stammen. Aber da wir für so lange Zeit beste Freunde und Beziehungspartner waren, fällt einfach ein großer Bezugspunkt weg, der immer ein großer Teil unserer Grundlage war.

30.04.2014 18:41 • #14


Brathering


8
1
Alena-52,

meinst du ich sollte versuchen sie zurück zu gewinnen?

30.04.2014 18:44 • #15




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag