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Die Suche nach dem Sucher

Bumich

Bumich

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Suche ich jemanden, der mir Liebe gibt?
Wohl wissend, dass man Liebe nicht handeln kann.

Suche ich jemanden, der mir zuhört?
Wohl wissend, dass Worte nur leere Hülsen.

Suche ich jemanden, der meine innere Leere füllt?
Wohl wissend, dass die Einheit von Glanz und Leere reines Gewahrsein.

Suche ich jemanden, der mir Aufmerksamkeit schenkt?
Wohl wissend, dass ich mir selbst genug.

Suche ich jemanden, der mich bestätigt in meinem Sein?
Wohl wissend, dass ich bin, aus meinem inneren erstrahlt.

Suche ich jemanden, der mich fühlt?
Wohl wissend, dass wir auf körperlicher Ebene niemals eins werden können.

Suche ich jemanden, der mich von mich ablenkt?
Wohl wissend, dass Alleinsein meine Natur.

Suche ich jemanden, mit dem ich tun kann?
Wohl wissend, dass alles Tun bedeutungslos.

Suche ich jemanden, der an mich denkt?
Wohl wissend, dass Gedanken wie Wolken am blauen Himmel ziehen.

Suche ich jemanden, zu dem ich gehören kann?
Wohl wissend, dass ich nur mir selbst gehöre.

Suche ich jemanden, dessen Skla. oder Herr ich sein kann?
Wohl wissend, dass beide leiden müssen.

Suche ich jemanden, der mir Geborgenheit gibt?
Wohl wissend, dass die ganze Existenz mein Mutterschoß.

Suche ich jemanden, von dem ich mich abgrenzen kann?
Wohl wissend, dass ich grenzenlos bin.

Suche ich jemanden, dessen Ego ich kreuzigen kann?
Wohl wissend, dass mein Ego gekreuzigt gehört.

Suche ich dich oder Suche ich in Wirklichkeit mich selbst?

22.03.2020 11:12 • x 6 #1


Johanna15


Ist das von Dir?

22.03.2020 11:21 • x 1 #2



Hallo Bumich,

Die Suche nach dem Sucher

x 3#3


Oli65

Oli65


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Ist das von dir

22.03.2020 12:04 • #3


Bumich

Bumich


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ja.

23.03.2020 09:44 • #4


Johanna15


Ist sehr schön.

Hast Du für Dich ne Antwort gefunden?

23.03.2020 09:50 • #5


Bumich

Bumich


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nein. so sehr ich auch suche, da ist niemand. aber vielleicht ist das auch die antwort.

23.03.2020 11:33 • #6


Johanna15


Oder weil Frage und Erkenntnis so widersprüchlich bzw. gegenteilig sind, dass es die Suche dadurch unmöglich werden lässt.

Es gibt einen Prolog von einer Black Metal Band, falls Dir die Musikrichtung etwas sagt, da wird das, was Du beschreibst inhaltlich ähnlich ausgedrückt.

Ich weiß nicht, wer ich bin und wer ich war
Ein Fremder vor mir selbst, neu für mich
Und alt, wenn ich in den Spiegel sehe
Ich glaubte, dass ich überall zu Hause sei
Und war schon heimatlos, bevor ich noch ganz dort war
Ich will nicht einsam sein
Und sehne mich nach Einsamkeit, sobald ich nicht alleine bin
Ich will ja lernen, lernen
Und ich hasse meinen Schlaf, weil er die Zeit stiehlt
Ich bin so übervoll von mir
Ich bin voller Energie, geladener Ideen und voller Traurigkeit
Ich will leben und ich will sterben
Und ich tue beides oft
Ich war neugierig auf das Glück
Und siehe, ich hasse das Gefühl des Glücks
Ich war in allem und wollte nirgends sein, wenn ich in allem war
Ich liebe meine Sonne
Und ich hasse sie weil ich begreife, dass ich ihr nicht entkommen kann

.... hier ein kleiner Auszug.
Ist vielleicht weit hergeholt, aber auch hier wird eine Art Zerrissenheit aber auch eigene Erkenntnis deutlich.

23.03.2020 12:25 • #7


mafa

mafa


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Die Suche hört auf wenn der Suchende verschwindet, was manche auch dem Erwachen gleichsetzen ... oder wenn erkannt wird von dem unbeschreiblichen was das ist ...antworten findest Du auch vielleicht im Advaita

23.03.2020 12:30 • #8


Bumich

Bumich


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@ johanna15 ist nicht meine musikrichtung. hätte auch nicht gedacht das metal geschreie so tiefgründig sein kann. schubladendenken...ich habe mir für diesen zustand den begriff identitätsdiffusion ausgedacht. identitätsdiffusion beschreibt meinen zustand recht passend.

23.03.2020 19:21 • #9


Bumich

Bumich


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@ mafa, ja, damit habe ich mich schon auseinandergesetzt. hinduismus, buddhismus, vigyan bhairav Tant., brahman, samadhi usw.
aber der sucher ist bei mir auf jeden fall noch da.

23.03.2020 19:31 • #10


Johanna15


Oh dann hab ich wohl ziemlich daneben interpretiert.
Ich sehe nämlich keine Diffusion sondern eine Differenz von Merkmalen der Identität und die daraus resultierende Schwierigkeit, die eigene Richtung zu finden. Also Deine Richtung....

23.03.2020 19:38 • #11


Bumich

Bumich


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hm. interessant. aber ich verstehe nicht ganz. wie ist das gemeint, differenz von merkmalen der identität? kannst du das bitte etwas konkretisieren?

24.03.2020 11:31 • #12


Johanna15

Johanna15


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Vorweg: alles Mutmaßungen bzw. Wirkung des Inhaltes....

Eine Diffusion der Identität ist für mich eine Verschmelzung von allen Anteilen.
Das Herz, der Wille, der Kopf, das Gefühl, die Ratio, die Bedenken.... alles nähert sich an. Vermischt sich und ergibt ein Bild, was in sich stimmig ist. Ganz im Einklang wird nie alles sein, aber alle Anteile können sich gegenseitig überzeugen. Eine Identifizierung der eigenen Selbst findet statt.

Bei Deinen Beschreibungen, Deinem Gedicht sehe ich noch ganz klare Abgrenzungen der Anteile, welche Deine Identität ausmachen. Alles steht für sich allein. Der Wunsch und das Wissen lassen wenig Spielraum für ein Finden. Die Differenzen in Dir selbst/ aus Dir heraus werden hervor gehoben. Eine Unmöglichkeit propagiert.

Sorry, ich kann es nur so abstrakt formulieren.

24.03.2020 12:34 • #13


Bumich

Bumich


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meine intention ist nicht, jemanden zu finden. aber deine sichtweise ist interessant. auch wenn ich gerade nicht alles nachvollziehen kann.

26.03.2020 09:38 • #14


Johanna15

Johanna15


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Ich dachte Du sucht Dich bzw willst entdecken, was Dich ausmacht.
Und die Beschreibung von den ganzen Facetten in Dir, welche jeder hat, wirken auf mich wenig im Einklang. Deswegen die Idee mit den Differenzen anstatt der Diffusion.

Aber wie gesagt, man kann in diese Zeilen alles interpretieren, da sie Spielraum für alles mögliche hergeben.

Meine Beiträge waren einfach Gedanken...
auch wenn sie unverständlich sind.

26.03.2020 10:16 • #15




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