Marina-Selina
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Ich würde gerne einen Einblick geben, wie gefangen man sich in einer Beziehung fühlen kann. In vergangen Jahren hatte ich immer langjährige Partner, war lebensfroh, ohne Angst, heute bin ich sogar mit einem meiner Ex-Partner in einer tiefen Freundschaft verbunden. Gut gesagt hatte nie Probleme tolle Menschen um mich zu sammeln.
Mit dem letzten Partner allerdings geriet einiges in falsche Bahnen. Nach einem rasanten Start in die Beziehung, ließen wir uns gemeinsam auf meinen Traum ein Europa mit einem VW-Bus zu bereisen. Es war eine Langzeitreise, schließlich blieben wir für eine Arbeitsstelle in Estland, dort sollte allerdings der Alptraum meines Lebens beginnen.
Noch kurz zur Arbeit, sehr Stundenintensiv mit bis zu 16 pro Tag, selber Betrieb für beide.
Alles begann mit Streitigkeiten in denen ich nicht sofort klein bei gab, immernoch eine Meinung hatte - als die Kontrolle schwand, fing er an mich an den Haaren zu ziehen, Mal zu Mal steigert es sich, schließlich hielt er mich im Auto fest, Riss mich zurück als ich davon laufen wollte. Schon nach diesen ersten eskalierten Streits hatte ich blaue Flecken auf dem Armen. Ich verzieh, sagte damals bereits dass ich, ohne dass er therapeutische Hilfe annimmt nicht bei ihm bliebe. Diese Hilfe war eine Wunschvorstellung er kümmere sich nicht weiter darum. Die Streits mit blauen Flecken als Resultat wiederholten sich, wurden heftiger, schrecklich schmerzvolle Schläge passierten und seelische Narben entstanden, ich verzieh.
Er fühlt Reue. Entschuldigt sich.
Dieselben Hände trösten Dich danach.
Nach 3 Monaten gab es einen gröberen Zwischenfall auf der Arbeit, er wurde sofort suspendiert. Dies war auch das Ende meiner Gefangenschaft im Rad der Gewalt, Dank meinem Chef und weiterer fremder Personen die plötzlich nahe Vertraute wurden!
Alleine hätte ich mich nie befreien können, auch wenn zu Hause eine wunderbare Familie wartete, ich sagte nichts. Keiner wusste von meiner Situation.
Es lag wie ein Schloss über meinen Lippen, ich wollte dass diese Gewalt endet, wollte aber auch bis kurz vor dem Zwischenfall keine kalte Trennung, ich liebte ihn ja, ich konnte ihm "verzeihen".
Emotional war ich unglaublich instabil, war nicht belastbar, hätten meine Kollegen nicht schon Vorahnungen gehabt und keine Rücksicht auf mich genommen, wäre ich wahrscheinlich auch noch auf der Arbeit zum Opfer geworden, da ich unerträglich geworden war. Bis es schlussendlich abrupt endete, der Moment liegt nun einen Monat und eine Woche in der Vergangenheit (für spätere Leser es ist gerade Weihnachtszeit).
Aber mein Zustand verbesserte sich nicht sofort mit der räumlichen "Entfernung des Problems" . Auch heute kämpfe ich gegen schreckliche Bilder und Gedanken an, mittlerweile habe ich gelernt die Tageszeit wieder etwas zu genießen, aber Nachts kommt die Wahrheit über die unglaubliche Zerbrechlichkeit meiner Seele zum Vorschein.
Ich bin in Sicherheit, arbeite noch im selben Betrieb, habe keine Angst verfolgt zu werden, aber ich fühle mich noch nicht annähernd gut.
Danke!
Vielleicht bist Du oder jemand den Du kennst auch schon in Kontakt mit häuslicher Gewalt gekommen, was hat Dir geholfen diese Erlebnisse aufzuarbeiten?