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Dominanter Partner

M
Zitat von Ameise_78:
@merretich das ist schon fies, ja, aber die Betonung liegt doch auf dem WAR/GEWESEN - es ist für den Anderen vorbei! Wenn der Andere einen nichtmal mehr beim Sport sehen möchte... das ist für mich keine Ambivalenz. Ambivalenz ist für mich, wenn jemand sagt "ich liebe dich so sehr, aber ich kann leider ...

Ja aber warum sagt man sowas?
Ich habe auch schon mit einigen Männern Schluss gemacht, nie hätte ich sowas noch zu ihnen gesagt wissend, dass sie noch an mir hängen? Wie gesagt, es hört sich nach Sadismus an. Wahlweise totalem Empathiemangel.
Das Melodramatische finde ich auch total ungesund. Ich meine zu sagen: "ich habe Dich ehrlich geliebt" wäre was andres. Eine "Liebe des Lebens" ist ja auch eine "Liebe für s Leben". Ich glaube er will einfach noch bisschen hinterhergelaufen bekommen von ihr. Und hat damit auch Erfolg.

x 2 #271


Ameise_78
@merretich der Empathiemangel des Mannes war ja seit Jahren bekannt.
Und es gibt so unglaublich viele Männer, die sich so verhalten.

Dennoch sollte man einem Mann immer glauben wenn er sagt, dass es für ihn vorbei ist. Noch nie mitbekommen, dass da am Ende noch was Gutes bei raus kam, und leider mehr mitbekommen als mir lieb war oder ist.

x 2 #272


A


Dominanter Partner

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M
Erinnert mich bisschen an den ersten Mann meiner Mutter.
Sie haben sich 35(!) Jahre nach der Scheidung wieder getroffen, beide längst zwischendrin mit anderen verheiratet, und er sagt zu ihr sie sei "die Liebe seines Lebens" gewesen und es habe keinen Tag gegeben, an dem er nicht an sie gedacht hätte. Wichtig genug, um mit ihr Familie zu gründen war sie ihm aber 40 Jahr zuvor nicht.
Warum tut man sowas? Was soll das? Sogar wenn es stimmt.
Oder ist das sowas wie eine tumbe Sentimentalität und Selbstmitleid ohne dran zu denken, was so eine Aussage auslösen kann? Wenn der Drops längst gelutscht und der Zug längst abgefahren ist? Meine Mutter hat es damals allerdings einfach weggelacht.

x 1 #273


Vapiano2013
Das ist schon eine krasse Story. Er ist in seinem ganzen Verhalten - auch schon während der Beziehung - immer sehr vermeidend gewesen. Und ambivalent. In Momenten großer Nähe hat er Distanz hergestellt, nach tollem Sex zum Beispiel („Das wird das letzte Mal gewesen sein für mich“) oder wenn ich mich emotional sehr geöffnet habe, hat er abgeblockt. Er hat meine Kinder nie wirklich in sein Herz gelassen, er hat damals im Urlaub ja gesagt, er hätte bereits eine Familie und bräuchte also keine. Auf der anderen Seite erinnere ich Situationen in denen er seinen Kopf an meinen Brustkorb kuschelte wie ein kleiner Junge und schluchzte, er würde mich so sehr brauchen. Oder ich sei die einzige Frau, die ihn so öffnen und berühren könnte oder die Wunderschönste im ganzen Saal und er sei unendlich stolz dass er derjenige sei der mich am Abend auswickeln könne. Was weiß ich….und dann konnte er eiskalt sein und mich mit Liebesentzug bestrafen wenn er sich nicht genug gewertschätzt fühlte. Er konnte mich behandeln wie ein überflüssiges Möbelstück. Er konnte mir irrsinnig glaubhaft das Wort im Munde herumdrehen und sich als der Gönnerhafte Unverstandene hinstellen wenn er sich verletzt fühlte. Sodass ich fürchterliche Schuldgefühle hatte die ich wenige Sekunden zuvor nicht annähernd hatte und auch nicht eingesehen hatte warum ich welche haben sollte. Er konnte unglaublich investiert wirken und hilfsbereit sein und mir das Gefühl geben er steht voll hinter mir und in der nächsten halben Stunde der nächsten Verabredung fröhnen, von der ich kein Teil war und auch nichts wissen musste. Ich fiel in solchen Momenten regelmäßig in ein Loch. Wehe aber, ich plante ihn mir teilweise in meinen Tag ein, wenn er es anders wollte. Das hatte sofort empfindliche Konsequenzen. Unsere Nähe war völlig unkontrolliert und ich wusste nie wieviel ich bekommen werde und versuchte so zu sein dass ich ausreichend bekam. Und meistens blieb ich mit zu wenig zurück. Aber wenn ich vor lauter Unglück Dates arrangierte, merkte ich sofort, ich brauche IHN zurück. Alles andere wäre fad. So fühle ich. Und jetzt ist dieses Loch, das vorher wenigstens noch ab und zu gestopft wurde, dauerhaft und tiefer geworden. Und verschluckt mich. Und ich Idiot habe das zugelassen. Obwohl ich Mutter bin. Und das schlimmste: mein erwachsener Sohn erleidet gerade dasselbe.

x 1 #274


Ameise_78
@Vapiano2013 hast du dich schonmal zum Thema Toxizität in Beziehungen belesen und zu den Folgen..? Also, was ein solches Verhalten emotional und hormonell in einem auslöst..?
Es erklärt ganz gut deine Limerenz... Toxizität bindet ganz extrem...

x 1 #275


S
@Vapiano2013
Wenn du die Frau seines Lebens gewesen wärst, hätte er dein Bedürfnis nach Autonomie respektiert, weil das dich zu der Frau hat werden lassen, die du heute bist. Würdest du dir deine Autonomie weg konditionieren lassen, wärst du nicht mehr diese Frau, die die Frau seines Lebens sein soll.

x 2 #276


Vapiano2013
@Sincerite das habe ich ihm auch gesagt - ohne Erfolg.

#277


DieSeherin
Zitat von Vapiano2013:
Und meistens blieb ich mit zu wenig zurück.

Tröstender Smiley

Zitat von Vapiano2013:
Aber wenn ich vor lauter Unglück Dates arrangierte, merkte ich sofort, ich brauche IHN zurück.

das hast du ja dann aus trotz gemacht, oder um dir selber etwas zu beweisen - kann ja nicht gut gehen!

x 1 #278


M
Zitat von Vapiano2013:
Das ist schon eine krasse Story. Er ist in seinem ganzen Verhalten - auch schon während der Beziehung - immer sehr vermeidend gewesen. Und ambivalent. In Momenten großer Nähe hat er Distanz hergestellt, nach tollem Sex zum Beispiel („Das wird das letzte Mal gewesen sein für mich“) oder wenn ich mich emotional ...

Boah das klingt total KRANK. Vor allem sowas nach dem Sex zu sagen? Warum bist Du nicht aufgestanden und gegangen? Ich hab ja auch schon einiges in Beziehungen an Spielchen mitgemacht, was man nicht sollte, aber DAS? Ehrlich. Den hätte ich sofort abgeschossen, obwohl ich oft zu tolerant bin. Total gestört. Ich würde hier wirklich auf no contact gehen.
Du solltest Dich fragen, warum du das solange akzeptiert hast? Gab es in der Kindheit Bezugspersonen die ähnlich mit Dir umgegangen sind, so dass Deine Grenzen hier vorher schon eingerissen waren?

x 4 #279


M
Zitat von merretich:
Oder ist das sowas wie eine tumbe Sentimentalität und Selbstmitleid ohne dran zu denken, was so eine Aussage auslösen kann? Wenn der Drops längst gelutscht und der Zug längst abgefahren ist? Meine Mutter hat es damals allerdings einfach weggelacht.

ujnverständlich. Er ist wohl in der Idealisierungsphase der Beziehung zu Deiner Mutter hängen geblieben, die er jetzt verherrlicht, damals aber nicht halten und lieben konnte. Tja, ein verfahrenes Leben.
Gut, dass deine Mutter das weglachen konnte.

Ich erinnere mich gerade an eine frühere Kollegin, geschieden mit einer Tochter. Sie erzählte mir mal von ihrer Ehe. Der Mann umwarb sie, überschüttete sie mit Liebe und heiratete sie schließlich. Alles sah nach einer großen Liebe und tollen Zunkunft aus. Im Lauf weniger Jahre - sie hatten mittlerweile die Tochter - veränderte er sich und schuf daheim ein unerträgliches Klima der Unterdrückung, Kontrolle und des Schweigens. Nichts war übrig geblieben von dem einst charmanten Mann, denn das war nur die Maske, die er geschickt trug und einsetzte. In Wirklichkeit war er sadistisch veranlagt und übte seelischen Missbrauch an ihr aus.
Sie durfte nichts sagen, nur kuschen und sich fügen und lebte in innerer Angst. Er verschwand des öfteren für einige Tage, Keiner wusste, wohin und warum. Und dann tauchte er wieder auf und der altbekannte Zustand war wieder präsent.
Sie wusste nie, würde er am nächsten Tag, am übernächsten oder später kommen oder würde er vielleicht nur eine Stunde weg sein. Meist waren es ein oder zwei Tage ehe er wortlos wieder kam.

Sie wusste, sie musste weg, sich schützen, aber sie hatte Angst, denn nie hätte er sie gehen lassen. Sie sprach mit ihrem Bruder, als er mal weg war, denn er hatte sie auch sukzessive von anderen Kontakten isoliert.
Als er wieder mal weg gefahren war, kam der Bruder mit einem Transporter. Sie luden die nötigsten Habseligkeiten ein und verschwanden. Erst wohnte sie bei den Eltern, dann bald in einer Mietwohnung mit ihrer Tochter. Die Adresse wussten nur die engsten Familienangehörigen, denn die Gefahr, dass er dort aufkreuzen und Druck ausüben würde, war nicht gering.

Sie lernte sich selbst durchzuschlagen, arbeitete und zog ihre Tochter groß und sah ihn nie wieder. Nur einmal sah sie ihn, aber er sie nicht. Er ging am Rand einer Wiese entlang und wirkte einsam und gebrochen. Mitleid empfand sie nicht, Befriedigung aber auch nicht. Mittlerweile ist er wohl gestorben und ein "glückliches" Leben ging zu Ende.
Er hatte den Lohn für sein destruktives Verhalten bekommen. Das ist so bei Menschen die destruktiv sind und sich nie davon lösen können. Sie leben nur ihre negative Energien an anderen aus, solange sie es können.Und dafür brauchen sie geeignete Zielpersonen die sie auch finden. Und dort docken sie dann an.

x 3 #280


Vapiano2013
@Ameise_78 ja ganz ausführlich. Ich höre viele Podcasts - über unsicheres bindungsverhalten, ungesunde Muster, Ängste und so etwas. Was ich denke, ist, dass ich sicher selbst auch ängstliche Anteile in mir habe, die während der Beziehung stärker geworden sind als sie vielleicht vorher waren und ich schon vorher verletzlich war weil mein exmann verschwand. und ich denke auch, dass er ein vermeider ist. Dass das auch die sehr starke Anziehung erklärt. Am Anfang.

x 1 #281


Ameise_78
@Vapiano2013 ich bin mir persönlich, nach allem was ich erlebt und gesehen habe gar nicht mehr sicher ob es wirklich etwas bringt, alles so zu sezieren (bin selbst auch so).
Fakt ist, dass toxisches Verhalten ein ganz ungesundes Bindungsmuster und starke emotionale Abhängigkeit triggert, daher auch die heftigen Dopaminschübe und die krasse Anziehung, die du schilderst.
Und das ist eben leider keine wahre, tiefe Liebe sondern sehr ungesund...

x 2 #282


S

Catalina
Zitat von merretich:
Warum tut man sowas? Was soll das? Sogar wenn es stimmt.

Ich glaube, diese Menschen machen sich einfach null Gedanken darüber, was ihre Äußerungen beim Gegenüber auslösen könnten und es ist ihnen im Grunde auch völlig egal, wie es dem anderen damit geht. So viel Empathie besitzen sie einfach nicht. Oder sie versuchen damit, den anderen irgendwie zu manipulieren, ihm Schuldgefühle zu machen, whatever.
Zitat von merretich:
Meine Mutter hat es damals allerdings einfach weggelacht.

Hat sie gut gemacht! 💪

x 2 #284


Ameise_78
Zitat von Vapiano2013:
@Sincerite das habe ich ihm auch gesagt - ohne Erfolg.

Du kannst nur dich selbst ändern... keinen anderen Menschen...

x 1 #285


A


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