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Dominanter Partner

Ameise_78
Zitat von Vapiano2013:
Aber wenn ich vor lauter Unglück Dates arrangierte, merkte ich sofort, ich brauche IHN zurück. Alles andere wäre fad. So fühle ich.

Das macht die toxische Bindung... das ist keine Liebe...

Andere Frage... kann man jemanden wirklich tief lieben, der einem sagt, er braucht die Kinder nicht, hat selbst ne Familie etc..?
Und einen auch sonst total daneben behandelt..?
6-y finden.. ja. Aber tief lieben..? Puh...

Wie gesagt, was du da erlebst, ist Abhängigkeit... Abhängigkeit von deiner Dopamin Zufuhr. Du bist süchtig... nicht verliebt... darum wirkt alles andere fad...

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Vapiano2013
Ich weiß nicht warum ich so bin. Mein Eltern waren ihre Jugendliebe, heirateten und bekamen drei Kinder. Mein Vater war absoluter Familienmensch, opferte sich auf. War bestimmt auch nicht immer gut. Meine Eltern arbeiteten beide Vollzeit. Wir waren schlüsselkinder. Das Familienleben war manchmal turbulent, aber im Grunde herzlich. Gestritten wurde auch, manchmal heftig aber nie so dass ich Angst bekam. Mein Vater starb an Krebs, da war ich 16. meine Mutter fiel in ein Loch und meine Kindheit war beendet. Nichts war mehr wie vorher. Der übermäßige Wunsch nach einer eigenen Familie dominierte mich dann. Bei meinem Ex war es so, dass er ein harmonisches Familienleben gar nicht kannte. Seine Eltern sind emotional beide unterkühlt, um es gelinde auszudrücken. Die Mutter betrog den Vater, aber vermutlich betrogen sie sich gegenseitig. Irgendwann ging der Vater in den Westen und kam nicht mehr zurück. Der Nachbar zog ein und versuchte als Stiefvater hart durchzugreifen. Was misslang und meinen Ex und seine Mutter entzweite. Ein dauernder Machtkampf, dem er entfloh mit 16 und studierte. Er suchte an den Wochenenden seine Oma auf aber auch dort eskalierte es. Dann zog er zu seinem Vater nach der Wende. Das Verhältnis war und blieb kühl und das ist es bis heute. Sein Vater hatte nochmal geheiratet und ein Stiefkind, aber die Verbindung der alten und neuen Familien brach immer wieder zusammen wegen Streit ums Geld, enttäuschter Erwartungen, letztlich waren die Verbindungen oberflächlich und viel konfliktscheue, man mied sich. Heute ist sein Vater einsam und verwitwet. Zu den Angehörigen besteht kein Kontakt. Angeblich weil er so kontrollierend, übergriffig und schwierig sei. Ich initiierte ein Weihnachtsfest bei mir und lud ihn mit ein. Er war sehr dankbar darüber dass er in einer Familie eingebettet war. Mein Ex auch. Und dass ich es war die für eine familiäre Atmosphäre gesorgt hatte. Naja - das war dann der letzte intime Moment zwischen uns. Wenn ich an mein Ex denke, dann glaube ich er unterscheidet sich weniger von seinem Vater als er glaubt. Seine Mutter ist in dritter Ehe mittlerweile und es ist ein Art „Arrangement“. Er hat nichts zu melden. Das betonte auch immer wieder mein Ex, dass seine Mutter die Hosen an hat.

Ich erkenne in der Ehe also viele Parallelen. So etwas hätte mich vermutlich auch erwartet. Die totale Unterordnung.

x 3 #287


A


Dominanter Partner

x 3


Ameise_78
@Vapiano2013 also kommt er aus toxischen Verhältnissen und spielt das nach.

Du selbst musst nicht aus toxischen Verhältnissen kommen (was du offensichtlich auch nicht tust) dein Gehirn reagiert dennoch entsprechend darauf und du bist in diesem Suchtkreislauf gefangen.

Du kannst da aber ausbrechen... wenn du es willst. Auch wenn es sich nicht leicht anfühlt.

x 1 #288


Vapiano2013
@Ameise_78 ja das weiß ich mittlerweile auch. Und ich gebe dir recht - das sezieren hält mich mehr gefangen als dass es mir hilfreich wäre.

x 2 #289


M
Zitat von Vapiano2013:
Ich weiß nicht warum ich so bin. Mein Eltern waren ihre Jugendliebe, heirateten und bekamen drei Kinder. Mein Vater war absoluter Familienmensch, opferte sich auf. War bestimmt auch nicht immer gut. Meine Eltern arbeiteten beide Vollzeit. Wir waren schlüsselkinder. Das Familienleben war manchmal turbulent, aber im ...

Vielleicht solltest Du Dich prinzipiell von dem Gedanken lösen dass "dominant"="stark" bedeutet.
Rückgrat, Entscheidungswillen und eine klare innere Haltung/Werte können auch sanft, freundlich, einfühlsam und stabil daherkommen.
Ich kann schon verstehen und hatte das selber schon, dass man das verwechselt. Eine Frau will einen Mann nicht bemuttern, nicht immer die Starke sein wollen, an die er sich dranhängt, sondern auch mal loslassen.
Aber Hingabe ist nicht Unterwerfung.
Und Dominanz ist keine Stärke sondern ein Zeichen von Angst vor Kontrollverlust.
Jemand der innerlich stark ist, kann SICH SELBST gut kontrollieren- nicht andere.
Und DAS schafft emotionale Sicherheit, finde ich.

x 5 #290


M
Zitat von Vapiano2013:
Ich weiß nicht warum ich so bin. Mein Eltern waren ihre Jugendliebe, heirateten und bekamen drei Kinder. Mein Vater war absoluter Familienmensch, opferte sich auf. War bestimmt auch nicht immer gut. Meine Eltern arbeiteten beide Vollzeit. Wir waren schlüsselkinder. Das Familienleben war manchmal turbulent, aber im ...

Gut in seiner Vergangenheit würde ich nimmer gross rumwühlen- das wäre seine Verantwortung!
Ich hab mich nur gefragt, was DICH veranlasst hat, bei einem Mann zu bleiben, der solche Dinger bringt. Denn das ist ja entsetzlich schmerzhaft.
Wenn ich irgendwo was mitmache/mitgemacht habe, gegen mein besseres Wissen, war es eigentlich immer so, dass da von früher eine Wunde war, die verhindert hat, dass ich mich besser schütze oder es überhaupt erkenne.
Also v.a. in den ersten 20 Lebensjahren an bestimmte Dinge "gewöhnt" wurde, an die man sich besser nicht gewöhnen sollte.
Daher habe ich das gefragt.
SEINE Familie ist SEIN Thema. Aber klar- wenn er nie an sich gearbeitet hat, wird er schon nach dem Vater kommen.

x 2 #291


Ameise_78
Zitat von merretich:
Jemand der innerlich stark ist, kann SICH SELBST gut kontrollieren- nicht andere.
Und DAS schafft emotionale Sicherheit,

💯% 🎯
Genau so ist es!

x 2 #292


Ameise_78
Zitat von merretich:
Ich hab mich nur gefragt, was DICH veranlasst hat, bei einem Mann zu bleiben, der solche Dinger bringt. Denn das ist ja entsetzlich schmerzhaft.

Die toxische Bindung... von außen versteht das keiner. Man muss es selbst einmal erlebt haben. Dann versteht man wie das tickt... und begreift, warum es leider nicht so einfach ist, sich davon zu lösen. Trotz Schmerzen.

x 2 #293


M
Zitat von Ameise_78:
Die toxische Bindung... von außen versteht das keiner. Man muss es selbst einmal erlebt haben. Dann versteht man wie das tickt... und begreift, warum es leider nicht so einfach ist, sich davon zu lösen. Trotz Schmerzen.

Doch doch ich verstehe das sehr gut. Und natürlich macht dieses hin und her in gewisser Weise süchtig.
Liebessüchtig.
Ich frage mich nur warum die TE garkeine Grenzen hatte. Also vor allem am Anfang...als sie noch nicht so verstrickt war. Was ist das?
Irgendwo muss das doch herkommen...
Ist es eine Anfälligkeit für Manipulationen? Sind es romantische Sehnsüchte, die die Realität überdecken?
kindheitstraumata? Ein falsches Verständnis von Stärke?
Wo war sein Einfallstor? Wo konnte er andocken und sie binden trotz seines gestörten Verhaltens?
DAS wäre für mich hier die Schlüsselfrage.
Er ist an der Stelle uninteressant.

x 3 #294


F
Zitat von Ameise_78:
kann man jemanden wirklich tief lieben, der einem sagt, er braucht die Kinder nicht, hat selbst ne Familie etc..?

Klares nein.

x 3 #295


Ameise_78
Zitat von merretich:
Ich frage mich nur warum die TE garkeine Grenzen hatte. Also vor allem am Anfang...als sie noch nicht so verstrickt war. Was ist das?
Irgendwo muss das doch herkommen...

Ich glaube das mit der toxischen Dynamik geht viel viel schneller als man denkt... Stichwort PUA (Pickup Artists)... die sind sehr erfolgreich mit dem Konzept...
Und die Grenzen... das ist natürlich individuell verschieden. Ich weiß aber inzwischen von vielen Leuten die zeitlebens in nicht toxischen Beziehungen waren und gesunde Grenzen hatten, dann in etwas toxisches gerutscht sind und plötzlich alle ihre Grenzen übertreten ließen.

Ist eine Person wirklich sehr toxisch muss die andere nicht zwingend aus toxischen Verhältnissen kommen oder selbst toxisch sein.
Ich hielt das übrigens auch immer für ein "Modewort" - alles toxisch... aber manche Dynamiken sind es nun einmal wirklich, und die Gefühle und Abhängigkeiten, die daraus resultieren, alles andere als gesund.

x 1 #296


Vapiano2013
@merretich er hat bedient was ich brauchte. Bestätigung. Das hat mir gefehlt. Ich war betrogen und verlassen und sein Blick auf mich hat mir extrem Kraft gegeben mein Leben auf die Reihe zu bekommen, zu kämpfen, für meine Kinder da zu sein, mich von meinem exmann zu lösen. Aktiv zu bleiben. An mich zu glauben. Ich habe in dieser Zeit mich beruflich neu aufgestellt, das Haus ausgemistet, die Kinder gehalten, ihn „befriedigt“, Freundschaften, Hobbies gepflegt, bin meinen ersten Marathon gerannt. Ich hatte gefühlt bärenkräfte. Das wurde mir ganz oft auch von außen gespiegelt. Das kam mir manchmal selbst verrückt vor, aber so war es.

x 2 #297


M
Zitat von Ameise_78:
Ich glaube das mit der toxischen Dynamik geht viel viel schneller als man denkt... Stichwort PUA (Pickup Artists)... die sind sehr erfolgreich mit dem Konzept... Und die Grenzen... das ist natürlich individuell verschieden. Ich weiß aber inzwischen von vielen Leuten die zeitlebens in nicht toxischen Beziehungen ...

Ich denke auch, dass es hier nicht die eine Antwort gibt.
PUA s sind ja Meistermanipulateure. Vielleicht sollte man hier mal hinschauen.
Und Manipulateure setzen IMMER dort an, wo das Gegenüber eine Schwäche, einen blinden Fleck oder eine sehr grosse ungestillte Sehnsucht hat. Daher lohnt es sich, dem nachzugehen.
Weil die TE kann ja nur sich ändern, ihn nicht.
vielleicht war hier lediglich die Sehnsucht nach einem "starken" Mann, wer weiss.

Unabhängig davon finde ich gut, jetzt möglichst konsequent durch den Schmerz und Entzug durchzugehen. Damit das Unbewusste auch SPÜRT, wie ungesund das war. Danach ist vermutlich auch diese Anziehung und Ambivalenz weg die jetzt noch da ist, dass jemand neues kommen kann. Vielleicht stösst sein Verhalten Dich sogar ab, wenn Du das verarbeitet hast. Hoffentlich sogar. Es ist ein Prozess.

x 2 #298


M
Zitat von Vapiano2013:
@merretich er hat bedient was ich brauchte. Bestätigung. Das hat mir gefehlt. Ich war betrogen und verlassen und sein Blick auf mich hat mir extrem Kraft gegeben mein Leben auf die Reihe zu bekommen, zu kämpfen, für meine Kinder da zu sein, mich von meinem exmann zu lösen. Aktiv zu bleiben. An mich zu glauben. Ich ...

D.h. Du bist bereits in einem labilen Zustand in ihn rein gerannt.
Da hat jeder mit Geschick für Manipulationen leichtes Spiel. Er gibt Dir, wonach Du Dich dürstest und im "Gegenzug" "übersiehst" Du seine Störung. So haben beide was davon. Bis das Ungesunde was von Anfang an da war, sich Bahn bricht.
vielleicht gibt es woanders Bestätigung? Im Sport? Einer Therapie? Freundinnen?
vielleicht war einfach der Schmerz über die Ex Ehe auch noch nicht verarbeitet und daher die Bedürftigkeit und das Bedürfnis nach "Ablenkung" zu groß. Und er hat Pflaster gespielt, und jetzt blutet es halt doppelt stark nachdem das entfernt wurde.

x 3 #299


Ameise_78
@Vapiano2013

vielleicht hilft dir dieser Gedanke etwas, dass diese Gefühle immer deine waren, und auch die Kräfte, die da angetriggert wurden... er hat dich gespiegelt, teilweise zumindest, und deine eigenen Gefühle haben diese Kräfte in dir mobilisiert. Das alles wäre genauso auch ohne einen Mann möglich.
Aber, ich weiß, es ist gefühlt zunächst einfacher und schöner, wenn es von außen kommt.
Wirklich nachhaltig, sicherer und stabiler aber wäre, wenn es von innen kommt...

x 3 #300


A


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