Zitat von Vapiano2013: Und was ist aus ihm geworden?
Das ist mir richtig gehend sch... egal. Keine Ahnung. Er trägt wohl einen Ehering, vielleicht hat auch er dazu gelernt und gemerkt, dass sein Verhalten, jede Partnerin zu vertreiben, auch keine Lösung für ihn ist. Es interessiert mich nicht, es ist mir herrlich gleichgültig. Ich frage nicht nach ihm, ich frage nicht ihn - wozu auch. Noch heute fühle ich Erleichterung, dass er weg ist und weg bleibt. Und wenn er morgen sterben würde? Vielleicht würde ich ein paar Blumen hinlegen, aber wahrscheinlich nicht. Ich glaube, ich würde nicht mal auf seine Beisetzung gehen. Er lebt, das weiß ich und mehr brauche ich nicht zu wissen.
Das Wichtigste ist, dass ich mein Leben wieder gefunden habe, in dem Männer wie er keinen Platz mehr haben. Wenn Du Dich nicht mit Dir selbst auseinander setzt, leidet Deine Seele weiter, denn du hast den Schmerz von damals, das Vermissen nicht aufgelöst, sondern nur verschoben. In Regionen, wo du sie nicht mehr spürst. Die Seele sagt sich, jetzt habe ich ihr doch genau gezeigt, was ich brauche, aber sie kümmert sich ja nicht. Sie lebt nur weiter und tut als ob nichts gewesen wäre. Was damals an Schmerz in mir war, interessiert sie nicht.
Nun gut, ich kann nicht direkt zu ihr sagen, Vapiano bitte hör mich auch mal an. Mein Mittel ist die Wiederholung. Und dann kommt eines Tages wieder so ein Mann daher, der dich hinhält, niederträchtig mit dir umgeht und dich vereinnahmt.
Die Seele kennt nur die Wiederholung. Was du früher an schmerzhaften Dinger erlebt hast, das lebt weiter in dir. Solange bis du bereit bist, das anzunehmen und halt nochmals 1000 Tränen zu vergießen. Aber dieses Mal über dich und diese Tränen sind dann nicht umsonst.
Hol diese Dinge auf die bewusste Ebene. stell dich ihnen und schau sie an. Das ist das. was deine Seele will- Dass du sie zur Kenntnis nimmst, mit ihr lebst und dass du dadurch lernst, dass es deine Verantwortung ist, wie du mit dir umgehst. Selbstfürsorge ist eine ganz wichtige Sache. Wer das nicht lernt, dass er gut mit sich umgehen muss, der sucht nach anderen, die einem ein gutes Gefühl der Akzeptanz geben. Wie dauerhaft und verlässlich das ist, siehst du ja.
Du bist jetzt an der Reihe und der Typ ist sowas von egal. Der muss weg, aber er war auch wichtig. Denn er zeigt dir ja, was du nötig hast. Pflege, Selbstachtsamkeit, Selbstliebe - das ist alles. Dann brauchst du solche Männer wie ihn nicht mehr, weil du in dir zu Hause bist.
Und dann ist auch Platz in deinem Leben für einen anderen Partner, aber einen, der dich schätzt und auf dich achtet und dem es nicht egal ist, wie es dir geht.
Es kann gut sein, dass wir auch ein Trauma der vorherigen Generation unbewusst übernehmen. Es ist erwiesen dass es das gibt. Dann ist es aber auch eine prima Sache, wenn jemand das Familiendrama mal auflöst.
Du musst das nicht ewig mit dir rumtragen, aber du kannst es in dein inneres integrieren und auf die bewusste Ebene holen und da ist es weitaus weniger schädlich, als wenn du von der unbewussten Ebene dirigiert wirst.
Es ist alles in dir da, du musst es nur nützen. Perfekt wird keiner von uns, aber die Selbstquälerei muss aufhören, denn dafür gibt dir keiner was.
Nimm an, was Du ertragen musstest und fühle ruhig den Schmerz nochmals. Das macht nichts, ist sogar heilsam, denn du tust es dann für dich.
Zitat von merretich: Manchmal denke ich fast dass wir durch so etwas hindurch gehen müssen, um endlich an den Schmerz und die Erkenntnisse zu kommen, die zuvor (in vorheriger Beziehung, Jugend oder kindheit) nicht gefühlt und ausgedrückt werden durften oder konnten, weil kein Raum oder Zeit oder Person dafür da war oder man es sich aufgrund von Abhängigkeit schlicht nicht leisten konnte, hinzusehen und hinzufühlen.
So erklärte es mir auch seinerzeit mein PT. Der Schmerz ist nicht weg, er wurde nur vergraben, wo man ihn vermeintlich nicht mehr spürt. Das hiflt aber nichts, denn er bahnt sich doch seinen Weg und schickt uns in die Wiederholung, bis wir bereit sind zu lernen.
Zitat von merretich: Vielleicht sind es sogar Muster und Gefühle unserer Vorfahren (Epigenetik), die diese nie zugelassen oder bewusst angesehen haben...und die man auf der Suche nach Heilung durch einen neuen "Hauptdarsteller" reaktiviert.
Es ist erwiesen, dass sich Traumen vererben. Nur die Darsteller ändern sich. Ich staunte nicht schlecht als ich beim PT war. Ich wollte über ihn reden und merkte erstaunt, dass ich von mir erzählen sollte. Was war denn bei ihnen in der Kindheit, wie war das Verhältnis zu den den Eltern usw.
Und kein Wort über diese miese Ratte?!
Nein, es gab ihn, aber er war unwichtig, weil er nur ein Wegweiser war. Für mich. Es hätte auch ein anderer sein können, der dasselbe Muster auslebt.
Das war eine heilsame Erkenntnsi, dass er als Person nicht weiter wichtig war. Er war wie er war und wenn er selbst leidet, muss er sich darum kümmern und nicht ich. Ich habe ja genug mit mir zu tun.
Zitat von merretich: Ich denke sogar, dass das Thema bei Liebesbeziehungen oft beide betrifft. Ich habe rückblickend auch schon "heiss-kalt" agiert, einfach weil mich etwas hingezogen hat zu dem Mann, aber ich gleichzeitig durch etwas andres an ihm massiv abgestossen wurde oder ins Zweifeln kam. Nicht aus böser Absicht. Aber weil da in mir selbst was nicht klar und geordnet war. Neulich habe ich zufällig einen Exfreund wieder getroffen. Und ich hatte das Gefühl, ihn zum ersten Mal als das sehen zu können, was er ist. Im Guten wie im Schwierigen. Statt als Projektionsfläche für meine Idealisierung und meine Erwartungen, was er vor paar Jahren war.. Das hat etwas befreiendes und man merkt, dass man auch selbst nicht immer so klar war, was man sich vom anderen gewünscht hätte.
Geht mir genauso. Ich schau ihn an wie eine weiße Wand. Er war nicht so toll wie ich ihn fand, er war ja selbst mit sich im Unreinen und hatte keinen Bezug zu sich. Er hatte es schlechter, denn er erinnerte sich kaum an seine Kindheit. Die hatte er verdrängt und vergessen - zu schmerzhaft. Vielleicht hat er die Erinnerung wiedergefunden, vielleicht nicht.
Eine Beziehung ist ja immer eine Wechselwirkung. Der eine agiert, der andere re-agiert und dann dreht sich das um. Wir nehmen so viele Signale des Partners wahr, die wir gar nicht in Worte fassen können. Aber die Signale wirken auf uns, mehr als 100 Worte die ja oft nur dahingesagt werden oder sogar in böser Absicht gesagt werden, um den anderen zu verletzen und zu demontieren.
Daher fühlen wir ja oft wenn sich beim Partner was ändert. Wir erspüren es und deuten unbewusste Signale die eine Botschaft sind. Im Guten wie im Schlechten. Dafür braucht es oft keine Worte, wir spüren es unbewusst.
Liebe Vapiano, es liegt viel Arbeit vor Dir, aber die tust du für Dich. Damit du wieder in deine Mitte findest und wieder zuversichtlich in die Zukunft schaust. Aber erst Mal musst du heiler werden und das dauert, weil beim Menschen nichts schnell geht.
Aber das macht nichts, es ist ja Zeit genug da.
So und jetzt ab nach Hause. Ich habe einen Bärenhunger und freue mich auf was zu essen. Auch solche Kleinigkeiten können Freude machen, man muss sie nur sehen wollen.
Verbanne den Typen aus deinem Leben, der hat seine Funktion erfüllt und damit ist es genug. Und lerne mal dich selbst lieber zu haben. Wer sich schätzt, lässt sich nicht schaden und mies behandeln.