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Dominanter Partner

DieSeherin
Zitat von Vapiano2013:
Ich habe mich gedanklich wirklich permanent seit vielen Monaten schon mit der Beziehung beschäftigt, in einer ängstlichen verunsicherten Art und Weise habe ich mich gefragt ob unsere Beziehung tragfähig ist, wie er diese oder jene Verhaltensweisen meint, wie ich sie zu deuten habe, ob ich überreagiere, ob ich etwas falsch gemacht haben könnte, wie er wohl denken könnte, was er erwarten könnte usw. Das ging so weit dass vieles anderes über diesem grübeln in de Hintergrund trat, zum Beispiel mein eigenes Wohlbefinden


genau das sollte dir aber ein deutliches zeichen dafür sein, dass er kein partner an deiner seite ist, der eine beziehung auf augenhöhe, liebevoller zugewandtheit und einer gewissen verbindlichkeit mit dir angestrebt hat.

Zitat von Vapiano2013:
Nur zuletzt wurde das weniger. Aber das nahm er mir ja dann auch übel.


tja - und das unterstreicht mein oben gesagtes nochmal.

x 1 #316


M
Zitat von Vapiano2013:
Ich habe mich gedanklich wirklich permanent seit vielen Monaten schon mit der Beziehung beschäftigt, in einer ängstlichen verunsicherten Art und Weise

Das kenne ich allzu gut. Ich war auch so in einer früheren Beziehung, wo er über Nähe und Distanz bestimmte und ich in diesen Strudel von heiß und kalt katapultiert wurde.
Er erledigte dann die Trennung und ich war erst mal fertig. Wo ist meine Perspektive? Was sollte ich ohne diesen wunderbaren Menschen (nachträglich idealisiert man ihn dann noch anstatt eine Dankeskerze anzuzünden? Was hatte ich nicht alles getan für ihn? Wie oft hatte ich seine Zurückweisung ertragen und war gekuscht und hatte mich damit selbst verrraten? Wie oft über seine Unzulänglichkeiten hinweg gesehen und ihn entschuldigt mit seiner schwierigen Kindheit?

Ich kam mir ausgenützt und weggeworfen vor. Alles hatte ich versucht, um einen bindungsfähigen Menschen aus ihm zu machen, dabei war ich selbst nicht sehr bindungsfähig. ich war nur der passive Bindugungsvermeider, der sich an so einen Mann gehängt hatte, weil mein Unterbewusstsein wohl schon gleich am Anfang witterte, dass es mit ihm nichts wird.
Ich konnte mich ja "gefahrlos" nach ihm sehnen, mich an ihn hängen bzw. das zu versuchen, eben weil er immer der autarke Teil blieb, der selbst über sich und seine Pläne entschied. Mein Unterbewusstsei lehnte sich bequem zurück und sagte sich, soll sie ich ruhig an ihm abarbeiten, soll sie ruhig weinen und traurig sein, ständig an ihn denken und 1000 Ängste um ihn ausstehen. Das tut mir ja nichts, denn es gibt keine Bindung.
Auf der bewussten Ebene spürte ich nur den Schmerz, die Sehnsucht, den Drang ihm zu gefallen und ihm hinterher zu hoppeln. Es war so erbärmlich.

Was hatte ich mich klein gemacht, was war mir alles unwichtig geworden, weil es nur ein Thema für mich gab. Was juckten mich Freundinnen, wo ich doch diese einzigartigen Probleme hatte. Und was war ich innerlich arm geworden, weil mich nicht mehr viel interessierte.

Es dauerte da rauszukommen, aber wenn man sich Zeit lässt, gelingt das auch. Die Ablösungsphasen waren auch nicht schön, die kamen, als die Heulphase am Ablklingen war, aber es stellte sich Wut ein.
Und dann ging ich zu einem PT und vieles von dem, was er mir sagte, wusste ich, aber ich hatte es nicht in Verbindung zu mir gesehen. Und dann kam mit der Zeit eins ums andere. Ich erinnerte mich an meine Mutter, an die Ängste die ich damals schon ausgestanden hatte, an die innere Einsamkeit die ich oft verspürte. Die Ängste waren uralt, nur die Darsteller änderten sich.

Und dann merkte ich, dass ich ja nur einen geringen Selbstwert hatte und mich immer in Frage stellte. Und das behob ich dann mit Selbstpflege. ich lobte mich für manche Dinge und wenn die Kobolde mir wieder einflüstern wollten, dass ich ja doch nur ungenügend bin, schickte ich sie weg. ich wollte das nicht mehr denken. Das kann man richtig üben und das verfestigt sich dann auch.

Und er? Rückte mehr und mehr in den Hintergrund, Kontakt war abgestorben, ab und an sah ich ihn, aber immer nur dienstlich. Wir grüßen uns wenn wir uns sehen, nicht mehr und nicht weniger. Kein Bedarf mit ihm über irgendwas zu sprechen. Und ihm geht es wohl genauso. Er ist mir heute egal und das ist ein gutes Gefühl. Ich bin weg von ihm und das ist prima.

Mit der Zeit kam die Lebensfreude wieder und ich merkte, wie viel ich doch im Leben hatte und dass das alles wertvoll war. Ich lernte das Leben wieder zu leben und zu schätzen. Und heute geht es mir besser, viel besser als damals.

ich werde mich nie mehr einem Mann zuliebe aufgeben, das weiß ich. Ich bin auch realistischer geworden.

Kümmere Dich um Dich und dann ist dir geholfen.

x 3 #317


A


Dominanter Partner

x 3


M
Zitat von Margerite:
Das kenne ich allzu gut. Ich war auch so in einer früheren Beziehung, wo er über Nähe und Distanz bestimmte und ich in diesen Strudel von heiß und kalt katapultiert wurde. Er erledigte dann die Trennung und ich war erst mal fertig. Wo ist meine Perspektive? Was sollte ich ohne diesen wunderbaren Menschen ...

Manchmal denke ich fast dass wir durch so etwas hindurch gehen müssen, um endlich an den Schmerz und die Erkenntnisse zu kommen, die zuvor (in vorheriger Beziehung, Jugend oder kindheit) nicht gefühlt und ausgedrückt werden durften oder konnten, weil kein Raum oder Zeit oder Person dafür da war oder man es sich aufgrund von Abhängigkeit schlicht nicht leisten konnte, hinzusehen und hinzufühlen.
Vielleicht sind es sogar Muster und Gefühle unserer Vorfahren (Epigenetik), die diese nie zugelassen oder bewusst angesehen haben...und die man auf der Suche nach Heilung durch einen neuen "Hauptdarsteller" reaktiviert.
Wenn jemand, der mich mal wahnsinnig gemacht hat, mir im besten Sinne egal ist- also ich ihn/sie nicht mehr verändern will, nicht mehr wütend oder traurig bin und mich selbst auch nicht mehr anpassen will- dann weiss ich, dass ich es hier geschafft habe. So ist es wohl auch bei Dir.
Ich denke sogar, dass das Thema bei Liebesbeziehungen oft beide betrifft. Ich habe rückblickend auch schon "heiss-kalt" agiert, einfach weil mich etwas hingezogen hat zu dem Mann, aber ich gleichzeitig durch etwas andres an ihm massiv abgestossen wurde oder ins Zweifeln kam. Nicht aus böser Absicht. Aber weil da in mir selbst was nicht klar und geordnet war. Neulich habe ich zufällig einen Exfreund wieder getroffen. Und ich hatte das Gefühl, ihn zum ersten Mal als das sehen zu können, was er ist. Im Guten wie im Schwierigen. Statt als Projektionsfläche für meine Idealisierung und meine Erwartungen, was er vor paar Jahren war.. Das hat etwas befreiendes und man merkt, dass man auch selbst nicht immer so klar war, was man sich vom anderen gewünscht hätte.

x 2 #318


Vapiano2013
@Margerite krass wie du das beschreibst. Und was ist aus ihm geworden?

#319


S
@merretich
Dieser Beitrag von dir tut mir wirklich gut. Ich habe durch meine ExBeziehung wirklich alle meine schmerzhaften Kindergefühle wieder erlebt, im nachhinein wurde mir das bewusst. Ich habe mich gewundert, wie jemand genau das Verhalten zeigen konnte, wie ich es bei meinen Eltern erlebt hatte, mir gegenüber aber sie beide sich gegenüber auch. Für mich ist mein Exfreund in seinen Kinderschutzmechanismen gefangen. Das kann ich jetzt auch sehen. Vermutlich waren meine Eltern auch in solchen Schutzmechanismen gefangen. Über meinen Bindungsstil werde ich jetzt auch mal nachdenken. Ich dachte nämlich, dass wir keine echte Beziehung erreichen können, weil 300 km zwischen uns liegen.

x 1 #320


M
Zitat von Sincerite:
@merretich Dieser Beitrag von dir tut mir wirklich gut. Ich habe durch meine ExBeziehung wirklich alle meine schmerzhaften Kindergefühle wieder erlebt, im nachhinein wurde mir das bewusst. Ich habe mich gewundert, wie jemand genau das Verhalten zeigen konnte, wie ich es bei meinen Eltern erlebt hatte, mir gegenüber ...

Hmm realistisch gesehen sind 300 km auch - oder wären es zumindest für mich- ein Hindernis, ausser einer von beiden ist bereit umzuziehen, wenn man es wirklich verbindlich und nah möchte mit allem was dazugehört.

Ich persönlich habe die Theorie, dass im Durchleben und Zulassen solcher Gefühle tatsächlich die grösste Macht liegt. Denn jedes Gefühl- egal wie schlimm es ist- hört auch mal wieder auf.

Ich habe das auf die harte Tour lernen müssen, da ich als kleines Kind sowohl sex. Gewalt (Vater) als auch emotionale Gewalt (Mutter) über Jahre hatte. Ansonsten war ich sowas wie ein Gegenstand für meine Eltern, den man benutzt um sich zu trösten oder für sonstwas, der aber ansonsten egal ist.

Jetzt in meinen Vierzigern habe ich das Gefühl, gescheiterte Beziehungen, Jobs oder Freundschaften gebraucht zu haben, um mich radikal von solchen missbräuchlichen und gleichzeitig vernachlässigenden Mustern abgrenzen zu lernen, als auch an den Schmerz zu kommen, den ich als kind einfach abgespalten hatte, weil ich es sonst schlicht nicht überlebt hätte.
Ich finde, dass es kein leichter Weg ist. Aber er gibt einem ein Stück weit seine Macht wieder. Zumindest mehr, als wenn man versucht, den anderen zu ändern (also den Partner, Vorgesetzten, Freundin oder whatsever).
Eine Situation zu analysieren ist für mich immer der Anfang. Den entsprechenden Gefühlen dann Raum zu geben ohne sie auszuagieren, ist dann das, was mir oft geholfen hat, mich von Ungesundem zu lösen.
Denn wer sich selbst spürt, spürt irgendwann auch wieder seine Grenzen. Und dann wird man handlungsfähig, statt im Kampf, Flucht oder Erstarrungsmodus zu bleiben. Und hat ausserhalb des Überlebensmodus dann auch einen realistischeren Blick auf das Gegenüber.

x 1 #321


S
@merretich
Ich weine gerade um das Kind, dessen Erfahrungen du gerade beschrieben hast. Es ist ja fast unmöglich, sich aus solch einem Schmerz wieder ins Leben zu holen. Und hast es geschafft! S.Gewalt habe ich nicht erlebt. Aber körperliche und emotionale Gewalt, emotionale Vernachlässigung, weil keine Spiegelung, Gefühle waren kein Thema, Manipulation, komplette Durchkonditionierung, ich war nur noch Marionette. Mein Weg ist auch der des Fühlens. In den 30`er habe ich gemerkt, dass ich mir das Leben abdrehe, wenn ich meine Gefühle nicht zulasse. Ich fühle alles zu Ende. Ich habe meine innere Stimme gesucht und ich glaube gefunden. Aber das, was ich jetzt erkannt habe, fehlte noch. Ich hoffe, ich habe dann alles Zwinkerndes Gesicht
Dein Weg ist enorm!

x 1 #322


M
Zitat von Sincerite:
@merretich Ich weine gerade um das Kind, dessen Erfahrungen du gerade beschrieben hast. Es ist ja fast unmöglich, sich aus solch einem Schmerz wieder ins Leben zu holen. Und hast es geschafft! S.Gewalt habe ich nicht erlebt. Aber körperliche und emotionale Gewalt, emotionale Vernachlässigung, weil keine Spiegelung, ...

Danke Dir! Naja, manchmal hat man keine Wahl 😜
Und ich lerne immer noch und ertappe mich auch immer mal wieder in alte Muster zu rutschen. Aber ich erkenne es schneller und reagiere immer besser. Dafür lohnt es sich alt zu werden finde ich. Auch wenn man es dann irgendwann schafft, sich doch an vielen Tagen friedlich zu fühlen und im Reinen mit dem, was war oder ist.
Einen schönen Abend Dir!

x 1 #323


M
Zitat von Vapiano2013:
Und was ist aus ihm geworden?

Das ist mir richtig gehend sch... egal. Keine Ahnung. Er trägt wohl einen Ehering, vielleicht hat auch er dazu gelernt und gemerkt, dass sein Verhalten, jede Partnerin zu vertreiben, auch keine Lösung für ihn ist. Es interessiert mich nicht, es ist mir herrlich gleichgültig. Ich frage nicht nach ihm, ich frage nicht ihn - wozu auch. Noch heute fühle ich Erleichterung, dass er weg ist und weg bleibt. Und wenn er morgen sterben würde? Vielleicht würde ich ein paar Blumen hinlegen, aber wahrscheinlich nicht. Ich glaube, ich würde nicht mal auf seine Beisetzung gehen. Er lebt, das weiß ich und mehr brauche ich nicht zu wissen.

Das Wichtigste ist, dass ich mein Leben wieder gefunden habe, in dem Männer wie er keinen Platz mehr haben. Wenn Du Dich nicht mit Dir selbst auseinander setzt, leidet Deine Seele weiter, denn du hast den Schmerz von damals, das Vermissen nicht aufgelöst, sondern nur verschoben. In Regionen, wo du sie nicht mehr spürst. Die Seele sagt sich, jetzt habe ich ihr doch genau gezeigt, was ich brauche, aber sie kümmert sich ja nicht. Sie lebt nur weiter und tut als ob nichts gewesen wäre. Was damals an Schmerz in mir war, interessiert sie nicht.
Nun gut, ich kann nicht direkt zu ihr sagen, Vapiano bitte hör mich auch mal an. Mein Mittel ist die Wiederholung. Und dann kommt eines Tages wieder so ein Mann daher, der dich hinhält, niederträchtig mit dir umgeht und dich vereinnahmt.

Die Seele kennt nur die Wiederholung. Was du früher an schmerzhaften Dinger erlebt hast, das lebt weiter in dir. Solange bis du bereit bist, das anzunehmen und halt nochmals 1000 Tränen zu vergießen. Aber dieses Mal über dich und diese Tränen sind dann nicht umsonst.
Hol diese Dinge auf die bewusste Ebene. stell dich ihnen und schau sie an. Das ist das. was deine Seele will- Dass du sie zur Kenntnis nimmst, mit ihr lebst und dass du dadurch lernst, dass es deine Verantwortung ist, wie du mit dir umgehst. Selbstfürsorge ist eine ganz wichtige Sache. Wer das nicht lernt, dass er gut mit sich umgehen muss, der sucht nach anderen, die einem ein gutes Gefühl der Akzeptanz geben. Wie dauerhaft und verlässlich das ist, siehst du ja.

Du bist jetzt an der Reihe und der Typ ist sowas von egal. Der muss weg, aber er war auch wichtig. Denn er zeigt dir ja, was du nötig hast. Pflege, Selbstachtsamkeit, Selbstliebe - das ist alles. Dann brauchst du solche Männer wie ihn nicht mehr, weil du in dir zu Hause bist.

Und dann ist auch Platz in deinem Leben für einen anderen Partner, aber einen, der dich schätzt und auf dich achtet und dem es nicht egal ist, wie es dir geht.

Es kann gut sein, dass wir auch ein Trauma der vorherigen Generation unbewusst übernehmen. Es ist erwiesen dass es das gibt. Dann ist es aber auch eine prima Sache, wenn jemand das Familiendrama mal auflöst.
Du musst das nicht ewig mit dir rumtragen, aber du kannst es in dein inneres integrieren und auf die bewusste Ebene holen und da ist es weitaus weniger schädlich, als wenn du von der unbewussten Ebene dirigiert wirst.

Es ist alles in dir da, du musst es nur nützen. Perfekt wird keiner von uns, aber die Selbstquälerei muss aufhören, denn dafür gibt dir keiner was.

Nimm an, was Du ertragen musstest und fühle ruhig den Schmerz nochmals. Das macht nichts, ist sogar heilsam, denn du tust es dann für dich.


Zitat von merretich:
Manchmal denke ich fast dass wir durch so etwas hindurch gehen müssen, um endlich an den Schmerz und die Erkenntnisse zu kommen, die zuvor (in vorheriger Beziehung, Jugend oder kindheit) nicht gefühlt und ausgedrückt werden durften oder konnten, weil kein Raum oder Zeit oder Person dafür da war oder man es sich aufgrund von Abhängigkeit schlicht nicht leisten konnte, hinzusehen und hinzufühlen.

So erklärte es mir auch seinerzeit mein PT. Der Schmerz ist nicht weg, er wurde nur vergraben, wo man ihn vermeintlich nicht mehr spürt. Das hiflt aber nichts, denn er bahnt sich doch seinen Weg und schickt uns in die Wiederholung, bis wir bereit sind zu lernen.


Zitat von merretich:
Vielleicht sind es sogar Muster und Gefühle unserer Vorfahren (Epigenetik), die diese nie zugelassen oder bewusst angesehen haben...und die man auf der Suche nach Heilung durch einen neuen "Hauptdarsteller" reaktiviert.

Es ist erwiesen, dass sich Traumen vererben. Nur die Darsteller ändern sich. Ich staunte nicht schlecht als ich beim PT war. Ich wollte über ihn reden und merkte erstaunt, dass ich von mir erzählen sollte. Was war denn bei ihnen in der Kindheit, wie war das Verhältnis zu den den Eltern usw.
Und kein Wort über diese miese Ratte?!
Nein, es gab ihn, aber er war unwichtig, weil er nur ein Wegweiser war. Für mich. Es hätte auch ein anderer sein können, der dasselbe Muster auslebt.
Das war eine heilsame Erkenntnsi, dass er als Person nicht weiter wichtig war. Er war wie er war und wenn er selbst leidet, muss er sich darum kümmern und nicht ich. Ich habe ja genug mit mir zu tun.


Zitat von merretich:
Ich denke sogar, dass das Thema bei Liebesbeziehungen oft beide betrifft. Ich habe rückblickend auch schon "heiss-kalt" agiert, einfach weil mich etwas hingezogen hat zu dem Mann, aber ich gleichzeitig durch etwas andres an ihm massiv abgestossen wurde oder ins Zweifeln kam. Nicht aus böser Absicht. Aber weil da in mir selbst was nicht klar und geordnet war. Neulich habe ich zufällig einen Exfreund wieder getroffen. Und ich hatte das Gefühl, ihn zum ersten Mal als das sehen zu können, was er ist. Im Guten wie im Schwierigen. Statt als Projektionsfläche für meine Idealisierung und meine Erwartungen, was er vor paar Jahren war.. Das hat etwas befreiendes und man merkt, dass man auch selbst nicht immer so klar war, was man sich vom anderen gewünscht hätte.

Geht mir genauso. Ich schau ihn an wie eine weiße Wand. Er war nicht so toll wie ich ihn fand, er war ja selbst mit sich im Unreinen und hatte keinen Bezug zu sich. Er hatte es schlechter, denn er erinnerte sich kaum an seine Kindheit. Die hatte er verdrängt und vergessen - zu schmerzhaft. Vielleicht hat er die Erinnerung wiedergefunden, vielleicht nicht.

Eine Beziehung ist ja immer eine Wechselwirkung. Der eine agiert, der andere re-agiert und dann dreht sich das um. Wir nehmen so viele Signale des Partners wahr, die wir gar nicht in Worte fassen können. Aber die Signale wirken auf uns, mehr als 100 Worte die ja oft nur dahingesagt werden oder sogar in böser Absicht gesagt werden, um den anderen zu verletzen und zu demontieren.
Daher fühlen wir ja oft wenn sich beim Partner was ändert. Wir erspüren es und deuten unbewusste Signale die eine Botschaft sind. Im Guten wie im Schlechten. Dafür braucht es oft keine Worte, wir spüren es unbewusst.

Liebe Vapiano, es liegt viel Arbeit vor Dir, aber die tust du für Dich. Damit du wieder in deine Mitte findest und wieder zuversichtlich in die Zukunft schaust. Aber erst Mal musst du heiler werden und das dauert, weil beim Menschen nichts schnell geht.
Aber das macht nichts, es ist ja Zeit genug da.

So und jetzt ab nach Hause. Ich habe einen Bärenhunger und freue mich auf was zu essen. Auch solche Kleinigkeiten können Freude machen, man muss sie nur sehen wollen.
Verbanne den Typen aus deinem Leben, der hat seine Funktion erfüllt und damit ist es genug. Und lerne mal dich selbst lieber zu haben. Wer sich schätzt, lässt sich nicht schaden und mies behandeln.

x 2 #324


S
@merretich
Mein Exfreund hat mich mal gefragt, warum ich diesen Weg gehe. Ich antwortete, wenn ich nur an meinem letzten Tag es geschafft haben sollte, wirklich frei und ich selbst zu sein, dann hat es sich gelohnt. Dir auch einen schönen Abend!

x 1 #325


S
@Margerite
Du hast es nicht für mich geschrieben. Aber ich danke dir dennoch. Alles, was du geschrieben hast, kann ich auch für mich gebrauchen. Ich sehe es auch so. Aber ich habe noch nicht die Worte, um alles, was in mir kursiert, auszudrücken. Aber ich fühle mich in meinen Erkenntnissen durch dich bestätigt.
Liebe @Vapiano2013 bitte versuche alles, was die beiden versuchen dir mitzuteilen, zu verstehen. Das ist der Weg raus aus dem Schmerz, auch wenn er zwischendurch schmerzhaft wird. Das wird nachlassen. Gefühle sind endlich. Dann kommen neue, andere. Die sind auch endlich. Irgendwann lässt es nach. Wenn es zu viel wird, wird die Seele von alleine die Reisleine für eine Pause ziehen. Es kommt nur so viel, wie man aushalten kann. Für mich ist es mittlerweile "nur" Schmerz. Er bringt mich nicht um. Danach bin ich mir wieder ein Stück näher, freier und mehr ich selbst. Trau dich. Hier sind viele gute Leute, die dich außerdem auffangen können.

#326


O
@Sincerite Dann schweige ich ...

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S

O
@Sincerite Ich lasse keine Spielchen mehr zu.

Auge in Auge ... und mit dem Instinkt einen Menschen annehmen ...dafür ertrage ich so manche Peinlichket !

x 1 #329


S
@Opposite
Das ist eine gute Entscheidung, keine Spielchen mehr zuzulassen. Die instinktive Erfassung eine Menschen kann ich auch verstehen. Aber dabei ist nichts Peinliches, aus meiner Sicht zu mindest.

#330


A


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