Tamaraaaa
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nun mache ich doch nochmal einen Thread. Habe oft das Gefühl, es ist ein Gemisch zwischem allem, was wir geschrieben wird. Anfang letzten Jahres habe ich schonmal etwas verfasst. Damals, das Ende des Dramas und doch ein Neuanfang dessen.
Letztes Jahr erfuhr ich vor der Tür von der Mutter meines Ex- Freundes, dass er mit einer anderen Frau zusammenlebt und dementsprechend ein Doppelleben führte. Wie weit das ganze noch darüber hinausging, erahnte ich nicht mal in meinen Träumen. Wir haben bis dahin viel zusammen erlebt und er war Teil meiner Jugend. Dennoch gab es auch Zeiten von Misstrauen, Verletzungen, Erwartungen. Es folgte daraufhin 1 Jahr lang kompletter Kontaktabbruch. Ein Ende ohne Ende eigentlich. In diesem Jahr fand ich zu mir, ging zu einer systemischen Beratung, erholte mich von dem Schrecken. Trotzdem dachte ich oft daran und daran, dass die andere Frau keinen blassen Schimmer hatte. Ich fragte nach dem Warum, worauf ich natürlich keine Antwort bekam.
1 Jahr danach. Wir hatten plötzlich wieder Kontakt und ja, wir kamen uns auch körperlich nahe. Da war es wieder. Dieses Gefühl. Das berauschende Gefühl. Es war das Spiel mit dem Feuer. Ich verurteile mich heute selber dafür, dass ich mich auf ihn einließ obwohl ich wusste, dass er eine Freundin hat. Sie wusste noch immer nichts davon. Zuerst waren es nur Gespräche. später mehr. während unserer ganzen Zeit habe ich das Gefühl gehabt, er spaltet komplett ab. Er gab nichts preis, er spaltet seine Freundin komplett von uns ab. Er sagte mir "wir". Aufgrund meines Bauchgefühls, einem ewigen Nähe- Distanz Spiel, setzte ich ihn vor die Wahl. Immer und immer wieder redeten wir. Innerlich wusste ich wo das enden würde. Ich wusste wie er sich entscheiden würde und das schmerzte. Doch ich stellte mir auch immer die Frage, wollte ich ihn wirklich? Zu 1000%? Wollte ich einen Mann, der mich mit großer Wahrscheinlichkeit auch betrügen würde, so wie er es tat?
Ich machte einen Aufstellung und ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke, was diese bewirkte. In dieser Aufstellung mit allen Fakten auf dem Tisch, habe ich mich plötzlich frei gefühlt. Ich spürte Heilung. Ich spürte den wahren Kern. Er hatte sich schon davor entschieden. Wir brachen den Kontakt schon davor ab.
Letzte Woche Mittwoch gegen halb 10.
Ein Anruf, eine Nummer auf dem Handy. Seine Freundin. Sie hat es erfahren. Durch Bilder, Nachrichten etc. Sie war ruhig und doch zittrig. Er war im Hintergrund. Ich wusste garnicht, was ich sagen sollte. Sie wollte es wissen und ich erzählte ihr, das wir uns seit 9 Jahren kennen und auch eine Zeit zusammen hatten (ebenso das ich bis letztes Jahr nichts von ihr wusste).
Als sie mir sagte, dass die beiden bereits seit 5 Jahren zusammen sind, konnte ich kaum noch atmen. Ich fuhr noch am selben Abend zu ihnen.
Da saßen wir nun. Zu dritt an deren Küchentisch. Eine schöne Wohnung hatten sie zusammen. -H-, sagte kein einzigen Ton. Die ganze Zeit über fühlte ich mich wie eine Therapeutin für die beiden. Vermittelte, blieb rational. Er war die ganze Zeit im Kampf mit mir. Ich spürte das an seinen Blicken und Worten, wenn er welche sagte.
Er sagte mir vor seiner Freundin, dass er mich nie geliebt hat, hasst und nur das Eine wollte. Es schmerzte.
Seine Freundin saß da wie ein Häufchen Elend und er erklärte mich als die Irre (das hat er schon oft gemacht/versucht).
Sogar seine Mutter hat am selben Abend für ihn gelogen!
Ich wollte uns etwas Zeit an der frischen Luft geben und nahm sie deshalb und wir gingen raus.
Unten an der Tür hielt sie ihm sogar noch die Tür auf und wartete. Daran sah ich -alles- . In fast all unseren Gesprächen ging es nicht um ihn, sondern um ihre kindlichen Erfahrungen und Prägungen mit ihren Eltern, denen sie sich ausgeliefert fühlt.
Ihre Mutter gab ihr selbst die Schuld daran, dass H so reagiert, wie er reagiert.
Ein Vorzeigemensch, den alle liebten und mochten. Doch hinter den Kulissen missbrauchte er die Gefühle zweiter Frauen.
Wieder oben, erzählte sie mir über Kinder, Haus, was sie wollten. "Sie wolle doch ein Baby mit ihm".
In dieser ganzen Zeit ging alles wie in einem Film vor mir ab. Als wäre ich nicht Teil der Geschichte obwohl ich es war. Keine Würdigung , von ihm nur Entwertung. Ich habe ihn geliebt, sehr geliebt. Bevor das geschehen ist, befasste ich mich sehr mit dem Thema Narzissmus, narzisstischen Missbrauch und all das, was damit zusammenhängt. Er war Ebenbild dessen, was ich selbst früher erlebt habe.
An diesem Abend kämpfte er um sie. Ließ mich auch mit ihr alleine. Natürlich, ich tröstete sie.
Was war mit mir, wo bin ich?
Diese Frage stellte ich mir die Tage darauf und fiel in ein tiefes Loch. Habe mich selbst betrogen und nicht gesehen, nicht geschützt. Habe ich mich als Auffängerin geopfert. Die ganzen Jahre, als Affäre. Als Ablageort von Problemen einer anderen Beziehung.
Ich kann wieder klar denken aber erst nachdem ich einige Tage später heulend zusammenbrach, weil es raus musste. All die Trauer, all die Wut, all der Schmerz.
Sie bleibt bei ihm. Ich bleibe zurück.
Gerade komm ich doch ein wenig zu mir, reflektiere meine Anteile, warum ich mich darauf eingelassen habe, was ich mir selbst wert bin, was ich von einer Beziehung erwarte, wo ich im Leben stehe und mit jemanden stehen möchte?
Am Anfang war ich sehr bei der Freundin, wieso sie bei ihm bleibt, Abhängigkeiten, das Gefühl, er hat alles was er wollte, für ihn ändert sich nichts aber auch Konkurrenzdenken, Vergleiche.
Aber. will man so einen Mann? Will ich so einen Mann, der ganze 5 Jahre Menschen belügt und aufs tiefste manipuliert?
Nein.
