Silence737
Mitglied
- Beiträge:
- 210
- Themen:
- 4
- Danke erhalten:
- 324
- Mitglied seit:
Nachdem ich hier meine Geschichte niedergeschrieben habe und so viele tolle Ratschläge erhielt, würde ich gerne ein neues Thema aufmachen.
Ich reflektiere mich gerade sehr intensiv selber und stoße auf gewisse Muster, denen ich immer wieder begegne. Und das möchte ich ändern.
Mein Problem ist, dass ich eine wahnsinnig gute Intuition habe und recht schnell merke, wenn was nicht ok ist.
Bei mir entwickelt sich dann recht schnell ein Fluchtreflex, um mich selber zu schützen.
So weit so gut.
Dann aber, wenn ich mich beruhige und drüber nachdenke, Zweifel ich meine Entscheidungen an und verfalle in eine Art bereuen.
Ab dem Punkt hinterfrage ich meine Handlungen und werde inkonsequent.
Ich mag mich so nicht und möchte das unbedingt ändern. Dazu müsste ich aber selber erstmal wissen, ob ich mir und meiner Intuition tauen kann.
Gut nachzulesen, ist das in meinem vorherigen Thema.
Mein Ex löste derartige fluchtreflexe aus, aber ich blieb nachhaltig nicht konsequent. Er fing mich immer wieder ein und all das endete in wahnsinnigem Drama und liebeskummer.
Bis heute erhalte ich noch subtile Kontaktaufnahmen, die mich gedanklich immer wieder zurückwerfen.
Irgendwann lernte ich über Tinder einen Mann kennen. Es war oberflächliche Schreiberei, die irgendwann im Sande verlief.
Irgendwann, nachdem mein Ex wieder ne Aktion brachte, schrieb der Mann mich erneut an und fragte nach einem Spaziergang.
Ich willigte ein und war sehr positiv überrascht. Wirklich. Damit hatte Ich so gar nicht gerechnet.
Es verlief so gut, dass wir uns am gleichen Abend bei ihm wiedertrafen.Ja ich weiß, dass man das nicht macht, aber Corona lässt nicht viel zu und meine Einsamkeit machte es nicht besser.
Ich war frisch getestet und es war sein erster Tag nach 14 tägiger Quarantäne.
Ich kannte seine Arbeitsstelle, seinen kompletten Namen, seine Adresse gab ich via Standort meiner Freundin weiter.
Der Abend war top! Super Gespräche, viel Humor, Erzählungen Etc. Dass er Lovebombing wie aus dem Buche betrieb, fiel mir sehr wohl auf, ich ignorierte das aber gekonnt, da ich genau das leider nach dieser bestialischen Trennung brauchte.
Es kam wie es kommen musste. Wir landeten im Bett.
Am nächsten Tag bin ich heim und dachte mir: ok das wars.
War es aber nicht. Es ging dann erst richtig los. WA Tag und Nacht. Ewige Gespräche, geplante Treffen. Leider musste ich nach ein paar Tagen in Quarantäne, da ich Kontakt zu einem
Infizierten hatte.
War weniger schön über die Feiertage.
Aber er war da. Stellte mir Einkäufe vor die Türe. Stundenlange Telefonate, etc.
Es fielen Sätze wie, er sei verliebt, möchte viel mit mir erleben, möchte meine Freunde und Familie kennenlernen etc. Und umgekehrt.
Mir war das fast Zuviel und ich hatte Schwierigkeiten das alles zu erwidern. Lies mich aber drauf ein und genoss es.
Dann der Klassiker. Plötzlich hörte er auf.
Das meldeverhalten und auch der Inhalt veränderte sich massiv. Ständig online
Ich passte mich an und wollte mir das mal ansehen. Ich bin mit Lovebombing und dem eingerigen Verlauf vertraut, da ich mich da mal intensiv eingelesen habe.
Aber ich wollte nicht glauben, dass es mir selber passiert. Der Mann ist Mitte 50, in erfolgreicher Position. Ich wollte das einfach nicht wahrhaben. Dann folgten weitere Klassiker:
Ich konfrontierte ihn, er sagte es sei alles ok. Die Story liest man hier, so oder so ähnlich, so oft und plötzlich war ich mittendrin.
Ich zog mich auch zurück, was ihm nicht gefiel. Dann kam wieder mehr, aber der Flow war weg. Irgendwann setzte mein Verstand ein. Ich schrieb ihm, dass ich von Achterbahn nichts halte und mich entsprechend jetzt rausziehe. Danach und hier beginnt mein Muster - blockierte ich ihn um mich zu schützen.
Er reif dann mehrfach anonym an und wollte mit mir sprechen. Ich ließ mich darauf ein und versuchte mich zu erklären und war recht ehrlich, auch in meiner Annahme was er da mit mir veranstaltet und das mir das nicht gefällt.
Er entschuldigte sich und ich mich ebenfalls für mein extremes Verhalten. Aber der Wurm war nach wie vor drin.
Nach der Quarantäne sahen wir uns und wurden wieder intim. Danach meldete er sich fleißig aber ich fühlte mich nicht gut. Ich war verletzt und verwirrt, da seine Worte nicht mehr zu seinen Taten passten.
Ich sprang erneut ab. Meine roten Fahnen waren mittlerweile roter als rot und ich dachte mir nur : ich muss hier raus. Also ging ich erneut. Er war sauer. Zu recht? Zu unrecht? Ich weiß es nicht.
Über Silvester entstand erneuter, vorsichtiger Kontakt, der zu einem intensiven, ehrlichen Telefonat führte.
Ich wollte ihn mal wieder was kommen lassen und zwei Tage später erhielt ich Vorwürfe, dass von mir nichts käme. Von ihm kam aber auch nichts und ich war mittlerweile so verunsichert.
Dann schrieb er mir recht respektlos, dass er auf sowas keinen Bock habe und verabschiedete sich recht bockig. Ich rief ihn an und das Gespräch war dann recht gut.
Ich sagte dass ich für halbe Sachen nicht zu haben bin und er doch bitte mal in sich gehen soll was er denn eigentlich (von mir) will.
Irgendwie eskalierte das dann erneut und ich sagte dann letztmalig, dass ich das so nicht will, eine so verkorkste kennenlernphase nichts gutes bedeutet und mich jetzt ein für alle mal rausziehe. Daraufhin wurde ich komplett überall blockiert.
Und jetzt sitze ich hier wie ein Ochse vorm Berg und frage mich immer wieder, was hier eigentlich passiert ist.
Dass das Ding durch ist, ist klar. Das war sowas von verrückt und anstrengend und hat null Basis. Ist mir bewusst.
Aber ich würde gerne meine eigenen Anteile finden und angehen. Dass ich nicht richtig bzw. überstürzt gehandelt habe, ist klar.
Aber ich erkenne halt Parallelen zu meiner Ex Partnerschaft und denke schon dass da einiges an mir liegen muss.
Kurz gefasst ist es so:
Ich lerne einen Mann kennen und alles ist schön. Plötzlich vernehme ich Situationen die grenzüberschreitend sind und fühle dass ich das so nicht möchte. Ich kommuniziere das und wenn sich das nicht ändert, gehe ich recht resolut. Bis hierhin eigentlich ganz gesund. Das Problem ist nur, dass ich nicht konsequent dabei bleibe und mich einfangen lasse. Mein gegenüber verliert dann logischerweise den Respekt und somit verschiebt sich das Gleichgewicht gewaltig.
Meine Frage also an euch ist: liegt es an mir und meiner Angst vor Verletzungen? Bin ich zu streng mit mir und meinem gegenüber?
Ich würde mich freuen den ein oder anderen Input zu bekommen.
Denn das alles beschäftigt und belastet mich sehr.
Denn zurück bleibe ich immer wieder alleine mit dem Gedanken : du hast einen tollen Mann vergrault. .


