Verdünnung
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ich habe vor einiger Zeit im "Affären Topic" meine Geschichte niedergeschrieben, nur um kurz nochmal zusammenzufassen:
Meine Frau (31) und ich (36) sind seit 12 Jahren zusammen, haben sehr früh geheiratet und haben 2 Kinder (9 und 3). Letztes Jahr im Juni beichtete mir meine Frau, dass sie die letzten 20 Monate eine Affäre mit einem anderen Mann hatte, den sie auf einer Flirt/Chat Website kennengelernt hatte. Wie der dumme Zufall es wollte, trafen sich die beiden zufällig mal in der Stadt und da ging die Sache los. Alle 4-8 Wochen ein kurzes Treffen im Parkhaus, dazwischen wurde viel per Handy geschrieben. So ging das dann knapp 2 Jahre. Klar kamen Gefühle auf. Meine Frau erklärte es im Nachinein mit fehlender Zuneigung meinerseits, fehlendem Interesse an ihrer Person und dem Gefühl, dass sie und die Familie mir einfach nicht mehr wichtig sei...und dass sie wieder als Frau, als Einzelperson wahrgenommen wurde, nicht als Rolle der Ehefrau, Mama, etc.
Sie hat die Affäre dann spontan beendet, weil sie innerlich zerissen war. Das schlechte Gewissen plagte sie und es ging so nicht weiter, sie wollte keine Affärenfrau sein. Sie sehen sich auch nicht mehr - zumal seine Frau kurz danach ebenfalls von der Affäre ihres Mannes erfuhr. Da habe ich auch keine Bedenken mehr.
Klar war der Schock groß, ich hatte nicht ansatzweise eine Ahnung, was hinter meinem Rücken vorging (die Treffen waren immer gut geplant, bspw. nach einem Mädelsabend oder nachdem sie mit Kollegen was Trinken war und ich keinen Verdacht schöpfte, wenn sie dann etwas später heimkam). Aus irgendeinem Grund habe ich an ihr festgehalten. Meine Kinder waren mir sehr wichtig in dieser Zeit, ohne sie hätte ich gleich das Handtuch geworfen. Aber ich habe auch eine starke Zuneigung zu meiner Frau, denn mit ihren Anschuldigungen hatte sie ja irgendwie schon recht (ich habe sie immer geliebt, aber irgendwann vergessen, wie man es zeigt. Die Ehe dümpelte halt so vor sich her...)
Wir gehen auch seit ihrer Beichte zu einer Eheberaterin, die uns sehr viel über uns selbst gezeigt hat. Und es gibt Tage, Stunden, Momente, in denen ich weder über die Affäre nachdenke, noch das sie mir weh tut. Aber an anderen Tage weine ich sogar vor Trauer und Wut, auch jetzt noch nach einem 3/4 Jahr. Familienmäßig läuft wieder alles in seinen geordneten Bahnen und ich möchte das eigentlich auch nicht mehr missen. Allerdings kommen immer wieder Stimmen in mir auf, die mich fragen, wieso ich noch bei meiner Frau bleibe? Wieso ich mir den Schmerz antue? Aber allein die Gewissheit, dass ich meine Kinder nicht ständig um mich haben kann und dass ich meinen Lebensstandard nicht halten kann, bringen mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Und immer wenn ich mit meiner Frau streite und ihr verletzende Sachen an den Kopf werfe, tut mir das schnell sehr leid und wir weinen während wir uns einander festhalten...
Ich bin oft unglücklich über die Situtation in der ich mich befinde. Aber dann bin ich auch wieder glücklich und gelöst, wenn die dunkle Wolke für eine Weile weg ist. Erschwerend kommt hinzu, dass ich merke, dass wir zu früh Eltern geworden sind, zu früh Verantwortung trugen und dass ich in meinen jüngeren Jahren zuwenig erlebt habe. Ich hatte vor meiner Frau nur 2 Freundinnen, nur mit einer war ich überhaupt intim. Ich bin fast als Jungfrau in die Ehe gegangen, weil ich es für das richtige damals hielt. Heute mit 37 schaue ich zurück und bedauere meinen Lebensweg. Jetzt kommen zusätzlich die Gedanken auf, wieso nicht trennen und dann alles nachholen...? Irgendwo habe ich das Gefühl, sie hat es nicht anders getan (wenngleich aus anderen Gründen). Es gäbe keinen besseren Zeitpunkt als nach dem Mist, den meine Frau mir angetan hat. Niemand würde mir Vorwürfe machen, wenn ich sie verlassen würde. Aber es sträubt sich in mir. Ich habe das meiner Frau auch erzählt, sie meinte, ich solle mich austoben, wenn ich das bräuchte. Aber ich will das irgendwie nicht. Es fühlt sich falsch an.
Jetzt hadere ich mit meinen Gedanken. Bleiben und Durchstehen? Weiterziehen und auf neues Glück hoffen? Kann man eine Ehe nach so einer Belastung wieder kitten? Ich weiß es nicht...
Tat gut, mal meine Gedanken loszuwerden
