Zitat von MissGeschick: und was gibt dir das Recht die TE dauernd anzugehen und abzuwerten? Practice what you preach Landylady!
Wie gesagt, ich war Ehefrau, zweimal. Und wenn ich mir solche anschaue wie die TE offenbar eine ist, dann bin ich heilfroh, nicht mehr im selben Topf landen zu müssen.
Ich habe z. B. die Ehefrauen der Männer gesehen, mit denen mein Mann beruflich Umgang hatte. Zerfressen vor Unsicherheit, Eifersucht und spießbürgerlichem Heile-Welt-Repräsentationswahn, ohne eigene Meinung, nur Anhängsel ihrer Männer, nicht berufstätig und entsprechend frustriert. Das traf mehr oder weniger auf alle diese Frauen zu. Deshalb empfand ich - jünger, stets voll berufstätig - diese Frauen als hirnamputiert und schämte mich direkt, eine von denen zu sein bzw. als eine von denen wahrgenommen zu werden.
Ich weiß auch von dem Amtsbruder meines Mannes, von dem es hieß, er habe eine Geliebte. Als ich seine Ehefrau erlebte, konnte ich ihn ansatzweise verstehen. Die Geliebte verstand ich schon weniger, aber das ist Geschmackssache.
Am wenigsten Sympathie oder Verständnis hatte ich für die Ehefrau. Denn die hatte mit der Heirat ihre Berufstätigkeit aufgegeben, "um Ehefrau und Mutter zu sein", und sich damit von ihrem Mann abhängig gemacht. Im Grunde tat sie demnach nichts anderes als jede H.ure: Um ihre Existenz zu sichern, machte sie die Beine breit, wenn auch nur für
einen Mann.
Derweil sie mir ihre Art zu leben als das Maß der Dinge darzustellen versuchte, sah ich ihr Gesicht: den frustriert verkniffenen Mund, den Blick, mit dem sie ihren Mann maß.
Ich sah auch ihre Körperhaltung. Gegenüber ihrem Mann: schwankend zwischen Unterwürfigkeit, Opferhaltung und demonstrativem "Ich-bin-deine-Frau-und-niemand-sonst". Gegenüber mir, von oben herab: "So-wie-ich-muss-eine-Ehefrau-sein".
Und ich sah das Gesicht ihres Mannes, der sich über sie lustig machte und dabei mir auf die Figur peilte. Mein Mann sagte mir hinterher, sein Amtsbruder beneide ihn um mich. Aber ich wollte keine Details wissen, denn mir war bereits schlecht.
Wie gesagt: Als später mein Mann mir was von irgendwelchen Frauen erzählte, erwartete er offenbar, dass ich so reagiere wie die Ehefrauen seiner ebenfalls fremdpennenden Kollegen. Oder wie hier die TE.

Den Gefallen habe ich ihm nicht getan - wozu auch?
Und das ist es, was mich so wundert und erschreckt. Damals war ich so Ende 20, Anfang 30. Mein Mann, sein Amtsbruder und dessen frustrierte Eheziege waren eine Generation älter.
Jetzt bin ich 'n oller Schraubendampfer von 52. Doch erschreckend viele Frauen, die heute in ihren 20ern, 30ern sind, leben das Modell dieser Ehefrau von damals und heulen dann genauso 'rum.
Und genau deshalb habe ich gegenüber diesen Ehefrauen immer noch dieselbe Meinung wie damals: Selbst schuld, wenn ihr euer Glück und eure Existenz von eurem Ehemann abhängig macht.
Die beiden zum Thema passenden Bücher sind mir erst lange nach der Scheidung in die Hände gefallen. Hier noch mal als Tipp: "Ich schenk' dir meinen Mann" und "Einmal Himmel und retour", beide von Claudia Keller.