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Eigentlich sollte ich glücklich sein

HolyDiver

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Ich muss mich mal wieder ausheulen
Mein Mann hat mich vor 7 Monaten verlassen. Diese Weihnachten bin ich das erste Mal nach 25 Jahren alleine. Ich weiß gar nicht, wie ich das hinbekommen soll.

Eigentlich sollte ich Glücklich sein. Ich habe ab Januar einen neuen, besser bezahlten Job und ab März eine eigene Wohnung. Es hat sich viel bewegt das ich ohne die Trennung womöglich nie gemacht hätte. Wenn unsere Eigentumswohnung nächstes Jahr verkauft ist, bekomme ich meinen Anteil aber ich kann nur weinen. Auf der Arbeit, im Auto, zu Hause ich komme aus dieser Traurigkeit gar nicht mehr raus.

Mein Ex hat schon seit 7 Monaten eine neue Partnerin. Und ich bin die meiste Zeit alleine. Ich frage bei meinen Freunden dauernd ob wir was zusammen machen aber meist hat man "keine Zeit".
Ich weiß meist nicht wohin mit mir und meinen Gefühlen. Komme mir schon vor wie ein Jammerlappen.

18.11.2021 06:42 • x 2 #1


Samuela


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Fühl dich gedrückt. Bei mir wird es auch das erste Weihnachten alleine seit 18 Jahren, keine freudige Erwartung, verstehe dich.

Und auch die Leute wo man Monate vorher einen Termin ausmachen muss damit sie überhaupt mal Zeit haben sind mir nicht fremd.

Warum solltest du glücklich sein? Die Aussicht auf eine Wohnung alleine macht nicht glücklich und eine neue Arbeit ggf sogar etwas Angst, Geld macht eh nicht glücklich.

18.11.2021 07:01 • x 2 #2



Eigentlich sollte ich glücklich sein

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RyanG

RyanG


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Verstehe Dich sehr gut. Gerade wenn man so lange zusammen war, ist die Umstellung auf ein Leben alleine wirklich nicht schön

Wie Du merkst, Geld macht nicht glücklich. Schön,wenn man es hat, es füttert aber nicht das Herz. Dennoch, Du bist noch jung. Schau nach vorne und tu etwas für Dich. Du hast Dich räumlich verändert, woran Du Dich erfreuen kannst und hast die Finanzen, in Deiner Freizeit schöne Dinge zu erleben. Mach einen Urlaub nur für Dich..... Zudem kannst Du Dich vielleicht im Ort / in der Stadt in Vereinen betätigen, da lernt man neue Menschen kennen....

Auch für Dich kommt wieder jemand Neues. Steck nur nicht den Kopf in den Sand

18.11.2021 07:38 • #3


HolyDiver


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Ich ziehe nur einen Kilometer von meinem alten Zuhause weg. Von daher ändert sich wenigstens in meinem Umfeld nicht viel.
Ich weiß jetzt auch nicht, was besser ist - alleine in der gemeinsamen Wohnung oder alleine in einer neuen Wohnung.
Es tut weh, dass ich so ausgetauscht wurde. Er hatte seine Neue zwei Tage nachdem er Schluss gemacht hat.
Ich höre halt immer nur: sei froh, das er weg ist, Ist doch toll, ein neues Leben anzufangen, Siehst du, geht eine Tür zu, geht eine andere auf, sieh´ es als Chance...

Ja, tolle Ratschläge aber alleine stehe ich doch da. Versuche das Positive zu sehen, fällt mir aber noch schwer...

18.11.2021 07:49 • #4


RyanG

RyanG


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Naja, das ist aber auch wirklich normal. Wenn er 2 Tage nach der Trennung ne andere hatte, dann hat es sich ja schon weit vorher angebahnt. Das ist ja nicht in diesen 48 Stunden passiert. Er hatte Vorlauf - ist warm gewechselt.

Daran solltest Du aber nicht denken und es mit Deiner Situation vergleichen. Du bist verlassen worden, was schmerzt, bist aus Deiner Gewohnheit gerissen worden und musst damit erstmal - gut - klarkommen. Ich denke, das ist nicht Deine erste Trennung und Du weisst, wie es läuft. Auch wenn die letzte einige Jahrzehnte her sein muss.

Du möchtest aus der Situation sofort raus - weil sie schmerzt. Und weil Du aktuell keine Perspektive siehst / sehen kannst. Auch das ist normal. Mir geht es genauso. Nach der langen Zeit wird es wahrscheinlich auch noch länger so sein. Wichtig wäre mir, dass Du darauf vertraust, dass es wieder besser wird und Du in der Situation nicht bleibst. Das ist wichtig für Deine Psyche.

Und ja, solche Sätze, auch meine, sind abgedroschen. Die üblichen, die man immer hört. Aber verinnerliche auch, dass da was Wahres dran ist. Tob Dich hier im Forum aus und mach Deinen Schmerz erträglich. Leider leider leider gibt es erstmal keine Alternative, als durch diese bescheidene Zeit zu gehen

18.11.2021 07:57 • x 2 #5


Kummerkasten007

Kummerkasten007


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Zitat von HolyDiver:
Diese Weihnachten bin ich das erste Mal nach 25 Jahren alleine. Ich weiß gar nicht, wie ich das hinbekommen soll.

Indem Du dir was Besonderes oder Schönes gönnst. Wie wäre es mit einem Wellnesswochenende oder Kurzurlaub?

18.11.2021 09:14 • x 2 #6


Noelia50

Noelia50


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Fühl Dich gedrückt

Mir gehts fast gleich. Wir sind/waren 24 Jahre zusammen, haben eine Eigentumswohnung und zwei Kinder (16,18). Mein Mann hatte sich 2018 fremdverliebt, sich dann für die Familie entschieden (wie ich jetzt weiss, war die andere nicht interessiert) und wir (oder nur ich?) haben zwei Jahre gekämpft. Seit letztem März ist er nun mit Next zusammen und wohnt schon lange nicht mehr hier.
Zum Glück gehts mir langsam besser, aber vor den Festtagen grausts mir trotzdem, obwohl ich ja die Kinder haben, die noch bei mir wohnen.

Leider kann ich Dir nicht wirklich helfen. Ich kann nur sagen, dass ich mir in etwa vorstellen kann wie verloren, alleingelassen, einsam und verletzt Du Dich fühlst.
Ich vermisse nicht mal ihn als Mann wie er heute ist, sondern wie er mal war als ich mich verliebt hatte und meine Träume was wir noch alles zusammen machen und zusammen alt werden können. Davor habe ich am meisten Angst, alleine alt zu werden.

Mir hilft Tagebuch schreiben, weinen, Selbstgespräche, es mir alleine gemütlich machen, mit meinem Lieblingsessen und einem Glas Rotwein einen Film schauen, in die Sauna oder shoppen gehen, mir notieren was ich alles habe (Gesundheit, Job, Wohnung etc.) um vom Fokus aufs Negative wegzukommen, allein mit meiner Lieblingsmusik spazieren gehen

Könntest Du über die Festtage wegfahren und Weihnachten ignorieren?

18.11.2021 11:02 • x 1 #7


HolyDiver


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Da haben wir ja einige Parallelen. Meiner ist 2018 fremd gegangen und seit dem haben wir um unsere Ehe gekämpft bis er im April Schluss gemacht hat und ausgezogen ist.

Ich schreibe schon seit letztem Jahr Februar Tagebuch. So wie mein Mann jetzt ist ist er mir fremd. Und wenn ich ihn mal wieder verherrliche, lese ich gerne ein paar Tage während unserer Krise durch. Dann denke ich mir immer - echt jetzt? das hast du mitgemacht?

Die gemeinsame Zeit als wir (oder zumindest ich) noch glücklich waren vermisse ich sehr.

Ich bin Heilig Abend nicht alleine sondern bei einer Freundin. Das ist voll lieb von ihr aber trotzdem nicht das gleiche. An Silvester treffe ich mich mit einer anderen Singlefrau. Aber auch nicht das gleiche. Den Rest der Feiertag versuche ich zu ignorieren.

Ja, irgendwie lausige Zeiten mit sehr vielen Tränen. Ich hoffe, da kommt man irgendwie wieder raus. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder jemandem vertrauen kann da immer mehr rausgekommen ist, dass mein Ex seit Jahren nicht glücklich war und ich dummes Ding habe nichts gemerkt.

Wenn ich hier im Forum so rumlese, haben alle die gleichen Probleme mit ihren Gefühlen und ihrem Schmerz. Das beruhigt mich ein wenig. Ich stelle mich nicht an sondern das ist normal. Da muss man wohl die Zähne zusammen beißen und sich hin und wieder hier im Forum ausheulen. Freunde mit ihren Beziehungen und ihrem Alltag verstehen das alles offenbar nicht.

18.11.2021 16:26 • x 1 #8


Carolinga

Carolinga


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Hallo!
Ja, Weihnachten ist es nicht leicht. Ähnliche Geschichte wie bei mir. Trennung im Juni 19, er hat auch warm gewechselt und einer meiner ersten Gedanken in all der Trauer...wie wird Weihnachten. Wir waren 30 Jahre zusammen und die letzten 15 Jahre immer über die Feiertage an der Nordsee und haben bei Freunden gefeiert. Unsere Insel vom Alltag und ein Ausklang des Jahres. Nun sollte das alles nicht mehr sein? Aber die Angst davor war größer, als es letztendlich war. Ich bin Heilig Abend alleine mittags ins Kino gegangen und Abends zu meinen Eltern. Das erste Mal nach über 20 Jahren übrigens. Die beiden Feiertage habe ich dann mit Freunden gefeiert und es war alles schön, wenn auch anders. Jetzt habe ich einen tollen Mann, mit dem ich jetzt Weihnachten verbringe.
Ich kann dir nur sagen, der Schmerz nach einer Trennung von einer langjährigen Beziehung war auch bei mir unermesslich groß. Mit Depressionen, Arbeitsunfähigkeit und Ängsten vor der Zukunft. Doch glaube mir, alles wird wieder besser und dann erschließen sich dir neue Möglichkeiten und die Trennung bringt dir im Nachhinein Sinnhaftigkeit für dich und deine Zukunft.
Ich konnte das alles auch nicht sehen am Anfang und kenne auch alle tröstenden Sprüche, doch glaube und vertraue auf dich und sei geduldig und klug mit dir!
Alles Gute für dich!

20.11.2021 16:52 • x 6 #9


Bumich

Bumich


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Zitat von HolyDiver:
Ich weiß meist nicht wohin mit mir und meinen Gefühlen.

Da würde ich mal dran arbeiten. Weihnachten ist doch eine gute Zeit dafür. Also, finde ich.

Gerade eben • #10



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