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Ein Neuanfang ist schön

Inexplicitus

Inexplicitus
Mitglied

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Ein Neuanfang hat etwas von einer frischen Brise am Strand im Sommer. Ist der Kummer, das Leid, die Sorgen, der Schmerz, und anderes Belastendes einmal gewichen, umschießt diese Brise das Gemüt und hüllt es ein. Man lacht wieder, der Kopf ist frei, die MItte ist erreicht.

Ein Auftakt zu einer sehr schönen und ausgeglichenen Zeit bahnt sich an, und lässt den Menschen auch allein glücklich sein. Man gibt sich mit weniger zufrieden, schätzt die kleinen Dinge des Lebens, misst einen vollkommen neuen Wert Dingen bei, die zuvor übersehen wurden. Das Eis und der Cappucino, der Blumenkorb am Strassenrand, ausstaffiert mit allerlei herrlichem Gewächs. Die Welt wird bunter, neue Impressionen werden einem Gewahr. Doch das Wunderbarste an einem Neuanfang ist, man bekommt eine völlig neue Ausstrahlung. Plötzlich wird man anders wahrgenommen, und erhält kokette Lächeln, die man gerne erwiedert.

Doch braucht man für all das immer einen Neuanfang? Mitnichten. Das kann auch in der Phase des Leidens, des Kumers vollzogen werden, um das Selbstwertgefühl zu steigern. Ein Spatziergang durch Klostergärten, oder dem örtlichen Wald, schafft Spielraum für unbefangene Gedanken. Erinnerungen werden wach, nicht unbedingt nur an den anderen, vor allem an Zeiten der Unbeschwertheit, an Zeiten in denen man sorgenfreier lebte. Man gewinnt mentale Energie zurück, die zuvor verbraucht wurde.

Das Leben ist einfach schön, wenn die Zeit des Umbruches einsetzt, man sich seiner selbst wieder bewusst, und auch bewusster wird. Man lernt neue Menschen kennen, wird anders wahrgenommen und umgekehrt. Was man einst übersah, wird nun deutlich. Ich ging vor Jahren gestärkt aus einer Zeit der tiefen Depression und gewollten Einsamkeit heraus. Ich genieße meine Unbeschwertheit, mein Leben, jeder Moment zählt für mich und ist kostbar. Ich bin nicht auf der Suche nach Zweisamkeit, bin nicht getrieben mich unbedingt binden zu wollen, oder möchte jemanden aus der Vergangenheit zurückhaben. Ich bin allein und doch wieder nicht, denn ich habe viele neue Freundschaft aufgebaut, mit Menschen die liebervoller und herzlicher nicht sein könnten. Ich bin frei, und ich genieße es. Und sollte mir jemand begegen der Mein Interesse weckt, dann heiße ich diesen Menschen willkommen.

Erneut bahnt sich eine Veränderung an, dieses mal beruflicher seits. Neue Aufgaben, neue Herausforderungen. ich bin bereit. Gestärkt, mit neuem und noch stärkerem Willen, wie der Phönix aus der Asche sich erhebend, stelle ich mich der Zukunft. Ich fühle soviel innere Ruhe und Glückseeligkeit, wie ich es seit über 2 Jahrzehnten nichtmehr fühlte. Ich fühle mich unfassbar gestärkt, mit neuen Kräften ausgestattet, mich kann nichtsmehr erschüttern. Niemand kann mir meine Gute Laune nehmen, mein Lachen unterbinden, meinen Willen anzweifeln das ich meinen Weg gehe. Wer mit mir ziehen möchte, den nehme ich in meinem Windschatten mit, wer verweilen möchte, dem seis vergönnt.

Wie steht es um andere? Gibt es hier noch andere wie mich, die sich ein glücklicher und zufriedener Mensch nennen? Nehmt einen Kaffee und lasst hören, von welch schönem Leben ihr zu berichten wisst 🙂

Liebe und sonnige Grüße
Inexplicitus

x 10 #1


J
Ich bin nicht ganz so euphorisch wie du - eher vorsichtig optimistisch - aber auch ich mache gerade einen beruflichen Neuanfang und es fühlt sich gut an.

Zitat von Inexplicitus:
Ich bin nicht auf der Suche nach Zweisamkeit, bin nicht getrieben mich unbedingt binden zu wollen, oder möchte jemanden aus der Vergangenheit zurückhaben. Ich bin allein und doch wieder nicht, denn ich habe viele neue Freundschaft aufgebaut, mit Menschen die liebervoller und herzlicher nicht sein könnten. Ich bin frei, und ich genieße es. Und sollte mir jemand begegen der Mein Interesse weckt, dann heiße ich diesen Menschen willkommen.

Das hier kann ich genau so unterschreiben!

x 2 #2


A


Ein Neuanfang ist schön

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Worrior
@Inexplicitus
Es hört sich so an als begann Dein Neuanfang mit Donnerhall, Paukenschlag, Fanfaren und Feuerwerk.
Bei mir war das ein ganz langsamer Prozess, der mit Kleinigkeiten begann.
Gewisse Routinen die ich den Alltag einbaute, neue Denkansätze und Erkenntnisse daraus.
Auch gewisse Sachverhalte die ich einfach akzeptieren musste weil sie einfach so waren wie sie waren.
Manchmal glaubte ich zu stagnieren oder gar zurückzufallen.
Das wird wohl aber irgendwie dazu gehören?
Erst die Gegenüberstellung gewisser Zeitabstände offenbarte mir die Fortschritte.
Natürlich auch eine ansteigende Lebensfreude und Lebensqualität, die mich bestätigte.

x 5 #3


Inexplicitus
@Worrior
Meinen Zustand im EB ist eigentlich eher die Zusammenfassung, oder besser gesagt das Endergebniss, eines langen Prozesses. In vielerlei Hinsicht musste ich Dinge loslassen, dafür gewann ich aber vieles Neues, das erst die wirkliche innere und äussere Stabilität gewährte. Es waren viele Rückschläge dabei, aber der Anteil der Erfolge überwog. Manchmal misst man solchen Veränderungen die unterschwellig und schleichend sind, nicht viel oder keine Beachtung.

So ähnlich wie bei Dir, verhielt es sich bei mir. Ich brauchte ein Schlüsselerlebniss in einer neuen Umgebung die mir neue Erkentnisse einbrachte, über mich, meine Ausstrahlung, mein Inneres. Es war ein Gegenprüfen ob ich tatsächlich noch Gesellschaftsfähig bin. Nun, es war überwältigend, das alte neu zu entdecken, das ich für verloren glaubte. Hier in dem Ort indem ich lebe ist die Resonanz auf meine Person eher verholen, fast schon fremdartig, da die Leute doch ein wenig introvertiert sind. Ist eben ein kleines Kaff, im Gegensatz zu meiner Heimatstadt Hamburg 😅 Daher habe ich einen Ortswechsel in der Pipeline, aber das zu seiner Zeit. Ich bin und bleibe nunmal ein Großstadtbengel 😂 Da gehe ich auf, da gehöre ich hin, und nicht so sehr aufs Land, obwohl das auch seinen Reiz hat.

x 3 #4


Worrior
@Inexplicitus
Ich selbst bin ein Dorfkind, als junger Mann lockte dann die Stadt mit Glitter, Glanz und schönen Frauen 😉
Hat alles seine Vor- und Nachteile.
Letztendlich habe ich mich aber für ein ländliches Leben entschieden und mir gefällt es.

Auch ich hätte nie gedacht dass das Thema "Loslassen" im teiferen Alter so bedeutsam für mich werden würde.
Es begann mit einer Entscheidung und darauf folgte ein Prozess.
Nicht immer angenehm, denn es war auch eine Auseinandersetzung mit einer Seite von mir die ich bis dahin gerne erfolgreich verdrängte.
Letztendlich war es aber jegliche Widrigkeit und Herausforderung wert.
Ich bin mit meinem Update zufrieden, was mich aber nicht davon abhält mit mir immer mal wieder in Revision zu gehen.

Vor etwas über 3 Jahren war meine Trennung, ich wurde verlassen, der Mensch der ich dadurch wurde war für mich selbst völlig inakzeptabel.
Doch jetzt gefällt mir meine Neuauflage sehr gut.
Nein, es ist nicht alles perfekt und ich weiß die Arbeit wird immer weiter gehen aber weitaus, ruhiger, friedlicher und gelassener.
Den strengen unnachgiebigen Richter in mir habe ich in die Schranken gewiesen.
Von einem traurigen, einsamen Mann zu jemanden der wieder Teilhabe an der Sonnenseite des Lebens hat. 😊

x 3 #5


Inexplicitus
Naja, auch auf dem Land kann man fündig werden. So eine Landpommeranze auf ner Scheunenfete hat auch ein charmantes Lächeln drauf. Das bekämpfen der inneren Dämonen, und anschließende Verjagen dieser, ist nicht immer leicht Ich tendiere bei dieser Hexenjagd zu "media res". Man sollte sanft zu sich selber sein, und sich nicht überfordern. In der Ruhe liegt die Kraft, wie man so schön sagt.

Dein letzter Absatz könnte durchaus auch meine Vergangenheit darstellen, bis auf den Teil mit der Zeit. Am Ende seh ich alles positiv, denn jeder Rückschlag führt zu neuen Erkenntnissen und Lehren, die die eigene Ressilenz doch erheblich erweitern. Wo einst Fragen waren, sind heute fast nur noch Antworten. Nur das mit dem verflixten Ei und der Henne, da hapert es noch 😂

x 2 #6


Worrior
@Inexplicitus
Na ja, in meinem Dorf hielt es sich mit den Dorfschönheiten in Grenzen.
Jene die durchaus tageslichttauglich waren und zudem noch Style und Auftreten hatten waren natürlich von den Zöglingen des Dorfadels hart umkämpft.
Ich gehörte eher zu den Outlaws.
Das war auch gut so denn ich und die anderen Geistesgrößen mit denen ich mich umgab hatten jede Menge Spaß. 😉

Die Stadt lebte halt rund um die Uhr, da war immer was los.
Das war etwas ganz anderes als die monatliche Dorfdisco im Keller oder Nebenraum der Dorfkneipe.

x 1 #7


Inexplicitus
Psssst ein Insidertipp: Du musst auch mal unter den Steinen nachschauen.

Die Auswahl hier ist jetzt mehr auf die AOK Chopper Fraktion beschränkt, der Rest wurde vom "Adel" in den Kerker verschleppt. Glaube ich zumindest. Wie sah denn diser Spaß so aus?

Achja, 24/7 auf der Reeperbahn nachts um halb eins....Ich werde nie müde an diese tolle Zeit zurück zu denken. Man! haben wir gefeiert, dat sech ich Dir mien Jung. Ein Holsten anne Hand, knallt am dollsten, und ab dafür, nech?. *Hust* Da war man noch jung und ungestüm. Heute Brauche ich einen Flaschenöffner. Ich werde nie meine Liebe für Hamburg aufgeben können, nie. Die Stadt lebte rund um die Uhr, und war so unfassbar vielseitig. Langeweile war dort nur was für Stubenhocker. Die Busse und Bahnen fuhren ständig, ein Auto war nicht von nöten. Ich bekomm grad Heimweh.

#8


Worrior
Zitat von Inexplicitus:
Wie sah denn diser Spaß so aus?

Wir hatten lange Haare fuhren viel zu laute und zu schnelle Mopeds, später Motorräder, hörten Hard Rock und Metal.
Hatten unsere Partys in Scheunen, Garagen und Partykellern.
Wir tranken dann zuviel, hatten eine große Klappe.
Wir waren der Schrecken der Dorfkirmes und der honoren Landbevölkerung.
Das Wochenende gehörte uns.
Freiten die Mädchen der naheliegenden Clans, was regelmäßig für Ärger sorgte.
Der Alptraum aller Schwiegereltern.
Verehrt, geächtet und angespien.
Kurzum ein riiieeßen Spaß.

x 1 #9


Inexplicitus
Zitat von Worrior:
Kurzum ein riiieeßen Spaß.

Irgendwie ist Deine Erzählung ein globales Phänomen. Deine Erfahrungen decken sich verdächtig mit meinen. Damals war in Hamburg diese Gangbewegung ziemlich im kommen. Oha, dat gab oft Zoff, und endete manchmal ziemlich böse. Wo es bei Dir die Dorffehden gab, war es bei uns der Stadtteilzank.

Würde ich eigentlich wie ein verdatterter Greis klingen, wenn ich sage, früher war alles besser? Oder doch einfacher?
Auf jeden Fall war es unbeschwerter.

Aber wir leben im Heute, und ich finds auch schön und aufregend. man muss nur wissen wie 😇

x 1 #10


Worrior
@Inexplicitus
Wenn ich mit den alten weißen Männern, zu denen ich jetzt auch gehöre, an der Tafelrunde sitze, sind wir uns einig dass wir die besten Zeiten mitgenommen haben.
Ja, es war damals unbeschwerter aber auch einfacher.
Ich möchte meine Jugend nicht gegen die heutzutage eintauschen.
Neue Zeiten, neue Herausforderungen.
Wir sind noch da!

x 1 #11


Inexplicitus
Zitat von Worrior:
@Inexplicitus Wenn ich mit den alten weißen Männern, zu denen ich jetzt auch gehöre, an der Tafelrunde sitze, sind wir uns einig dass wir die besten Zeiten mitgenommen haben. Ja, es war damals unbeschwerter aber auch einfacher. Ich möchte meine Jugend nicht gegen die heutzutage eintauschen. Neue Zeiten, neue ...

Ne Großer, im Leben nicht nochmal als Greenhorn all den Blödsinn! Allerdings mit der Erfahrung von heute könnte das etwas anders aussehen. Wo ist bloß die Zeitmaschine?

Wir sind heute genauso jung, wie damals. Nur nicht aussen, sondern innen. 👍

#12


J
Bei mir ist der Neuanfang auch sehr schön. Die letzten Monate der Beziehung bestanden für mich im Warten auf Zweisamkeit und Nachrichten von ihr. Pläne für die Zukunft waren nicht möglich. Wenn ich solche Pläne vorsichtig machte, sagte sie: „Du darfst nicht denken, dass wir bis zum letzten Atemzug zusammen sind.“ Zu ihrer Geburtstagsparty im vergangenen Herbst hat sie mich nicht eingeladen. Silvester 2025 hat sie ohne mich gefeiert. Zwischendurch gab es aber immer wieder sehr schöne Treffen, die in jeder, wirklich jeder Hinsicht sehr erfüllend waren. Aber ich habe nie jemanden aus ihrem Freundekreis oder ihrer Familie kennen gelernt. Ich wusste nie, ob wir nun eine Partnerschaft hatten oder nicht. Mein Bauchgefühl sagte mir zumeist: Eher nicht. Anfang März habe ich endlich die Reißleine gezogen.

Seither fühle ich mich befreit und leicht. Das destruktive Warten auf Nachrichten von ihr, auf die gelegentlichen Treffen ist endlich vorbei. Die Energie, die mich diese destruktive Beziehung gekostet hat, kann ich anderweitig, für mich nutzen. Meine Stimmung hängt nicht mehr davon ab, ob sie mir schreibt, mich anruft oder mich sehen will.

Ich bin auch ein Dorfkind, in einem Dorf - 1500 Einwohner - groß geworden und nach Studium und jahrelangem Großstadtleben - zurückgekommen. Ich liebe die Natur, die Jahreszeiten und genieße gerade den Frühling sehr, möchte das Landleben, die vielen Bekanntschaften auf dem Dorf, die Vertrautheit hier, die ganz kurzen Wege ins Grüne, nicht missen. Seit dem 1. Februar bin ich im Ruhestand und kann nun die Dinge tun, die ich gern mache. In meinem Berufsleben hat die work-life-balance nicht gestimmt, kaum ein Wochenende, kaum ein Urlaub ohne Arbeit. Aber das ist jetzt vorbei.

Ich habe mir auch ein neues Hobby zugelegt, das natürlich mit der Natur zusammenhängt und mich im Moment ganz schön fordert.

Summa summarum: Trotz Trennung geht es mir gerade richtig gut. Natürlich bin ich mir darüber im klaren, dass immer mal Schlechtes eintreten kann. „Des Lebens ungemischte Freude ward keinem Irdischen zuteil“ hat Schiller geschrieben. Dessen muss man sich bewusst sein und bin ich mir natürlich auch bewusst.

Besten Dank fürs Lesen meiner Gedanken, herzliche Grüße,

Euer JimBob

x 2 #13


Inexplicitus
Zitat von JimBob894:
Seither fühle ich mich befreit und leicht. Das destruktive Warten auf Nachrichten von ihr, auf die gelegentlichen Treffen ist endlich vorbei. Die Energie, die mich diese destruktive Beziehung gekostet hat, kann ich anderweitig, für mich nutzen. Meine Stimmung hängt nicht mehr davon ab, ob sie mir schreibt, mich anruft oder mich sehen will.

Fühlt sich genial an, oder? Die Freiheit die man zurück erlangt,indem man endlich ungezwungen wieder seinen Alltag gestalten kann, ohne sich in einem Gefüge zu wissen, von dem man nichts weiß. Diesen Ausbruch hatte ich auch, nur habe ich viel, viel zu spät reagiert. Liebe macht blind.

Nach all dem habe ich meine Souveränität zurück und habe Raum für Neues und neue Menschen geschaffen, habe mir eine Chance eingeräumt einen neuen, würdigeren Menschen evtl. zu finden, der das was ich zu geben bereit bin, auch zu erwiedern weiß. Ich kann endlich meine Angestrebten Ziele angehen, neu defnieren wie ich was, wann machen möchte. Ich fühle mich frei und ich genieße es in vollen zügen 🙂

Ich wünsche mir ein Schlachtschiff an meine Seite, kein Beiboot dessen Taue ich irgend wann druchtrenne.

Deine Verbundenheit zur Natur teile ich, bin ich doch auch ein Naturbursche und streife gernen in den umliegenden Wäldern herum. Ich brauche das, mein Gemüt fordert es, und ich belohne mich gern mit ausgedehnten Wanderungen.

Willkommen zurück in einem unbeschwerterem Leben.

#14


A


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