Tyrox
Gast
da mir das Forum bisher schon sehr gut weiterhelfen konnte und ich aktuell nicht weis, wem ich sonst damit auf den Senkel gehen könnte, schreibe ich mir meine Gemütslage einfach mal von der Seele.
Wie ich in meinem ersten Post hier bereits länger geschildert hatte, ist meine Trennung nun inzwischen ca 2 Monate her. Seitdem kämpfe ich mit einem ständigen Auf- und Ab meiner Laune, die aber durch weit mehr Faktoren beeinflusst wird, als nur die Trennung an sich. Es fuchst mich extrem, dass ich im einen Moment ganz gut drauf bin, die neuen Möglichkeiten sehe, sogar mal echt tolle Laune habe und plötzlich zieht mir wieder irgendwas derartig die Füße Weg, dass ich für ca 2 Stunden depressiv meine Tapete in der Wohnung mustere. Mittlerweile werde ich deshalb schon sauer auf mich selbst, da mir völlig klar ist - dass mir dies alles nix bringt und meine Chancen weiter zu kommen eher noch schmälert.
Ich habe versucht mit Freunden und Familie drüber zu sprechen. Aber dort stoße ich mittlerweile zumeist auf taube Ohren. Mann ist offensichtlich recht genervt von meinen Problemen derzeit und ehrlich gesagt hege ich wenig Lust darüber zu sprechen, wenn es den Gesprächspartner eigentlich nicht wirklich kümmert. Man hört es sich wenn überhaupt mal aus Kulanz an und versucht mich dann mit einer lapidaren Antwort ala "Schluck es runter und mach weiter" abzuwürgen. Wirklich verübeln kann ich ihnen diese Reaktion aber auch nicht - aber ich versuche ja schon möglichst selten negative Themen anzuschneiden.
Was mich aktuell stört ist die aufkommende Einsamkeit dadurch. Früher wäre mir das wirklich egal gewesen. Ich war und bin es vermutlich noch, recht introvertiert und kam gut mit mir selbst zurecht. Ich habe und hatte auch nie den größten Freundeskreis, da ich nie das Gefühl leiden konnte - irgendeinen Freund hinten anzustellen. Qualität über Quantität, war und ist mein Motto. Durch die Wohnsituation und Umzüge sieht man sich aber auch nicht mehr recht häufig inzwischen, aber man hält dennoch möglich täglich Kontakt.
Ich schätze ich vermisse es einfach jemand zu haben, zu dem man 100% offen sein kann, der hinter einem steht und mit dem man Pläne machen kann, ohne großes TamTam. Dieses Gefühl angekommen zu sein bei jemand und gemeinsame Ziele zu haben, geht mir tierisch ab. Ich kannte das so zuvor auch einfach noch nicht in der Form.
Aber das wäre okay, würde ich dadurch nicht spüren wie kühl und distanziert sich viele mir gegenüber verhalten. Das wäre mir früher vermutlich nie aufgefallen, aber diese Beziehung hat tatsächlich meinen Blickwinkel geändert diesbezüglich. Und dadurch das sich meine Ex im gleichen Club, zugleich also meinem liebsten Hobby, befindet, ist die Situation dort aktuell auch mehr als angespannt. Ich ziehe mich deshalb viel von dort zurück, um die Dinge nicht komplizierter zu machen, als sie sein müssen - aber mein Hobby aufzugeben deswegen? Ich sehe es nicht ein. Ich habe den Verein mit aufgebaut und bin wesentlich länger dabei, wieso sollte ich jetzt gehen? Es war nur hart über einen Club Kameraden kürzlich zu erfahren, dass sie mich wohl raus haben will und dafür grade so ziemlich alles tut - selbst Verleumdung ist da wohl recht. Ich weis es ist kindisch, aber den Triumph möchte ich ihr nicht gönnen klein beizugeben und zu gehen, auch wenn es mich belastet aktuell.
Die Trennung ist eine Sache, aber diese Distanz zu meinem Freundeskreis und das Loch, dass die ganzen fehlenden Club Aktivitäten derzeit hinterlassen zu füllen, erweist sich als schwieriger als gedacht.
Dazu kommt auch noch eine gewisse Antriebslosigkeit im Job derzeit. Ich arbeite in der IT und könnte es durchaus schlechter getroffen haben, habe aber auch den Ehrgeiz höher hinaus zu wollen. Nur wurde ich hier etwas ausgebremst. Die psychischen Probleme meiner Ex abzufedern / ihr zu helfen und zeitgleich meiner Arbeit nachzukommen, während ich nebenbei eine Fortbildung machte und versuchte den Club mit zu leiten, wurde irgendwann zu viel. Um offen zu sein so viel, dass es in einem Nervenzusammenbruch resultierte und der stellte mich vor eine schwierige Wahl. Letztlich hatte ich mich für sie entschieden und hatte die Fortbildung abgebrochen und bin im Club kürzer getreten - ich bereue es nicht, ich bin froh das es ihr geholfen hatte, aber ich könnte mich trotzdem im Nachgang Ohrfeigen dafür, da es die Dinge für mich jetzt schwieriger macht, schon verrückt.
Mir ist natürlich bewusst, das von alleine nichts passiert und sich auch nichts einfach so ändert.
Deshalb hatte ich nach der Trennung zunächst Kontakt zu einer alten Freundin gesucht - dieser brach durch meine Ex primär ab. Das ist auch wieder eine eigene Geschichte, aber wir haben nun wieder engeren Kontakt. Ich kann nicht mal leugnen dass ein paar alte, längst vergrabene Gefühle wieder hochgekommen sind dabei, was aber meine Sache ist und nicht ihre Schuld. Jedenfalls hat das meinem Ego und Selbstwertgefühl nach der Trennung wieder etwas auf die Sprünge geholfen mit ihr Zeit zu verbringen. Leider nahm das ganze kürzlich aber auch wieder eine eher unschöne Wendung, da sie mir die Augen geöffnet hat. Anscheinend bin ich zu langweilig für eine Beziehung.
Eine ernüchternde Erkenntnis - aber ein Anfang.
Ich habe also versucht etwas zu ändern und ziehe jetzt ein intensiveres Sportprogramm durch, wodurch ich bereits knapp 11 Kilo abspecken konnte. Außerdem hatte ich mit einem Kampfsport begonnen, was ich aber ebenso kürzlich wieder verwerfen musste. Der überraschende Tod eines Familienmitglieds gerade jetzt hat da den Ausschlag gegeben - derzeit habe ich einfach keinen Kopf für sowas - etwas zu viel auf einmal.
Aktuell versuch ich einfach, meine Wochenenden mit Unternehmungen und Events voll zu schaufeln, um nicht zu viel Zeit mit grübeln zu verbringen, aber irgendwie fühlt es sich an, als ob man sich selbst etwas vormachen würde. Frustrierend.
Es kommt mir so vor als hätte sich mit der Trennung auch der Großteil meines Freundeskreises, mein größtes Hobby und teilweise meine Karriere mit verabschiedet und irgendwie fällt es mir schwer das zu verdauen aktuell, bzw das was geblieben ist noch irgendwie zusammen zu halten.
Ich hatte es vor etwa 1-2 Wochen auch mal mit Online Dating probiert - wieso auch nicht. Wobei es sich eher um eine Plattform für Gleichgesinnte handelt, bei der es nicht nur zwingend um das Eine geht
Nun. Wie geht es jetzt weiter. Ich versuche gerade nicht wieder in die düsteren Gedanken von vor 4 Wochen abzudriften, aber durch rumsitzen tut sich auch nichts.
Aktuell plane ich einige Hobby bezogene Events, wobei das Wiedersehen mit meiner Ex auf 1-2 von diesen die Vorfreude eher schmälert. Dazu aber auch ein paar Festival und Konzert Besuche, Unternehmungen mit Bekannten (auch wenn ich da wohl etwas aufdringlich war) und nächstes Jahr einen größeren Urlaub. Vielleicht geh ich auch mal Fallschirmspringen?! Irgendwie muss man ja an sich arbeiten um sich zu verbessern.
Es ist einfach so - ich dachte 2019 würde mal mein Jahr werden, nachdem alles so gut lief - aber das war wohl etwas naiv. Jetzt sitze ich hier und versuche den Scherbenhaufen zu kitten, der noch übrig ist. Es ist schönes Wetter und ja, natürlich könnten die Dinge schlimmer sein, wenn ich manche Geschichte hier lese kommen mir meine Probleme fast schon unwichtig vor - aber dennoch. Ich bin immer wieder so wütend auf mich selbst. Ich hätte das einfach kommen sehen müssen. Und auch, weil ich den Leuten in meinem Bekanntenkreis so lästig bin zur Zeit.
Vielleicht sollte ich auf den Rat einer Freundin hören - mich erstmal zuhause vergraben und mit dem verfluchten Roman anfangen, der mir schon länger im Kopf herumgeistert. Denn die Forderung von 2 Kumpeln, ich solle einfach mehr egozentrisch denken und mich öfter wie ein Ar. benehmen, um einen besseren Eindruck bei Frauen zu hinterlassen. Ich weis ja wirklich nicht.
Es tut jedenfalls gut, das mal irgendwie los zu werden. Entschuldigt, wenn ich etwas ausschweifend war.
der war mies

