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Emophilie - süchtig nach Liebe?

Zimtschnecke93

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Hallo ihr Lieben,

Ich habe ja schon ein paar Beiträge eröffnet. Nach den letzten Pleiten versuche ich an mir zu arbeiten und bin über den Begriff der Emophilie gestolpert, also dem Verliebtsein in Dauerschleife.

Jeden Mann, den ich kennenlerne, sehe ich sehr schnell als potentiellen Partner an und versuche krampfhaft, eine Bindung herzustellen. Ich verliere mich zu schnell und investiere auch viel zu viel in diese Kontakte. Am Ende ist die Enttäuschung immer groß.

Ich könnte nicht sagen, welche Erlebnisse und Situationen in meiner Kindheit/Jugend dieses Verhalten ausgelöst haben.

Meine erste Beziehung war eine reine Katastrophe. Mit 16 war ich Hals über Kopf in jemanden (24 zu dem Zeitpunkt) verliebt, der mich eigentlich gar nicht wollte und mich fast 2 Jahre immer auf Abruf gehalten hat. Er lebte 2 Std entfernt und wenn er Bock hatte, sagte er Bescheid. Wenn nicht, dann nicht. Manchmal war er auch übers Wochenende im gleichen Ort und ich habe das dann Montags oder Dienstags von Dritten erfahren. Nach den 2 Jahren hat er mich dann für die Frau abserviert, wo er bei mir immer sagte, dass er sie nicht mag. Sie sind heute noch ein Paar.

Es fällt mir schwer, dies hier zu schreiben. Aber gibt es vielleicht Betroffene, denen es genauso geht wie mir?

17.10.2022 11:48 • x 3 #1


Mira

Mira

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Zitat von Zimtschnecke93:
Jeden Mann, den ich kennenlerne, sehe ich sehr schnell als potentiellen Partner an und versuche krampfhaft, eine Bindung herzustellen. Ich verliere mich zu schnell und investiere auch viel zu viel in diese Kontakte. Am Ende ist die Enttäuschung immer groß.

Ist das nicht anstrengend?

17.10.2022 12:10 • #2



Emophilie - süchtig nach Liebe?

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Zimtschnecke93

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@Mira natürlich ist das anstrengend. Aber ich möchte gerne an mir arbeiten und versuchen, das Problem anzugehen und zu lösen. Ich beginne auch jetzt mit einer Therapie.

17.10.2022 12:24 • x 2 #3


Niklas1205

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@Zimtschnecke93
Viele solcher Bedürfnisse bzw. Ungewöhnlich Verhaltensmuster sind auf die Kondheit zurück zu führen.
Haben deine Eltern dich vernachlässigt oder dir zu wenig Liebe gegeben.
Hast du viele Selbstzweifel und ein geringes Selbstwertgefühl.
Dann solltest du daran arbeiten.
Es ist tief im inneren verankert. Aber durch Therapie und durch Slebstliebe kann man es ändern.

17.10.2022 12:28 • x 1 #4


Zimtschnecke93

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@Niklas1205 ich würde sogar sagen, meine Eltern haben mich mit Liebe überschüttet und immer alles gegeben. Ich weiß nicht, ob es auch aus diesem Extrem heraus entstanden sein könnte.

17.10.2022 12:43 • x 1 #5


PuMa

PuMa

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Zitat von Zimtschnecke93:
@Niklas1205 ich würde sogar sagen, meine Eltern haben mich mit Liebe überschüttet und immer alles gegeben. Ich weiß nicht, ob es auch aus diesem ...


Klar ist das möglich.

Wie schaut es mit deinem Selbstbildnis aus? Wie nimmst du dich war? Wie Gehst du gut mit dir selbst um? Empfindest du selbstliebe?

Ich habe leider schon erfahren müssen wie es ist, wenn man solche Menschen wie dich kennen lernt. Und einfach ist es nicht. Aber du hast ja geschrieben das du es nun angehen möchtest. Das ist der erste und wichtigste Schritt. Ich drück dir die Daumen.

17.10.2022 13:03 • #6


Elfe11

Elfe11

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Ist das Verhalten nicht normal in deinem Alter. Du bist mit Ende 20 in der fruchtbaren Phase und die Natur hat Familiengründung vorgesehen... Du suchst nach einem passenden und willigen, paarungsbereiten Männchen. Wie in der Tierwelt. Das sind starke Triebe und ein Haufen Hormone, die da in uns am Werk sind. Ist doch gut! Jetzt musst du nur noch den Kopf einschalten bei der Partner Wahl! Vielleicht hilft es dir Kriterien für den passenden Mann aufzulisten? Damit du mehr Orientierung hast. Ich denke, du bist zu offen und musst lernen Grenzen zu setzen. Dafür ist eine Therapie nicht schlecht.

17.10.2022 13:08 • x 1 #7


Mae_bee

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Vielleicht möchtest du auch einfach gerade ungern allein sein?
Idealisierst (je)den neuen Kontakt?

Fühlst du dich gerade zu100% wohl in deinem Leben (Job, Freunde, Wohnort)?
Fehlt dir etwas?


Man muss die Dinge nicht immer gleich Pathologisieren

17.10.2022 13:12 • x 5 #8


tina1955

tina1955

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Ich finde es auch ganz normal, dass man sich bei einem Partner wünscht, es wäre für die Zukunft.
Drauf hin arbeiten ist doch auch normal, wenn das kommuniziert wird und der Wunsch beiderseits besteht.

17.10.2022 13:34 • x 2 #9


gabehcuod

gabehcuod

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Zitat von Zimtschnecke93:
Emophilie

Was ist denn das schon wieder für ein pseudo-psychologischer Unsinn?

Zitat von Zimtschnecke93:
Jeden Mann, den ich kennenlerne, sehe ich sehr schnell als potentiellen Partner an und versuche krampfhaft, eine Bindung herzustellen. Ich verliere mich zu schnell und investiere auch viel zu viel in diese Kontakte. Am Ende ist die Enttäuschung immer groß.

Das klingt für mich ein bisschen nach dependenten Persönlichkeitszügen.

Zitat von Zimtschnecke93:
meine Eltern haben mich mit Liebe überschüttet und immer alles gegeben. Ich weiß nicht, ob es auch aus diesem Extrem heraus entstanden sein könnte.

Auch ein zuviel an Bindung in frühen Jahren kann die Autonomie-Entwicklung blockieren und Dich eher auf die Abhängigkeitsseite des Kontinuums bringen.

17.10.2022 15:31 • x 4 #10


_Summer_

_Summer_

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@Zimtschnecke93
Zitat von Zimtschnecke93:
Ich könnte nicht sagen, welche Erlebnisse und Situationen in meiner Kindheit/Jugend dieses Verhalten ausgelöst haben.

Ich hätte jetzt auf emotionale Vernachlässigung getippt oder die Frage,wie deine Eltern miteinander umgegangen sind.-Das scheint laut deiner Antwort, grad erst gelesen, weg zu fallen.

Dann natürlich die Frage,warum du dich aufopferst und letztlich selbst verlieren tust.

17.10.2022 16:01 • #11


Sentimentalo

Sentimentalo

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Zitat von Mae_bee:
Man muss die Dinge nicht immer gleich Pathologisieren

Wie wahr, wie wahr

Liebe @Zimtschnecke93, genieße die Freiheit des Alleinlebens, denn es wird Zeiten geben in denen du dich danach sehnst, mir Zeit für dich und deine Bedürfnisse zu haben.

Weder Parship-Familie-Eigenheim noch lonesome-wolfe-Single sind alleinselig machende Modelle und schon gar nicht für jeden geeignet!

Heute im Alter eines überreifen Apfels stelle ich fest, dass ich mich gar zu oft zu früh wieder in eine Partnerschaft begeben habe.

Nimm etwas Druck vom Kessel, die richtige Erkenntnis hast du ja schon, dann klappt es auch mit der Auswahl besser.

Viel Glück!

17.10.2022 18:13 • x 4 #12


Zimtschnecke93

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Mein Problem ist auch, dass ich (wie es schon genannt wurde) Partner oftmals idealisiere. Auch Männer, die nicht so gut zu mir passen. Ich bin Ende 20 und hatte noch nicht so viele Beziehungen, ich wünsche mir eine, aber irgendwie passiert im entscheidenden Moment immer was blödes und die Kennenlernphase ist dahin.

17.10.2022 18:24 • x 1 #13


H-Moll

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Liebe @Zimtschnecke93,
Das Dilemma entsteht meistens dann, wenn wir lieben mit geliebtwerden wollen verwechseln oder in einen engen Zusammenhang bringen wollen.
Lieben kann man immer, die Erwiderung steht nicht in unserer Macht. Das ist eine Art Lebenslektion.
Der Wunsch nach Geliebtwerdenwollen kann durch Mangel oder Überschüttung in der Kindheit entstehen, die Erwartungshaltung ist dieselbe, die Motive sind unterschiedlich.
Lieben kannst du immer. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: man hat keinen Anspruch auf Gegenliebe.
Wenn man so will, ist diese Freiheit vorgesehen.
Mach das Beste draus. Liebe, und tue, was du willst. Aber erwarte nichts.

Alles Gute!

17.10.2022 19:11 • x 2 #14


Sentimentalo

Sentimentalo

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Zitat von Zimtschnecke93:
Ich bin Ende 20 und hatte noch nicht so viele Beziehungen, ich wünsche mir eine, aber irgendwie passiert im entscheidenden Moment immer was blödes und die Kennenlernphase ist dahin. ...

Wie kann man sich das vorstellen? Bist du besonders ungeschickt, redest dich um Kopf und Kragen, oder wie?
Die Episode die du mit 16 erlebt hast, zählt wohl nicht dazu, in diesem Alter kann man keine wirkliche Erfahrung haben.

Wie lernst du üblicherweise deine Kandidaten kennen, real oder online?
Ob das unbedingt therapiebedürftig ist wage ich zu bezweifeln, ich bin aber auch nicht vom Fach

17.10.2022 19:20 • #15



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