Kann mir mal einer sagen, was mit mir nicht stimmt?
Er fehlt mir so. Ich habe ihn weggeschickt, warte aber dennoch, dass er kommt.
Ich lese hier im Forum und finde ähnliche Fälle, wie bei mir. Ich möchte verstehen, was da falsch gelaufen ist bei uns.
Und dann denke ich an uns und das alles so gut war. Und plötzlich nicht mehr. Ja, das Gezeter geht jetzt schon 2 Jahre und wir haben es nicht hinbekommen, in der Zeit ehrlich miteinander zu reden. Vielleicht war mein Nachfragen, von Zeit zu Zeit, nicht hartnäckig genug gewesen. Vielleicht hätte ich ihn bei diesem Nachfragen bewusst in die Enge treiben sollen, dass er mit der Wahrheit rausrückt.
wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann kamen immer mal wieder so Aussagen, dass ich schon hätte anders reagieren sollen. Die Aussagen waren allesamt, dass er kein gutes Selbstwertgefühl hat.
Er fühlt sich schlecht, dass er mir nicht bei vielen Dingen helfen kann. (Er weiß, dass er nicht der schlaueste ist.) Und ich weiß das auch und habe absolut kein Problem damit. Was mich allerdings in letzter Zeit genervt hat, war, dass er sich (für mich gefühlt) extra dumm gestellt hat.
Er ist relativ klein (1,70) und sehr schlank und muskulös (58 kg). Es ist alles genau dort, wo es hingehört. Er hört aber von allen möglichen Leuten (Kollegen, Familie, Freunde) er solle doch mal richtig essen und ob er zu Hause nichts bekäme. Ich hingegen finde es gut, dass er nur das isst, was er möchte und auch aufhört zu essen, wenn er fertig ist. Und eben nicht die letzten 2 Löffel noch reinschaufelt. (Ich bin gerade das Gegenteil und habe mir gewünscht, ich würde/ könnten das auch machen).
Er fühlt sich klein und schwach, weil er nicht wie andere Männer ist. abends B. trinkt, derbe Frauensprüche ablässt und sein eigenes Ding macht. Er hat schon immer Alk. gehasst, weil seine Mutter Alk. war. Wenn er also mal was getrunken hat, dann war das mal ein Radler, einen süßen Sekt oder Wein. Pures B. und Schnap. hat er verabscheut. Und seit einiger Zeit, so 1,5 Jahre trinkt er (wie der Schwiegersohn) abends ein B..
Er interessiert sich für neue Technik. Also Handy, Handyuhr, Fernseher. So alles mögliche. Weiß aber auch, da er nicht der schlaueste ist, dass er damit nicht alleine klarkommt. Also fragt er andere, ob die ihm dabei helfen können, z.B. das Handy einzurichten. Und dann bekommt er so Aussagen wie, "ja weißt du das nicht" oder "Schau im Internet nach, das kannst du doch".
Er hat normalerweise auf der Arbeit nichts mit Computerarbeiten zu tun. Dann fallen alle aus und er muss die Arbeit des Vorgesetzten machen. Er muss sich nun am Computer einloggen, Aufträge anlegen usw. Das ist, was er noch so hinbekommt, aber es dauert schon alles deutlich länger, wie bei anderen. Aber dann kommen Beschwerden von allen möglichen Abteilungen, er müsse doch die eMail lesen und beantworten. Und er müsse dies und das machen, was eben vorher der Vorgesetzte gemacht hat. Und er kann sich immer wieder nur dadurch wehren, dass er denen sagt: Die Aufträge anlegen und Autos annehmen, kann ich machen. Aber mit den eMail das mache ich nicht. Und natürlich will er es dort nicht aussprechen, dass er nicht gebildet genug ist um das zu machen.
Er geht seit einiger Zeit ins Sonnenstudio (hat er früher, vor meiner Zeit auch getan). Er sagt, das tut ihm gut und er fühlt sich auch besser (die bräune an seinem Körper). Auf der Arbeit wurde er wohl darauf angesprochen und wohl ein Sonnenstudio als Mist dargestellt, dass er es vorgezogen hat, die Kollegen anzulügen und zu behaupten, dass wäre vom Urlaub. Er hat sich immer mal wieder die Haare färben lassen und die Kollegen machen ihn runter, er solle den sch. lassen.
Ich habe von seinen Unzulänglichkeiten gewusst und es war okay für mich. Er ist ein absolut liebenswerter, gütiger Mensch. Das ist mir wichtig. Wir haben uns in all den Jahren ohne Worte gut verstanden und natürlich ist mir dann auch irgendwann mal aufgefallen, das es immer mal wieder Tage gab, wo das nicht mehr so war.
Wenn er mir von dem oben beschriebenen erzählte, habe ich ihm immer wieder gesagt, dass ich das nicht so sehe und für mich an ihm alles gut ist. Das liebe ich an ihm. Dass er so ist wie er ist. Vielleicht hätte ich in diesen Momenten/ Gesprächen mich mehr für ihn einsetzen müssen. Aber ich weiß auch nicht, wie das hätte aussehen sollen? Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass ich ihn so liebe wie er ist. Und er hatte wohl immer öfters nur im Hinterkopf, dass ich ja sicherlich einen richtiger "Mann" haben wollte (hat er mir öfters gesagt).
Jetzt, wo ich das schreibe fällt mir ein, dass er innerhalb der Firmengruppe an einen anderen Standort gewechselt war, wo es zunächst deutlich besser für ihn war, die Arbeit alles strukturiert. Aber dann so nach 2 Jahren auch vieles schlechter wurde. Da fing das mit dem Vorgesetzten an, dass er immer öfters ausfiel.
Wie hätte ich auf seine Aussagen reagieren und handeln sollen? Was hätte ich anders machen sollen?