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Emotional verlassen werden

B

Babeth
Mitglied

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Hallo, ich bin neu hier im Forum, weil es mich nach fast 30 Jahren wieder getroffen hat.

Ich habe meinen Ex-Mann früh kennen gelernt (mit 16 Jahren). Wir haben geheiratet, 3 Kinder bekommen, ein Haus gebaut. Die Ehe war nicht befriedigend. Ich war emotional immer etwas unter NULL-Linie gehalten. Dann gab es wieder positive Gefühle, so dass ich etwas über NULL-Linie kam. Dann wieder drunter und wieder drüber. Es gab viele Gründe, warum ich mich hätte von ihm trennen sollen/können. Aber letztendlich kam es dazu, dass ich das Gefühl hatte, dass er mich nicht mehr will. Er war gefühlsmäßig nur bei sich, ein Egoist. An meinem 30. Geburtstag war mir dann klar geworden, dass ich so nicht weiterleben möchte. Dieses ständige emotionale auf und ab. Das ich mich um Haus und Kinder allein bekümmern muss, war mir von Anfang an klar (er hat mehr wie 2 linke Hände) und war ich auch zu bereit.
Daher habe ich die Trennung gewollt. Natürlich wegen der Kinder, sollte erstmal alles so bleiben, wie es war. Das hat sich allerdings sehr schnell herausgestellt, dass das nicht funktioniert. Also wir haben alles nach und nach hinbekommen mit Haus, Erziehungsberechtigung usw.
Nach 15 Jahren Ehe war dann die Scheidung.
Obwohl ich die Ehe beendet habe, habe ich natürlich dennoch sehr gelitten.

Es hat 2 Jahre gedauert, als ich einen Mann kennen- und lieben gelernt habe. Er war sozusagen mein Geburtstagsgeschenk zum 32.
Obwohl ich eigentlich nicht mehr heiraten wollte, kam es doch dazu. Nach 1 3/4 Jahren haben wir dann geheiratet (3 Monate zuvor wurde meine erste Ehe geschieden).
Wir hatten, meiner Meinung nach, 25 wunderbare, sehr glückliche Jahre. Aber vor ca. 2 Jahren fing er an sich zu verändern. Er hatte es auf der Arbeit schwer, da von insgesamt 5 Kollegen 4 innerhalb kürzester Zeit ausfielen. Er war also alleine. Trotz dieser massiven Stresssituation, ist er 2-4 mal wöchentlich (nach der Arbeit und am Wochenende) bei den Enkeln gewesen. Ich hatte ihm gesagt, dass ich das nicht gut finde, dass er sich so verausgabt. Die Zeit, die er dann zu Hause war, war er dann natürlich am schlafen und am fernsehen. Zeit und Verpflichtungsgefühl zu Hause hatte er nicht mehr. Nach ca. einem halben Jahr, nachdem ich ihm immer wieder gesagt habe, dass ich das nicht gut finde, auch für ihn selbst, habe ich ihn dann rausgeworfen. Er könne ja dann bei meiner Tochter (mit den Enkeln) bleiben. Erst da hat er über die Situation nachgedacht und meinem Wunsch zum Teil nachgegeben. Natürlich kann und soll er die Enkel besuchen und hüten, aber in einem normalen Maß und nicht jedes Wochenende. Er ist dann doch zu Hause geblieben (nicht ausgezogen) und das Problem hat sich durch meine Tochter dann weitestgehend erledigt, da sie ihn immer seltener angefordert hat. Zuletzt Ende Januar.
Insgesamt hatte sich die Situation zu Hause wieder gebessert, allerdings war so viel an Vertrauen zerstört, dass das nicht so schnell wieder zurück kam.
Seit letztem Weihnachten geht es aber wieder steil nach unten, mit unserer Beziehung.
An Weihnachten waren wir für eine Woche in Urlaub. Da hat er sich schon deutlich aus allem herausgezogen. Er war viel unten im Hotel und nicht bei mir mit auf dem Zimmer. Ins Schwimmbad wollte er auch nicht. In die Stadt mit mir, auch nicht so wirklich. Eigentlich wollte er nach 3 Tagen wieder nach Hause. Den Urlaub haben wir nicht abgebrochen, aber die Stimmung war ziemlich eisig. An Ostern wollte er dann wieder nach Österreich. Da wollte ich dann nicht mit hin. Also ist er alleine dort hin. Immer wieder Gesprächsversuche meinerseits, wie es zu Hause weitergeht bzgl. der Aktionen am und im Haus, laufen ins Leere.
Seit ein paar Monaten hat er neue Kollegen, womit er sich nun öfters trifft. Meist über mehrere Tage am Wochenende. Es war ein Fehler von mir, ihm zu sagen, dass ich an meinem Geburtstag weg will. Denn er will nicht mit mir weg, sondern stattdessen wieder alleine.

Ich glaube, ich schreibe hier ziemlich wirres Zeug.
Aber mein Punkt ist hier, dass ich wieder an meinem Geburtstag (nach 29 Jahren) emotional verlassen wurde. Ich kann das nicht. Dieses ewige hin und her, auf und ab. Daher habe ich nun wieder die Entscheidung getroffen, mich zu trennen. Ob er hier wohnen bleibt oder weg zieht, ist mir egal.

Ich möchte hier nur einmal fragen: Warum können sich die Männer nicht mal äußern, wenn ihnen etwas nicht passt oder gefällt? Wieso muss man sich gegenseitig so wehtun?

Ich habe mich betäubt, ausgeheult und ausgek. zt. Mein Herz ist nun Eingeschlossen.
Natürlich leide ich. Ich will nicht auf ihn warten, tue es aber doch (warum schreibe ich sonst hier mitten in der Nacht).
Ich bin so unendlich traurig. Aber ich denke es liegt an mir, dass die Männer an meiner Seite sich so verändern. Ich liebe ihn noch sehr, aber das Vertrauen ist weg.

x 10 #1


O
Zitat von Babeth:
Aber ich denke es liegt an mir, dass die Männer an meiner Seite sich so verändern.

Ach Quatsch @Babeth ,

Dein erster war - so wie Du schreibst - von Anfang an ein emotional unsteter Mensch. Und der jetzige - naja. 29 Jahre sind eine lange Zeit . Da ändern sich Menschen schon mal .

Jedenfalls erstmal willkommen im Forum. Ist ein bisschen früh gerade. Deshalb nur ein kurzer Drücker fürs erste. Du bist nicht allein.

Hier im Forum ist eigentlich fast immer jemand zum Austauschen.
LG

x 5 #2


A


Emotional verlassen werden

x 3


B
Danke für deine warmen Worte.
Und schon bin ich am heulen.

x 1 #3


O
Ach Liebes ,

lass die Tränen laufen. Das ist in Ordnung und einfach dran. Es gibt so Tage, die sind einfach bescheiden

Und wenn eine Trennung ausgerechnet den Geburtstag mit runter reißt, ist es gleich doppelt gemein

Ich muss jetzt nur leider dringend zurück ins Bett. Halte ein bisschen durch. In ein paar Stunden bekommst Du hier garantiert viel Rückmeldung

LG

#4


T
@Babeth ich muss gleich zur Arbeit, aber möchte Dir auch eine Umarmung da lassen. Es ist unglaublich schwer, wenn nur einer Kämpft . Dieses Gefühl das man dem Partner so egal geworden ist, ist unglaublich verletzend. Weine ruhig und lass den Schmerz zu. Das es an Dir liegt ist Quatsch, schließlich bist Du in der Lage eine Langzeit Ehe zu führen, da kannst Du ja nicht so falsch sein. Er hat es einfach laufen lassen. Eine Ehe oder Beziehung bedeutet aber ,das beide Kompromisse eingehen und beide aufeinander immer wieder zugehen.

x 1 #5


Nur-ein-Mensch
Moin

Bitte schiebe die Schuld nicht auf dich.

Menschen verändern sich nun einmal das gehört zum Leben dazu.

Wir müssen nur entscheiden,ob wir mit den Veränderungen leben wollen.

Auch wenn es schwer ist aber gibt deiner Trauer Raum,schaue aber immer nach vorn.

Schaue auch darauf,wie du dich in deinen Beziehungen verhalten hast und ob das ok so ist für dich.

Selbstreflektion ist immer gut und hilft,Muster zu erkennen,die vielleicht nicht so gut sind für eine gesunde Beziehung.


Immer nur beim anderen nach Fehlern zu suchen,heißt die Verantwortung für sein Leben ab zugeben.

Alles gute für dich.

x 2 #6


Löwenzeh
Zitat von Babeth:
Aber ich denke es liegt an mir, dass die Männer an meiner Seite sich so verändern.

Bist du Gott?😜
Ich hab noch nie jemanden verändern können.

Und was du dir da aufbürdest, ist eine Nummer zu groß für dich.

Das Leben verändert sich und uns; nichts bleibt je gleich, so sehr wir das auch wünschen.

x 1 #7


Löwenzeh
Zitat von Babeth:
Wieso muss man sich gegenseitig so wehtun?

Das Frage ich mich auch oft.
Habe leider keine Antwort.

Ein paar Theorien zu deinem Grundproblem:

Dass du beziehungsfähig (und/oder leidensfähig?) bist, zeigen 15 und 30 Jahre Beziehung; da kommen die wenigsten hin.

Vielleicht brauchst du das aber gar nicht und hast immer versucht, einem Bild zu entsprechen.
Vielleicht bist du dem entwachsen.

Vielleicht hast du wirklich emotionale Krüppel an deiner Seite mitgezogen.

Vielleicht ist deine eigene Kommunikation schlechter als du denkst.
Mich mit Gewaltfreier Kommunikation nach Rosenberg zu befassen, hat mich bereichert.
In dem Buch, das ich las, gab es das Beispiel einer Frau, die dadurch erkannte, dass sie in 60 Jahren Ehe nie ihre Bedürfnisse geäußert hat.
Sie hat gemeckert, genorgelt, gedroht, geschrien, geweint. Doch nie klar gesagt, was sie sich wünscht und braucht.

Ein paar Ideen.

x 3 #8


B
Wow. Ich bin gerade mal geflasht.

Vielen Dank für euren Zuspruch.

Obwohl ich (mal wieder) das jetzt hier beendet habe, schmerzt es sehr. Mein Herz fühlt sich leer an. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht wofür ich noch da sein sollte. Ich habe meine Lebensträume erfüllt (meine Liebe heiraten, Kinder bekommen, Haus bauen) und ich bin dankbar, dass ich ehrliche Liebe erfahren durfte. Das ist nicht jedem gegönnt. Ich habe also alles erreicht. Ich bin nur auch traurig darüber, dass ich mich aus Selbstschutz so verhalte. Einen Panzer um mich legen.
Emotional bin ich jetzt wieder alleine. Ich habe keine Freunde oder Menschen, denen ich genug vertraue, um über meinen Kummer reden zu können:
Ich denke, für viele wäre so eine Beziehung, wie ich sie zu meinem Partner jetzt habe, vollkommen okay. Das man sich große Freiräume gibt. Aber ich kann das irgendwie nicht. Er kann mit mir reden, sagen warum er so handelt. Oder aber einfach zugeben, dass er selbst nicht weiß, was gerade los ist. Aber das tut er nicht. Und ich bin es leid, darüber nachzudenken, was er hat. Ob er in der MidlifeCrisis ist oder nicht. Ob er jemanden anderes liebt oder gefunden hat oder nicht. Ob das was er mir sagt, der Wahrheit entspricht oder ob er mich anlügt.

Ich danke euch, dass ich hier über meinen Kummer reden kann.

x 2 #9


B
@Löwenzeh

Danke für deine Ideen.
Ich glaube das mit den emotionalen Krüppel, kommt meinem Kummer am nächsten.
Ich ziehe wohl Männer an, die mir unterlegen sind, sodass ich ihnen auf die Beine helfen kann.

#10


Löwenzeh
Zitat von Babeth:
Ich ziehe wohl Männer an, die mir unterlegen sind, sodass ich ihnen auf die Beine helfen kann.

Du ziehst sie an - und wählst sie aus.

An einem kannst du was drehen.

x 2 #11


Heffalump
Ich glaube, das viele Menschen nicht reden können. Nie gelernt haben. Dazu müsste man Zugang zu sich selbst haben und das fehlt vielen.

Du bist also schon Oma. Respekt hierfür. Du hast die Erziehungsarbeit abgegeben an die jüngere Generation. Du bist frei nun zu leben wie es dir gefällt und just jetzt sagt dein Partner, das will und kann er nicht.
Gut.

Aber du kannst. Du hast jahrelang, Jahrzehntelang das Leben gerockt. Jede Herausforderung angenommen und bewältigt. Auch diese wirst schaffen.

Manchmal ist man zu stark für sein Gegenüber. Die fühlen sich dann klein. Und verweigern sich. Nicht du bist Ursache, du bist Wirkung.

Ich lasse dir einen Drücker da

x 8 #12


O
Zitat von Babeth:
Ich ziehe wohl Männer an, die mir unterlegen sind, sodass ich ihnen auf die Beine helfen kann.

Das ist einer der Klassiker hier. Wobei es häufig der vermeintlich Unterlegene ist, der die Beziehung löst.

Bei Dir ist das anders. Du hast Dir ein Stück innere Unabhängigkeit bewahrt, die bei dieser Konstellation nicht selbstverständlich ist. Das wird Dir dabei helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Wie kam es denn, dass Dein Mann jedes Wochenende auf die Enkel aufgepasst hat ? Das scheint ja der Anfang der Entfremdung gewesen zu sein .

#13


WillyWichtig
Ich kann ja nur das lesen und interpretieren, was Du schreibst.

Der Mann hat beruflich eine absolute Ausnahmesituation und ist vielleicht zeitweise zuhause nicht bei der Sache.

Deine Reaktion darauf sind Vorwürfe!
Das er sich darauf zurückzieht ist nachvollziehbar.

Kein Vorwurf, weil ich das ja nicht von euch wissen kann:

Nörgeln und Vorwürfe sind der schleichende Tod jeder Beziehung!

Kennst Du die Theorie 5:1?

Ein negativer Vorwurf braucht zum Ausgleich 5 positive Erlebnisse.

Man soll zu sich stehen und das einfordern, was man braucht.
Also nicht falsch verstehen.
Aber die Frage ist, ob das bei allen Situationen so angebracht ist.

x 5 #14


Gorch_Fock
Hi Babeth, eigentlich doch toll, dass er sich so um die Enkel gekümmert hat. Hast Du das Ganze auch mal aus der Perspektive Deiner Tochter gesehen? Anders als 1992 brauchst Du heute zwei Gehälter um als Familie über die Runden zu kommen.
In gemeindamen Gesprächen hätte man hier Klärung herbeiführen können (mit der Tochter).

Natürlich wird da auch was anderes sein bei ihm. Aber ehrlich: im Urlaub sitz ich auch nicht im Zimmer oder lieg am Hotelpool. Wer hat diese Urlaubsform ausgesucht? War er beteiligt?

Ich will ihn hier nicht in Schutz nehmen, aber ich glaube hier sind auch bei Dir Anteile, die ggf. Klammern oder Autonomie beschränken.

x 4 #15


A


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