Zitat von Babeth: Trotz dieser massiven Stresssituation, ist er 2-4 mal wöchentlich (nach der Arbeit und am Wochenende) bei den Enkeln gewesen.
Es soll ja Menschen geben, für die der Umgang mit ihren Enkelkindern etwas sehr schönes ist, was ihnen Spaß macht und durchaus auch Arbeitsstress abbauen kann.
Zitat von Babeth: Ich hatte ihm gesagt, dass ich das nicht gut finde, dass er sich so verausgabt.
Weil er nicht alt genug ist, um selber zu entscheiden, was ihn verausgabt und was nicht?
Zitat von Babeth: Nach ca. einem halben Jahr, nachdem ich ihm immer wieder gesagt habe, dass ich das nicht gut finde, auch für ihn selbst, habe ich ihn dann rausgeworfen. Er könne ja dann bei meiner Tochter (mit den Enkeln) bleiben. Erst da hat er über die Situation nachgedacht und meinem Wunsch zum Teil nachgegeben.
„Auch für ihn selbst“? Ich kann ja verstehen, dass es Dich genervt hat, weil zuhause alles an Dir hängengeblieben ist und ihr wenig Zeit füreinander hattet, aber da solltest Du dann auch dazu stehen, dass es Dir um Dich/Eure Beziehung geht - er wird schon wissen, was ihm gut tut und was nicht und darf das selber entscheiden.
„Dann bleib doch gleich bei Tochter und Enkel“ ist für mich ne Trotzreaktion.
Zitat von Babeth: Daher habe ich nun wieder die Entscheidung getroffen, mich zu trennen. Ob er hier wohnen bleibt oder weg zieht, ist mir egal.
Das hast Du ihm auch so gesagt? Wann?
Zitat von Babeth: Natürlich hat es mich sehr verletzt, dass er mir am Donnerstag spät nachmittags so beiläufig sagt, dass er am Freitag nicht da ist.
Muss ja vor oder am letzten Donnerstag gewesen sein, wenn Du ihn von Freitag bis heute noch nicht wieder gesehen hast
Da sehe ich keinen Grund, warum Du „natürlich“ verletzt bist - Du hast Dich getrennt, mindestens gedanklich. Oder hast Du die Ankündigung einer Trennung eher als Druckmittel gesehen in der Hoffnung, jetzt ändert er sich?
Ansonsten: Ist der Ort, an dem er sich mit seinen Kumpeln zum Essen und Fußballgucken trifft, 600 km von Eurem Wohnort entfernt? Weil sonst sehe ich keinen plausiblen Grund, daraus gleich ein verlängertes Wochenende zu machen
Zitat von Babeth: Auf die Frage, warum er mir das so spät und beiläufig sagt, kam die Antwort, dass er genau mit der (meiner) Reaktion gerechnet hat und es somit hinauszögern will. Ich denke mir dann; wenn er schon meine Reaktion kennt, dann weiß er ja, dass das was er macht nicht richtig ist.
Ich finde auch nicht gut, dass er Gespräche und Auseinandersetzungen meidet. Aber nur weil das falsch ist, heißt es nicht, dass Deine Reaktion automatisch richtig ist.
Zitat von Babeth: Ich habe seit fast 6 Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Tochter. Die Gründe hierzu sind ein eigenes Thema.
Ich überlege grade, was es für mich an Gründen geben könnte, dass ich 6 Jahre lang keinen Kontakt mehr zu meinem Kind und meinem Enkelkind habe. Mir fällt keiner ein, weiß aber durchaus, dass es bei anderen anders sein kann. Oder wollte Deine Tochter den Kontakt zu Dir nicht mehr?
Zitat von Babeth: Ich bin nur auch traurig darüber, dass ich mich aus Selbstschutz so verhalte. Einen Panzer um mich legen.
Emotional bin ich jetzt wieder alleine. Ich habe keine Freunde oder Menschen, denen ich genug vertraue, um über meinen Kummer reden zu können:
Da solltest Du vielleicht mal nachhaken und auf Dich gucken. Wenn Du meinst, dass Du aus Selbstschutz einen Panzer um Dich legen musst und niemanden so richtig vertrauen kannst, dann hat das Gründe, die in Dir liegen. Küchenpsychologisch nachgefragt: Woran könnte das liegen, schlimme Kindheitserfahrungen? Das wäre dann vielleicht wirklich mal ein Thema für ne Therapie.
Wer sich schnell mit Härte (Du nennst es Schutzpanzer) umgibt, darf sich nicht wundern, wenn andere sich nicht die Zähne daran ausbeißen möchten. Es gibt einen gesunden Unterschied zwischen Ziehen/Wahren der eigenen Grenzen und anderen gegenüber sofort knallhart dichtzumachen. Beziehungen sind nicht statisch, sie verändern sich - somit müssen manchmal (wenn es gut laufen soll) auch Grenzen neu verhandelt werden.