K
KPeter
Mitglied
- Beiträge:
- 336
- Danke erhalten:
- 1879
- Mitglied seit:
Okay Spechtine,
du weißt, was du tust und warum du es tust. Du hast dich informiert und bist verstandesmäßig längst auf dem Weg in die Freiheit. Nur das, was wir "Herz" nennen, will da noch nicht mit.
Richtig. Eigentlich durchschaubar und ziemlich platt, oder? Aber man fällt darauf rein, weil sich ja über so lange Zeit ein Mechanismus entwickelt hat, der automatisch anspringt, wenn ein bestimmter Trigger auftritt. Er drückt auf den Knopf und deine Schuldgefühle setzen ein. Du sollst dich verantwortlich fühlen für den angegriffenen Zustand eurer Beziehung und wenn das klappt, steht fest, dass er "eigentlich gar nicht anders konnte als zu gehen".
Tatsächlich mag die durch dein damaliges Verhalten angestoßene Krise eine der Ursachen für den Zustand der Beziehung sein. Es bringt nichts das zu ignorieren. Aber zehn Mal wichtiger ist das, was anschließend geschah bis hin zur Paartherapie, der du dich offen und veränderungsbereit gestellt hast, während er schön auf seiner Position geblieben ist, damit seine Schäfchen im Trockenen bleiben. Ganz zu schweigen von seinen inakzeptablen Ausbrüchen, mit denen er die Beziehung jedes Mal beendet hat. Diese Gesamtpaket lässt die Episode vor 7/8 Jahren zu dem schrumpfen, was sie war: Eine Krise, die bewältigt wurde und zu deren Bewältigung du alles beigetragen hast, was möglich war.
…und weil es so einfacher für ihn war. Er wählt den einfachen Weg, wenn seine Impulse ihm das signalisieren. Verstandesmäßig weiß er genau, was er getan hat, wie er der Beziehung geschadet hat und was er dir zugemutet hat. Aber das beeinflusst seine Impulse nur zeitweise.
Ich bin jetzt mal pingelig. Er kann sich nicht "entschuldigen", er kann nur "um Entschuldigung bitten" und du bist dann diejenige, die das gewährt und ihn damit "entschuldigt" oder auch nicht. Und Letzteres ist besonders wichtig. Du musst das nicht. Du darfst verletzt sein und er darf die Schuldgefühle, die er schnell wieder loswerden wollte, auch mal anschauen und sich damit beschäftigen. Während er deine Schuldgefühle also immer mal wieder aufwärmt und zum Thema macht, geht er mit seinen eigenen offensichtlich sehr locker um. Allein die Ausbrüche und Rückkehraktionen wären Anlass genug für das, was wir "Schlechtes Gewissen" nennen. Das kann man natürlich verarbeiten, man kann es miteinander unwichtig machen und der Vergangenheit zuordnen. Dann aber bitte beide.
Das hat ja schon Geschichte. Er hat im Unbewussten, dass das notfalls immer noch möglich ist. Und der Zahn muss ihm dauerhaft gezogen werden.
Darum geht es in erster Linie: Die Freiheit erkennen und genießen. Sie macht den neuen Lebensabschnitt erst mal attraktiv. Dagegen steht die Enttäuschung, die "gefühlte Entwertung" durch das Verlassenwerden und die Wut, das nun schon so oft durchgemacht zu haben. Dabei hilft dir, wie du richtig erkannt hast, innere Stärke. Und um die zu bekommen, musst du dich selber ganz tief in deinem Herzen "von ihm trennen". Ob du dazu Rituale brauchst, muss man sehen. Aber der Satz: "Ich trenne mich von dir. Endgültig!" sollte bei dir ganz vorn stehen. Im Bewussten und im Unbewussten. Du kannst ihm das mitteilen oder nicht. Es geht darum, dass du ihn für dich selber aussprichst.
Wenn dir das nicht mehr weh tut, bist du sehr viel weiter. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen und Zeit alleine heilt auch keine Wunden. Aber wenn du die Zeit richtig nutzt, wirst du dich nicht mehr verletzt oder verlassen fühlen. Sondern befreit. Das kann man schaffen.
Die andere Frau ist für dich nicht wichtig. Sie erfüllt eine Funktion, ebenso wie die anderen Frauen, wegen denen er sich getrennt hatte, auch eine Funktion erfüllten. Er hat dich verlassen. Du hast dem zugestimmt und wirst dich jetzt innerlich ebenfalls von ihm trennen. Das ist Status Quo. Und dann geht das seinen Weg. Die andere Frau ist dabei unwichtig.
du weißt, was du tust und warum du es tust. Du hast dich informiert und bist verstandesmäßig längst auf dem Weg in die Freiheit. Nur das, was wir "Herz" nennen, will da noch nicht mit.
Zitat:>>Deinen Beitrag fand ich sehr spannend bezüglich der Schuldgefühle, denn die hatte ich vor allem direkt nach der Trennung, da er mit vermittelt hat, dass seine Probleme mit meiner Person verknüpft sind. Anstatt mir ins Gesicht zu sagen, dass er Gefühle für jemand anderen hat, die stärker sind als die zu mir. Denn dann hätte er ja im schlechten Licht gestanden. So bin ich es, die sich mit Problemen von vor 7/8 Jahren rumquält.<<
Richtig. Eigentlich durchschaubar und ziemlich platt, oder? Aber man fällt darauf rein, weil sich ja über so lange Zeit ein Mechanismus entwickelt hat, der automatisch anspringt, wenn ein bestimmter Trigger auftritt. Er drückt auf den Knopf und deine Schuldgefühle setzen ein. Du sollst dich verantwortlich fühlen für den angegriffenen Zustand eurer Beziehung und wenn das klappt, steht fest, dass er "eigentlich gar nicht anders konnte als zu gehen".
Tatsächlich mag die durch dein damaliges Verhalten angestoßene Krise eine der Ursachen für den Zustand der Beziehung sein. Es bringt nichts das zu ignorieren. Aber zehn Mal wichtiger ist das, was anschließend geschah bis hin zur Paartherapie, der du dich offen und veränderungsbereit gestellt hast, während er schön auf seiner Position geblieben ist, damit seine Schäfchen im Trockenen bleiben. Ganz zu schweigen von seinen inakzeptablen Ausbrüchen, mit denen er die Beziehung jedes Mal beendet hat. Diese Gesamtpaket lässt die Episode vor 7/8 Jahren zu dem schrumpfen, was sie war: Eine Krise, die bewältigt wurde und zu deren Bewältigung du alles beigetragen hast, was möglich war.
Zitat:>>1. Aufgabe in der Paartherapie war: Alle Museen schließen. Das habe ich durchgezogen, weil ich es wollte. Er hatte sie alle offen gelassen und wieder nicht seine negativen Gefühle äußern können. Positive Gefühle mitzuteilen ging immer, negative nicht, weil man dann zurückgewiesen werden kann.<<
…und weil es so einfacher für ihn war. Er wählt den einfachen Weg, wenn seine Impulse ihm das signalisieren. Verstandesmäßig weiß er genau, was er getan hat, wie er der Beziehung geschadet hat und was er dir zugemutet hat. Aber das beeinflusst seine Impulse nur zeitweise.
Zitat:>>Natürlich bin ich mir benutzt vorgekommen....und ich habe es ihm auch später gesagt. Er hat sich entschuldigt.<<
Ich bin jetzt mal pingelig. Er kann sich nicht "entschuldigen", er kann nur "um Entschuldigung bitten" und du bist dann diejenige, die das gewährt und ihn damit "entschuldigt" oder auch nicht. Und Letzteres ist besonders wichtig. Du musst das nicht. Du darfst verletzt sein und er darf die Schuldgefühle, die er schnell wieder loswerden wollte, auch mal anschauen und sich damit beschäftigen. Während er deine Schuldgefühle also immer mal wieder aufwärmt und zum Thema macht, geht er mit seinen eigenen offensichtlich sehr locker um. Allein die Ausbrüche und Rückkehraktionen wären Anlass genug für das, was wir "Schlechtes Gewissen" nennen. Das kann man natürlich verarbeiten, man kann es miteinander unwichtig machen und der Vergangenheit zuordnen. Dann aber bitte beide.
Zitat:>>Die Weichen waren zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall gestellt und er wollte mich warmhalten, falls es doch nicht so läuft wie er dachte.<<
Das hat ja schon Geschichte. Er hat im Unbewussten, dass das notfalls immer noch möglich ist. Und der Zahn muss ihm dauerhaft gezogen werden.
Zitat:>>Er kann schlicht und einfach nicht alleine sein. Ich schon und habe die Stärke dazu. Nun beschäftige ich mich mit Dingen, die ich schon immer einmal machen wollte. Morgen sogar Blutspenden
Meine Freundinnen wollen mich unter allen Umständen von ihm abhalten, aber ich versuche auch selbst an Stärke zu gewinnen, dass ich nicht noch einmal schwach werde.<<
Darum geht es in erster Linie: Die Freiheit erkennen und genießen. Sie macht den neuen Lebensabschnitt erst mal attraktiv. Dagegen steht die Enttäuschung, die "gefühlte Entwertung" durch das Verlassenwerden und die Wut, das nun schon so oft durchgemacht zu haben. Dabei hilft dir, wie du richtig erkannt hast, innere Stärke. Und um die zu bekommen, musst du dich selber ganz tief in deinem Herzen "von ihm trennen". Ob du dazu Rituale brauchst, muss man sehen. Aber der Satz: "Ich trenne mich von dir. Endgültig!" sollte bei dir ganz vorn stehen. Im Bewussten und im Unbewussten. Du kannst ihm das mitteilen oder nicht. Es geht darum, dass du ihn für dich selber aussprichst.
Zitat:>>Ein Teil von mir ist gestorben und es fühlt sich schrecklich an, ihn an der Seite einer anderen Frau zu wissen. In der gleichen Stadt und wir arbeiten im gleichen Viertel. Einmal pro Woche fahre ich seiner Wohnung vorbei.<<
Wenn dir das nicht mehr weh tut, bist du sehr viel weiter. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen und Zeit alleine heilt auch keine Wunden. Aber wenn du die Zeit richtig nutzt, wirst du dich nicht mehr verletzt oder verlassen fühlen. Sondern befreit. Das kann man schaffen.
Die andere Frau ist für dich nicht wichtig. Sie erfüllt eine Funktion, ebenso wie die anderen Frauen, wegen denen er sich getrennt hatte, auch eine Funktion erfüllten. Er hat dich verlassen. Du hast dem zugestimmt und wirst dich jetzt innerlich ebenfalls von ihm trennen. Das ist Status Quo. Und dann geht das seinen Weg. Die andere Frau ist dabei unwichtig.