Zitat:>> Da ich die Gedanken an die Beziehung immer mit Schuld meinerseits in Verbindung gebracht habe, konnte ich mich nicht damit auseinandersetzen, was ich in der nächsten Beziehung ändern möchte und was mir aber wichtig ist. Das ist meine nächste Aufgabe, womit ich mich nun auseinandersetzen will. <<
Erst einmal bitte aufhören, die Schuld für die Trennung zu übernehmen.
Zitat:>>Da war es irgendwie das einfachste ihn einfach aus meinem Leben und meinen Erinnerungen komplett zu streichen, aber irgendwie habe ich dennoch mein ganzes neues Leben um ihn herum aufgebaut<<
Gut geschildert. Du hast ihn also gar nicht aus dem Leben gestrichen, sondern du hast VERMIEDEN, an ihn zu denken. Wer aber vermeidet, setzt das Objekt seiner Vermeidung in den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit.
Zitat:>>Aktuell kommen immer wieder Momente, in denen ich einfach nur vollkommen traurig und verzweifelt bin, aber im Vergleich zum Anfang der Woche ist es schon weniger geworden. Noch ist aber der Horizont nicht zu erkennen <<
Dazu noch ein weiteres Bild. Wer von solch einem Ereignis getroffen wird, schildert es oft wie ein schwarzes Loch, in das man hineingezogen wird. Das ist falsch. Es ist ein Tal, in das man hinab rutscht. Aber ein Tal hat einen Boden. Und wenn man da angekommen ist, geht es in alle Richtungen bergauf. Man sammelt Kraft. Und dann geht man bergauf. Das ist anstrengend, aber man sieht mit jedem Schritt mehr von der Sonne und vom Horizont.
Und jetzt werde ich mal konkret.
Bevor du irgendetwas erreichen kannst, musst du dich erst einmal ENTSCHEIDEN, ob du mit diesem Mann wirklich abschließen WILLST oder nicht. Bisher war klar zu erkennen, dass du das nicht wolltest. Du wolltest verdrängen, ihn parken, vermeiden, wegschauen. Aber er sollte trotzdem bleiben.
Der Weg zum Abschließen geht aber über die Entscheidung, es zu WOLLEN. Und zwar ganz, mit allen Mitteln. Dazu gibt es eine schöne Methode.
Du schließt die Augen und stellst dir vor, dieser Mann klingelt an deiner Tür. Du öffnest und fragst, was er möchte. Er sagt: Es tut mir sehr leid, was ich da getan habe, ich habe mir das nicht gut überlegt. Ich bin jetzt für dich da, habe mich gestern getrennt und möchte keine andere Frau mehr als dich. Bitte lass mich rein zu dir!
Und nun kommt der Hammer.
Du sagst ihm: Das tut mir leid, aber das ist nun zu spät. Schön, dass du noch mal da warst, aber komm bitte nicht wieder. Unsere Zeit ist vorbei. Tschau!Ich vermute, dass du das noch nicht sagen könntest. Aber der Weg zum Abschließen fängt erst dann an, wenn du genau das in deinem Traumbild zu ihm sagst. Du wirst das etliche Male probieren müssen, du wirst ein paar Mal daran scheitern. Aber sobald du das sagen kannst, bist du FREI! Vorher nicht. Es kann auch nicht schaden, diese Aussage - natürlich mit deinen Worten laut auszusprechen. Und zwar mit kräftiger Stimme, überzeugend. Immer in der Vorstellung, er steht vor dir. Dazu gibt es viele bildliche Möglichkeiten.
Versuch es, es macht nichts, wenn es nicht gleich funktioniert. Aber gibt nicht auf, erst wenn du diesen Abschied und diese Zurückweisung an ihn deutlich und endgültig aussprechen kannst, ist die Entscheidung getroffen und du bist auf dem Weg in die Freiheit.
Wenn du das nicht kannst, ist jede Beziehung, die du beginnst, eine Beziehung auf Zeit. Denn eigentlich wartest du auf seine Rückkehr. Wenn diese Rückkehr VON DIR ausgeschlossen wird, findet sie auch nicht mehr statt.
Viel Kraft dazu wünsche ich dir.