Finnie
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ich bin neu hier im Forum und hoffe auf Rat.
Ich habe einen Mann kennengelernt, mit dem ich seit ca. 6 Wochen ein, sagen wir mal, Techtelmechtel habe. Er ist ungebunden. Die Zeit, die wir miteinander verbringen, ist auch immer wunderschön. Das Problem: Er hat wahnsinnige Beziehungsangst. Er hat eine schlimme Geschichte hinter sich, verprügelt vom Vater, mit 18 seine erste und einzige richtige Beziehung, von dieser Frau wurde er betrogen und hintergangen (sie setzte die Pille einfach ab und er wurde früh Vater, sie räumte sein Konto leer und nach der Trennung erpresste sie ihn mit dem Kind). Seitdem hatte er nichts ernstes mehr, das ist jetzt 8 Jahre her.
Er hat mir Stück für Stück diese Dinge erzählt, offenbar vertraut er mir. Ich habe ihm klar gemacht, dass ich keine Affäre will und es für mich langfristig nur auf eine Beziehung hinauslaufen kann. Er sagte, er hat Angst vor einer Beziehung und was ihm noch viel mehr Angst macht, ist die Tatsache, dass er Vertrauen zu mir fasst. Die letzte Frau, der er vertraute, hat ihn so hintergangen, dass er es einfach nicht mehr schafft, sich fallen zu lassen.
Ich habe Verständnis gezeigt, habe ihm versprochen, ihn nicht unter Druck zu setzen, doch dieses Auf und Ab macht mich fertig. Wir verbringen die Wochenenden miteinander, da ist es, als seien wir fest zusammen. Nachts redet er im Schlaf, ruft meinen Namen und klammert sich an mich bis zum nächsten Morgen. Dann höre ich wieder ein paar Tage nichts von ihm, außer ein paar oberflächliche Nachrichten. Dann zweifelt er wieder, sagt, es geht ihm zu schnell, wir sollten uns erstmal nicht mehr sehen. Nur wenige Stunden danach soll ich doch zu ihm kommen und es ist wieder total schön. Er ist hin und hergerissen.
Ich selbst bin jetzt nicht so der Beziehungstyp, der das 24/7 Modell lebt, ich brauche viel Freiheit und gewähre sie auch. Ich will ihn nicht an mich ketten und das habe ich ihm auch klar gemacht. Er hätte bei mir alle Freiheiten, die er braucht. Ich möchte ihm so gern klar machen, dass Beziehung nicht die Hölle sein muss, habe aber keine Ahnung, wie ich an ihn herankommen soll. Ich bin ihm nicht gleichgültig, das weiß ich, das hat er mir auch schon mehrfach gesagt. Aber wie kann ich ihm helfen?
Gibt es hier jemanden, der selbst unter Beziehungsangst leidet? Wie empfindet Ihr die Situation? Habe ich eine Chance oder kann da nur ein professioneller Therapeut helfen?
