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Er hat Depressionen - soll ich mich von ihm trennen?

Miriam919

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Hallo ihr Lieben,

es geht um Folgendes. Ich bin seit noch nicht so langer Zeit mit meinem Freund zusammen. Ungefähr seit Anfang des Jahres. Ich war eigentlich frisch getrennt und er hatte mir aber genau das gegeben, was mir vermeintlich in meiner Beziehung davor gefehlt hat. Aufmerksamkeit und Interesse. Schon beim ersten Date haben wir uns so gut verstanden, ich hatte da bereits gemerkt dass ich eine ganz besondere Verbindung mit ihm habe. Irgendwann distanzierte er sich etwas, was mich sehr traurig gemacht hat, ich war einfach über beide Ohren verknallt und hab nur das Gute gesehen. Er erzählte mir dann, dass er mit Depressionen zu kämpfen hat und nicht weiß ob er eine Beziehung eingehen kann. Schwierige Kindheit, Vater ist Alk., allgemein hat er kaum Kontakt mehr zur Familie, bzw. kein gutes Verhältnis zu ihnen. Er sagte aber, dass ich ihm gut tue und er bei mir ein gutes Gefühl hat und so sind wir dann trotzdem relativ schnell zusammen gekommen. Das Problem ist, ich habe mit der Zeit immer mehr die Schattenseiten bemerkt.

Er geht langsam auf die 30 zu und bekommt Hartz4, versucht momentan seine Mittlere Reife nachzuholen um eine andere Ausbildung zu beginnen, aber er vernachlässigt die Schule komplett. Zudem ist er sehr unordentlich und hat eine andere Vorstellung von Sauberkeit als ich. Im Gespräch mit meinen Freunden wird mir immer geraten ich solle Schluss machen, dass er wirklich ein netter und liebenswerter Mann ist, aber sein Lebensstil nicht zu meinem passt. Ich fange jetzt bald mein Studium an und möchte mehr im Leben erreichen und nicht jeden Tag nur zu Hause rumhängen, doch ich habe mir immer gesagt, dass wären doch oberflächliche Gründe mit ihm Schluss zu machen. Mittlerweile geht es mir aber nicht mehr aus dem Kopf, wenn bereits zu Beginn der Beziehung so viele Schwierigkeiten vorhanden sind und ich den Willen nicht sehe, dass er etwas für sich ändern möchte, kann ich das dann weiterführen?

Auch Körperkontakt habe ich in letzter Zeit eher abgewiesen. Das letzte mal, als ich miteinander geschlafen haben, kamen mir dabei sogar die Tränen, wie aus dem nichts. Ich hatte danach mit ihm darüber geredet, und obwohl er sehr verständnisvoll ist, kann er einfach schlecht damit umgehen, wenn es anderen Menschen mal nicht gut geht. Es macht mich einfach unglaublich traurig, weil ich hin und her gerissen bin. Einerseits habe ich Gefühle für ihn, ich habe ihn in mein Herz geschlossen, aber ich fühle mich für ihn verantwortlich.

Und das möchte ich in einer Partnerschaft eigentlich nicht. Menschlich gesehen ist er aber so lieb und ehrlich, einfach ein Mensch, den man umarmen möchte und um sich rum haben will. Gestern hatte ich dann mit ihm gesprochen und ihm meine Gefühlslage geschildert. Die oben genannten Gründe habe ich nicht angesprochen. doch ich sagte ihm, dass ich noch an meinen Ex Freund denken muss und die Trennung auch nicht richtig verarbeiten konnte, dass alles viel zu schnell ging. (Würde das Thema jetzt noch weiter ausführen, deswegen gehe ich auf meinen Ex mal nicht weiter drauf ein) er stellte mich also vor die Wahl, ich sollte eine Nacht drüber schlafen und ihm heute mitteilen ob ich es weiterhin mit ihm probieren will, oder ob ich mich trennen möchte. Gekämpft hat er nicht wirklich, was es mir wahrscheinlich sowieso nur schwerer gemacht hätte, aber er tut mir nun einfach so unglaublich leid.

ich will ihn nicht verletzen, aber ich möchte auch nicht aus Mitleid mit ihm zusammen bleiben. so fühlt es sich aber teilweise an. auf der anderen Seite denke ich, er bringt mich zum Lachen, ich bin doch eigentlich glücklich bei ihm, aber die Gedanken an meinen Ex und die Umstände meines Freundes überwiegen dann oft. Ich bräuchte einfach mal einen neutralen Rat. vielleicht war/ist jemand ja auch in einer ähnlichen Situation.
Danke schon mal

Liebe Grüße,

Miri

17.03.2020 11:43 • #1


Minnie

Minnie


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Geh

17.03.2020 11:54 • x 1 #2



Hallo Miriam919,

Er hat Depressionen - soll ich mich von ihm trennen?


Flocke_


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Ich würde auch gehen. Er soll lieber erstmal sein Leben auf die Reihe bekommen, bis dahin ist er als Partner unbrauchbar.

17.03.2020 12:12 • x 1 #3


Goldmariechen


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Eigentlich hatte ich nicht vor, in diesem Forum etwas zu schreiben,
aber es tut mir schrecklich leid, dass du zu deinen Gedanken nur so unreflektierte und knappe Antworten bekommen hast.

Aktuell bin ich in der selben Situation, wenn auch ein wenig anders.
Ich frage mich das schon ganz lange und bin auch in dieser Rolle, dass ich mich verantwortlich fühle.
Und dass er ja nichts für seine Situation kann und verurteile mich am Ende dafür, dass ich
so "oberflächlich" bin und eine schwierige Situation nicht durchstehen kann.
Ich selber habe mich auch noch nicht getrennt und gebe daher einen Rat, den ich ehrlicherweise
aktuell selber nicht befolge, aber ich glaube, dass es die falschen Motive sind.

Wie wünscht du dir eine Beziehung? Für mich ist es so, dass ich gern einen "starken" Mann an meiner Seite hätte, der mich abfangen kann. Würde ich heute nochmal Daten, wäre ein fester Job und ein geregeltes Leben eine Grundvoraussetzung für mich.
Ich bin ebenfalls hin und her gerissen und denke vor allem, dass seine Lebenssituation nichts mit meiner zu tun hat. Er kann sein Leben so leben, wie er möchte und ist eben nicht da, wo ich bin und da gibt es auch kein richtig und falsch.
Nichtsdestotrotz musst du für dich entscheiden, ob das der Partner ist, den du dir an deiner Seite wünscht für die Beziehung, die du dir wünscht. Und das vor allem nicht im nächsten halben Jahr, sondern in fünf Jahren.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht und würde mich freuen, von dir zu hören.

23.03.2020 15:10 • x 1 #4


Miriam919


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Hallo Goldmariechen,

vielen Dank für deine Antwort! Hat mich sehr gefreut das zu lesen und es tut mir sehr leid, dass du auch in so einer Situation bist. Wie geht es dir denn damit?

Ich muss sagen, dass es seit letzter Woche beendet ist. Ich war bei ihm und wir haben geredet, er merkt ja selbst, dass ich unglücklich bin. Ich habe es aber einfach nicht übers Herz gebracht Schluss zu machen. Einerseits wegen den, wie du auch schon beschrieben hast, oberflächlichen Gedanken, da ich trotzdem sehe wie sehr er mich liebt und sich menschlich gesehen immer gut verhält und mich auch gut behandelt. Er war der erste Mann, der mir so viele Überraschungen gemacht hat, die hatten nichts mit materiellem Wert zu tun, es war zum Beispiel einfach mal ein Zettel, den ich im Wohnzimmer nach dem Aufstehen vorgefunden habe. Sowas wünscht man sich als Frau natürlich, dass der Mann aufmerksam ist und sich interessiert. Allerdings habe ich dann auch schnell gemerkt, dass ich mehr von einer Beziehung erwarte und das ist nicht oberflächlich, vielleicht kann man es als eine reifere Ansicht der Dinge betrachten? Wie du auch, möchte ich einen starken Mann an meiner Seite, der mit beiden Beinen im Leben steht und weiß was er will. Der finanziell unabhängig ist und auch emotional von mir unabhängig. Das ist nämlich auch etwas, was mich in der Beziehung gestört hat. Er hat sich für mich selbst aufgeopfert. Auch wenn es anfangs schön sein mag, sowas brauche ich aber nicht. Für manche mag es egoistisch klingen, aber man muss sich immer selbst an erster Stelle stehen haben. So sollte es der Mann an meiner Seite auch handhaben. Das schließt ja nicht aus, dass man sich liebt, aber es sollte einfach ein gesunder Selbstwert vorhanden sein. Er hatte dann jedenfalls an dem Abend mir zu Liebe mit mir Schluss gemacht, da er gemerkt hat dass ich mich nicht entscheiden konnte und trotzdem aber unglücklich war. Naja danach hatte er mir eine Box mitgegeben, mit Zetteln drin, wo Gründe draufstehen wieso er mich liebt usw..
hatten dann nochmal Kontakt und er hat gesagt wie sehr er mich liebt, dass er noch nie so gefühlt hat. Irgendwann fing er das weinen an und erzählte mir von selbstmordgedanken, die er auf Grund der Depression hatte, die in der Beziehung nachgelassen haben und jetzt wieder da sind. Er betonte, dass er das nie machen würde, ihn die Gedanken aber belasten. Das zu hören, hat aber natürlich auch mich unendlich belastet. Ich als Ex Freundin konnte ja auch nicht viel machen, ich war in einem solchen Gefühlschaos..hab dann seinem besten Freund Bescheid geben, der ist dann auch zu ihm gefahren und hat mit ihm geredet. Mich hat das so mitgenommen, für mich war eigentlich klar, ich kann mit so jemandem nicht zusammen sein! Da darf man kein Mitleid haben, sonst ist man aus Mitleid mit dieser Person zusammen, das bringt niemandem was.. solange er sich in so einer Lage befindet, ist er selbst auch beziehungsunfähig. Mir wurden jedenfalls die Gründe nochmal bewusst wieso es nichts wird.. die Depressionen, die Unordentlichkeit, Faulheit, kein Job, kein richtiger Abschluss, all das sind viel zu viel Argumente dagegen. Und manchmal reicht Liebe alleine leider nicht aus.. es tut weh, da er mir menschlich viel gegeben hat, Und Gefühle natürlich da sind, aber so kann ich das einfach nicht. Gestern hat er sich dann wieder gemeldet. Er hat drei mal eine Meditation gemacht um den Wunschpartner anzuziehen, er glaubt ganz fest an uns und dass es wieder was wird und ich nur Zeit brauche. Für mich ist das so schwierig, ich bringe es irgendwie nicht übers Herz ihm die Wahrheit zu sagen, dass mich all diese Punkte stören und ich so keine Beziehung führen kann. Aber andererseits wird er sonst vielleicht immer die Hoffnung behalten und das möchte ich auch nicht.. ich bin wirklich total hin und her gerissen..
tut mir leid für diesen langen Text, ich musste das auch mal alles loswerden..
Wie läuft es denn bei dir?

Gestern 14:46 • #5


hojaki

hojaki


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Willkommen...

Ich würde Dir auch raten zugehen. Du kannst ihm keine Therapeutin sein und eine Mutti auch nicht.

Konzentriere Dich auf Dein Leben. Das Studium verlangt von Dir einiges. Er wird und kann Dir keine Stütze sein und nur für das kuscheln..... das ist dann Deine Entscheidung. Erklär ihm das Du Dich auf Dein Studium konzentrieren musst und geh Deinen Weg.

Vor 9 Stunden • x 1 #6




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