@MissLilly
Zitat von MissLilly: Du sprichst viel davon wie wichtig auch dir die Kinder bzw. das Verhältnis zu ihrem Vater gewesen sind.
Ich möchte dich daher bitten dir mal folgendes Szenario vorzustellen und dich fragen wie DU und natürlich zum Wohle ALLER Beteiligen dann darauf reagiert hättest?
Stell dir vor das einer der beiden Kinder eines schönen Tages bei dir angerufen hätte um dich zu fragen, ob du die Geliebte ihres Vaters bist? Wie glaubst du hättest du dich verhalten? Was meinst du hättest du Ihnen wohl geantwortet?
Das ist natürlich alles rein hypothetisch, aber ich versuche einmal ein Gedankenspiel: Ich hätte sie ernst genommen, auf Augenhöhe ihre Fragen beantwortet. Wäre bei
mir geblieben, hätte Spekulationen oder Interpretationen des Verhaltens, oder Gefühle ihres Vaters außen vor gelassen. Hätte ihren Schmerz anerkannt, ebenso wie den der EF.
Dass es mir nie leicht gefallen war, dass ich ihren Vater in seinen Aussagen ernst nahm, mit mir leben zu wollen. (Einen ernsthaften Anlauf mit Trennung und Auszug hatte er ja gewagt.) Dass ich mich lange Jahre gegen meine Gefühle gewehrt hatte, nicht nur aus Schutz um mein Herz, sondern auch aus Verantwortungsgefühl gegenüber den Kindern und Respekt vor einer (nicht nur ihrer ganz speziellen) bestehenden Familie. Natürlich wäre für sie im Ergebnis sicher auch das Gefühl entstanden, dass sie mir in gewisser Weise egal waren. Mein Verhalten (d.h. meine Entscheidung, die Affäre einzugehen) sprach die Sprache bedauerlicherweise leider auch - so war es gefühlt für mich aber nie. Das war mein innerer Kampf, meine innere Zerrissenheit, die niemand ausser mir und dem AM mitbekam. Dass es so aussah als ob, aber nie der Tatsache entsprach, die Kinder seien mir egal.
Ich hätte die Frage, ob ich die Affäre bin, direkt mit Ja beantwortet - hätte nichts abgestritten, weder meine Gefühle, noch meine Verantwortung - für ALLES. Wäre ihnen offen und ehrlich, aufrichtig und gefühlvoll begegnet. Wir hätten sicherlich, ich auf jeden Fall, viel geweint. Denn ich hätte - sofern sie das gewollt hätten - das Ganze bei einem Spaziergang beantwortet.
Die Aussage der großen, sie hätte sich schon gedacht, dass die Eltern sich trennen, gibt mir aber einen Hinweis darauf - nicht einmal, wie gut oder schlecht die Ehe war und ist - sondern darauf, dass die Kinder, oder eben die Große, Spannungen wahrgenommen und hierunter gelitten hat. Zumindest erwartet hat, dass das Verhalten von Vater und Mutter und deren Verhältnis zueinander in einer Trennung mündete.
Konkreter kann ich nicht werden, ich nehme mir nie ein Skript vor, sondern antworte auf Fragen ehrlich und aus tiefstem Herzen, damit bin ich immer gut gefahren. Bleibe in Gesprächen ganz bei mir. Kein Austeilen, Nachtreten, bei anderen sein - ganz bei mir.