Jules93
Gast
Ich lese hier wieder seit ein paar Tagen mit und hatte gehofft hier nicht wieder ein Thema eröffnen zu müssen. Ich dachte ich hätte im letzten Jahr Fortschritte gemacht aber jetzt fühle ich mich so als wäre ich um Lichtjahre zurückgeworfen worden. Ich weiß nicht mehr woher ich die Kraft nehmen soll wieder aufzustehen. für mich aufzustehen.
Kurzer Rückblick: Anfang letzten Jahres hat sich mein Mann von mir getrennt und es folgte ziemlich schnell die Scheidung im Juli(auf meinen Wunsch hin). Pünktlich genau an unserem 3. Hochzeitstag (den es ja somit nicht gab) bin ich zur Gemeinde und habe meinen alten Namen wieder angenommen.
Ich habe gedacht diesen Schmerz überlebe ich nicht zudem hatte ich stark mit der "Schande" zu leben mit 30 geschieden zu sein - das passte nicht in mein Weltbild. Ich musste für mich Werte und Normen neu definieren - mich neu finden.
In dieser Zeit lerne ich jemanden kennen. Mir war das alles zu früh aber ich wollte mich einfach ablenken und einfach mal was anderes fühlen außer Schmerz. Wir haben uns auf dieser zwanglosen (offenen )Ebene auch kennengelernt. Nach dem zweiten Treffen fragte er mich wie jetzt alles weitere handhaben - jeder darf machen was er will aber wir reden darüber. Das klang für mich in Ordnung da ich nicht von heute auf morgen der Typ geworden bin der nun auf zig Dates zur Ablenkung geht, dennoch wollte ich mich keinesfalls zu dem Zeitpunkt auf ieine Art und Weise binden oder festlegen weil es einfach nicht der Zeitpunkt dafür war und ich mit den Gefühlen noch voll in der Trennung war.
Er wusste auch in was für einer Situation ich stecke und z.B. der Auszug noch ansteht.
Es kam wie es kommen musste - ich genoss die Zeit bei ihm weil es für mich eine Flucht aus meinem alten Leben war - ich hatte mich in ihn verguckt. Und dieses Gefühl gefiel mir überhaupt nicht - es fühlte sich einfach so falsch an. Ich durfte doch solche Gefühle nicht haben wenn ich doch grad noch um meine Ehe trauere - wie sieht das denn auch für andere aus?
Ich habe ihm das immer wieder so kommuniziert das ich dem ganzen keinen Namen geben möchte - wir hatten einfach eine schöne Zeit, ich bin an dem dritten Date in seinen Armen eingeschlafen und dieses Gefühl von Geborgenheit kannte ich absolut gar nicht. Ich habe seine Art so genossen weil er kein Mensch der großen Worte war sondern es anders mit kleinen Gesten machte - ich habe sie gesehen und wahrgenommen - es war für mich einfach perfekt.
Ich denke ich brauche hier nicht weiter ausführen weil jeder weiß wie es ist wenn man die rosarote Brille auf hat.
Nach 3 Monaten ca. zeigte er mir sein Profil auf der Seite wo wir uns kennenlernten (also keine reine Dating Seite die man anschließend wieder löscht) und er hatte seinen Beziehungsstatus auf "feste Beziehung" geändert, als ich dann neben ihm saß am PC meinte er dann aber "ach ne so passt es besser" und änderte es auf offene Beziehung.
Und die Dinge nahmen ihren Lauf. Ich lerne relativ spontan und schnell seine Familie kennen.
Es fühlte sich für mich okay an weil ich merkte wie sehr ich diese Sicherheit brauchte und genoss - mir war aber dennoch zur der Zeit klar dass ich mich fragen sollte ob dies "gesund" ist und ich mir diese Stabilität bei ihm nehme, weil mein altes Leben grad in Scherben liegt.
Ich weiß grad nicht ob es Sinn macht weiterzuschreiben - es hilft aber ich komme mir so dumm vor. Mir schießen Gedanken in den Kopf mit Dingen die ich jetzt erst hinterfrage oder mir in den Sinn kommen. Ich habe vor ein paar Monaten in einem Buch gelesen dass Männer gerne jagen und man es Ihnen nicht zu leicht machen sollte. Ich fand die Aussage einfach nur blöd weil ich das für ein Spielchen halte.
Aber . ist es nicht so dass ich es ihm schwer gemacht hatte? Er hat einen Monat zu Beginn unermüdlich mit mir geschrieben und ich habe ihn oft ignoriert und mehrmals versetzt aber er blieb dran. Dann wollte ich mich nicht binden und meine Freiheit.
Wisst ihr. er ist tatsächlich ein echter Jäger und ich stelle grad erst diesen Zusammenhang her. Das tut so unfassbar weh es aus dieser Perspektive zu sehen.
Der Text ist auch schon sehr lang geworden. Kurzum ist es in den letzten 3 Monaten jetzt 2 Mal "eskaliert". Er hat sich hinter meinem Rücken mit anderen getroffen obwohl er es einfach nur hätte kommunizieren müssen - das war für mich ein Schlag in Gesicht und das Vertrauen war weg. Ich würde in jeder Beziehung bisher betrogen und hintergangen und habe nicht verstanden wieso er es in dieser Situation tut. Nach dem ersten Mal als es aufflog, hatten wir 1 Woche keinen Kontakt - nein nicht weil ich es nicht wollte, ich habe das Gespräch gesucht - nein er ließ keinen Kontakt zu und sagte er müsse sich über einiges klar werden. Das hat meinen Selbstwert den letzten Knacks gegeben - ich hab gehofft dass er um uns kämpf <-- welch Ironie, in meinem letzten Thread war mir dies auch wichtig, das gekämpft wird. Da habe ich die Zeichen nicht erkannt - deswegen wollte ich hier natürlich mein Verhalten ebenfalls reflektieren und herausfinden wo wir falsch abgebogen sind.
Wir rauften uns nach diesem Vorfall zusammen und er hat mir versucht zu erklären wie in ihm aussieht.
Am Wochenende gab es nun einen ähnlichen Vorfall nur dass er diesesmal nicht mehr sagt das was wir haben gibt ihm viel mehr etc. sondern er sagt er will sich nicht seine Freiheiten nehmen lassen und sich nie wieder in eine Beziehung drängen lassen mit der er sich nicht zu 100% wohlfühlt. Deutliche und durchaus verständliche Worte - und auch komplett richtig! Und wenn ich das nicht kann, dann passen wir eben nicht zusammen.
Was soll man zu so etwas sagen? Er hat ja vollkommen recht. Nur weil ich die Dinge anders benennen würde, kann ich ihm ja nicht absprechen dass es sich für ihn so anfühlt.
Aber genau das macht es so schmerzhaft. Ich dachte dass das was wir haben von Bedeutung ist. Ich sitze hier und frage mich ob ich mir alles nur eingebildet habe zwischen uns.
Das Ende der Geschichte: er denkt dass eine feste Beziehung nichts für ihn ist (ja auch hier fällt es mir jetzt erst auf warum feste wenn es doch eigentlich offen war - aber wir haben wohl nie wirklich die Rahmenbedingungen festgesteckt was uns nun zum Verhängnis wurde. Ich war nämlich diejenige die Probleme hatte das ganze einzuordnen weil es für mich neu war. Er hatte schon solche Beziehungen)
Bitte verurteilt mich nicht für diese Beziehungsmodell - ich habe einfach nur nach meiner Ehe versucht einen anderen Weg einzuschlagen weil es vorher einfach nie funktioniert hat.
Zumindest als ich ihn gestern am Telefon fragte ob es wirklich das ist was er will (keine Beziehung) meinte er, er möchte mich einfach nie wieder so sehen, er will mich nicht weinen sehen.
Ich komme mit diesem Grund einfach nicht zurecht weil er sinnig ist und ich wohl nichts dagegen ausrichten kann aber. aber er ist . ich finde nicht die Worte. er kann doch "verhindern" das ich mich wieder so fühle. stattdessen wirft er es einfach hin? Er sagte er wird sich nicht ändern und es kann passieren dass wieder eine Situation kommen kann die mir nicht passt und dann stehen wir wieder da.
Wenn ich das so lese, ist es vermutlich alles verständlich was er sagt, richtig?. Ich will es nur nicht wahrhaben.
Ich habe ihn gefragt ob er Gefühle für mich hat und ob es das ist was er will das ich von heute auf morgen aus seinem Leben verschwinde. Da meinte er dass es das auch nicht ist was er will. Der Dreh und Angelpunkt blieb einfach dass er mich nicht mehr so sehen will.
Er sagte noch er braucht vielleicht doch mehr "Me-Time" und hat es vielleicht selber nicht gemerkt dass er sie braucht und es sein kann das er dann mal jagen geht und wir uns zb. dann zwei Wochen mal nicht sehen. Ich sagte dann nur "ja und wo ist das Problem? Das kannst du doch machen. Ich weiß dass du kein Mensch der großen Worte bist und es nicht so zeigen kannst aber umso schwere ist es dann doch für außenstehende dich zu verstehen. Du kannst und darfst sowas doch ruhig sagen und machen. Ich habe nicht vor dich Einzuschränken. Ich werde demnächst auch öfter eine Freundin besuchen übers Wochenende (sie ist weiter weg gezogen) und dann würden wir uns ja auch ein Wochenende und somit 2 Wochen nicht sehen (wir wohnen nicht soo weit auseinander aber unter der Woche sehen wir uns eigentlich dennoch nie). du musst einfach mit mir kommunizieren"
Ich habe noch viele kleine Dinge am Telefon gesagt aber ich sagte ihm auch es macht keinen Sinn das ich hier Überzeugungsarbeit leisten muss - entweder man will die andere Person oder nicht. Da hilft ja kein Vortrag seitens des anderen und alles schön zu reden.
Er sagte er weiß auch nicht wie es weitergehen soll und das wir uns jetzt Zeit für uns nehmen sollten und dann schauen wir.
Alles in mir hat geschrien weil ich wusste dass die nächste Zeit einfach nur schmerzhaft sein wird - ich werde ständig aufs Telefon schauen obwohl ich weiß dass ich es nichts hören werde. Ich weiß dass ich diese Zeit genauso nutzen muss zu hinterfragen was ich will und was meine Vorstellungen sind - im Moment kann ich aber nur daran denken wir sehr ich ihn vermisse und einfach will das wir uns noch ne Chance geben.
Ich höre mich genauso blöd an wie in meinem letzten Thread. und ich dachte ich wäre gewachsen.
Aber ich weiß ich muss ihm und uns diese Zeit zugesehen - sonst werde ich mir vorwerfen nicht alles getan zu haben. Und entweder er will uns in ein paar Wochen noch und meldet sich und wenn nicht weiß ich dass ich dann auch den Schlussstrich ziehen werden. Ich kämpfe lange und mit Herzen. Wenn mir jemand was bedeutet dann gebe ich nicht einfach auf. aber wenn er sagt er will mich nicht, dann gehe ich auch.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist es aber ein langer und schmerzhafter Weg und ich habe das Gefühl innerlich zu zerreißen. es tut so weh.